6277/J XXVIII. GP

Eingelangt am 11.06.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Mag. Harald Schuh

an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumenten-schutz

betreffend Verschwundene Grippeimpfdosen und Mängel im e-Impfpass-System

 

 

In den vergangenen drei Jahren wurden in Österreich erhebliche Differenzen zwischen der Anzahl ausgelieferter Grippeimpfdosen und den im e-Impfpass dokumentierten Impfungen festgestellt. Allein in der aktuellen Saison 2025/26 wurden rund 1,48 Millionen Impfdosen verteilt, jedoch nur etwa 1,15 Millionen Impfungen im e-Impfpass erfasst, was eine Lücke von über 330.000 nicht dokumentierten Impfungen bedeutet. Summiert man die letzten drei Jahre, ergibt sich eine Gesamtzahl von über 900.000 nicht erfassten Impfungen.[1]

 

Diese Diskrepanz wirft ernsthafte Fragen hinsichtlich der Effizienz und Transparenz des österreichischen Impfmanagements auf. Bei durchschnittlichen Kosten von zehn Euro pro Dosis summieren sich die nicht dokumentierten Impfungen der letzten drei Jahre auf einen Gegenwert von rund neun Millionen Euro.

 

Angesichts dieser Umstände ist es unerlässlich, Klarheit über die Ursachen der fehlenden Dokumentationen zu schaffen und Maßnahmen zur Verbesserung des e-Impfpass-Systems zu ergreifen. Transparenz und Effizienz im Impfmanagement sind entscheidend, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Gesundheitspolitik zu stärken und finanzielle Ressourcen optimal zu nutzen.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende

 

 

 

 

 

 

Anfrage

 

  1. Welche konkreten Ursachen wurden für die Differenz von über 330.000 nicht im e-Impfpass dokumentierten Grippeimpfungen in der Saison 2025/26 identifiziert?
    1. Welche Maßnahmen werden Sie veranlassen, um diese Ursachen künftig zu vermeiden?
  2. Wurden seitens des Ressorts Maßnahmen ergriffen, um die Ursachen für die fehlenden Dokumentationen zu beheben?
    1. Wenn ja, welche konkret?
    2. Wenn ja, wann?
    3. Wenn nein, warum nicht?
  3. Wie groß waren die Differenzen zwischen der Anzahl der angeschafften Grippeimpfdosen und den im e-Impfpass dokumentierten Impfungen seit 2020? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr)
  4. Wie viele Grippeimpfdosen wurden seit 2020 bestellt? (Bitte um Aufschlüsslung nach Jahr und Kosten pro Jahr)
  5. Wie bewertet das Ressort die finanzielle Belastung von rund neun Millionen Euro durch nicht dokumentierte Impfungen in den letzten drei Jahren?
  6. Welche Schritte plant das Ressort, um sicherzustellen, dass alle verabreichten Impfungen zeitnah und vollständig im e-Impfpass erfasst werden?
  7. Wie wird die Qualität und Vollständigkeit der Daten im e-Impfpass regelmäßig überprüft und welche Maßnahmen werden bei festgestellten Mängeln ergriffen?
  8. Gibt es Pläne, das e-Impfpass-System technisch zu überarbeiten oder zu modernisieren, um zukünftige Dokumentationslücken zu vermeiden?
    1. Wenn ja, welche?
    2. Wenn nein, warum nicht?
  9. Wie wird sichergestellt, dass die Datenschutzbestimmungen bei der Erfassung und Verarbeitung von Impfdaten im e-Impfpass eingehalten werden?
  10. Welche Rolle spielen die Bundesländer bei der Überwachung und Verbesserung der Impfdatenerfassung, und wie erfolgt die Zusammenarbeit mit dem Bund in diesem Bereich?
  11. Wie wird die Qualität der Impfstofflogistik überwacht, um sicherzustellen, dass ausgelieferte Dosen tatsächlich verimpft und dokumentiert werden?
  12. Wie wird die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und anderen impfenden Stellen gestaltet, um eine vollständige Erfassung der Impfungen zu gewährleisten?
  13. Welche Rolle spielen Apotheken bei der Dokumentation von Impfungen im e‑Impfpass, und wie wird deren Einbindung sichergestellt?


[1]   https://www.5min.at/oesterreich/5202602160755/verschwundene-impfdosen-in-oesterreich-wo-sind-330-000-grippeimpfungen/

https://www.heute.at/s/330000-impfungen-verschwunden-ministerium-unter-druck-120162743  (aufgerufen am 25.05.2026)