Eingelangt am 04.09.2026
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ANFRAGE
des Abgeordneten Christoph Steiner
an den Bundesminister
für Wirtschaft, Energie und Tourismus
betreffend Fachkräftemangel
durch Abwerbung qualifizierter Arbeitnehmer aus der Privatwirtschaft in den
öffentlichen Bereich
Der anhaltende
Fachkräftemangel stellt österreichische Unternehmen, insbesondere
kleine und mittlere Betriebe, zunehmend vor existenzielle Herausforderungen.
Zahlreiche Unternehmer berichten, dass erhebliche Investitionen in die
Ausbildung und Einschulung neuer Mitarbeiter oftmals innerhalb kürzester
Zeit verloren gehen, weil qualifizierte Arbeitnehmer unmittelbar nach ihrer
Ausbildung oder Einschulungs-phase in den öffentlichen Bereich wechseln.
Insbesondere Gemeinden,
öffentliche Unternehmen, Landesgesellschaften sowie staatsnahe Betriebe
treten aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten zunehmend als Konkurrenz
zur Privatwirtschaft auf. Dabei werden Arbeitnehmer häufig mit deutlich
höheren Nettogehältern, zusätzlichen Sozialleistungen, bezahlten
Aus- und Weiterbildungen sowie attraktiven Arbeitszeitmodellen angeworben.
Während private
Unternehmen die Kosten für Einschulung, Ausbildung und Einarbeitung
tragen, profitieren öffentliche Arbeitgeber vielfach von bereits fertig
ausgebildeten Fachkräften. Dies führt nicht nur zu erheblichen
wirtschaftlichen Belastungen für Unternehmen, sondern verschärft auch
den Fachkräftemangel in der Privatwirtschaft.
In diesem Zusammenhang richtet der unterfertigte
Abgeordnete an den Bundes-minister für Wirtschaft, Energie und Tourismus nachstehende
Anfrage
- Ist
Ihrem Ressort bekannt, in welchem Ausmaß Arbeitnehmer aus der
Privatwirtschaft in den öffentlichen Bereich wechseln?
- Liegen
Ihrem Ressort statistische Daten über den Wechsel von Arbeitnehmern
aus privaten Unternehmen zu Gemeinden, Ländern, Bundesdienststellen,
staatsnahen Unternehmen oder sonstigen öffentlichen Arbeitgebern vor?
- Wie
viele Arbeitnehmer wechselten in den Jahren 2019 bis 2025 aus der
Privatwirtschaft in den öffentlichen Bereich?
- In
welchen Berufsgruppen wurden die meisten Wechsel aus der Privatwirtschaft
in den öffentlichen Bereich verzeichnet?
- Welche
Auswirkungen hat diese Entwicklung nach Einschätzung Ihres Ressorts
auf den Fachkräftemangel in der österreichischen
Privatwirtschaft?
- Liegen
Ihrem Ressort Untersuchungen oder Erhebungen vor, wonach die Lohnpolitik
öffentlicher Arbeitgeber zur Verschärfung des
Fachkräftemangels in privaten Unternehmen beiträgt?
- Welche
Maßnahmen setzt die Bundesregierung, um eine weitere Abwanderung
qualifizierter Arbeitnehmer aus der Privatwirtschaft in den
öffentlichen Bereich zu verhindern?
- Werden
im Rahmen der Budgetkonsolidierung auch Personalaufnahmen in
öffentlichen Unternehmen, Gemeinden, Landesgesellschaften oder staats-nahen
Betrieben hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt evaluiert?
- Ist
vorgesehen, bei öffentlichen Arbeitgebern verstärkt auf die
Ausbildung eigener Fachkräfte zu setzen, anstatt bereits ausgebildete
Arbeitnehmer aus der Privatwirtschaft abzuwerben?
- Welche
Maßnahmen setzt die Bundesregierung, um Ausbildungsbetriebe, die
erhebliche Mittel in die Qualifizierung neuer Mitarbeiter investieren,
besser zu unterstützen?
- Liegen
Ihrem Ressort Daten darüber vor, welche Kosten privaten Unternehmen
durchschnittlich durch die Einschulung und Ausbildung neuer
Fachkräfte entstehen?
- Welche
volkswirtschaftlichen Schäden entstehen nach Einschätzung Ihres
Ressorts dadurch, dass private Unternehmen Fachkräfte ausbilden,
diese jedoch kurz darauf in den öffentlichen Bereich wechseln?
- Welche
Maßnahmen setzt die Bundesregierung, um die
Wettbewerbsfähigkeit der Privatwirtschaft gegenüber
öffentlichen Arbeitgebern am Arbeitsmarkt zu stärken?
- Ist
vorgesehen, die Personalpolitik öffentlicher Arbeitgeber künftig
stärker mit den Bedürfnissen der österreichischen
Wirtschaft abzustimmen?
- Welche
Auswirkungen erwartet Ihr Ressort auf die Wettbewerbsfähigkeit der
österreichischen Wirtschaft, wenn sich der Trend zur Abwanderung
qualifizierter Fachkräfte in den öffentlichen Bereich fortsetzt?
- Wie
viele offene Stellen wurden in den Jahren 2020 bis 2025 bei Bundesdienst-stellen,
ausgegliederten Rechtsträgern des Bundes, staatsnahen Unternehmen
sowie Unternehmen mit Bundesbeteiligung ausgeschrieben, bei denen
ausdrücklich Personen mit Berufserfahrung aus der Privatwirtschaft
angesprochen oder bevorzugt wurden? (Bitte um Aufschlüsselung nach
Dienststelle bzw. Unternehmen)