6807/J XXVIII. GP

Eingelangt am 21.08.2026
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Anfrage

 

der Abgeordneten Agnes-Sirkka Prammer, Freundinnen und Freunde

an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur

betreffend Stand der Umsetzung der österreichischen Drohnenschutzstrategie und Lagebild

BEGRÜNDUNG

 

Die Bedrohung durch unbemannte Luftfahrzeuge (Drohnen) nimmt in Europa kontinuierlich zu. Erst vor wenigen Tagen wurde der Betrieb des Flughafens Leipzig/Halle massiv beeinträchtigt, nachdem eine mit Sprengstoff bestückte Drohne im Sicherheitsbereich entdeckt wurde. Die deutschen Behörden sprechen von einem möglichen hybriden Angriff auf kritische Infrastruktur.[1]

Bereits im Herbst 2025 beschloss der Nationalrat auf Initiative der Grünen einstimmig eine Entschließung zur raschen Ausarbeitung einer nationalen Drohnenschutz-strategie.[2]

Mit parlamentarischer Anfrage vom Februar 2026 wurde der Bundesminister für Inneres unter anderem nach unangemeldeten Drohnenflügen sowie nach dem Stand der Strategie befragt. In seiner Anfragebeantwortung vom April 2026 konnte der Innenminister jedoch weder Angaben zur Anzahl unangemeldeter Drohnenflüge noch zu Überflügen kritischer Infrastruktur machen und verwies hinsichtlich dieser Fragestellungen auf fehlende Zuständigkeiten.[3]

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse und der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur im Bereich der zivilen Luftfahrt erscheint daher eine Befassung dieses Ressorts geboten.

 

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende

ANFRAGE

 

1)    Wie ist der aktuelle Stand der Erarbeitung der nationalen Drohnenschutzstrategie?

2)    Wann wird die nationale Drohnenschutzstrategie veröffentlicht?

3)    Welche Rolle kommt Ihrem Ressort bei der Erarbeitung und Umsetzung der nationalen Drohnenschutzstrategie zu?

4)    Wie viele unangemeldete bzw. unbefugte Drohnenflüge wurden Ihrem Ressort

i)     im Jahr 2024,

ii)    im Jahr 2025 und

iii)   bisher im Jahr 2026
bekannt?

5)    Wie viele dieser unangemeldeten bzw. unbefugten Drohnenflüge betrafen jeweils

i)     kritische Infrastruktur,

ii)    Flughäfen,

iii)   Bahnanlagen,

iv)   Energieinfrastruktur oder

v)    sonstige besonders schutzwürdige Einrichtungen?

6)    Welche Stellen erfassen diese Vorfälle?

7)    Erfolgt eine zentrale statistische Erfassung unangemeldeter Drohnenflüge? Wenn ja, durch wen?

i)     Falls nein, weshalb nicht?

8)    Welche Maßnahmen hat Ihr Ressort seit dem Ministerratsbeschluss vom 31. Oktober 2025 zur Entwicklung einer Drohnenabwehrstrategie gesetzt?

9)    Welche Maßnahmen wurden gesetzt, um Betreiber kritischer Infrastruktur besser vor Drohnenbedrohungen zu schützen?

10) Welche konkreten Maßnahmen, Evaluierungen und Handlungen hat Ihr Ressort nach dem Bekanntwerden des Vorfalls in Leipzig/Halle unternommen, um sicherzustellen, dass auf solche Vorfälle auch von Österreich entsprechend reagiert werden bzw. Ihnen vorgebeugt werden kann?

11) Informiert das Bundesministerium andere Bundesministerien wie das Bundesministerium für Inneres oder das Bundesministerium für Landesverteidigung über unangemeldete oder unerlaubte Drohnenüberflüge?

i)     Falls ja, geschieht dies für jeden Einzelfall oder in regelmäßigen Abständen?

ii)    Falls nein, warum nicht?



[1] https://www.tagesschau.de/investigativ/drohnenfund-leipzig-100.html

[2] https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/E/53?selectedStage=100

[3] https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVIII/AB/4417/imfname_1753082.pdf