S te n og rap h i sch e s P r otokol l
Pi l n a c e k - Un te r su c h u n g sa ussc h u ss
Untersuchungsausschuss betreffend Klärung politischer Einflussnahme auf Ermittlungen in der Causa Pilnacek
3. Sitzung | medienöffentlich
15. Januar 2026
XXVIII. Gesetzgebungsperiode Lokal 1 | Erwin Schrödinger
Abteilung 1.4/2.4
Stenographische Protokolle
Befragung der Auskunftsperson Andreas Fechter
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Herr Fechter, ich darf mich jetzt gleich an Sie wenden. Ich begrüße Sie auch sehr herzlich. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind.
Erste Frage: Sie haben Personaldaten hinterlassen. Ich gehe – für das Protokoll –
von deren Richtigkeit aus. (Die Auskunftsperson bestätigt die Richtigkeit der Daten.)
Sie sind heute ohne Vertrauensperson da. Ich darf Sie noch einmal, wie der Herr Präsident schon, darauf aufmerksam machen, dass wir alle hier auch dazu da sind, darauf zu achten, dass Ihre Persönlichkeitsrechte und sonstigen Rechte gewahrt werden. Ich werde Ihnen jetzt eine Belehrung vorlesen, die sehr förmlich ist. Wenn Sie dazu irgendwelche Fragen hätten, bitte wenden Sie sich gerne an den Herrn Verfahrensanwalt oder an uns.
Herr Fechter, Sie werden vor dem Untersuchungsausschuss betreffend Klärung politischer Einflussnahme auf Ermittlungen in der Causa Pilnacek als Auskunftsperson angehört. Sie haben mit der Ladung eine schriftliche Belehrung über Ihre Rechte und Pflichten als Auskunftsperson erhalten, und ich weise Sie auf diese schriftliche Belehrung hin. Sie sind verpflichtet, die an Sie gerichteten Fragen wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Eine vorsätzlich falsche Aussage vor dem Untersuchungsausschuss kann gemäß § 288 Abs. 3 Strafgesetzbuch wie eine falsche Beweisaussage vor Gericht mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.
Es besteht vor dem Untersuchungsausschuss kein generelles Recht zur Aussageverweigerung. Die Aussageverweigerungsgründe konnten Sie der mit der Ladung zugestellten schriftlichen Belehrung entnehmen. Die Gründe für eine Aussageverweigerung wären anzugeben und über Verlangen glaubhaft zu machen.
Auch weise ich Sie auf die bereits schriftlich mitgeteilte Geheimhaltungspflicht nach dem Informationsordnungsgesetz hinsichtlich klassifizierter Informationen hin. Dies gilt auch noch nach Beendigung der Befragung. Dem Untersuchungsausschuss vorgelegte Akten und Unterlagen dürfen nicht veröffentlicht werden. Heute vorgelegte Unterlagen dürfen von Ihnen nicht an sich genommen werden und Sie dürfen davon keine Kopien, Notizen oder Auszüge herstellen.
Sie sind berechtigt, Beweisstücke vorzulegen, die Zulässigkeit an Sie gerichteter Fragen zu bestreiten und den Ausschluss der Öffentlichkeit jederzeit zu beantragen.
Ich habe den Eindruck gehabt, Sie sind dem gefolgt, haben das alles verstanden (die Auskunftsperson nickt), und ich darf daher mit meiner Erstbefragung beginnen.
Erstbefragung
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Soweit ich den Akten und Unterlagen entnommen habe, ist das das erste Mal, dass Sie hier eine Darstellung der Geschehnisse, so wie Sie sie erlebt haben, geben (die Auskunftsperson nickt), und ich würde Sie bitten, vielleicht einfach einmal – es werden nachher sicherlich detaillierte Fragen von den Abgeordneten kommen – in einigen wenigen Sätzen einen groben Überblick darüber zu geben, wie Sie diesen Tag, diesen Morgen des 20. Oktober 2023, erlebt haben.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Grüß Gott von meiner Seite! Der Tag war so: Ich habe wie jeden Tag um 6 Uhr meinen Bagger gestartet. Meine Arbeitskollegen sind dann gekommen, haben meinen Bagger getankt, die sind dann wieder gefahren. Ich habe mit meiner Arbeit begonnen, und dann habe ich den Weg – den ersten Teil, der gestern die Begehung war, der ist noch original
so, wie er war –, herrichten müssen, damit meine Lastwägen hinkommen. Und da habe ich im Augenwinkel halt Herrn Pilnacek treiben gesehen. Zu dem Zeitpunkt haben wir aber noch nicht gewusst, wer es ist. Augenscheinlich von meiner Seite her war zu dem Zeitpunkt, dass er komplett weiß war, und für mich war klar, dass ich in das kalte Wasser nicht hineingehen kann und dass er - - meines Erachtens keine Hilfe mehr hätte kommen können.
Darum habe ich den Notruf abgesetzt, dann auch gleich an die Polizei, die sind dann mit zwei Damen von der Polizei gekommen. In dem Augenblick ist aber auch gerade mein Lastwagen zugefahren, und der zweite, die haben wir dann stehen gelassen und die haben sich derweil nicht bewegen dürfen. Die zwei Polizistinnen haben dann die Lastwägen wegfahren lassen, ich bin dort geblieben. Dann haben wir einen stillen Alarm bei der örtlichen Feuerwehr gemacht. Da habe ich dann den Kommandanten angerufen, er soll bitte mit einer Partie kommen und soll das, ja - - stillhalten, weil wir zu dem Zeitpunkt auch schon gewusst haben, wer es ist, weil Frau Wurm und Frau Polz gekommen sind, die sind der Polizei dann nachgefahren.
Dann ist die Feuerwehr gekommen, hat Herrn Pilnacek geborgen. Ich habe dann noch eine Rampe, wo der Steinwurf vorne war, gegraben, damit sie Herrn Pilnacek bergen können, und dann habe ich meinen Bagger abgestellt. Herr Pilnacek ist dann hinter dem Bagger hingelegt worden, hin zu einem Baum, auf der Trage von der Feuerwehr, und ist dann im Endeffekt mit einem Tuch abgedeckt worden. – So viel dazu. Ich bin dann noch länger dortgeblieben, bis die Polizei gesagt hat, ich darf gehen.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Sie haben gesagt, Sie haben ursprünglich nicht gewusst, dass es Herr Pilnacek ist. Hat Ihnen der Name Pilnacek eigentlich etwas gesagt? Haben Sie es dann gewusst?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Im weitesten Sinne dann nachher schon, ja. Ich habe Herrn Pilnacek selbst einmal bei einem Feuerwehrfest bei uns oben getroffen, aber nur ganz kurz, und wenn mir jemand gesagt hätte, dass das Herr Pilnacek ist, hätte ich gesagt: Ja, okay.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Also tatsächlich haben Sie wann und wie erstmals den Namen bewusst gehört?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Anna Polz ist dann gekommen und hat gesagt: Wer ist das, den ihr da gefunden habt? Was hat er an? – Und ich habe dann gesagt: Ja, einen Pulli und eine grüne Jacke, glaube ich, war es. – Und dann hat sie gesagt: Ja, das ist er. Und dann hat Anna zur Polizei gesagt: Das ist Herr Pilnacek.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: War das vor oder nach dem stillen Alarm, dass die beiden Damen gekommen sind?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die beiden Damen sind gleich der Polizei nachgefahren, das heißt, es war nach dem stillen - - also vor dem stillen Alarm, Entschuldigung.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich würde Ihnen gerne kurz zwei Dokumente vorlegen. Das eine Dokument ist das Dokument Nummer 435, und zwar die Seite 1 – ein Polizeibericht. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)
Herr Fechter, das ist jetzt nur zu Ihrer Information, um das nächste Dokument, das ich Ihnen vorlegen möchte, zu erklären. Es steht da: Herr Fechter
„erstattete“ am 20. Oktober „gegen 07:51 Uhr“ - - haben Sie die Polizei informiert, und dann steht einige Zeilen darunter – jetzt muss ich es selber suchen –, im zweiten Absatz: „Die Streife ‚Mautern 1‘, besetzt mit“ den beiden
Gruppeninspektoren „wurde umgehend zum Einsatzort entsandt und traf um
08:19 Uhr“ dort ein.
Das heißt, nach dieser Unterlage war es knapp 30 Minuten später, dass die Polizei eingetroffen ist, und zwar eben um 8.19 Uhr.
Jetzt darf ich als Nächstes einen Zeitungsartikel, ein öffentlich und allgemein zugängliches Dokument, vorlegen, und zwar einen Artikel der „Kleinen Zeitung“ vom 20. Oktober. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)
Wenn Sie sich diesen Artikel der „Kleinen Zeitung“ – wie gesagt, der ist öffentlich zugänglich – anschauen, da steht als Überschrift: „Ex-Spitzenbeamter Christian Pilnacek ist tot“, und auf der Seite links steht das Datum: „20. Oktober 2023, 8:18 Uhr“.
Das heißt, 1 Minute bevor die Polizei eingetroffen ist, hat es schon einen Zeitungsartikel gegeben, der sich übrigens auf das Nachrichtenmagazin „Profil“ beruft. Jetzt ist einfach meine Frage: Haben Sie irgendeine Wahrnehmung oder irgendeine Erklärung dafür, wie das schon in der Zeitung stehen konnte, bevor überhaupt die Polizei eingetroffen ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ehrlich gesagt, nein, weil der Einzige, den ich informiert habe, war mein Chef, Herr M. F.1, mein Gewässermeister, dass ich gleich die Arbeiten einstellen muss und dass er schauen soll, dass keiner mehr kommt, weil ich eine Wasserleiche gefunden habe, und sonst hat da keiner davon gewusst.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Vielen Dank. Ich würde meine Erstbefragung damit schon beenden. – Danke.
1 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit M. F. anonymisiert.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Danke schön, Frau Verfahrensrichterin.
Erste Fragerunde
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Die Redezeitvereinbarung der Fraktionen ist Ihnen bekannt. Im Sinne der Redeordnung erteile ich jetzt Herrn Abgeordneten Hafenecker das Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Danke, Herr Vorsitzender.
Herr Fechter, danke, dass Sie heute zu uns gekommen sind. Ich kann mir vorstellen, dass das jetzt keine leichte Aufgabe ist, aber ich bin wie gesagt dankbar, dass Sie im Gegensatz zu dem einen oder anderen Politiker schon in der Lage sind, auch Ihre Pflicht hier wahrzunehmen. Das ist wirklich großartig, danke dafür. (Abg. Hanger [ÖVP]: Herbert Kickl zum Beispiel!) – Der war da, mein Kollege Hanger. (Abg. Hanger [ÖVP]: Das zweite Mal nicht!)
Was ich Sie gerne fragen würde: Sie haben vorhin gesagt, Sie haben in der Früh Ihre Arbeit aufgenommen, und Sie fangen immer um 6 Uhr an. Grundsätzlich an dieser Stelle: Haben Sie da den ersten Tag gearbeitet, oder war das dort schon eine längere Baustelle?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ganz im Kopf habe ich es jetzt nicht, aber es ist eine längere Baustelle gewesen, und das waren zwei, drei Tage, die ich schon dort war, weil wir ja vorne die Steinschlichtung gemacht haben, ganz vorn beim Auslauf.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Und wie muss man sich das vorstellen? Habt ihr da so eine Baustelleneinrichtung, mit, ich weiß nicht, einem Baucontainer, oder?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, gar nichts. Ich habe von der Firma ein Firmenauto gehabt und meinen Bagger, und sonst war eigentlich nichts dort.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Mhm.
Und in der Früh ist die Partie zum Tanken gekommen, also die haben getankt. Wann war das circa?
Auskunftsperson Andreas Fechter: 6.30, so was. Da war halt im ganzen Seitenarm eigentlich noch eine Nebelschwade drinnen, das heißt, du hast das Wasser eigentlich noch gar nicht so richtig gesehen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja, das wäre eh die nächste Frage, also wie dort die Lichtverhältnisse waren so um die Zeit (Auskunftsperson Andreas Fechter: Sehr schlecht!), ich meine, die Sonne ist erst so nach 7 aufgegangen.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, waren eher schlecht. Und wie gesagt, die Sonne ist erst um 7 aufgegangen. Es war dann, auch wie die Sonne aufgegangen ist, noch immer so eine 1 Meter hohe Nebelwand über dem Wasser, so ein Dunst oder was das war. Und ja, mehr kann ich da nicht dazu sagen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Die Lastwägen: Sie haben gesagt, da sind zwei gekommen. (Auskunftsperson Fechter: Mhm!) Gehören die zur Via Donau dazu oder ist das ein - -
Auskunftsperson Andreas Fechter: Einer war der Via-Donau-Lastwagen vom Stützpunkt Krems, und der andere war von einer Fremdfirma, ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Wir würden Ihnen gerne ein Dokument vorlegen, und zwar das Dokument 1032. Da geht es um den Lageplan der Volksanwaltschaft. Als wir gestern unseren Lokalaugenschein
gemacht haben, wollten wir mit Ihnen ganz kurz die Positionen durchgehen, die da eingezeichnet sind. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)
Herr Fechter, haben Sie es im Querformat, oder ist das irgendwie auf den Kopf gestellt? Das kann man nämlich umdrehen, wenn man möchte.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich habe es im Querformat, danke.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay, passt. Ja, also das ist der Lageplan, der, ich glaube, von der Polizei damals gemacht worden ist. Von Ihrer Wahrnehmung her: Stimmt das, was da drauf ist, oder hätten Sie mit den Angaben - - Da geht es vor allem um den Fundort des Leichnams von Christian Pilnacek, also um den blauen Punkt, und dann Ihren Standort und den Ablagestandort des Leichnams. Kann das so sein, wie es da aufgezeichnet ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, kommt so circa hin, vielleicht um 1,
2 Meter, dass der Leichnam weiter stromauf gehören würde, aber kann man auf einer Luftaufnahme eher schwer sagen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Also stromaufwärts wäre ein bisschen mehr vis-à-vis vom roten Punkt?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, ein bisschen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Also nicht genau an der Beugung, sondern weiter vorn?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Es ist auch das ein anderer Wasserstand. Das heißt, die ganzen Sandbänke und alles sind da ein bisschen anders. Aber ich würde sagen, ein bisschen weiter vorne vielleicht, ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Sie haben vorhin gesagt, Sie haben Herrn Pilnacek dann aus dem Augenwinkel gesehen. Wo sind Sie da gestanden, wenn wir uns jetzt diese Karte anschauen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich bin eigentlich gerade am Weg nach vorn gefahren, weil wie vorhin gesagt: Meine Lastwagen haben zufahren müssen, und dort ist ja nur ein schottriger, sandiger Bereich, und wenn das nicht gerade ist, dann gräbt sich der Lastwagen meistens ein, und habe gerade den Weg vorgeschoben, und - -
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Entschuldigung, eine kurze Zwischenfrage: Ist das Richtung Donau gemeint nach vor, also Hauptstrom, oder?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, zur Straße vor wieder, also rein in den Seitenarm.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Rein in den Seitenarm. Also Sie sind vom Hauptstrom kommend hereingefahren?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Genau. Und da habe ich dann aus erhöhter Position im Augenwinkel etwas treiben gesehen, und mir war schnell klar, wie sich das auf die Seite gedreht hat, dass das halt eine Person ist.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Zu dem Zeitpunkt, als Sie Herrn Pilnacek – wo Sie dann später erst gewusst haben, wer das ist – treiben gesehen haben, wo waren die Lastwägen da?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Einer ist da, wenn Sie den roten Punkt haben, ist links ein kleiner Weg rein, der ist da drinnen gestanden, und der andere, der ist dann schon weiter vorne gestanden bei mir, vor dem Bagger. Den habe ich dann - - Der hat dann auch umgedreht und ist dann, ich glaube, auch vorn dabei gestanden, ein bisschen vor ihm.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Also beim Schranken links ist der Lastwagen wahrscheinlich gestanden, oder?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Genau.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Darum sind Lokalaugenscheine wichtig, weil man sich dann auskennt. Ja, das heißt also, auf diesem Uferweg sind die Lastwägen hin- und hergefahren. Von denen hat aber niemand Herrn Pilnacek treiben gesehen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Dann sehr wohl, wie sie hergefahren sind; aber die sind dann auch noch dageblieben und dann erst von der Polizei weggeschickt worden.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Sie haben vorhin gesagt, Sie haben dann Herrn Pilnacek im Wasser treiben gesehen. Jetzt einmal grundsätzlich: Ist das die erste Wasserleiche, die Sie im Zuge Ihrer Tätigkeit auffinden mussten?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, wir haben bei einem 10-Meter-Patent einmal auf der Donau treibend auch jemanden gesehen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Und Sie waren sich quasi sicher, dass da nichts mehr zu machen ist? Sie haben ja gesagt, das Wasser war kalt und generell die Bedingungen jetzt nicht so, dass man es da wahrscheinlich lang im Wasser aushält.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Also ich bin bei der Feuerwehr und kenne auch solche Sachen, und er war eigentlich komplett weiß. Ich habe mir dann wirklich genau angeschaut, wie weiß er ist, und er war extrem weiß, wie ein Blatt Papier eigentlich. Und da habe ich gesagt: Solang keiner da ist, gehe ich sowieso nicht rein, weil das ist auch mein Leben dann.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Und dann haben wir, wie gesagt, eh den stillen Alarm gemacht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Sind Sie dann auf der Vis-à-vis- Seite, wo Sie mit dem Bagger waren, näher hin zum Fundort, oder haben Sie das alles von dort aus gemacht, wo der weiße Punkt eingezeichnet ist – Entschuldigung, der gelbe?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich bin ja schon weiter vorne gewesen mit dem Bagger, da habe ich ihn ja schon - - Ich bin da auf der Höhe vom blauen Punkt circa gewesen schon (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Ah, okay!), und von der erhöhten Position habe ich ihn gesehen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Weil da sieht man es eh, von da vorne wäre das wahrscheinlich nicht zum Sehen gewesen (Auskunftsperson Fechter: Nein!), weil das sind fast 100 Meter wahrscheinlich.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, es sind sogar mehr.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay, also Sie waren schon fast auf der Höhe vom blauen Punkt, und da haben Sie es dann gesehen. (Die Auskunftsperson nickt.) Ja, da kann man gut hinsehen. Und als Sie dort waren, haben Sie die Polizei angerufen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Richtig.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Wen haben Sie da kontaktiert?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Polizeidienststelle Mautern.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ist das über den Notruf gegangen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein. Ich habe mir die Nummer gegoogelt und habe dort gleich angerufen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Vielleicht noch eine Frage, weil Sie dann eh genauer hingesehen haben: In welcher Lage hat sich der Leichnam damals befunden, als Sie dann vis-à-vis vom blauen Punkt in etwa waren?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Rücken liegend.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Rücken liegend mit dem Gesicht nach oben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Haben Sie aus Ihrem Blickpunkt irgendwelche Anzeichen von Verletzungen, Blutungen oder sonstige Auffälligkeiten erkennen können?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, gar nichts. Ich habe dann auch gesehen, wie er bei mir vorbeigetragen worden ist, dass eigentlich nichts da war.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Keine Verletzungen? (Die Auskunftsperson schüttelt den Kopf.)
Auskunftsperson Andreas Fechter: Augenscheinlich halt nicht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Mhm, so weit man es halt sieht, ja. Sind Ihnen in der Umgebung des Leichnams irgendwelche Gegenstände aufgefallen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, gar nicht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Oder vielleicht auch in der Umgebung des roten Punktes, also wo jetzt die vermutete Einstiegsstelle ist, da bei dem Kanalrohr?
Auskunftsperson Andreas Fechter: So genau habe ich dort eigentlich dann gar nicht hingeschaut, weil ich mich dann eigentlich auf die Leiche konzentriert habe.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Jetzt nur noch mal zur Konkretisierung, Sie haben es eh schon gesagt: Als Sie die Leiche aufgefunden und dann die Polizei informiert haben, waren die Lastwagenfahrer da noch bei Ihnen oder waren die schon weg?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Als ich die Polizei informiert habe, waren die Lastwagenfahrer noch nicht da. Die sind kurz vor der Polizei gekommen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Das heißt, Sie waren alleine?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Gut. Und Sie haben dann in weiterer Folge auch die Feuerwehr alarmiert, haben Sie gesagt.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich habe meinen Nachbarn angerufen, der war bei der Gemeinde, und dessen Kollege ist der Feuerwehrkommandant von Rossatz, und der hat das dann in die Wege - - (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Der Herr B.2?) – Genau, der hat das in die Wege geleitet.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ich bin selbst bei der Feuerwehr, stiller Alarm ist ja jetzt im Grunde nichts Aufsehenerregendes. Wenn es nicht aktiv um eine Menschenrettung geht, wird in der Regel – in
2 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit B. anonymisiert.
Niederösterreich zumindest – ein stiller Alarm ausgelöst. Somit ist das –
zumindest aus meiner Sicht – eine normale Vorgehensweise.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ein stiller Alarm in der Hinsicht auch, weil die Polizei dann schon - - weil wir dann schon gewusst haben, wer es ist, weil Frau Polz dann auch gekommen ist, und die Polizei dann gesagt hat, dass wir so wenig wie möglich Aufsehen erregen, denn dann ist es natürlich eine Menschenrettung, und da geht dann die Sirene los und es kommt so ziemlich jeder.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Weil Sie Frau Polz erwähnt haben: Wann haben Sie denn Frau Polz dort getroffen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Polizei ist hingefahren, hat dann meine Lastwägen weggeschickt, und in dem Zuge ist Frau Polz hingekommen, mit Frau Wurm.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Das heißt, das muss rund ums Eintreffen der Polizeistreife, so wie es im Protokoll steht, gewesen sein?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Kurz nachher, ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Was hat Frau Polz denn zu Ihnen gesagt diesbezüglich?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wer das da draußen ist und, wie gesagt, was er anhat, weil sie Herrn Pilnacek auch schon die Nacht gesucht haben.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Hat sie näher definiert, wie lang sie ihn gesucht hat oder wann sie ihn und wo gesucht haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: An das kann ich mich jetzt ehrlich gesagt nicht mehr erinnern.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ich frage nur nach, weil Sie gesagt haben: „die Nacht“. Das kommt übrigens auch aus einer anderen Informationsquelle. Jetzt versuchen wir nur, irgendwie festzulegen, wie man die Nacht beschreiben kann – so im zeitlichen Ablauf. Haben Sie da keine - -?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, nein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Wir legen Ihnen das Dokument 366 vor, und ich würde Sie bitten, dass Sie diesbezüglich die Seite 1 anschauen. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)
Da geht es um die Aussage von Herrn Hick, der da eben im Zuge einer Befragung, die jetzt erst durch die Staatsanwaltschaft Eisenstadt stattgefunden hat, auch sagt, „wie der Kollege“ dazu „kam, dass es sich um“ Christian Pilnacek
„handeln könnte, gibt er an, dass H. P.3 im Einsatzfahrzeug“ – das ist der Bruder von Anna Polz – „am Weg zum Einsatzort erzählt habe, dass Anna Polz ihm erzählt habe (telefonisch) dass“ Christian Pilnacek „seit Mitternacht fort gewesen sei (und dass Anna P ihn nach der Verkehrskontrolle/Führerscheinabnahme [...] abgeholt habe [...])“, und „‚Sie‘ hätten ihn schon gesucht. Mit ‚sie‘“ meinte sie
„jedenfalls Anna Polz und deren Vater. Befragt um welche Uhrzeit [...] sich“ das
„ereignet haben soll, gibt er an das nicht zu wissen.“
Das heißt, wenn Sie schon um 6 Uhr dort waren: Haben Sie im Umfeld Ihrer Arbeitsstelle dort irgendwelche anderen Personen gesehen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, überhaupt nicht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Außer die, die zu Ihnen dazugehört haben – Lastwagenfahrer, die aufgetankt haben.
3 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit H. P. anonymisiert.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, nur meine Kollegen und sonst keinen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ich habe dazu noch eine Frage: Wo hat denn eigentlich das Betanken des Baggers stattgefunden – wenn wir uns die Karte anschauen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ganz vorne beim Bagger, wo er am Anfang gestanden ist – auf der Karte.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Also dort, wo der gelbe Punkt ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Genau.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay, das heißt also, das Tankfahrzeug ist die ganze Strecke vorgefahren, und vorne ist getankt worden?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das war eine Pritsche mit einem 300-Liter- Tank, und dort ist dann getankt worden.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Herr B. hat ja von dem Gespräch im Auto, wonach Herr Pilnacek gesucht worden ist, auch etwas mitbekommen, und er sagt, um 5.35 Uhr soll das stattgefunden haben, auch das Absuchen des Fahrradweges, glaube ich – wenn man es richtig hat. Also dazu haben Sie überhaupt keine Wahrnehmungen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt: Ich habe dort draußen keinen gesehen, wo ich war. Das ist halt abseits vom Radweg, und da kommt normalerweise um die Zeit (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Keiner vorbei!) nicht wirklich wer hin.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Gut, dann gehen wir ein bisschen weiter. Dann sind also die Einsatzkräfte eingetroffen. Welche Wahrnehmungen haben Sie dazu? Sind Sie von den Einsatzkräften auch mit
irgendwelchen Aufgaben betraut worden oder gebeten worden, irgendwo zu unterstützen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, wie gesagt: die Unterstützung beim stillen Alarm, aber sonst eigentlich am Anfang nicht, und nachher dann nur dazu, eine Rampe raufzugraben, dass sie Herrn Pilnacek bergen können.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Sie haben gesagt, Sie haben schon ein anderes Mal wo einen Leichnam entdeckt. Sind Sie da durch die Sicherheitskräfte vor Ort ähnlich eingebunden worden?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich war da eigentlich nur der Schiffsführer; das war ein 10-Meter-Patent mit, glaube ich, acht Leuten an Bord, und da ist dann die Schifffahrtsaufsicht gekommen und hat das übernommen.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: 5 Sekunden.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Danke, dann gebe ich weiter.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hanger.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke, Herr Vorsitzender.
Herr Fechter, auch von meiner Seite ein Dankeschön für Ihre Bereitschaft beziehungsweise dafür, dass Sie Ihrer Bürgerpflicht nachkommen.
Ich möchte einleitend auch noch ausdrücklich festhalten – wir haben uns erlaubt, über die „NÖN“ eine kleine Medienrecherche zu machen –: Wir haben in Österreich etwas, und das sind unser Vereinsleben und unsere ehrenamtliche Tätigkeit. Sie sind ganz stark auch Teil dieser Strukturen: Sie waren auch als Fußballer tätig – das freut mich natürlich als ehemaliger Kapitän des FC Nationalrat sehr –, Sie sind auch Verwalter in einem Kommando einer freiwilligen Feuerwehr. Das ist mir einleitend wirklich wichtig zu betonen; ein
herzliches Dankeschön dafür. Dieses Mediendossier: Da gibt es sogar einen Bericht über Ihre Hochzeit, da gibt es sogar einen Bericht darüber, dass Sie verletzungsbedingt, glaube ich, dann Ihre Spielerkarriere haben beenden müssen, und es zeigt auch Ihr sehr starkes Engagement. Zur Erinnerung – hoffentlich positiver Natur – möchte ich Ihnen das einleitend geben.
Kommen wir aber jetzt auch zur Befragung: Wie Sie vielleicht auch aus den Medienberichten wahrgenommen haben, ist es so, dass wir hier in allererster Linie eine politische Einflussnahme auf Ermittlungshandlungen untersuchen. Deshalb einleitend meine erste Frage: Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, dass es auf Ihre Handlungen, die Sie im Zuge dieses Todesfalls Christian Pilnacek gesetzt haben, zu irgendwelchen politischen Einflussnahmen gekommen ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von meiner Seite her nicht, nein.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke sehr – das möchte ich ausdrücklich so auch für das Protokoll festgehalten wissen.
Ich komme dann auch zur inhaltlichen Thematik, werde aber jetzt die Anregung des Herrn Vorsitzenden aufgreifen und Redundanzen, so gut es geht, vermeiden, weil Kollege Hafenecker eh schon sehr viele Detailfragen gestellt hat. Ich komme dann auch sehr schnell auf einen Punkt: Haben Sie an der Örtlichkeit irgendwelche Wahrnehmungen gemacht, die auf eine Fremdeinwirkung hindeuten könnten – Sie wissen, das ist ja die zentrale Diskussion, die wir da auch führen –: fremde Gegenstände, was auch immer?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, habe ich nicht.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Keinerlei Wahrnehmungen dazu.
Ich möchte Ihnen das Dokument mit der ON 2 Dokumentennummer 0000051 vorlegen – bitte das Dokument entsprechend aufzurufen –, Seite 291. (Der
Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) Der wesentliche Inhalt – wenn ich das zusammenfassen darf –: Die Einsatzleiterin in der Erstphase, Frau Sorger, gibt an, sie wurde während einer Schulung von Bezirkskommandanten Oberst Pichler zum Fundort beordert. Am Weg zum Fundort wurde sie von einem Mitarbeiter der Via Donau aufgehalten. Sorger war in Zivilkleidung und wurde erst nach dem Ausweisen durchgelassen. – Habt ihr es?
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Seite 291.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ja, Seite 291.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Das ist bei uns das Ende der Vernehmung, mit einer Frage zum Tatortleitfaden.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also wenn wir in die Suchmaske 291 eingeben, kommen wir auf 295. (Abg. Tomaselli [Grüne]: Wir haben das gleiche Problem!) Also wir brauchen die Seite 291.
Aber ich kann auch gerne den Sachverhalt zusammenfassen, den ich fragen will, Herr Vorsitzender. Oder warten wir noch?
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Bitte, vielleicht einmal wörtliche. Wenn wir Sie es zitieren, kann ich natürlich bei der Redezeit - -
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Wir haben eine hervorragende Technik im Parlament, aber wie immer oder manchmal - -
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Da ist jetzt 291, jetzt ist sie aufgetaucht.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Konkret geht es um die Einsatzleiterin in der ersten Phase, Frau Sorger. Sie erklärte zunächst, dass sie sich auf einer Schulung befand und deshalb in Zivilkleidung war. „Bei meinem Eintreffen kam mir der Mitarbeiter der Via Donau entgegen und wollte den
Zugang verhindern. Ich wies mich als Polizistin aus und ging weiter.“ – Haben Sie zu diesem Sachverhalt Wahrnehmungen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, das war ich.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ah, das waren Sie persönlich (Auskunftsperson Fechter: Mhm!), okay. Sie wissen, es wird immer wieder auch das Thema der Absperrung diskutiert. Haben Sie Wahrnehmungen dazu, dass der Fundort nicht ordnungsgemäß abgesperrt worden ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von meiner Seite her ist es dort unten, glaube ich, schwer, abzusperren. Das Polizeiauto ist mitten am Weg gestanden zur Absperrung. Sonst hätte man wahrscheinlich vom Wasser und von überall zum Fundort hin gekonnt, ja, aber es war da unten ehrlich gesagt außer der Polizei, uns und der Feuerwehr nichts los.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Haben Sie noch andere Personen wahrgenommen? Ich wiederhole hier jetzt eine Frage, die schon gestellt worden ist.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt: außer ich, die Polizei und die Feuerwehr nein.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich möchte Ihnen die ON 3, Dokumentennummer 695 am Schluss vorlegen, mehrfach die Null vorangestellt. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) Sie kennen wahrscheinlich auch diese Debatte darüber, dass es ja Vorhalte gibt, dass eine Obduktion hätte verhindert werden sollen. Konkret hat Frau Karin Wurm festgehalten: „Der Tatort wurde nicht abgesperrt und es wurden auch keine Spuren gesichert.“ – Ich wiederhole: „Der Tatort wurde nicht abgesperrt und es wurden auch keine Spuren gesichert“, sagt Frau Karin Wurm. „Die hinzugezogene Amtsärztin Dr. [...] Wagner teilte vor Ort mit, dass sie eine Obduktion für angebracht halte. Die
Kriminalbeamten wollten jedoch die Freigabe der Leiche erzwingen – ein Beamter quittierte dies sogar mit Blick auf die [...] Amtsärztin [...]: ‚Das kostet mich meinen Job!‘“
Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, dass eine Spurensicherung unterblieb?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Spurensicherung ist meines Wissens von Weißenkirchen gekommen, glaube ich. Also die war sehr wohl da, die ist eingetroffen – was ich so von der Polizistin mitgekriegt habe –, kurz bevor ich gegangen bin; da ist die Spurensicherung dagewesen.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, dass eine Obduktion hätte verhindert werden sollen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wo ich dabei gewesen bin, nein.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Haben Sie irgendwie ein unschlüssiges Verhalten der Kriminalbeamten vor Ort wahrgenommen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Auch nicht wirklich.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Vielleicht noch einmal zusammengefasst: Wie lange waren Sie insgesamt am Fundort, und wann haben Sie die Örtlichkeit verlassen – damit man das zeitlich noch einmal in etwa einordnet ?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Puh, zwischen 10 und 12 Uhr bin ich wahrscheinlich dann weggefahren, so genau kann ich es nicht mehr sagen. Ich bin dann nach Krems in die Firma gefahren, und meine Arbeitskollegen haben gerade gegessen, aber wann die gegessen haben, kann ich nicht mehr sagen.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Gut, dann darf ich zusammenfassend festhalten, dass Sie sehr klar festhalten, dass Sie keinerlei
Wahrnehmungen dazu hatten, dass es irgendwie zu einem Fremdverschulden gekommen wäre. Sie haben auch festgehalten, dass natürlich Spuren gesichert worden sind, entgegen anderer Behauptungen.
Ich darf somit auch meine Befragung schon wieder schließen. – Danke.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste in der Befragung: Frau Abgeordnete Duzdar, bitte.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Vielen Dank.
Auch ein Dankeschön von meiner Seite, dass Sie, Herr Fechter, sich heute die Zeit genommen haben, um uns hier im Untersuchungsausschuss zur Verfügung zu stehen.
Ich darf vielleicht auch noch ein paar ergänzende Fragen stellen: Sie haben heute ausgesagt, dass Sie in Ihrer näheren Umgebung keine Wahrnehmungen zu anderen Personen hatten, bis auf die zwei Lkws, die Sie genannt haben. Da möchte ich jetzt vielleicht nochmals nachfragen: Haben Sie auf dem Weg zu Ihrer Arbeitsstätte – als Sie dort hingefahren sind – Wahrnehmungen zu anderen Personen, zu anderen Fahrzeugen gemacht? Ist Ihnen hier irgendetwas in Erinnerung geblieben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, es war finster, und es war eigentlich nichts Auffälliges.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Sie haben heute auch angesprochen, dass Sie, als Sie erstmals die Person oder den Leichnam im Wasser treibend gesehen haben, ihn auf dem Rücken liegend gesehen haben. Habe ich das so richtig verstanden? (Die Auskunftsperson nickt.) Weiters haben Sie aber auch gesagt, der Treibende hat sich „auf die Seite gedreht“, nachdem Sie ihn aus dem Augenwinkel gesehen hatten. Können Sie nochmals aufklären, in welcher Lage sich die Person oder der Leichnam befunden hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Er ist sehr wohl am Rücken getrieben, die ganze Zeit, nur ist dort bei Niederwasser ein bisschen ein Strömungsverhältnis, und da dreht sich die Leiche im Kreis; das ist wie bei einem Kreisel. Er ist am Rücken geblieben, aber er hat sich einfach nur im Kreis gedreht.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Jetzt haben Sie auch erwähnt, dass Anna Polz, die dann dazugekommen ist, Sie direkt befragt habe, welche Kleidung die Person trägt. Jetzt ist meine Nachfrage: Hat Frau Polz nicht selber Wahrnehmungen gemacht? Zu diesem Zeitpunkt, als Frau Polz Sie befragt hat: Wo befand sich der Leichnam?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von der Stelle, wo die Polizei und ich gestanden sind, hat man den Leichnam gerade nicht gesehen. Da sind auch Frau Polz und Frau Wurm hergekommen und haben dort gefragt.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Das heißt, Frau Wurm und Frau Polz hatten aus Ihrer Sicht keine eigenen Wahrnehmungen vom Leichnam?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von der Stelle, wo wir gestanden sind, glaube ich nicht, dass sie ihn gesehen hätte oder hat, denn sonst hätte sie das nicht gefragt.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Und wann haben beide Personen den Leichnam erstmals gesehen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich bin dann noch einmal hingegangen, als sie mich gefragt hat, was er anhat, und dann habe ich gesagt: Das hat er an.
Dann ist sie, glaube ich, selber schauen gegangen, aber das ist jetzt ein wenig schwammig in der Erinnerung.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Hatten Sie sonst noch andere Wahrnehmungen zu den Gesprächen, Handlungen und vor allem Reaktionen von Frau Polz und Frau Wurm?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, die zwei Damen waren natürlich traurig, haben alle zwei geweint. Dann habe ich nicht mehr viel mitgekriegt, weil ich dann ein bisschen abwärts gestanden bin.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Herr Fechter, als dann die Feuerwehr – oder der Feuerwehrmann – eingetroffen ist: Welche Wahrnehmungen hatten Sie da zu dem Verhalten, zu Gesprächen? Welche Gespräche hat es mit Ihnen gegeben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Mit mir hat es eigentlich nur gegeben, wie man am besten runterkommt. Runtergegangen sind sie über das steile Gelände, zu zweit. Dann sind die rübergegangen und haben den Leichnam geborgen, und dann hat mich der Kommandant gefragt, ob ich nicht eine Rampe bauen kann, dass sie den Leichnam rauftransportieren können, weil es sonst nicht wirklich möglich ist.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Wer hat die Entscheidung getroffen, dass Sie die Erde aufschütten sollen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das war natürlich ganz vorne bei der Steinlegung, die ich gemacht habe. Das müssen Sie sich vorstellen: Die Steinlegung, die jetzt ist, war da noch nicht so groß, die war vielleicht von draußen rein 10 Meter. Da war ja die Erde schon umgegraben, und da hat der Kommandant gesagt, ich soll bitte schauen, ob man da nicht eine Rampe machen kann.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Und dann haben Sie das quasi gemacht?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Natürlich.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Haben Sie nach der Bergung des Leichnams besondere Wahrnehmungen gehabt, auch zum Gesicht und zum Körper des Leichnams?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, ich habe es mir natürlich schon kurz einmal angeschaut. Es waren eigentlich keine Merkmale, dass irgendeine Verletzung gewesen wäre. Für mich war er weiß und hat so ausgeschaut, als ob er schlafen würde, sage ich einmal.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Welche Wahrnehmungen haben Sie zu möglichen Fußspuren, Zigarettenschachteln, Zigarettenstummeln? Haben Sie dazu Wahrnehmungen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie vorhin schon erwähnt: Ich bin dort, wo das gelegen ist – angeblich –, nicht dort gewesen. Ich habe mir das nicht angeschaut.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Als dann die Ärztin, Frau Wagner, eingetroffen ist: Welche Wahrnehmungen haben Sie zu dem Eintreffen oder seit dem Eintreffen gehabt, auch im Hinblick auf Durchsuchung der Kleidung des Leichnams? Durch wen ist das erfolgt?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Durchsuchung der Kleidung ist durch Herrn Hick eben erfolgt – als Polizeibeamter. Und Frau Wagner - - Da war ich dann eigentlich nicht mehr in der unmittelbaren Umgebung.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Haben Sie Wahrnehmungen zur Totenbeschau vor Ort?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, da war ich eigentlich schon ein bisschen weiter weg, weil: Das muss man dann nicht mehr sehen, sage ich einmal so.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Haben Sie in irgendeiner Form wahrgenommen, dass es Gespräche gegeben hat – und in welcher Form – zwischen der Ärztin und der Polizistin?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, da war ich dann schon weiter weg. Ich bin dann auch bei einem Feuerwehrkameraden gestanden, wenn ich mich noch recht erinnere, und habe mit dem dann kurz geredet.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Bei welchem?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich glaube, beim W. S.4, weil ich den persönlich ziemlich gut kenne. Und es war eigentlich ein belangloses Gespräch, was ich mich erinnern kann.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Wie viele Personen haben sich dann schon dort vorgefunden oder aufgehalten?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das kann ich eigentlich so nicht sagen, weil ich es ehrlich gesagt nicht gezählt habe.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Ja, ja, aber war das jetzt eine größere Gruppe oder waren das noch - -
Auskunftsperson Andreas Fechter: Na ja, es war ein ganzes Einsatzfahrzeug von der Feuerwehr plus die Polizei plus Frau Polz, Frau Wurm plus mich plus die Spurensicherung, glaube ich, von Weißenkirchen.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Können Sie darlegen, in welcher Form die Spurensicherung erfolgt ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Beamten haben Fotos gemacht und mehr hat mich dann ehrlich gesagt nicht interessiert. Und ich wollte dann auch nicht wirklich was sehen, auf Deutsch gesagt, weil man mit der Situation am Anfang eh leicht überfordert ist.
4 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit W. S. anonymisiert.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Wann haben Sie den Fundort verlassen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, irgendwann zwischen 10 und 12 Uhr.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Dann meine letzte Frage ist: Haben Sie, Herr Fechter, Wahrnehmungen darüber, dass jemand Herrn Pilnacek beim Verlassen des Hauses in der Nacht vor seinem Auffinden gesehen hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich kenne zwar den Dorftratsch, aber von meiner Seite her: Ich habe nichts gesehen.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Und was war der Dorftratsch?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Der Dorftratsch ist, dass irgendwer dort war, aber wie gesagt: Ich habe keinen gesehen.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Können Sie das nochmals präzisieren? Was haben Sie vom Hören und Sagen wahrgenommen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Der Dorftratsch: Da gibt es ja ein Interview von einem Wirt bei uns, von Herrn (phonetisch:) Neumann, der sagt: Der war sicher nicht alleine und das ist alles ein Blödsinn, was da geschrieben wird! – Das ist der Dorftratsch.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Und hat sich der Dorftratsch auch darauf bezogen, dass irgendjemand Herrn Pilnacek in der Nacht davor gesehen hat, als er das Haus verlassen hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das kann ich nicht beantworten, das weiß ich nicht.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Dann habe ich keine weiteren Fragen.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Danke.
Als Nächste: Frau Abgeordnete Wotschke. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Herr Fechter, vielen Dank für’s Zeitnehmen. Ist es Ihre erste formelle Einvernahme zum Fall Pilnacek?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich war einmal kurz auf der Polizeiinspektion Mautern, aber das war, glaube ich, nur 10 Minuten. Da wollten sie nur fragen, wo genau der Leichnam gelegen ist, aber sonst eigentlich nicht wirklich was.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Also eine Zeugeneinvernahme gab es nie?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Sie das überrascht?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Bis dato eigentlich ja.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Es hat Sie überrascht?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Hat mich schon überrascht, ja.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wieso?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich weiß ja nicht: Du siehst es in den ganzen Krimis (erheitert), dass der, der was findet, meistens am Anfang gleich einmal vernommen wird und alles. Das war halt bei mir nur eigentlich zwischen – wie soll ich jetzt sagen? –, zwischen der Au irgendwo.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Uns hat es auch überrascht.
Wir würden gerne einen Sachverhalt aufgreifen, den die Frau Verfahrensrichterin vorhin schon angesprochen hat. Da hat sie Ihnen, wenn Sie sich erinnern können, einen Bericht aus der „Kleinen Zeitung“ gezeigt, der mit
8.18 Uhr datiert war, was, wie, glaube ich, auch Sie bestätigt haben, eher unwahrscheinlich ist, da dann der Leichnam noch nicht einmal geborgen wurde.
Tatsächlich, um das ein bisschen einzuordnen: Der Artikel referenziert auf einen
„Profil“-Artikel. Der „Profil“-Artikel ist erst um 10.10 Uhr veröffentlicht worden, also deutlich später. Das heißt, da muss es sich gewissermaßen um einen IT- Fehler handeln. Vielleicht wurde der Artikel schon früher angelegt.
Das erste Mal, dass wir finden können, dass quasi außerhalb von diesem Auffindungsort die Info nach Wien geht, ist tatsächlich um 9.28 Uhr, als ein gewisser Herr Otto Dietrich sagt, er hat die SMS bekommen, dass Christian Pilnacek gestorben ist mit dem Beisatz: vermutlich Suizid.
Wir würden Ihnen das ganz gerne kurz vorhalten: das Dokument Nummer 49, Seiten 4 und 5. Es sollte unten sein auf Seite 4, gehend zu Seite 5. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) – Haben Sie das vor sich? (Auskunftsperson Fechter: Mhm!) – Perfekt.
Da steht ganz unten eben auf Seite 4. Der Zeuge, eben Otto Dietrich, sagt: „Ja. Die Situation“ – Punkt, Punkt, Punkt, und dann führt er aus –: „Ich habe eine Nachricht bekommen, die meiner Erinnerung nach gelautet hat, wie folgt“ – Zitat, eben aus seiner Erinnerung –: „‚Pilnacek angeblich tot, Suizid.‘ Das war um 9:28 Uhr.“
Jetzt ist Otto Dietrich Anwalt. Er kann sich scheinbar so genau erinnern, weil es direkt vor Prozessbeginn war. Können Sie sich irgendwie erklären, wie diese Info doch so schnell nach Wien kommt?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, kann ich mir eigentlich nicht erklären. Von meiner Seite, wie gesagt: Ich habe es nur meinem Chef gesagt, dass die Baustelle eingestellt ist, und sonst eigentlich niemandem.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ihr Chef ist M. F., haben Sie gesagt. Ist das korrekt?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Genau.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat der irgendwie Kontakt zu Herrn Takacs oder Herrn Fellner, das Sie wissen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, glaube nicht.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dann würden wir es ganz kurz durchgehen. Sie haben gesagt: Zuerst waren Sie vor Ort – mit zwei weiteren Kollegen, die Lkw gefahren sind. Dann haben Sie die Inspektion verständigt, dann traf Mautern 1 ein, dann kommt die Feuerwehr dazu. Haben Sie im Kopf, wer bei der Feuerwehr alles dabei war?
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Sind Sie selber bei der Freiwilligen Feuerwehr?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja natürlich: Verwalter. Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): In Rossatz? Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, in Arnsdorf.
5 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dann treffen Karin Wurm und Anna Polz ein. Treffen die mit der Polizei gemeinsam ein?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Kurz nach der Polizei.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Kurz danach. Und wer kommt dann noch dazu?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Der Anna Polz ihr Vater ist dann noch dazugekommen.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Kamen weitere Einsatzkräfte von der Polizei dazu?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Feuerwehr Weißenkirchen – ach, die Feuerwehr sage ich - - Die Polizei Weißenkirchen und sonst wüsste ich eigentlich keinen – und die Frau Postenkommandant von Mautern.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ja. Um das einzuordnen, was wir eigentlich so brisant finden: Otto Dietrich ist der Anwalt von Sebastian Kurz, und wir können uns halt nicht ganz erklären, wie diese Information so schnell nach Wien geht. Das heißt, alles, was Ihnen da auch noch an Infos einfällt, ist sehr willkommen.
Haben Sie eine Nähe zu einer politischen Partei? (Abg. Hanger [ÖVP] hebt die Hand. – Vorsitzender, Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt beraten sich.)
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Herr Abgeordneter Hanger.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Vorsitzender! Ich habe ja Verständnis dafür, dass Frau Kollegin Wotschke jetzt natürlich das erste Mal hier als Befragerin zur Verfügung steht, aber um das
hier auch sehr klar zu definieren: Politische Gesinnungen sind nicht Gegenstand einer Untersuchung im parlamentarischen Untersuchungsausschuss. (Abg.
Hafenecker [FPÖ] hebt die Hand. – Abg. Tomaselli [Grüne]: Ja, was denn sonst?)
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster: Herr Abgeordneter Hafenecker.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Vorsitzender! Da melde ich mich auch zur Geschäftsordnung: Selbstverständlich ist politische Gesinnung auch Teil eines Untersuchungsausschusses, denn die Minister, die wir hier schon zuhauf sitzen gehabt haben, haben sich in der Regel ja auch zu einer politischen Partei bekannt. Und selbstverständlich geht es gerade in einem Zusammenhang - - Aber ich schließe das bei Herrn Fechter absolut aus, das möchte ich auch einmal sagen.
Jetzt aber grundsätzlich generell zu sagen, man darf nicht nach einer politischen Gesinnung fragen, ist – jetzt abgesehen von diesem Fall – natürlich nicht zulässig, weil es sehr oft darum geht, politische Netzwerke sichtbar zu machen, sehr oft die politischen Zwecke der ÖVP sichtbar zu machen – aber das betrifft jetzt alles nicht Herrn Fechter. Aber grundsätzlich zu sagen, man darf nicht nach einer politischen Gesinnung fragen, ist schon neu, Kollege Hanger, und so lange ist der letzte Untersuchungsausschuss auch wieder nicht her. (Abg. Krainer [SPÖ] hebt die Hand.) Übrigens hätte es sonst nämlich deinen Untersuchungsausschuss gar nicht geben dürfen: Rot-blau- - (Abg. Hanger [ÖVP]: Und wieso ist Herr Kickl nicht gekommen zum zweiten Mal? Das beantwortest du mir auch, bitte!)
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Herr Abgeordneter Krainer.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Meiner Ansicht nach sind diese Fragen natürlich zulässig. Die ÖVP selbst hat in der Vergangenheit sogar die Mitgliedschaft bei den Naturfreunden abgefragt. (Abg.
Hanger [ÖVP]: Das ist keine politische Organisation!) Aber ob es für uns relevant ist, muss jeder für sich selber einschätzen, also ob dann die Antwort relevant ist. Für mich persönlich nicht, weil es mir vollkommen egal ist, ob Sie in einer Partei sind oder nicht. Ich habe den sehr guten Eindruck, dass Sie uns hier einfach erzählen, was Sie gesehen haben.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Frau Abgeordnete Wotschke.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS) (zur Geschäftsbehandlung): Ich würde noch ergänzen: Das ist ja nichts Schlechtes, wir in diesem Raum sind das ja, glaube ich, fast alle. (Allgemeine Heiterkeit.) Es ist insofern relevant für den Untersuchungsgegenstand, weil es ja um politische Einflussnahme geht und wir uns einfach die Frage stellen: Welche Netzwerke könnten es sein, die politisch sind oder auch nicht? Wir würden es vielleicht zumindest auch gerne ausschließen, wo hier Informationen zufließen.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Ich darf jetzt zu einer Stellungnahme die Frau Verfahrensrichterin zu Wort bitten.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Wir haben das in den anderen Ausschüssen schon mehrfach besprochen und wir sind grundsätzlich der Meinung, dass die politische Gesinnung zur Privatsphäre gehört, besonders bei einer Privatperson, wie es Herr Fechter ist. Soweit ich mich erinnern kann, haben wir es bei Kabinettsmitgliedern - - oder vielleicht kann man es bei hohen Beamten oder der Regierung diskutieren, klar. In Bezug auf Herrn Fechter würde ich es aber tatsächlich als Privatsphäre einschätzen. (Die Abgeordneten Hanger [ÖVP] und Tomaselli [Grüne] heben die Hand.)
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Zuerst Herr Abgeordneter Hanger, dann Frau Abgeordnete Tomaselli.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, für die Ausführungen, Frau Verfahrensrichterin! Ich wollte eh meine Ausführungen etwas präzisieren, aber Sie haben das sehr klar zum Ausdruck gebracht.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Frau Abgeordnete Tomaselli.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Entschuldigung, Frau Verfahrensrichterin, Ihre Darstellung ist nicht korrekt. Ich kann mich zum Beispiel gut an den Ibiza-Untersuchungsausschuss erinnern, wo man Mitarbeitende von Werbeagenturen, Anwaltskanzleien et cetera dahergezerrt hat, um den Beweis zu erbringen, dass es sich beim Ibizavideo um ein SPÖ-Komplott gehandelt hat. Dort ist alles rauf und runter gefragt worden: von irgendwelchen vorfeldnahen Organisationen oder, oder, oder. Das ist alles zulässig, ist alles so protokolliert.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Wenn ich nur sagen darf: Beim Ibiza- Ausschuss war ich noch nicht dabei, aber ich kann - - (Zwischenruf der Abg.
Tomaselli [Grüne].) Ich weiß nur – ich habe in der Beziehung tatsächlich auch mehrere Protokolle durchsucht –, es ist gelegentlich gefragt worden. Ich gebe auch zu, dass es Auskunftspersonen gegeben hat, die gesagt haben, sie haben es halt einfach beantwortet und haben gesagt, es stört sie nicht. Aber wir haben es tatsächlich einmal ausdiskutiert, und da war eben genau dieser Meinungsstand, dass wir gesagt haben, grundsätzlich ist es eine Privatangelegenheit.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Herr Verfahrensanwalt, bitte.
Verfahrensanwalt Dr. Andreas Joklik: Weil ich beim Ibiza-Ausschuss auch dabei war, vielleicht noch einmal zur Klarstellung: Die Zugehörigkeit zu einer Partei ist natürlich eine private Frage, aber wenn ein Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand da ist, kann natürlich auch die Frage selbstverständlich zulässig sein – um das noch einmal klarzustellen. (Abg.
Hafenecker [FPÖ] hebt die Hand.)
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Abgeordneter Hafenecker, bitte.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich glaube, man braucht das nicht unnötig in die Länge zu ziehen, aber vielleicht - - (Abg. Hanger [ÖVP]: Warum machst du es dann?) – Kollege Hanger, wenn du nicht immer von der Seite unqualifiziert hereinrufen würdest, wäre ich schon wieder fertig.
Ich versuche es jetzt ohne Störung noch einmal, fertig zu sagen, was ich sagen wollte, und zwar: Ich glaube, gerade bei Herrn Fechter sollte man schon davon ausgehen, da er zum Beispiel eine Auskunftsperson ist, die von der ÖVP keinen Anwalt bezahlt bekommt (Abg. Hanger [ÖVP] hebt die Hand) und der hier allein, ohne Vertrauensperson sitzt, was bei Beamten ganz anders ist. Ich glaube, deswegen braucht man einfach Fingerspitzengefühl in der Vorgehensweise und genau deswegen bin ich ja grundsätzlich auf deiner Seite, dass die Frage vielleicht jetzt nicht passend gewesen ist. Und vielleicht können wir einfach fortfahren, denn für Herrn Fechter ist das hier wahrscheinlich alles nicht so lustig.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Abgeordneter Hanger.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Kollege Hafenecker, ich darf einmal präzisieren: Die ÖVP bezahlt für niemanden, der hier als Auskunftsperson zur Verfügung steht, einen Anwalt. Das ist schon wieder einmal ein falscher Vorhalt, den du da bringst und den ich schon wirklich sehr klar zurückweise.
Danke aber für deine Einschätzung, dass wir auch sehr klar sind, dass das eine Frage der Privatsphäre ist. Wenig überraschend hat Frau Kollegin Tomaselli eine der Verfahrensrichterin gegenteilige Meinung, das ist ja auch nicht wirklich neu. Ich würde aber schon darum bitten, zur Kenntnis zu nehmen, was die Frau Verfahrensrichterin sagt.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Aus meiner Sicht ist jede Frage hier zulässig. Ob sie beantwortet wird, ist eine andere Sache. Ich weise zu diesem Punkt bei Herrn Fechter – es hat sogar, glaube ich, ein Dossier mit Lokalpressedingen gegeben, das überreicht wurde – darauf hin, es weist nichts darauf hin. Ich würde es Herrn Fechter grundsätzlich selbst überlassen. – Aufgrund der menschenrechtlichen und grundrechtlichen Situation würde ich diesbezüglich aber meinen, dass diese Auskunft in Ihre Privatsphäre fallen würde. Es steht Ihnen aber durchaus frei, darauf auch zu antworten, aber wenn Sie das nicht wollen, dann ist meine Meinung aufgrund Ihrer Person und Ihrer Persönlichkeit, dass Sie das nicht müssen. (Vorsitzender und Verfahrensrichterin beraten sich.)
Auskunftsperson Andreas Fechter: Politische Gesinnung von meiner Seite her gibt es nicht – zu der Antwort. (Zwischenruf der Abg. Wotschke [NEOS].) – Es gibt keine politische Gesinnung bei mir.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dafür so viel Aufregung. Vielen Dank für diese Antwort.
Kennen Sie Hannes Fellner persönlich?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Michael Takacs?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ihr Chef, M. F. – Sie korrigieren mich –: Ist er im Management von der Via Donau?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Er ist Gewässermeister.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Was? Für jemanden, der nicht in der Via Donau ist!
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das ist wie Straßenmeister bei der Straßenmeisterei.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Für jemanden, der auch das nicht einordnen kann?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Im Management ist er nicht, nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Okay. Ist man seitens der Via Donau nach dem Vorfall irgendwie an Sie herangetreten?
Auskunftsperson Andreas Fechter: In was für einer Hinsicht?
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ob man Sie irgendwie gefragt hat, was passiert ist, oder auch Ihnen nahegelegt hat - -
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, eigentlich ist nur gefragt worden, ob es mir gut geht oder ob ich irgendetwas brauche, sonst eigentlich nichts.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Michael Takacs kennen Sie nicht. Sagt Ihnen aber der Name etwas, könnten Sie ihn einordnen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Mir sagt, ehrlich gesagt, der Name nicht einmal was.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wir würden gerne einen Vorhalt machen, nämlich Dokument 10, das ist ein Screenshot der Geschäftsführung der Via Donau. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.) Ist Ihnen allgemein bewusst, wer in der Geschäftsführung der Via Donau ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, ist mir sehr wohl bewusst Herr Hasenbichler, natürlich, er ist bei jeder Weihnachtsfeier bei uns dabei.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ist Ihnen auch bewusst, wer im Aufsichtsrat ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ehrlich gesagt bin ich ein – wie soll ich einmal sagen – Streckenarbeiter, und mich interessiert das nicht wirklich, wer im Aufsichtsrat ist, und ich habe auch mit diesen Leuten nichts zu tun, außer mit Herrn Hasenbichler, weil er auf der Weihnachtsfeier ist – sonst sehe ich den auch nie.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wir haben hier nämlich gefunden, dass Herr „Michael Takács“ im Aufsichtsrat der Via Donau ist. Das heißt: Den kannten Sie aber nicht? Bei keiner Weihnachtsfeier - -
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wenn Sie ihn jetzt neben mich hinsetzen und sagen, das ist er, dann - - ja, dann vielleicht, aber vom Namen. Und Gesicht habe ich ehrlich gesagt keines dazu.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Eine letzte Frage: H. P. kannten Sie persönlich?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wir sind eine so kleine Gemeinde, da kennt fast jeder jeden persönlich. H. P. war Feuerwehrkommandant in Rührsdorf, natürlich kenne ich ihn. Ehrlich gesagt ist er mir aber gar nicht aufgefallen an dem Tag.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ich glaube, Sie haben vorher gesagt, dass H. P. kurz nach Anna Polz - -
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ihr Vater (Abg. Wotschke [NEOS]: E.6, ah Entschuldigung!), das ist aber der E., genau.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Das heißt: Zu H. P. per se an dem Tag können Sie nichts sagen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, er wäre mir jetzt nicht aufgefallen, dass er dagewesen ist.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Gut. Vielen Dank.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Tomaselli. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Danke schön.
Schönen guten Tag auch von unserer Seite! Ich würde gerne gleich ein paar Sachen aufgreifen, die Sie bisher schon ausgeführt haben.
Sie haben ja direkt den Posten in Mautern kontaktiert, nicht die Notrufnummer gewählt, und der Beamte, der das Telefon abgehoben hat, hat dann später ausgesagt, Sie haben gesagt, es treibe eine offensichtliche Wasserleiche in diesem Seitenarm. Haben Sie das so geäußert?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Kommt circa hin, ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Und Sie haben aber keine Wahrnehmung - - Haben Sie sich mit diesem Beamten unterhalten, ob man zum Beispiel vielleicht die Rettung herbeiruft? – Ich könnte mir ja vorstellen, dass - - Ein lebloser Körper könnte ja genauso auch bewusstlos sein.
6 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit E. anonymisiert.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von meiner Seite her weiß ich das nicht mehr, aber ich glaube eher nicht, nein.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Nicht der Fall gewesen, okay. Was mir auch noch aufgefallen ist: Sie haben ja, glaube ich, jetzt zweimal gesagt, Sie haben den ganzen Platz zwischen 10 und 12 Uhr verlassen. Sie haben aber auch gesagt, Sie sind gegangen, als die Spurensicherung aus Weißenkirchen gekommen ist. Die sind aber laut Akten um 8.45 Uhr eingetroffen.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, wie gesagt, ganz genau - - Aber zwischen 10 und 12 bin ich gegangen und bin dann in die Firma gefahren. Wenn die Spurensicherung früher da gewesen ist, dann waren sie früher da, ja, aber ich habe dann ehrlich gesagt auch nicht auf die Uhr geschaut.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Okay, passt. Dann zu den Anwesenden: Ich glaube, wir wissen laut der Aktenlage gar nicht - - Sie haben gesagt, es waren zwei Lkw-Fahrer da. Könnten Sie uns fürs Protokoll sagen, wer die sind, also kennen Sie die Namen von den beiden?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Den einen schon, den anderen nicht, weil es eine Fremdfirma war. Der eine ist der (phonetisch:) K. W.7, das ist der Lkw-Fahrer von meiner Partie, also von der Kremser in der Via Donau, und der andere war von der Firma Speiser.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Waren die noch am Parkplatz oder sind die auf diesem Weg, der parallel zum Ufer verläuft, entlanggefahren?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Zu welcher Uhrzeit? Nachher waren sie dann am Parkplatz, vorher waren sie sehr wohl bei mir.
7 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Vorher heißt bis - - Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Polizei ist eingetroffen - - Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Gegen 8 Uhr.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Polizei ist eingetroffen, dann sind die Lkws noch da gewesen, einer hat gleich nach dem Schranken links geparkt und der andere vor meinem Bagger rechts.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Okay. Haben die auch Wahrnehmungen zur Leiche im Wasser?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Da man bei einem Lastwagen höher sitzt, circa genauso hoch wie beim Bagger, sieht mehr sehr wohl auf den Leichnam. Man hat wahrscheinlich sehr wohl hingesehen, ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Und haben Sie Wahrnehmung, dass die Polizei deren Namen protokolliert hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ehrlich gesagt habe ich nicht darauf hingeschaut.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Also haben Sie auch nicht gesehen, ob die Polizei zum Beispiel mit denen geredet hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Geredet wahrscheinlich schon, dass das derweil nicht an die Öffentlichkeit treten darf, auch zu dem Zeitpunkt, wo wir noch nicht gewusst haben, wer es ist. Mehr Wahrnehmung habe ich ehrlich gesagt an dem Tag dann nicht mehr, das müssten Sie meinen Kollegen fragen.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Dass der Vater von Anna Polz dort war, das ist für uns heute, muss ich sagen, auch neu, das finden wir auch nicht in den Akten. Es verwundert deshalb ein bisschen, weil man bei so einem Fundort
normalerweise quasi strukturiert alle Menschen protokollieren und auflisten muss, die dort waren. Haben Sie da vielleicht vor Ort gesehen, dass die Polizei – die meisten Polizisten haben ja immer so ein Notizblockerl in der Brusttasche stecken – da irgendwie hingegangen ist und alle Namen aufgeschrieben hat, zum Beispiel auch jene der Kollegen von der Feuerwehr?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Bei der Feuerwehr gibt es einen Einsatzbericht. Den hat die Polizei meines Wissens angefordert. So vom Ort hat die Polizistin die Daten aufgenommen, meine zumindest, für die ich sprechen kann. Ob sie von wem anderen die Daten aufgenommen haben – wahrscheinlich von Frau Wurm, von Anna Polz.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Hat der Vater von Anna Polz die Leiche auch gesehen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich schätze schon, ja, aber er hat sich, was ich mich erinnern kann, eher um seine Tochter gekümmert.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Das ist verständlich, ja.
Dann zu Ihren Ausführungen: Sie haben ja dann gesagt, die Leiche ist von der anderen Uferseite wieder zu der Uferseite, wo Sie waren, hergezogen worden. Wie war das genau, als Sie die Rampe gebaut haben? Hat die Polizei da irgendwie Zustimmung geäußert und gesagt, ja, das ist eine gute Idee, dass man da eine Rampe baut, oder wie war das?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, eigentlich schon, weil sie gesagt haben, ich soll unten, wo der Bagger dann steht – den habe ich wieder runtergestellt –, wo der Steinwurf war - -, und ohne diese Rampe wäre die Feuerwehr über dieses steile Gelände nicht recht heraufgekommen, sage ich einmal.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Wie haben Sie das gesehen, wer hatte denn vonseiten der Polizei quasi das Kommando vor Ort? – Ich glaube, Frau Sorger war ja noch nicht da, als die Leiche geborgen worden ist.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Eine von den zwei Damen, die von der Polizei dort waren, hat das Kommando gehabt, bis Frau Sorger da war.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Haben die das koordiniert? Vielleicht haben sie Frau Sorger angerufen. Haben Sie da irgendetwas mitbekommen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Kann ich ehrlich gesagt nicht beantworten, keine Ahnung.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Haben die Fotos von der Bergungsarbeit gemacht, das fotografisch festgehalten, wie es vorher ausgeschaut hat – dann haben Sie die Rampe gebaut, also halt mit dem Sand aufgeschüttet –, und haben es dann danach fotografiert – etwas in die Richtung?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Da habe ich zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr geschaut, denn da habe ich schon mit dem Feuerwehrkommandanten geredet und bin schon in meinem Bagger gesessen.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Wir haben ja bereits gehört, eine Absperrung mit einem Band oder so etwas hat es nicht gegeben, sie sind ja bei der Schranke gestanden, das haben Sie eh schon gesagt. Was wir jetzt auch nicht rausgehört haben – ich glaube, Sie kennen das als Feuerwehrmann sicher auch –, ist, dass man so eine Art Trampelpfad einrichtet. Hat jemand von der Polizei gesagt: Wir laufen jetzt nur auf diesem Halbmeter, Meter, damit nachher, wenn die Spurensicherung kommt, nichts irgendwie zerstört ist!?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, glaube ich nicht, denn es ist jeder so auf der Straße herumgelaufen, wie du auf so einem Weg halt herumlaufst – kein Trampelpfad.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Und wie kann ich mir das atmosphärisch vorstellen? – Sie waren ja vor Ort. Haben Sie da Aufregung wahrgenommen, also ist da vonseiten der Polizei zum Beispiel viel telefoniert worden, oder ist das eher – Sie kennen ja offenbar Einsätze auch als Feuerwehrmann – ruhig und routinemäßig abgelaufen, vonstattengegangen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Meines Erachtens ruhig und routinemäßig.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Darf ich Sie noch fragen, wer Sie im Nachhinein aller kontaktiert hat? – Mir würde zum Beispiel einfallen: die Staatsanwaltschaft vielleicht oder die Volksanwaltschaft.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Eigentlich niemand. Also einmal die Staatsanwaltschaft – Entschuldigung, Blödsinn –, einmal die Staatsanwaltschaft, wie ich nach Mautern habe fahren müssen, aber da hat mich auch die Postenkommandantin angerufen, da war ich dann kurz drüben, und da haben sie wissen wollen, ob das, was sie eingezeichnet haben, von den Punkten her passt. Sonst war eigentlich nie irgendein Gespräch.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Wie war das? Die Staatsanwaltschaft hat Sie kontaktiert und hat gesagt, ob Sie auf den Posten nach (Auskunftsperson Fechter: ... Mautern kommen kann!) Mautern kommen können?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Wann war das ungefähr? War das eher zeitnah, also sagen Sie, es war zum Beispiel am selben Tag oder (Auskunftsperson Fechter: Nein, nein, das war - -!) am nächsten Tag?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, das war später.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): War das eher so zwei Monate später?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, eher das.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Eher erst zwei Monate später.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Und Sie haben das dann halt beschrieben, nehme ich an, und haben gesagt, ja, das würde von der Einzeichnung her am Bild ungefähr passen. Gab es da irgendein Protokoll, das man Ihnen vorgelegt hat und das Sie unterschrieben haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Mhm. Haben Sie irgendwie bemerkt - - Wer hat Sie denn einvernommen? – Das wäre für die Akten vielleicht auch noch interessant.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Einvernahme – weiß ich nicht, ob man Einvernahme sagen kann.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Befragung – nennen wir es Befragung.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Eigentlich der Staatsanwalt plus die Postenkommandantin haben mich gefragt, ob das passen kann; und ich bin nach 5, 10 Minuten wieder rausgegangen und bin wieder arbeiten gefahren.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Die Kommandantin ist Frau Sorger, und der Staatsanwalt ist in dem Fall?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Keine Ahnung.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Okay, ein Protokoll hat man Ihnen nicht vorgelegt, aber haben Sie Wahrnehmungen, dass sie irgendein Schriftstück angefertigt haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Habe ich eigentlich nicht so genau geschaut.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Haben Sie nicht so genau geschaut – okay. Ein solcher Aktenhinweis ist uns nämlich noch nicht bekannt, aber wir werden ihn in dem Fall noch einmal suchen.
Ich danke Ihnen.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Bitte.
Zweite Fragerunde
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Die erste Fragerunde ist beendet.
Gibt es jetzt einen Wunsch für eine zweite Fragerunde? – Bitte, dann Herr Abgeordneter Hafenecker.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Danke, Herr Vorsitzender.
Es ist schon bemerkenswert, denn die Befragung, die in Mautern stattgefunden hat – Sie sagen, circa zwei Monate später, Daumen mal Pi –, findet sich nämlich überhaupt nicht in unseren Akten. Deswegen ist es für uns eine absolut neue Erkenntnis, dass Sie dort waren. Da ist in unsere Richtung jedenfalls nichts geliefert worden.
Herr Fechter, ich habe jetzt noch einige Fragen, die sich aus den vorhergehenden Befragungen ergeben haben.
Sie haben vorhin von der Strömung erzählt, die es dort gibt, und dass sich die Leiche dann gedreht hat, weil dort halt eine leichte Strömung vorherrscht. Sie sind ortskundig. Gibt es von dem roten Punkt zum blauen Punkt rüber eine Strömung? Ist das nachvollziehbar, dass man so, in die Richtung, abgetrieben wird? Das war ja auch ein bisschen weiter oben.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Das ist das Dokument jetzt noch einmal - -
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja, das ist das Dokument, das wir als Erstes vorgelegt haben, Moment. – 1032, Seite 1 von 1.
Andreas Fechter (in das Schriftstück blickend): Das kann ich nicht sagen. So, wie die Medien jetzt Fotos gemacht haben, als dort jetzt Eis war, sieht man da eine warme Strömung, das heißt, da ist das Eis gebrochen, und so ziemlich genau in dieser Richtung, täte ich einmal sagen. Ein bisschen ein Zufluss ist an dem Tag von oben schon gegeben gewesen, aber es wird - - Es ist sicher möglich, ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Haben Sie eine Wahrnehmung dazu, wie tief das Wasser war, sowohl an der Einstiegsstelle als auch an der Fundstelle des Leichnams?
Auskunftsperson Andreas Fechter: An der Einstiegsstelle ist es beim Rohr flach und dann ist es aber meines Erachtens steil abfallend.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Also auf der Kanalseite geht es flach rein. Wie weit ist es denn vom Kanal zum Wasser reingegangen, circa, haben Sie da eine Erinnerung?
Auskunftsperson Andreas Fechter: 3 Meter, sowas.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): 3 Meter war eine Schotterbank und dann hat das Wasser begonnen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, es ist eine betonierte Fläche, wo Steine rausstehen, und dann beginnt das.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Mhm. Ich habe noch eine Frage zur Bergung, wie dann eben diese berühmte Rampe abgegraben wurde. Ist auch überlegt worden, Herrn Pilnacek einfach mit dem Bagger zu bergen, sprich
herauszuheben, oder hat der Ausleger nicht weit genug hinuntergelangt? Ich meine, man könnte ihn ja anhängen, nicht?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Da hätte ich mit dem Bagger weiter hinfahren müssen. Man hätte ihn schon sicher anhängen können, aber da hätte ich mir einen Weg schütten müssen oder zumindest - -, weil mit einem 14- Tonnen-Bagger fährst du nicht einfach über Bäume und Wiesen drüber; und dann das steile, abfallende Gelände: Wenn du mit einem Bagger zu weit rankommst, sackst du hinunter. (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Ja! Also die Kippgefahr - -
!) Also es war meines Erachtens zu gefährlich, und deswegen habe ich an das eigentlich gar nicht gedacht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja, es ist nur eine pragmatische Frage, denn wir schauen auch immer, wie wir Sachen so lösen können, dass am wenigsten Aufwand entsteht. (Abg. Hanger [ÖVP]: Bist du dir da sicher?) – Kollege Hanger, wenn du einmal nichts sagen würdest, würde es dem Gesamteindruck, den du hinterlässt, guttun. (Abg. Hanger [ÖVP]: Lass dich nicht außer Tritt bringen!) – Ich lasse mich von vielen nicht außer Tritt bringen, und von dir schon gar nicht.
Den Dorftratsch haben wir bereits durchdiskutiert. Ich habe da noch eine Frage zu H. P. – das ist der Bruder von Anna Polz. Der behauptet ja, selbst im Feuerwehrauto gesessen zu sein. Der dürfte beim Einsatz dabei gewesen sein, Sie haben ihn vorhin nicht genannt.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, an ihn könnte ich mich nicht erinnern, so ziemlich, aber die, mit denen ich zu tun gehabt habe, habe ich schon genannt.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Sie haben vorhin gesagt, Herr Hick, der auch mit der Feuerwehr dort war, der im Brotberuf gleichzeitig Polizist ist, hätte dann die Leiche durchsucht oder zumindest geschaut, ob er etwas mit
hat. Ist Herr Hick nur als Feuerwehrmann dort gewesen oder hat er sich gleichzeitig auch als Polizist in den Dienst gestellt? Haben Sie da eine Wahrnehmung?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Kolleginnen sind hinten bei ihm gestanden. Ich habe keine Ahnung, ob er sich in den Dienst gestellt hat; keine Ahnung.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Wie gesagt bin ich selbst bei Feuerwehreinsätzen dabei. Das ist ja eher unüblich, dass der Feuerwehrmann eine Durchsuchung vornimmt, vor allem dann, wenn Polizisten da sind. – Aber, gut, das ist diesbezüglich nur mir aufgefallen.
Vielleicht noch einmal zur Konkretisierung: Wir haben vorhin gehört, dass schon gesagt worden ist, Frau Polz hätte Herrn Pilnacek in der Nacht schon gesucht.
Das ist deswegen interessant, weil auf der anderen Seite eine Aussage von Frau Polz vorliegt, dass sie das erst ab 7 Uhr getan hätte. Können Sie dazu ergänzend noch irgendetwas sagen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, eher nicht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Gut, dann kommen wir noch einmal zum Eintreffen der Behörden, sprich der Exekutive: Wie haben Sie die Arbeit der Exekutive, der Polizei am Auffindungsort insgesamt wahrgenommen? Sie haben ja vorhin gesagt, Sie waren auch verwundert, dass Sie nicht einvernommen worden sind. Ich schaue mir den „Tatort“ am Sonntag ganz gern an und hätte auch andere Erwartungen gehabt, wie so etwas vonstattengeht.
Was haben Sie da für einen Eindruck gehabt? Ist dort koordiniert vorgegangen worden oder hat sich das erst entwickelt oder wie sehen Sie es? Ich könnte es natürlich auch nur als Laie beschreiben.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Meines Erachtens waren sie koordiniert, ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Können Sie sich noch erinnern, wo die Leichenbeschau dann stattgefunden hat, das heißt, wo der Leichnam von Christian Pilnacek gelegen ist, als man den „Tod“ – unter Anführungszeichen – amtlich festgestellt hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Generell die Bergung: Wir haben da jetzt nochmals auf dem vorhin vorgelegten Dokument den blauen Punkt, wo er circa von Ihnen gesehen worden ist, und dann gibt es ja diese grünen Punkterl rüber zum ursprünglichen Standort des Baggers und dann zur Ablagestelle. Haben Sie das mitgekriegt, wie die Bergung erfolgt ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Teilweise, ja. Es ist jemand rausgegangen mit einer Wathose und mit einem Einreißhaken von der Feuerwehr; weil es dürfte wirklich tief gewesen sein, weil man geht normalerweise dann mit der Wathose hinein, so weit, wie es geht; und mit dem Einreißhaken hat er ihn dann hingetan und dann zu zweit runtertransportiert, was ich noch so in Erinnerung habe.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Und haben Sie irgendetwas wahrgenommen, dass er im Zuge der Bergung vielleicht verletzt worden sein könnte?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, sie sind behutsam umgegangen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ist er dann zwischendurch auf dieser Schotterbank abgelegt worden?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Müsste ich lügen. Weiß ich nicht mehr.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Die Frage stellt sich deswegen: Wo war denn der Leichnam, wie Sie dann die Rampe gegraben haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Rampe ist eigentlich, wie sie gekommen sind, schon ziemlich fertig gewesen. Also ich glaube nicht, dass sie ihn abgelegt haben.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Gut, also die Bergung hat von da Richtung Schotterbank stattgefunden und dann auf diesen Ablagepunkt raus?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Mhm.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Haben Sie eine grobe Schätzung, wie viele Polizisten zu dem Zeitpunkt, wo der Leichnam abgelegt worden ist, vor Ort gewesen sind?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Kann ich auch nur schätzen. Fünf, die mir aufgefallen sind.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Fünf in etwa. Waren die alle in Uniform oder auch in Zivil?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Frau Sorger ist zivil da gewesen und die anderen waren in Uniform.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Haben Sie vor Ort irgendwelche Gespräche mitbekommen, dass man von Suizid gesprochen hat?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, aber wie gesagt, ich bin dann eher ein wenig abseits gestanden, auch dann mit einem Kameraden, als sie da waren, denn man verarbeitet das ehrlich gesagt am Anfang nicht so leicht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ich verstehe es, ja, absolut. Das ist ja nicht etwas, was man jeden Tag erlebt.
Haben Sie im Zuge dessen irgendwie mitbekommen, dass jemand mit der Gemeindeärztin punkto Obduktion oder nicht Obduktion gesprochen hätte?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, habe ich nicht.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Sind Sie außerhalb dessen, dass Sie mit der Bitte konfrontiert wurden, diese Rampe zu graben - - Hat Sie da übrigens die Polizei oder die Feuerwehr darum gebeten?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Wer?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Beide im Einvernehmen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Beide im Einvernehmen, okay. Und sind Sie sonst noch mit irgendwelchen Aufgaben betraut worden oder gebeten worden, irgendwo zu unterstützen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Hat man aus Ihrer Sicht darauf geachtet, dass beim Umgraben allfällige Beweismittel oder Spuren nicht zerstört werden?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Dort, wo die Rampe gegraben worden ist, habe ich am gleichen Tag schon einmal die Erde umgelöffelt, in der Früh gleich, und wenn, dann habe ich das eh schon in der Früh zerstört, wenn da etwas gewesen wäre.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Das ist richtig, das ist ein pragmatischer Ansatz.
Ich darf Ihnen noch ein Dokument vorlegen, und zwar das Dokument 784, und dürfte Sie bitten, sich die Seite 3 anzuschauen. (Die Auskunftsperson liest in dem
vorgelegten Schriftstück.) Das ist der Teil, wo Frau Sorger sagt - -, der unterste Absatz.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Wie beginnt der Vorhalt?
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Moment. Ja, wie gesagt der unterste Absatz: „Bei meinem Eintreffen kam mir der Mitarbeiter der Via Donau entgegen“.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Das ist mitten im Absatz. Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Im letzten, habe ich gesagt. Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Das ist im vorletzten.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja.
Haben Sie es durchgeschaut? Genau. Ich wollte eigentlich nur - - Also da sagt Frau Sorger, es wäre ihr ein Mitarbeiter der Via Donau entgegengekommen, der ihr zuerst den Zutritt verweigern wollte und nicht gewusst hat, weil sie in Zivil da war, dass sie Polizistin ist. Waren Sie der Mitarbeiter? (Abg. Hanger [ÖVP]: Das haben wir schon gehabt!)
Auskunftsperson Andreas Fechter: Haben Sie mich schon gefragt: Ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja.
Gut, dann habe ich noch eine Frage diesbezüglich: Hat es aus Ihrer Sicht dann noch Situationen gegeben, in denen Personen oder Fahrzeuge, die nicht am Einsatz beteiligt waren, diese Stelle passiert haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ehrlich gesagt: dann nein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Letzte Frage: Gibt es noch irgendwelche Wahrnehmungen, die Sie dazu haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Dass ein Auto dort war, außer das von Frau Polz, aber das ist dann auch von ihrem Vater weggeführt worden, vorher schon. Es war keines mehr da am Schluss, als ich gegangen bin, nein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Danke. Die 6 Sekunden habe ich nur genommen, weil Kollege Hanger dauernd stört. (Heiterkeit des Abg.
Hanger [ÖVP].)
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Es gibt noch eine dritte Fragerunde. Wir sind aber jetzt in der zweiten Runde, und es gibt auch noch Wortmeldungen von anderen Fraktionen. – Bitte, jetzt Herr Abgeordneter Hanger.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke, Herr Vorsitzender.
Die 6 Sekunden, lieber Kollege Hafenecker, habe ich dir natürlich sehr gerne gegönnt.
Nachdem wir schon einige Redundanzen in der Befragung haben und sich Fragen ja wiederholen, möchte ich wirklich auch sehr kurz bleiben und nur meine zusammenfassende Frage stellen: Herr Fechter, haben Sie Wahrnehmungen dahin gehend, dass die Polizei oder die Feuerwehr in irgendeiner Art und Weise behindert oder beeinflusst wurden? Oder generell: Hat es irgendwie aus Ihrer Wahrnehmung heraus eine unsachliche Einflussnahme auf die Ermittlungshandlungen gegeben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von meiner Seite her, was ich beurteilen kann: Nein.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke, Herr Fechter, von meiner Seite noch einmal wirklich für Ihre Bereitschaft, diese Bürgerpflicht zu erfüllen. Ich denke einmal, es ist natürlich doch ein bisschen eine Ausnahmesituation, weil man ja nicht tagtäglich mit diesen Dingen konfrontiert wird, aber vielen Dank für Ihre sehr, sehr authentischen Ausführungen.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Bitte, Frau Abgeordnete Duzdar.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Ja, Herr Fechter, ich habe noch eine ergänzende Frage. Und zwar haben Sie heute in Ihren Schilderungen von sich aus immer Frau Polz erwähnt und im Grunde genommen nicht Frau Wurm, und meine Frage wäre: Haben Sie auch Gespräche direkt mit Frau Wurm geführt? Wie war das Verhalten auch von Frau Wurm? Vielleicht haben Sie auch dazu Wahrnehmungen.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, beide Damen sind gekommen und waren eigentlich sehr traurig, haben beide geweint, und mehr hat eigentlich dann die Polizei mit ihnen gesprochen, wo ich dann abseits gestanden bin.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Sie selber haben nicht direkt mit Frau Wurm gesprochen? Und vielleicht noch ergänzend dazu: Kennen Sie beide Frauen persönlich?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Frau Wurm vom Sehen, Anna Polz ist mit mir in den Kindergarten gegangen und eine Klasse über mir in die Volksschule. Also ja, die Anna kenne ich persönlich auch.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Und zu direkten Gesprächen mit Frau Wurm?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Keine.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Kennen Sie den Vater von Frau Polz persönlich?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Natürlich. Der war Bürgermeister bei uns, und wir sind eine kleine Gemeinde, da kennt, wie ich vorher erwähnt habe, fast jeder jeden.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Und in welcher Rolle war Herr Polz, der Vater von Frau Polz, dort?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das ist eine Mutmaßung: Wahrscheinlich hat ihn die Anni angerufen und hat gesagt: Komm bitte, wir haben ihn gefunden! – Keine Ahnung. Er ist halt gekommen und hat sie getröstet. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Jetzt haben Sie heute beschrieben, dass dann halt im Zuge des Geschehnisses immer mehr Leute dazugekommen sind und eigentlich viele Personen vor Ort waren. Ich frage Sie abschließend: Ist Ihnen irgendetwas aufgefallen, bei dem Sie sagen, eigentlich hätte das anders geschehen müssen, eigentlich hätte man die Daten der Personen aufnehmen müssen, eine Absperrung machen müssen? Ich meine, Sie haben ja auch Erfahrungen. Ist Ihnen in dieser Hinsicht etwas aufgefallen, bei dem Sie sich gedacht haben, das hätte anders verlaufen müssen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Also für mich war der Einsatz von der Polizei und von der Feuerwehr meines Erachtens koordiniert – anders, würde ich sagen, nicht, nein.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Aber waren Sie nicht überrascht, dass dann plötzlich eine ganze Gruppe von Personen dort gestanden ist?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Eigentlich eher nein, weil: der stille Alarm. Da hat der Feuerwehrkommandant seine Leute, die er bei so etwas mitnimmt, alarmiert; das ist schon einmal eine beachtliche Personenzahl, und sonst glaube ich nicht, dass extrem viele Leute dort waren.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Keine weiteren Fragen.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Bitte, Frau Abgeordnete Wotschke.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank. Ich versuche auch, mich kurz zu halten.
Eine Frage, die, glaube ich, noch nicht so konkret kam: Haben Sie gesehen, mit welchem Haken genau die Leiche geborgen wurde?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das nennt sich Einreißhaken bei der Feuerwehr. Den nimmt man auch für die Zillenbewerbe.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie selber als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr schon einmal eine Wasserleiche geborgen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr war ich einmal dabei, wie wir vorhin schon gesagt haben, bei einer Wasserleiche, wo wir ein 10-Meter-Patent gehabt haben, die wir dann der Schifffahrtsaufsicht übergeben haben. So selber habe ich noch keine geborgen, nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Und der verwendete Haken: Ist der vorne dann spitz? Also kann der beim Reinziehen irgendwie Verletzungen am Körper hervorrufen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Der verwendete Haken ist vorne spitz und hat auch einen Haken: einen Haken und da ist ein Spitz, ungefähr so (eine entsprechende Geste ausführend) dort. – Könnte sein, ja.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Also könnte von dem theoretisch auch eine Verletzung am Körper sein?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie mitbekommen, dass es zu einer Verletzung am Körper kam, sofern Sie das wahrnehmen konnten?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, habe ich nicht mitbekommen.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Es gibt ja die Zeugeneinvernahme der Inspektorin Sorger, in der sie im Wesentlichen sagt, dass Sie sie abgeschirmt haben oder Sie entgegengekommen sind und gefragt haben, wer sie ist und ob sie zutrittsberechtigt ist. Waren Sie der Einzige, der geschaut hat, dass keine Dritten zum Auffindungsort kommen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, aber ich bin dann schon zu meinem Firmenauto rausgegangen, und sie ist mir am Weg Richtung Musikheim entgegengekommen – und dahinter waren sicher noch ein paar Beamte, die sie aufgehalten hätten; aber ich habe sie einfach zu dem Zeitpunkt nicht gekannt.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Also es war mehr ein Zufall, dass genau Sie ihr in die Arme gelaufen sind?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Genau.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Okay.
Dann noch ein Themenblock: eben die schnelle Einordnung als Suizid. Gab es da Ihrer Wahrnehmung nach vor Ort direkt irgendwelche Thesen, die im Raum standen? Dort hat man ihn geborgen, und es kam gleich eine Vermutung?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, eigentlich nicht.
Wenn ich selber etwas sagen soll, von meiner Seite her: Ich glaube, dass es ein Unfall war, weil man über den Schacht sehr wohl herunterstürzen und dann vielleicht benommen zurückfallen kann, irgendwie ins Wasser. Aber so von außen ist da nichts gekommen, nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Das heißt, Sie hätten sich, quasi mit Blick auf die Lokalität, auch eher gedacht, das wird ein Unfall gewesen sein?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Und bei der Polizei haben Sie nicht mitbekommen, dass es irgendwie schon Gespräche in die Richtung gab, was passiert sein könnte?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Das heißt, für Sie ist auch unverständlich, wie um 9.28 Uhr bereits von Suizid gesprochen werden kann?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja.
Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen, vielen Dank.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Bitte.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Frau Abgeordnete Tomaselli.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Mich würde noch interessieren: Wann haben Sie denn mit dem Bagger weiterarbeiten dürfen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: In der Woche darauf haben wir dann am Montag normal mit der Arbeit begonnen.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Da hat Sie dann die Polizei kontaktiert – oder wahrscheinlich ist das über die Firma gegangen, nehme ich an, oder?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wir haben über die Firma die Polizei gefragt, ob wir wieder weiterarbeiten dürfen, ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Hat die Polizei vielleicht Ihre Schuhe fotografiert oder sich genauer angeschaut oder abgemessen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Meine Schuhe nicht, nein.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Ihre Schuhe nicht.
Ich darf Ihnen noch ein Dokument vorlegen, die Nummer 781, Seite 102. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) Auf dem Bild sieht man sozusagen die vermutete Einstiegsstelle – beziehungsweise natürlich auch die mögliche Stelle, wie Sie es gerade geschildert haben, des Unfalls –, also dieses Abflussrohr, wo es relativ steil runtergegangen ist. Sind Sie dort in der Gegend an dem Tag auch gelaufen? Können Sie sich daran erinnern?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern, aber kann sehr wohl sein, ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Ist jemand anderer vielleicht da gelaufen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Wie gesagt, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber es kann sehr wohl sein, ja.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Könnte sein, okay.
Und wie war das: Sie haben ja gesagt, zwischen 10 und 12 Uhr sind Sie gegangen. Hat Sie da jemand weggeschickt oder sind Sie halt einfach gegangen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, ich habe dann gefragt, ob sie von mir noch etwas brauchen oder ob ich gehen kann, weil man das, wie gesagt, am Anfang eigentlich ganz schön schlimm verarbeitet, es kommt auch oft wieder, und für mich war dann der Zeitpunkt erreicht, wo ich gesagt habe: Kann ich bitte jetzt dann gehen? Weil: Meine Daten habt ihr, wenn etwas ist, ruft einfach an!
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Okay.
Darf ich Sie noch fragen: Hat man Ihnen das Kriseninterventionsteam angeboten – ein Gespräch?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Nein, habe ich aber dann ehrlich gesagt so nicht gebraucht. Natürlich ist es dann öfter gekommen, aber ich habe es nicht in Anspruch genommen, nein.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Okay, alles klar. – Danke Ihnen.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Bitte.
Dritte Fragerunde
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: So, dritte Fragerunde. – Bitte, Herr Abgeordneter Hafenecker.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Nur mehr drei ganz kurze Fragen, Herr Fechter.
Wissen Sie, wie das bei der Via Donau grundsätzlich ist, werden da die Pegelstände täglich aufgenommen und aktualisiert oder gibt es irgendeine solche Einrichtung? Wir tun uns nämlich schwer, festzustellen, wie tief die Donau oder der Seitenarm zu dem Zeitpunkt waren.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Die Pegelstände werden jeden Tag von mir in einem Tagesbericht eingetragen, in der Früh; und so werden eigentlich die Daten 24 Stunden am Tag vom Pegel Kienstock abgelesen.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Danke.
Sie haben vorhin noch am Ende meiner Befragung gesagt, das Auto ist vom Vater von Frau Polz abgeholt worden. Um was für eine Auto ist es da gegangen und wo ist das gestanden?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das ist hinter dem Polizeiauto gestanden und dürfte ein VW gewesen sein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Und das ist das Auto, mit dem Frau Polz und Frau Wurm vorher gekommen sind?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Genau.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Okay. Dann eine allerletzte Frage, weil es natürlich unklar ist, wie Herr Pilnacek ums Leben gekommen ist, aber Sie haben gesagt, es kann natürlich auch ein Absturz sein. Ich war ja selber dort vor Ort und habe das auch gesehen, dass es da schon hinuntergeht und dass man sich da wahrscheinlich auch wehtun kann. Ich will es nur noch einmal konkretisieren: Also wir haben ja vorhin darüber gesprochen, wie weit sozusagen das Wasser vom Kanalauslass weg war. Da haben Sie gesagt: 2, 3 Meter, bevor das Wasser angefangen hat.
Auskunftsperson Andreas Fechter: So überhapps, ja.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Das heißt, wenn er dort hinunterstürzt, müsste er eigentlich am Trockenen zu liegen gekommen sein und eventuell dort Spuren hinterlassen, bevor - - Er müsste ja dann aufgestanden sein und ins Wasser geirrt sein, nicht, aber er wäre nicht direkt ins Wasser geflogen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das wäre sich bei dem Wasserstand nicht ausgegangen, nein.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Ja, und genau das ist der springende Punkt, weil wir ja auch keine Spuren von einem Sturz dort hinunter festgestellt haben. Das ist natürlich eine offene Frage, und das ist natürlich auch ein Punkt, bei dem wir uns die Frage stellen, warum das die Polizei und die
Behörden nicht interessiert hat und warum man dann so schnell von anderen Optionen ausgegangen ist.
Herr Fechter, vielen herzlichen Dank, dass Sie uns zur Verfügung gestanden sind. Da muss man wirklich den Hut ziehen, Respekt davor. Ich bin mit meinen Fragen am Ende, und noch einmal wie gesagt: Danke schön.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Bitte, Herr Abgeordneter Hanger noch.
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Keine weiteren Fragen, vielen Dank.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Sonst noch weitere Fragen seitens der Abgeordneten? – Das ist nicht der Fall.
Da die nach der Verfahrensordnung vorgesehene Befragungsdauer insgesamt noch nicht erschöpft ist, darf ich noch die Frau Verfahrensrichterin fragen, ob sie ergänzende Fragen an die Auskunftsperson richten will?
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ja, bitte.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Bitte, Frau Verfahrensrichterin.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Herr Fechter, Sie haben zu Beginn, als ich Sie ersucht habe, den Ablauf zu schildern, gesagt, Sie haben Herrn Pilnacek oder den Leichnam aus dem Augenwinkel wahrgenommen, und Sie haben dazugesagt, er war „komplett weiß“, und zwar „wie ein Blatt Papier“. Was war komplett weiß wie ein Blatt Papier?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Das Gesicht und die Hände. Also das Gesicht hat man dann gesehen, und die Hände waren unter Wasser, die waren auch komplett weiß; also das, was halt aus der Kleidung herausgeschaut hat.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich darf jetzt aus dem Akt, sozusagen ohne unmittelbare Aktenvorlage, Ihnen sagen, dass immer wieder das
Thema war, ob der Kopf des Herrn Pilnacek blau war oder besonders blau war, und deswegen wollte ich wissen: Bei der ersten Wahrnehmung, wie Sie ihn gesehen haben, war er daher wie?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Der Kopf war – nachdem sie bei mir beim Bagger vorbeigegangen sind – nach der Bergung nicht blau, also er war immer weiß.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Haben Sie ihn jemals blau wahrgenommen – oder ein Gespräch darüber, dass er blau wäre?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Solange ich dort war, nein.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Dann habe ich noch eine Frage: Sie haben beim ersten Mal, als Ihnen das Foto mit den Punkten vorgelegt worden ist, betreffend den – welcher war es jetzt? – blauen Punkt, den Auffindungsort der Leiche – ich weiß jetzt die Farbe ehrlich gesagt nicht mehr auswendig –, gesagt, Ihrer Meinung nach könnte es sein, dass es ein bisschen weiter flussaufwärts gewesen war, als dort der Punkt eingezeichnet ist. Habe ich Ihnen das jetzt richtig vorgehalten? Ich habe jetzt wiederholt, was Sie gesagt haben.
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja, dort ist halt markant: Bei jedem Wasserstand ändert sich dort das Bild, und da gibt es dann die Böschungskanten, und da ist das halt alles dann entweder weiter weg oder näher – und deswegen: Es kann sein.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Okay, meine Frage geht jetzt nämlich dahin, dass Sie gesagt haben, als Sie da kurz noch einmal zur Polizei gerufen worden sind – als es dann kein Protokoll gab, oder Ihrer Meinung nach war es keine richtige Befragung –, hat man Sie auch gefragt, ob diese Punkte dort richtig eingezeichnet sind. Haben Sie das da auch in der Weise erwähnt, dass das Ihrer Meinung nach ein bisschen weiter oben gewesen sein könnte?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ich habe zu ihnen gesagt, es ist halt schwer, das auf einem Luftbild zu sehen, das nicht am gleichen Tag gemacht worden ist.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Aber was heißt das? Dass Sie gesagt haben, dass es Ihrer Meinung nach - - Haben Sie nur das gesagt? Oder wissen Sie es nicht mehr? Sie müssen es ja nicht wissen.
Auskunftsperson Andreas Fechter: So genau weiß ich es nicht mehr, aber ich bin mir halbwegs sicher, dass ich gesagt habe, bei einem Luftbild, das am gleichen Tag gemacht wird, kann man es sicher früher sagen, als wenn das zwei Wochen später oder so gemacht wird, weil einfach der Wasserstand ein anderer ist.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Und noch einmal, nur um es zu verifizieren: Ihrer Wahrnehmung nach war der Bruder der Frau Anna Polz nicht dort? Sie müssen es ja nicht wissen, aber es kann ja sein, dass Sie - -
Auskunftsperson Andreas Fechter: Er wäre mir zu dem Zeitpunkt nicht aufgefallen, nein.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Gut. Dann habe ich doch noch eine Frage:
Sie waren ja ursprünglich - -, Sie haben gesagt, kurz bevor Sie den Leichnam wahrgenommen haben, sind Sie am Standort des Baggers – und dort ist getankt worden – dann nach vorne gefahren und haben den Leichnam wahrgenommen. Hätten Sie vor dem Zeitpunkt, wo Sie da vorgefahren sind und den Leichnam wahrgenommen haben, überhaupt von Ihrem Standort aus sehen können, ob da vorne beim Schranken irgendwelche Leute gehen oder nicht gehen?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Von dem Standort her, wo ich - - Ich habe ja da vorher mit dem Auto vorbeifahren müssen, da war niemand dort. Und dann, von meinem Standort vom Bagger, wo ich vorne gearbeitet habe – nein, hätte ich nicht sehen können.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Also theoretisch, weil jetzt im Zuge der Befragung halt auch aufgekommen ist, ob dort auch Menschen waren.
Das heißt, als Sie dort mit dem Bagger waren, hätten da vorne – ich sage jetzt: beim Schranken, oder wo auch immer – Menschen sein können, die Sie bis dorthin auch vielleicht gar nicht wahrgenommen haben?
Auskunftsperson Andreas Fechter: Ja. Als ich angefangen habe, war es stockfinster, und da hätte jemand dort sein können, ja.
Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Gut. Vielen Dank.
Vorsitzender Dr. Walter Rosenkranz: Da keine weiteren Fragen mehr vorliegen, erkläre ich die Befragung der Auskunftsperson für beendet.
Ich darf mich sehr herzlich auch bei Ihnen für die Zeit, für Ihre Antworten und für Ihr Erscheinen bedanken. Sie werden jetzt hinausbegleitet.