6329/J XXVIII. GP
Eingelangt am 19.06.2026
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ANFRAGE
der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an den Bundesminister für Inneres
betreffend Aktuelle Maßnahmen zum Schutz von Sexarbeitern und gegen Menschenhandel
Der aktuelle Lagebericht des Bundeskriminalamtes zeigt, dass Österreich weiterhin Transit- und Zielland für Menschenhandel bleibt.[1] Besonders relevant ist dabei der Bereich der sexuellen Ausbeutung. Laut BMI-Kriminalstatistik wurden 2024 insgesamt 43 Anzeigen wegen Menschenhandels und 38 Anzeigen wegen grenzüber-schreitenden Prostitutionshandels registriert. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren dar.[2]
Zugleich berichten Polizei, Beratungsstellen und Medien seit Jahren über eine zunehmende Verlagerung sexueller Dienstleistungen aus kontrollierbaren Bordell-strukturen in Privatwohnungen, Kurzzeitapartments, Hotels und digitale Plattformen. Dadurch wird der Zugang zu potenziellen Opfern von Menschenhandel erheblich erschwert. Medienberichte dokumentierten allein 2025 hunderte Anzeigen wegen illegaler Wohnungsprostitution. Zusätzlich werden immer häufiger internationale Täterstrukturen sowie sogenannte „Loverboy-Methoden“ beschrieben.[3]
Auch der GRETA-Bericht des Europarates aus 2025 kritisiert, dass Opferidentifikation, Datenerfassung und Opferschutz weiter verbessert werden müssten.[4]
In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Inneres nachstehende
Anfrage
a. Wie viele dieser Kontrollen betrafen genehmigte Bordellbetriebe?
b. Wie viele Kontrollen betrafen Privatwohnungen?
c. Wie viele Kontrollen betrafen Kurzzeit- oder Ferienwohnungen?
d. Wie viele Kontrollen betrafen Hotels oder sonstige Beherbergungs-betriebe?
a. Wie viele Wohnungen bzw. Objekte wurden in diesem Zusammenhang behördlich geschlossen oder versiegelt?
b. Wie viele Anzeigen richteten sich gegen Sexarbeiter bzw. Sexdienstleister selbst?
c. Wie viele Anzeigen richteten sich gegen Betreiber, Vermieter, Vermittler oder sonstige Dritte?
a. Wie viele Opfer wurden dabei identifiziert? (Bitte um Aufschlüsselung nach Geschlecht)
b. Welche Staatsangehörigkeiten hatten die identifizierten Opfer?
c. Wie viele Opfer waren minderjährig? (Bitte um Aufschlüsselung nach Geschlecht)
a. Wenn ja, wie lauten diese?
b. Wenn nein, warum nicht?
a. Wie viele Beamte nahmen daran in den Jahren 2021 bis 2025 teil?
[1] https://www.bundeskriminalamt.at/502/start.html#menschenhandel (aufgerufen am 26.05.2026)
[2] https://www.bmi.gv.at/magazin/2025_05_06/02_kriminalstatistik.html (aufgerufen am 25.05.2026)
[3] https://kaernten.orf.at/stories/3299322/ (aufgerufen am 25.05.2026)
[4] https://www.coe.int/de/web/portal/-/greta-publishes-its-fourth-report-on-austria (aufgerufen am 25.05.2026)
[5] https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr%3Ac8503348-35e7-48c5-861b-666561fee9fe/91_10_prostitution_21-23.pdf (aufgerufen am 26.05.2026)