6761/J XXVIII. GP

Eingelangt am 05.08.2026
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ANFRAGE

 

der Abgeordneten Markus Leinfellner, Mag. Gerhard Kaniak

an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumenten-schutz

betreffend Kosten von Substitutionstherapien in Österreich

 

 

Seit dem Jahr 1987 gibt es in Österreich eine Substitutionstherapie für Opiat-abhängige.[1] Zu Beginn wurde dafür das Medikament Methadon verabreicht. Bei einer Methadonunverträglichkeit zeigt die derzeitige Praxis in Österreich allerdings, dass sogenannte retardierte Morphine, wie zum Beispiel das Medikament Substitol, Verwendung finden. Das Problem, im Vergleich zum flüssigen Methadon, ist bei retardierten Morphinen das hohe Missbrauchspotenzial. Durch Zerkleinern, Kauen oder Auflösen der Tabletten/Kapseln wird die verzögerte Freisetzung („Retardierung“) aufgehoben. Dies führt zu einer unkontrollierten, schnellen Freisetzung des gesamten Wirkstoffs, um einen schnellen Rauschzustand zu erzielen, was mit hoher Abhängigkeit verbunden ist. Methadon gilt in der Regel als kostengünstiger in der Substitutionstherapie im Vergleich zu retardierten Morphinen.

 

In Österreich werden die Kosten für die Behandlung opiatabhängiger Personen im Rahmen der Substitutionstherapie primär durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In Notsituationen ohne Krankenversicherung kann über die Sozialhilfe eine Kostenübernahme für dringend notwendige medizinische Behandlungen beantragt werden.

 

 

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an die Bundes-ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachstehende

 

Anfrage

 

1.    Wie viele österreichische Staatsbürger nahmen in den letzten 10 Jahren in Österreich eine Substitutionstherapie in Anspruch? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren, Bundesland, Geschlecht, Alter)

a.    Wie hoch sind die Kosten dafür?

b.    Wie lange dauert die Therapie durchschnittlich?

c.    Welche Medikamente kamen zum Einsatz? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren und Medikament)

2.    Wie viele EU-Staatsbürger nahmen in den letzten 10 Jahren in Österreich eine Substitutionstherapie in Anspruch? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren, Bundesland, Geschlecht, Alter und Nationalität)

a.    Wie hoch sind die Kosten dafür?

b.    Wie lange dauert die Therapie durchschnittlich?

c.    Welche Medikamente kamen zum Einsatz? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren und Medikament)

3.    Wie viele Drittstaatsangehörige nahmen in den letzten 10 Jahren in Österreich eine Substitutionstherapie in Anspruch? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren, Bundesland, Geschlecht, Alter und Nationalität)

a.    Wie hoch sind die Kosten dafür?

b.    Wie lange dauert die Therapie durchschnittlich?

c.    Welche Medikamente kamen zum Einsatz? (Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren und Medikament)



[1]    https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Gesundheit/Drogen-und-Sucht/Suchtmittel-NPS-Drogenausgangsstoffe/Leitlinie-%E2%80%93-Qualit%C3%A4tsstandards-f%C3%BCr-die-Opioid-Substitutionstherapie.html (aufgerufen am 04.07.2026)