Eingelangt am 16.06.2026
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ANFRAGE
der
Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an die Bundesministerin
für Landesverteidigung
betreffend
Erkenntnisse aus Untersuchungen von Frauen im Bundesheer
Im
Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen rund um eine Reform der
Wehrpflicht, den Empfehlungen der Wehrdienstkommission sowie den
öffentlichen Debatten wurde wiederholt auf den gesundheitspolitischen
Nutzen der Stellung verwiesen. Die Stellung stellt nicht nur eine Beurteilung
der Wehrdiensttauglichkeit dar, sondern zugleich eine der umfassendsten
Gesundheitsuntersuchungen junger Menschen.
Die
von Statistik Austria veröffentlichten Daten zum Gesundheitszustand der
Stellungspflichtigen zeigen, dass die Stellung eine umfassende Datengrundlage
über die Gesundheit junger Männer in Österreich bietet. Demnach
waren im Jahr 2023 rund 24% der Stellungspflichtigen übergewichtig und
weitere rund 9% adipös. Zudem wurden bei einem erheblichen Teil der
Untersuchten Sehschwächen, Erkrankungen des Bewegungs- und
Stützapparates sowie weitere gesundheitliche Einschränkungen
festgestellt.
Darüber
hinaus haben sich seit Einführung des freiwilligen Grundwehrdienstes
für Frauen im April 2023 bereits mehrere hundert Frauen für eine
militärische Laufbahn gemeldet. Laut einer Aussendung des
Bundesministeriums für Landesverteidigung vom 7. März 2025
absolvierten bis dahin bereits 374 Frauen die Stellung, wobei 279 Frauen zum
Freiwilligen Grundwehrdienst einrückten.
In
diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin
für Landesverteidigung nachstehende
Anfrage
- Welche medizinischen Untersuchungen werden
bei Frauen aktuell durchgeführt, die freiwillig Dienst beim
Bundesheer leisten?
- Welche dieser Untersuchungen
entsprechen den Untersuchungen im Rahmen der Stellung männlicher
Wehrpflichtiger?
- Wie viele Frauen wurden in den
Jahren 2020 bis 2025 jeweils gesundheitlich untersucht? (Bitte um Aufschlüsselung
nach Jahr und Bundesland)
- Wie viele dieser Frauen
absolvierten zuvor eine Eignungsfeststellung beim Bundesheer?
- Welche häufigsten
gesundheitlichen Auffälligkeiten oder Diagnosen wurden dabei
festgestellt?
- Wie viele Fälle von
Übergewicht, Adipositas, Untergewicht, Sehschwächen,
Hörschäden oder Erkrankungen des Bewegungsapparates wurden in
den Jahren 2020 bis 2025 jeweils festgestellt? (Bitte um Aufschlüsselung
nach Jahr und Bundesland)
- Gibt es statistische Auswertungen
über den allgemeinen Gesundheitszustand der untersuchten Frauen?
a.
Wenn ja, welche wesentlichen Ergebnisse liegen vor?
- Gibt es Erkenntnisse zu psychischen
Belastungen, psychischen Erkrankungen oder psychosozialen
Auffälligkeiten bei den untersuchten Frauen?
- Welche
psychischen Erkrankungen oder Belastungsbilder wurden dabei am
häufigsten festgestellt?
- Gibt es Erkenntnisse zu
körperlicher Fitness, Ausdauer, Kraftwerten, Haltungsschäden
oder motorischen Defiziten bei den untersuchten Frauen?
- Wurden im Rahmen dieser
Untersuchungen schwere oder lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig
erkannt?
a.
Wenn ja, um welche Erkrankungen handelte es sich dabei?
- Wie viele Frauen wurden in den
Jahren 2020 bis 2025 aufgrund medizinischer Befunde an externe
Fachärzte oder Krankenanstalten weiterverwiesen? (Bitte um Aufschlüsselung
nach Jahr und Bundesland)
- Wie viele Frauen wurden aufgrund
gesundheitlicher Gründe als für bestimmte Tätigkeiten
ungeeignet eingestuft?
- Wurden die Ergebnisse der
Untersuchungen wissenschaftlich ausgewertet?
a.
Wenn ja, von welchen Stellen, Institutionen oder
wissenschaftlichen Einrichtungen?
- Welche Studien,
Berichte oder Auswertungen liegen dazu vor?
- Wurden die Ergebnisse an das
Gesundheitsministerium, das Frauen-ministerium oder andere Bundesstellen
kommuniziert?
a.
Wenn ja, wann und in welcher Form?
- Gibt es Vergleiche zwischen den
Gesundheitsdaten junger Männer im Rahmen der Stellung und junger
Frauen im freiwilligen Wehrdienst?
a.
Wenn ja, welche wesentlichen Unterschiede wurden festgestellt?
- Welche zusätzlichen
Erkenntnisse erwarten Sie sich durch eine verpflichtende
Gesundheitsuntersuchung junger Frauen?
- Gibt es dazu bereits interne
Konzepte, Studien, Projektgruppen oder Vorarbeiten?
a.
Wenn ja, seit wann und mit welchem Inhalt?
- Wurden dazu
Gespräche mit dem Gesundheitsministerium, dem Frauenministerium oder
anderen Ressorts geführt?
i. Wenn ja,
wann und mit welchem Ergebnis?
- Unterstützen Sie die
Einführung einer verpflichtenden Gesundheits-untersuchung junger
Frauen?
a.
Wenn ja, in welcher Form soll diese ausgestaltet werden?
- Soll eine solche Untersuchung
ausschließlich medizinischen Zwecken dienen oder auch für
Zwecke der Personalgewinnung und Wehrdienstplanung herangezogen werden?
- Welche Kosten würden durch
eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung junger Frauen jährlich
entstehen?
- Welche datenschutzrechtlichen
Vorkehrungen wären bei einer verpflichtenden Gesundheitsuntersuchung
junger Frauen vorgesehen?
- Welche rechtlichen Änderungen
wären für die Einführung einer verpflichtenden
Gesundheitsuntersuchung junger Frauen erforderlich?