6757/J XXVIII. GP
Eingelangt am 03.08.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Wendelin Mölzer
an den Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
betreffend „Historische Wege Österreichs“ und das Projekt eines österreich-weiten Altwegeinventars
Historische Verkehrswege stellen einen bedeutenden Bestandteil des kulturellen Erbes Österreichs dar. Über Jahrhunderte hinweg bildeten sie die Grundlage für Handel, kulturellen Austausch, Wissenstransfer sowie regionale Entwicklung. Zahlreiche dieser Wege sind bis heute in der Kulturlandschaft sichtbar und werden teilweise als Wander-, Alm- oder Wirtschaftswege genutzt.
Wie unter anderem in einem Beitrag des Österreichischen Alpenvereins ausgeführt wird, existieren seit mehreren Jahren Initiativen zur Dokumentation und Inventarisierung historischer Wege in Österreich. Dabei wird insbesondere auf internationale Vorbilder – etwa die Schweiz – verwiesen, wo historische Verkehrswege systematisch erfasst, inventarisiert und unter Schutz gestellt wurden.[1]
Aus vorliegenden Schriftstücken und Korrespondenzen zwischen Initiativen, Bundesstellen und sonstigen Einrichtungen ergibt sich jedoch der Eindruck, dass zwar wiederholt die kulturhistorische Bedeutung historischer Wege hervorgehoben wurde, konkrete Zuständigkeiten und Finanzierungsfragen jedoch bislang ungeklärt geblieben sind. Gleichzeitig wurde auf einen erheblichen finanziellen Aufwand für Datenbanken, Inventarisierung, Vermessung, Dokumentation und wissenschaftliche Aufarbeitung hingewiesen.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte Abgeordnete an den Bundes-minister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport nachstehende
Anfrage
1. Welche konkreten Zuständigkeiten innerhalb des Bundes bestehen derzeit für die Erfassung, Dokumentation und den Schutz historischer Verkehrswege in Österreich?
2. Welche Ressorts, nachgeordneten Dienststellen oder ausgegliederten Einrichtungen waren seit 2020 mit dem Thema „Historische Wege Österreichs“ beziehungsweise „Altwegeinventar“ befasst?
3. Welche Gespräche, Besprechungen oder Abstimmungen fanden seit 2020 zwischen dem Ressort, dem Bundesdenkmalamt, Ländern, Museen, wissenschaftlichen Einrichtungen oder privaten Initiativen zum Thema eines österreichweiten Altwegeinventars statt?
a. Welche Ergebnisse brachten diese Gespräche jeweils hervor?
4. Welche budgetären Mittel wurden seit 2020 für Projekte im Zusammenhang mit historischen Verkehrswegen, Altwegen oder entsprechenden Inventarisierungen bereitgestellt?
5. Für welche konkreten Projekte wurden diese Mittel jeweils verwendet?
6. Wurden Förderansuchen oder Projektanträge im Zusammenhang mit einem österreichweiten Altwegeinventar an Ihr Ressort oder nachgeordnete Stellen herangetragen?
a. Welche dieser Förderansuchen wurden bewilligt?
b. Welche Förderansuchen wurden abgelehnt?
i. Aus welchen Gründen erfolgten allfällige Ablehnungen?
7. Wurden seitens des Ressorts Berechnungen oder Schätzungen über die Kosten eines österreichweiten Altwegeinventars vorgenommen?
a. Wenn ja, wie hoch wurden die Kosten jeweils eingeschätzt?
8. Gibt es seitens des Ressorts Überlegungen zur Einrichtung einer zentralen Datenbank für historische Verkehrswege?
a. Wenn ja, in welcher Form?
b. Wenn nein, warum nicht?
9. Welche Rolle spielt das Bundesdenkmalamt beim Schutz historischer Wege und Altwegstrukturen?
10. Wie viele historische Wege oder Weganlagen stehen derzeit unter Denkmalschutz?
11. Nach welchen Kriterien erfolgt eine denkmalrechtliche Beurteilung historischer Wege?
12. Welche Maßnahmen wurden seitens des Ressorts gesetzt, um historische Wege als Teil des kulturellen Erbes stärker sichtbar zu machen?
13. Besteht aus Sicht des Ressorts Handlungsbedarf hinsichtlich einer bundes-weiten Strategie zur Erfassung und zum Schutz historischer Wege?
a. Wenn ja, welche konkreten Schritte sind geplant?
b. Wenn nein, warum nicht?
14. Wurde geprüft, ob bestehende Institutionen – etwa Museen, Forschungs-einrichtungen oder ausgegliederte Einrichtungen – die Trägerschaft eines entsprechenden Inventarisierungsprojekts übernehmen könnten?
a. Wenn ja, welche Ergebnisse brachte diese Prüfung?
15. Welche Zusammenarbeit besteht diesbezüglich mit den Bundesländern?
16. Welche Rolle spielen Tourismus-, Mobilitäts- und Infrastrukturressorts bei der Erhaltung historischer Verkehrswege?
17. Gibt es ressortübergreifende Arbeitsgruppen oder Koordinierungsstellen zum Thema historische Wege?
a. Wenn ja, welche?
18. Welche budgetären Mittel sind in den Jahren 2026 und 2027 für Maßnahmen im Zusammenhang mit historischen Verkehrswegen vorgesehen?
19. Welche Rolle sieht Ihr Ressort künftig im Bereich Erhaltung, Dokumentation und Sichtbarmachung historischer Verkehrswege in Österreich?
[1] https://www.alpenverein.at/portal_wAssets/docs/service/bergauf/pdf_downloads/
Bergauf_2025/bergauf_04.25.pdf , S. 52-54 (aufgerufen am 16.06.2026)