6439/J XXVIII. GP
Eingelangt am 29.06.2026
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ANFRAGE
der Abgeordneten Rosa Ecker, MBA
an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung
betreffend Schutz von Frauen in der Prostitution
Die Arbeitsgruppe „Sexuelle Dienstleistungen – Verbesserung der Rahmen-bedingungen zur Prävention von Ausbeutung“ veröffentlichte im Jänner 2024 einen Bericht zur Situation der Prostitution in Österreich. Der Bericht zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern, unzureichende Datengrundlagen sowie Schutzlücken für Personen, die in der Prostitution tätig sind.[1]
Internationale Organisationen wie GRETA und der Europarat weisen wiederholt darauf hin, dass Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung weiterhin ein schwerwiegendes Problem darstellt. Insbesondere Frauen und Mädchen geraten häufig in Abhängigkeitsverhältnisse, Ausbeutungssituationen und prekäre Lebens-lagen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede bei Registrierungspflichten, Kontrollmaßnahmen und Bewilligungsverfahren im Bereich der Prostitution.[2]
In diesem Zusammenhang richtet die unterfertigte Abgeordnete an die Bundes-ministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung nachstehende
Anfrage
1. Welche konkreten Maßnahmen, Projekte, Arbeitsgruppen, Studien oder Förderprogramme wurden seit Veröffentlichung des Berichts „Regelungen sexueller Dienstleistungen in Österreich“ im Jänner 2024 durch Ihr Ressort gesetzt, um Ausbeutung, Menschenhandel und Gewalt im Zusammenhang mit Prostitution zu bekämpfen?
2. Welche Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Sexuelle Dienstleistungen – Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Prävention von Ausbeutung“ wurden seit Jänner 2024 vollständig umgesetzt?
3. Welche Empfehlungen wurden bisher nur teilweise umgesetzt?
4. Welche konkreten Maßnahmen wurden jeweils zur Umsetzung dieser Empfehlungen gesetzt?
5. Gibt es einen Zeitplan für noch offene Empfehlungen?
a. Wenn ja, wie sieht dieser aus?
6. Welche Beratungsstellen, Frauenorganisationen, Opferschutzeinrichtungen oder Ausstiegseinrichtungen im Bereich Prostitution wurden in den Jahren 2020 bis 2025 durch Ihr Ressort gefördert? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr, Förderhöhe und Förderempfänger)
7. Welche Maßnahmen setzen Sie, damit Betroffene Informationen über Gesundheitsversorgung, Schutz vor Gewalt, Opferschutz, steuerliche sowie versicherungsrechtliche Verpflichtungen sowie Möglichkeiten zum Ausstieg aus der Prostitution erhalten?
a. In welchen Sprachen stehen diese Informationen derzeit zur Verfügung?
8. Welche Sensibilisierungs-, Informations- oder Präventionskampagnen zur Bekämpfung von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Gewalt im Zusammenhang mit Prostitution wurden seit 2021 durchgeführt oder gefördert? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr, jeweiligen Kosten und Zielgruppen)
9. Welche Ausstiegsprogramme bestehen derzeit für Personen, die die Prostitution verlassen möchten?
a. Welche Einrichtungen bieten diese Programme an?
b. Wie viele Personen haben diese Angebote in den Jahren 2021 bis 2025 in Anspruch genommen? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr)
c. Welche finanziellen Mittel wurden dafür jährlich bereitgestellt? (Bitte um Angabe nach Jahr)
10. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie für die Jahre 2026 und 2027 zur Bekämpfung von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Gewalt sowie zur Stärkung des Opferschutzes und der Ausstiegshilfen im Bereich der Prostitution?
11. Liegen Ihnen Erkenntnisse über die Entwicklung der Zahl von Personen vor, die in Österreich in der Prostitution tätig sind?
a. Wenn ja, wie haben sich diese Zahlen seit 2020 entwickelt?
12. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um besonders schutzbedürftige Personengruppen, insbesondere Frauen und Minderjährige, vor dem Abrutschen in Ausbeutungs- und Prostitutionsverhältnisse zu bewahren?
13. Welche Zusammenarbeit besteht zwischen Ihrem Ressort und anderen Bundesministerien im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Prostitution?
14. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie für die Jahre 2026 und 2027 zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, des Opferschutzes sowie zur Prävention von Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel im Bereich der Prostitution?