6303/J XXVIII. GP

Eingelangt am 16.06.2026
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ANFRAGE

 

der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA

an die Bundesministerin für Landesverteidigung

betreffend Erkenntnisse aus Untersuchungen von Frauen im Bundesheer

 

 

Im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen rund um eine Reform der Wehrpflicht, den Empfehlungen der Wehrdienstkommission sowie den öffentlichen Debatten wurde wiederholt auf den gesundheitspolitischen Nutzen der Stellung verwiesen. Die Stellung stellt nicht nur eine Beurteilung der Wehrdiensttauglichkeit dar, sondern zugleich eine der umfassendsten Gesundheitsuntersuchungen junger Menschen.

 

Die von Statistik Austria veröffentlichten Daten zum Gesundheitszustand der Stellungspflichtigen zeigen, dass die Stellung eine umfassende Datengrundlage über die Gesundheit junger Männer in Österreich bietet. Demnach waren im Jahr 2023 rund 24% der Stellungspflichtigen übergewichtig und weitere rund 9% adipös. Zudem wurden bei einem erheblichen Teil der Untersuchten Sehschwächen, Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie weitere gesundheitliche Einschränkungen festgestellt.[1]

 

Darüber hinaus haben sich seit Einführung des freiwilligen Grundwehrdienstes für Frauen im April 2023 bereits mehrere hundert Frauen für eine militärische Laufbahn gemeldet. Laut einer Aussendung des Bundesministeriums für Landesverteidigung vom 7. März 2025 absolvierten bis dahin bereits 374 Frauen die Stellung, wobei 279 Frauen zum Freiwilligen Grundwehrdienst einrückten.[2]

 

 


 

In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Landesverteidigung nachstehende

 

Anfrage

 

  1. Welche medizinischen Untersuchungen werden bei Frauen aktuell durchgeführt, die freiwillig Dienst beim Bundesheer leisten?
  2. Welche dieser Untersuchungen entsprechen den Untersuchungen im Rahmen der Stellung männlicher Wehrpflichtiger?
  3. Wie viele Frauen wurden in den Jahren 2020 bis 2025 jeweils gesundheitlich untersucht? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr und Bundesland)
  4. Wie viele dieser Frauen absolvierten zuvor eine Eignungsfeststellung beim Bundesheer?
  5. Welche häufigsten gesundheitlichen Auffälligkeiten oder Diagnosen wurden dabei festgestellt?
  6. Wie viele Fälle von Übergewicht, Adipositas, Untergewicht, Sehschwächen, Hörschäden oder Erkrankungen des Bewegungsapparates wurden in den Jahren 2020 bis 2025 jeweils festgestellt? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr und Bundesland)
  7. Gibt es statistische Auswertungen über den allgemeinen Gesundheitszustand der untersuchten Frauen?

a.    Wenn ja, welche wesentlichen Ergebnisse liegen vor?

  1. Gibt es Erkenntnisse zu psychischen Belastungen, psychischen Erkrankungen oder psychosozialen Auffälligkeiten bei den untersuchten Frauen?
    1. Welche psychischen Erkrankungen oder Belastungsbilder wurden dabei am häufigsten festgestellt?
  2. Gibt es Erkenntnisse zu körperlicher Fitness, Ausdauer, Kraftwerten, Haltungsschäden oder motorischen Defiziten bei den untersuchten Frauen?
  3. Wurden im Rahmen dieser Untersuchungen schwere oder lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig erkannt?

a.    Wenn ja, um welche Erkrankungen handelte es sich dabei?

  1. Wie viele Frauen wurden in den Jahren 2020 bis 2025 aufgrund medizinischer Befunde an externe Fachärzte oder Krankenanstalten weiterverwiesen? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr und Bundesland)
  2. Wie viele Frauen wurden aufgrund gesundheitlicher Gründe als für bestimmte Tätigkeiten ungeeignet eingestuft?
  3. Wurden die Ergebnisse der Untersuchungen wissenschaftlich ausgewertet?

a.    Wenn ja, von welchen Stellen, Institutionen oder wissenschaftlichen Einrichtungen?

    1. Welche Studien, Berichte oder Auswertungen liegen dazu vor?
  1. Wurden die Ergebnisse an das Gesundheitsministerium, das Frauen-ministerium oder andere Bundesstellen kommuniziert?

a.    Wenn ja, wann und in welcher Form?

  1. Gibt es Vergleiche zwischen den Gesundheitsdaten junger Männer im Rahmen der Stellung und junger Frauen im freiwilligen Wehrdienst?

a.    Wenn ja, welche wesentlichen Unterschiede wurden festgestellt?

  1. Welche zusätzlichen Erkenntnisse erwarten Sie sich durch eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung junger Frauen?
  2. Gibt es dazu bereits interne Konzepte, Studien, Projektgruppen oder Vorarbeiten?

a.    Wenn ja, seit wann und mit welchem Inhalt?

    1. Wurden dazu Gespräche mit dem Gesundheitsministerium, dem Frauenministerium oder anderen Ressorts geführt?

                                          i.    Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?

  1. Unterstützen Sie die Einführung einer verpflichtenden Gesundheits-untersuchung junger Frauen?

a.    Wenn ja, in welcher Form soll diese ausgestaltet werden?

  1. Soll eine solche Untersuchung ausschließlich medizinischen Zwecken dienen oder auch für Zwecke der Personalgewinnung und Wehrdienstplanung herangezogen werden?
  2. Welche Kosten würden durch eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung junger Frauen jährlich entstehen?
  3. Welche datenschutzrechtlichen Vorkehrungen wären bei einer verpflichtenden Gesundheitsuntersuchung junger Frauen vorgesehen?
  4. Welche rechtlichen Änderungen wären für die Einführung einer verpflichtenden Gesundheitsuntersuchung junger Frauen erforderlich?


[1]    https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gesundheit/gesundheitszustand/gesundheitszustand-der-stellungspflichtigen (aufgerufen am 29.05.2026)

[2]    https://www.bundesheer.at/aktuelles/detail/weltfrauentag-anzahl-von-soldatinnen-beim-bundesheer-gestiegen (aufgerufen am 29.05.2026)