6499/J XXVIII. GP

Eingelangt am 03.07.2026
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Peter Schmiedlechner

an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

betreffend Günstiger Erhaltungszustand des Wolfes in Österreich

 

 

Die vom Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft beauftragte Studie „LeKo Wolf – Lebensraum- und Konfliktpotenzialmodell Wolf in Österreich“ soll als mögliche Grundlage für Managementpläne, Förderpolitiken und behördliche Entscheidungen herangezogen werden.[1]

 

Ein günstiger Erhaltungszustand von 15-25 Wolfsrudeln würde in der Praxis bedeuten, dass sich dauerhaft in Österreich über 200 Wölfe in Alm-, Siedlungs- und Tourismus-gebieten aufhalten müssten, bevor überhaupt an eine regulierende Bejagung gedacht werden kann. Bereits jetzt zeigt sich, bei rund 100 nachgewiesenen Wölfen in Österreich, ein massiver Druck auf die Almwirtschaft mit zahlreichen getöteten Weidetieren und wachsender Verunsicherung in der ländlichen Bevölkerung.

 

Für die Almwirtschaft, die Weidetierhaltung und auch für den alpinen Tourismus hätte das gravierende negative Folgen.

 

Eine Festlegung des günstigen Erhaltungszustandes in Österreich von Wölfen bei 15-25 Rudeln würde den auf EU-Ebene erreichten Erfolg der Absenkung des Schutz-status faktisch ins Leere laufen lassen und die so dringend notwendige Regulation der Wolfspopulation in Österreich erheblich erschweren bzw. verunmöglichen. In Anlehnung an das schwedische Modell wären für Österreich rund 3-5 Rudel als günstiger Erhaltungszustand ausreichend, zumal sich die alpine Population bereits in einem bestätigt günstigen Erhaltungszustand befindet.

 

 

In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft nachstehende

 


 

Anfrage

 

1.    Wie hoch waren die Kosten für die Studie „LeKoWolf - Lebensraum- und Konfliktpotenzialmodell für den Wolf“?

2.    Wurde seitens des Ressorts das angekündigte gemeinsame Wolfsmonitoring mit den Bundesländern bereits eingerichtet?

a.    Wenn ja, wann genau?

b.    Wenn nein, warum nicht?

c.    Wenn ja, wieviel ist von Seiten Ihres Ressorts bisher in dieses Monitoring investiert worden?

d.    Wenn ja, welche Daten konnten daraus bisher erhoben werden?

e.    Wenn ja, mit welchen Beträgen wurde dieses Projekt von Seiten der Europäischen Union seit Projektbeginn gefördert?

f.     Wenn ja, welche Beträge sind für dieses Monitoring in Ihrem Ressort für die nächsten 4 Jahren budgetiert?

g.    Wenn ja, welche Managementmaßnahmen wurden aus dem Monitoring bis jetzt durchgeführt?

h.    Wurden dafür Gelder der GAP verwendet?

3.    Welche Beträge wurden in den letzten 5 Jahren von Seiten Ihres Ressorts in Herdenschutzmaßnahmen investiert?

a.    Für welche Maßnahmen wurden diese Beträge eingesetzt?

b.    Welche Beträge wurden in einzelne Maßnahmen jeweils investiert?

c.    Wurden dafür Gelder der GAP verwendet?

d.    Gab es geförderte Projekte/Studien für Herdenschutzmaßnahmen? (Bitte um Auflistung aller Projekte und Studien und deren Kosten)

e.    Welche Organisationen/Institutionen haben diese Projekte durchgeführt und mit welchem Ergebnis?

f.     Mit welchen Beträgen wurden die jeweiligen Organisationen/Institutionen gefördert?

4.    Wie viele Weidetiere und Haustiere wurden in den letzten 5 Jahren von Wölfen gerissen bzw. angegriffen und verletzt und welcher Schaden ist dadurch entstanden? Bitte um genaue Angaben zu Zahlen und Daten:

a.    Welche Nutztierarten waren davon betroffen und wie viele?

b.    Welche Haustierrassen waren davon betroffen und wie viele?

c.    In welchen Bundesländern fanden diese Wolfsrisse statt?

5.    Wie viele Wölfe und Wolfsrudel befanden sich 2025 in Österreich?

a.    Wie sind diese auf die Bundesländer verteilt?

6.    Haben Sie seit Auswertung der Studie Maßnahmen getroffen, um Naturschutz- und Jagdgesetze anzupassen?

a.    Wenn ja, welche?

b.    Wenn nein, warum nicht?

7.    Welche Anzahl an Wolfsrudeln und Wölfen werden Ihrerseits angestrebt, um einen günstigen Erhaltungszustand zu erreichen?

8.    Welche Interessensvertretungen in Bezug auf Konflikte mit dem Wolf wurden für die Studie herangezogen?

a.    Waren Landwirte, welche im Haupterwerb Weidewirtschaft tätig sind, auch einbezogen?

                                          i.    Wenn ja, wie viele und aus welchen Bundesländern?

                                        ii.    Wenn nein, warum nicht?

9.    Wie viele Almen wurden in den letzten 5 Jahren aufgrund der Wolfproblematik nicht mehr genutzt?

10. Wie viele Almen sind in den letzten 10 Jahren verbuscht oder verwaldet? (Bitte um Angabe der Anzahl der Flächen pro Bundesland in Hektar)

11. Wie haben sich die Auftriebszahlen auf die Almen in den letzten 5 Jahren verändert?

12. Wie viele Problem- und Risikowölfe wurden in den letzten 5 Jahren entnommen? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr, Zahl und Bundesland)

13. Welche Schritte werden Sie setzen, um sicherzustellen, dass die Belastbarkeit unserer Alm- und Weidewirtschaft bei der Grundsatzentscheidung des günstigen Erhaltungszustandes berücksichtigt wird?



[1]    https://dafne.at/projekte/lekowolf (aufgerufen am 05.06.2026)