Stenographisches Protokoll

Pilnacek-Untersuchungsausschuss


Untersuchungsausschuss betreffend Klärung politischer Einflussnahme auf Ermittlungen in der Causa Pilnacek


6. Sitzung | medienöffentlich

11. Februar 2026

XXVIII. Gesetzgebungsperiode Lokal 1 | Erwin Schrödinger

Abteilung 1.4/2.4

Stenographische Protokolle



Befragung der Auskunftsperson Karin Wurm


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich begrüße Frau Karin Wurm und ihre Vertrauensperson, Herrn Mag. Volkert Sackmann.


Ich darf einleitend fragen, ob Ihre persönlichen Daten, so wie sie mir auf den Personalblättern vorliegen, wie ich annehme, der Richtigkeit entsprechen. (Die Auskunftsperson nickt.)


Frau Wurm, ich darf Sie wie folgt belehren:


Sie werden vor dem Untersuchungsausschuss betreffend Klärung politischer Einflussnahme auf die Ermittlungen in der Causa Pilnacek als Auskunftsperson angehört. Sie haben mit der Ladung eine schriftliche Belehrung über Ihre Rechte und Pflichten erhalten, und ich weise Sie auf diese schriftliche Belehrung hin.


Sie sind verpflichtet, die an Sie gerichteten Fragen wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Eine vorsätzlich falsche Aussage vor dem Untersuchungsausschuss kann gemäß § 288 Abs. 3 StGB wie eine falsche Beweisaussage vor Gericht mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.


Es besteht vor dem Untersuchungsausschuss kein generelles Recht auf Aussageverweigerung. Die Aussageverweigerungsgründe konnten Sie der mit der Ladung zugestellten schriftlichen Belehrung entnehmen. Die Gründe für eine Aussageverweigerung sind anzugeben und über Verlangen glaubhaft zu machen.


Auch weise ich Sie auf die bereits schriftlich mitgeteilte Geheimhaltungspflicht nach dem Informationsordnungsgesetz hinsichtlich klassifizierter Informationen hin. Das gilt auch noch nach Beendigung der Befragung. Dem Untersuchungsausschuss vorgelegte Akten und Unterlagen dürfen nicht veröffentlicht werden. Heute vorgelegte Unterlagen dürfen weder von Ihnen noch von Ihrer Vertrauensperson an sich genommen werden. Weder Sie noch Ihre Vertrauensperson dürfen davon Kopien, Notizen oder Auszüge anfertigen.



Sie sind berechtigt, Beweisstücke vorzulegen, die Zulässigkeit an Sie gerichteter Fragen zu bestreiten und den Ausschluss der Öffentlichkeit jederzeit zu beantragen.


Dann belehre ich auch Herrn Mag. Volkert Sackmann über die strafrechtlichen Folgen einer falschen Aussage: Auch eine allfällige Mittäterschaft an einer vorsätzlich falschen Aussage vor dem Untersuchungsausschuss kann gemäß

§ 288 Abs. 3 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Auch für Sie gilt das Informationsordnungsgesetz.


Die Auskunftsperson kann Sie als Vertrauensperson jederzeit um Rat fragen, und Sie können sich mit der Auskunftsperson ohne zeitliche Beschränkung beraten. Die Auskunftsperson darf dabei jedoch nicht bei der Ablegung einer freien und vollständigen Aussage beeinflusst oder gar daran gehindert werden.


Sie selbst sind nicht berechtigt, das Wort im Untersuchungsausschuss zu ergreifen. Bei Verletzung der Verfahrensordnung oder Eingriffen in die Grund- und Persönlichkeitsrechte der Auskunftsperson steht es Ihnen frei, sich unmittelbar an mich als Verfahrensrichterin oder den Herrn Verfahrensanwalt zu wenden. – Vielen Dank.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Vielen Dank, Frau Verfahrensrichterin.


Frau Wurm, als Auskunftsperson haben Sie das Recht, eine einleitende Stellungnahme abzugeben. Diese soll 20 Minuten nicht überschreiten. Wollen Sie von diesem Recht Gebrauch machen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Sie wollen von diesem Recht Gebrauch machen.



Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, ich möchte von diesem Recht Gebrauch machen.


Einleitende Stellungnahme


Auskunftsperson Karin Wurm: Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte die Möglichkeit nutzen und hier einleitend ein paar klarstellende Worte verlieren.


Ich denke, dass ich hier als Auskunftsperson gänzlich ungeeignet bin. Es ist mir nicht erklärlich, inwiefern ich zur Aufklärung von allfälliger politischer Einflussnahme durch Ressortverantwortliche, Mitarbeiter ihrer politischen Büros und leitende Bedienstete des Bundeskanzleramts, des Bundesministeriums für Inneres, des Bundesministeriums für Justiz und durch oberste Verwaltungsorgane beitragen kann. Ich habe keine politischen Kontakte so wie Frau Anna Polz.


Man wirft mir vor, dass ich den Stein ins Rollen gebracht habe, dass ich dafür verantwortlich sein soll, den – unter Anführungszeichen – „eindeutigen Selbstmord“ böswillig hinterfragt zu haben, und ich mir eine Mordsgeschichte ausgedacht hätte. Nur wegen mir sollen Polizeibeamte unschuldig verfolgt worden sein. Aber diese Geschichte stimmt so nicht. Ja, ich habe eine Anzeige erstattet, weil es mir äußerst seltsam vorkam, dass die Ermittler sich so dermaßen auf die elektronischen Geräte des Mag. Pilnacek konzentrierten, gleichzeitig aber keine Ermittlungen zu den letzten Stunden seines Lebens anstellten.


Wieso ruft mich ein Beamter mehrmals an und fragt nach dem Laptop, zuletzt kurz vor Weihnachten 2023, und erzählt mir dazu, dass die Polizei und er schon die ganze Wohnung in Wien durchsucht hätten? Wieso wurde das Handy noch am Todestag dem Anwalt von Frau List übergeben? Und warum wurde bereits in der Früh des 20.10.2023, noch vor der Beschau durch die Ärztin, sofort von Selbstmord gesprochen?



Bis jetzt konnte mir niemand erklären, wie sich ein über 1,90 Meter großer Mann in einem für ihn seichten Wasser, das noch dazu keine Strömung aufwies, das Leben nehmen und sich dabei 20 zum Teil schwere Verletzungen zuziehen kann. Auf keinem einzigen Foto der Polizei sind Hinweise auf ein Sturzgeschehen erkennbar, wie insbesondere Abdrücke von Handflächen, Knien, Ellenbogen, Blut oder sonst etwas. Die Polizei lässt auch unerwähnt, dass direkt nach der steinigen Stelle das Wasser nicht unmittelbar beginnt und dass es vor allem seicht beginnt, man also in das Wasser hineinwaten muss, um überhaupt an eine Stelle zu gelangen, die so tief ist, dass man bequem in die Knie gehen und unter Wasser tauchen kann.


Nach meinem Dafürhalten hat die Polizei unsauber und vollkommen desinteressiert gearbeitet. Das ist explizit kein Hinhauen auf die gesamte Polizei – und Sie, Herr Hanger, müssen sich nicht schützend vor diese stellen und den Helden spielen. Das ist lächerlich, und das wissen Sie auch.


Das sind einige Punkte, die mich bis heute daran zweifeln lassen, dass sich Christian Pilnacek das Leben genommen hat. Er war nicht der Typ, der sich von einer Führerscheinabnahme wegen betrunkenen Fahrens aus dem Gleichgewicht hätte bringen lassen, schon gar nicht hätte ihn so etwas in den Selbstmord getrieben.


Ich erfuhr auch immer wieder massiven Gegenwind, als ich im Akt der Staatsanwaltschaft nachlesen wollte, wie sich die Strafverfolgungsbehörden das Ableben von Christian Pilnacek erklären. Die Akteneinsicht wurde vollkommen zu Unrecht verweigert. Zuerst hat die Oberstaatsanwaltschaft Wien die Staatsanwaltschaft Krems angewiesen, mir eine Akteneinsicht light zu bewilligen. Erst das unabhängige Gericht in Krems hat dann die Rechtsverletzung

festgestellt und die Staatsanwaltschaft angewiesen, mir Einsicht in den gesamten Akt zu gewähren.


Aber auch da zeigte sich wieder eine Zweiklassengesellschaft: Frau List wurde umfassend Akteneinsicht gewährt – offenbar wurde ihr beziehungsweise ihrem



Anwalt auch die gesamte Lichtbilddokumentation der Fundort-, Leichen- und Obduktionsfotos elektronisch zur Verfügung gestellt –, während ich unter Aufsicht eines Rechtspraktikanten in den Amtsräumen der Staatsanwaltschaft Einsicht nehmen musste. Diese Ungleichbehandlung kann mir bis heute ebenfalls niemand erklären. Für mich stellt sich daher in diesem Zusammenhang die meines Erachtens vollkommen zulässige Frage: Wieso wird da so gemauert? (Abg. Hanger [ÖVP]: Unglaublich!)


Abschließend will ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich keine Ermittlungen behindert oder verhindert habe. Ich habe auch nicht das Handy von Christian Pilnacek verbrannt und auch nicht seine Smartwatch manipuliert.


Gegen mich laufen mehrere Ermittlungsverfahren, und am Wochenende hat mir der „Kurier“ ausgerichtet, dass es eine weitere Anzeige gegen mich gibt. Ich werde daher nur sehr eingeschränkt Antworten geben, und zwar nur dann, wenn die Fragen nicht auf Umstände abzielen, die Gegenstand von Ermittlungen gegen mich sind. – Danke schön. (Abg. Hanger [ÖVP] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsordnung: Herr Abgeordneter Hanger.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Verfahrensrichterin, eine Frage: Das ist jetzt auch für mich Neuland, obwohl ich schon in vielen Ausschusssitzungen war. Die Auskunftsperson hat aus meiner Sicht – und ich habe doch jetzt ein wenig Aktenkenntnis – mindestens zweimal einen falschen Vorhalt gemacht. Sie hat von einer illegalen Hausdurchsuchung in der Wohnung des Christian Pilnacek gesprochen, sie hat davon gesprochen, dass es keine Strömung im Seitenarm gab. Der Baggerfahrer, der berühmte, hat da ganz gegenteilig ausgesagt. (Abg. Wotschke [NEOS] hebt die Hand.) Wie gehen wir mit diesen falschen Vorhalten schon im Einleitungsstatement um?



Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Frau Abgeordnete Wotschke, bitte.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS) (zur Geschäftsbehandlung): Wir haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ich glaube, das wäre der richtige Umgang damit, um das zu hinterfragen. Das Eingangsstatement per Geschäftsordnungsdebatte einzuordnen, ist, glaube ich, nicht der richtige Weg.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Abgeordneter Hanger.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Also ich habe die Frage an die Frau Verfahrensrichterin gestellt und nicht an die Frau Kollegin Wotschke.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Bitte, Frau Verfahrensrichterin.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich bin der Meinung, die Auskunftsperson ist nur bei ihrer Aussage und bei der Befragung und Beantwortung zur Wahrheit verpflichtet. Ich gehe davon aus, dass sie ihr Eingangsstatement mit ihrer Vertrauensperson abgesprochen hat und sich dessen bewusst ist, was sie sagt, und die Gründe dafür kennt, nehme ich an.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Vielen Dank, Frau Verfahrensrichterin. Ich ersuche Sie jetzt um die Durchführung der Erstbefragung.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich möchte in diesem Fall auf eine Erstbefragung verzichten, ich möchte Ihnen keine eigenen Fragen stellen, möchte aber jetzt die Gelegenheit aus gegebenem Anlass ergreifen und alle, auch die Frau Wurm, daran erinnern, dass wir versuchen sollten, die Befragung möglichst emotionslos und sachlich zu absolvieren.



Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke, Frau Verfahrensrichterin.


Werter Ausschuss, die Redezeitvereinbarung ist Ihnen bekannt. Im Sinne der Redeordnung erteile ich Abgeordneter Wotschke das Wort. – Bitte.


Erste Fragerunde


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank, Herr Vorsitzender!


Vielen Dank, Frau Wurm, dass Sie heute hier sind und aussagen! Ich weiß, es kann emotional nicht leicht sein, Sie haben auch schon sehr oft ausgesagt, und es ist auch sicher nicht leicht, weil Ihre Person medial so in den Fokus gerückt ist.


Meine Eingangsfrage wäre: Haben Sie das Gefühl, dass jemand vor dieser Befragung versucht hat, auf Sie Druck auszuüben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, also ich habe keinen Druck erfahren – außer den medialen Druck.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Was meinen Sie mit medialem Druck?


Auskunftsperson Karin Wurm: Na ja, die Medienberichte über - - Ja, einfach alles, was über mich geschrieben wurde – teilweise Unwahrheiten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie davon gelesen, dass man bei der Finanzprokuratur anregen will, zu prüfen, ob Sie die Kosten des Untersuchungsausschusses tragen sollen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, das habe ich selbstverständlich gelesen.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Und war das Ihrer Wahrnehmung nach ein Einschüchterungsversuch?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Fühlen Sie sich eingeschüchtert? (Abg. Hanger [ÖVP]: ... Widerspruch jetzt!)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich lasse mich nicht einschüchtern, weil ich nur die Wahrheit sage. (Abg. Hanger [ÖVP]: Da war schon ein Widerspruch in der ersten Aussage!)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Herr Abgeordneter Hanger, ich würde Sie bitten, die Frau Abgeordnete nicht zu unterbrechen. Wenn Sie meinen, Widersprüche äußern zu können, können Sie das im Rahmen Ihrer Redezeit relevieren. – Bitte, Frau Abgeordnete.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie den Eindruck, man versucht Sie zu provozieren?


Auskunftsperson Karin Wurm: In manchen Aussagen, ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Gut. – Dann gehen wir zum ersten Themenkomplex. Sie haben - - (Abg. Hanger [ÖVP] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Pardon, Frau Abgeordnete, wenn ich Sie kurz unterbreche. – Zur Geschäftsbehandlung.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Ich darf Frau Kollegin Wotschke darauf hinweisen, dass wir hier im Untersuchungsausschuss nach Wahrnehmungen fragen und nicht, ob jemand provoziert worden ist oder nicht. Vielleicht könnten wir uns da schon auch wieder stringent an die Verfahrensordnung halten.



Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Ich habe keine unzulässige Frage wahrgenommen.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Nein, aber ich möchte es nur zum Anlass nehmen: Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Frage unzulässig war, aber ich würde Sie natürlich schon bitten, dass so persönliche Gefühle und so der Auskunftsperson jetzt natürlich nicht - - Da muss man im Einzelfall immer eine Abgrenzung zur Wahrnehmung und zum persönlichen Empfinden und zu Schlussfolgerungen der Auskunftsperson ziehen. Aber ich würde meinen, das war jetzt noch in Ordnung.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: So, Frau Abgeordnete, Sie sind am Wort.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank.


Vielleicht, wieso wir es gefragt haben: zur Relevanz, halt um auch einzuordnen, wie Sie hier aussagen.


Die Datenträger: Sie haben gemeint, dass es eine große Konzentration auf elektronische Geräte gab – hier für uns auch zentral: das Mobiltelefon von Christian Pilnacek.


Hier die erste Frage: Wo befand sich das Handy von Christian Pilnacek am Morgen des 20. Oktober?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das Handy von Christian Pilnacek befand sich in der Küche unseres gemeinsamen Domizils in Rossatz.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Es wurde ja von der Polizei abgeholt. Können Sie kurz schildern, wie es dazu kam?



Auskunftsperson Karin Wurm: Anna P. und ich wurden bei der Polizeidienststelle in Mautern vernommen, und im Zuge dieser Vernehmung wurden wir gefragt, ob wir die Gegenstände wie Handy, Autoschlüssel, Geldbörse der Witwe übergeben möchten, und wir haben gesagt: Nein, wir bitten, dass die Polizei das übernimmt. Die Gegenstände wurden dann von einer – ich weiß jetzt nicht, aber es waren keine uniformierten Polizisten – abgeholt, nachdem ich sie in einen Gefrierbeutel gepackt habe, und Anna P. hat sie den beiden Polizisten dann am Hauseingang übergeben, die Gegenstände.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dass man die Gegenstände der Witwe übergeben solle oder wolle, wurde das von Ihrer Seite aufgebracht, also von Ihnen oder von der Frau Polz, oder wurde das zuerst von der Polizei aufgebracht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das wurde von der Polizei aufgebracht, weil die uns gefragt haben – sowohl Anna Polz als auch mich –, ob wir die Gegenstände der Witwe übergeben möchten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Frau Polz hat ja vor dieser Einvernahme auch mit Herrn Takacs gesprochen. Haben Sie da Wahrnehmungen zu dem Gespräch?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe keine detaillierten Wahrnehmungen, ich habe nur wahrgenommen, dass sie mit Taki gesprochen hat.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wissen Sie, ob ihr der irgendetwas bezüglich der Gegenstände geraten hat? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu habe ich keine Wahrnehmung. Ich weiß, dass die gesprochen haben, aber genau über was, weiß ich nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Bei der Übergabe dann: Wie lief die ab?



Auskunftsperson Karin Wurm: Also die Übergabe der Gegenstände – wie gesagt –: Ich habe das in einen Gefrierbeutel gepackt – Handy, Geldbörse und Autoschlüssel –, und dann sagte ich zu Anna: Ich möchte das nicht übergeben, bitte mach du das an der Hauseingangstür!, und ich bin dann nicht runtergegangen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Was war damals ihr Eindruck, dass die Polizei mit dem Handy und den Gegenständen machen wird?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, Frau Wotschke, ich hatte da zu dem damaligen Zeitpunkt keinen Eindruck, weil ich - - Wie gesagt, ich war in einem Ausnahmezustand. Ich, ja - -


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Verstehe ich. – Hat Sie nach der Übergabe von dem Handy noch jemand kontaktiert mit Blick auf das Handy – wollte wissen, wo es ist, wollte wissen, was drin ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nicht - - Nein, hat mich niemand. Ich muss mir jetzt nachdenken: hat mich niemand kontaktiert.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): War das Handy gesichert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also das kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen, ich weiß nur, dass Christian – also Christian Pilnacek – seine PINs, seine PIN-Codes in der Geldbörse hatte.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Sie jemand nach dem PIN gefragt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Sie haben ja Geldbörse und Handy übergeben, das heißt, dann wäre ja quasi der PIN in der Geldbörse und Handy in einem übergeben worden. Haben Sie irgendjemandem mitgeteilt, dass dieser PIN in der Geldbörse ist?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das habe ich nicht mitgeteilt.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie das Mobiltelefon von Mag. Pilnacek jemals auch selber verwendet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, habe ich nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Auch am 20. Oktober haben Sie es nicht selber geöffnet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, habe ich nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wissen Sie oder haben Sie wahrgenommen, wie Mag. Pilnacek kommuniziert hat am Handy, also Signal - -


Auskunftsperson Karin Wurm: Also die meiste Zeit über Signal, aber wahrscheinlich auch über WhatsApp. Wir hatten über WhatsApp kommuniziert.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): War die Nachrichteneinstellung auf selbstlöschend?


Auskunftsperson Karin Wurm: Da kann ich mich nicht mehr erinnern.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ich würde gerne einen Vorhalt machen, das ist eine Zeugeneinvernahme von Ihnen – Dokument Nummer 691, Seite 12. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Mir geht es um den zweiten Absatz, startend mit: „An diesem Tag“.


Auskunftsperson Karin Wurm: Um welchen Absatz, bitte?


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Der zweite Absatz; Beginn:

„An diesem Tag“. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, habe ich gelesen.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Da schreiben Sie eben, dass Mag. Pilnacek an diesem Tag ein „Treffen mit Kurz ‚und Co‘“ hatte. „Kurz hat ihn hundert Mal angerufen, sodass mir das schon auf die Nerven gegangen ist.“


Wissen Sie noch, um welche Treffen es sich hier gehandelt hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Um explizite Treffen weiß ich nicht, um was es gegangen ist, ich weiß nur, dass er damals – der Christian – Sebastian Kurz mehrmals die Woche getroffen hat; aber explizit weiß ich nichts.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wissen Sie, aus welchem Grund?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich denke, es war die Vorbereitung auf Herrn Kurz’ - - auf die Verhandlung, die Herr Kurz hatte.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Das war die Verhandlung betreffend die Falschaussage im Untersuchungsausschuss. Stimmt das?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wie viel Kontakt hatte denn Sebastian Kurz mit Christian Pilnacek – von dem, was Sie wahrgenommen haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich weiß, dass sie mehrmals wöchentlich telefoniert haben, aber es fanden auch Treffen statt.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Jetzt im selben Dokument eine Seite weiter; der Absatz beginnt mit „Vor der Führerscheinabnahme“; Seite

13. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Den vierten Absatz lese ich kurz vor:



„Er hat mir am Vortag noch gesagt: Alle wollen sie was von mir, nur mir hilft keiner. Ich habe ihm gesagt, du lässt es auch zu. Auf Nachfrage: Mit ‚alle‘ nehme ich an, dass er seine beratenden Tätigkeiten rund um ‚Kurz und Co‘ gemeint hat.“


Hier meine konkrete Frage: Was für Wahrnehmungen haben Sie zu beratenden Tätigkeiten von Christian Pilnacek?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich weiß nur, dass er, wie gesagt, Herrn Kurz und Herrn Rauball beraten hat, das war ein väterlicher Freund. Sonst habe ich eigentlich keine Wahrnehmungen zu den Beratungstätigkeiten. Das waren die beiden, wovon ich wusste.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Mag. Pilnacek Ihnen hier gesagt, um welche Aufgaben es sich handelt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wir haben zu Hause sehr wenig über die Aufgaben gesprochen. Es waren lediglich Beratertätigkeiten, so meinte er.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Juristische Beratungstätigkeiten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das nehme ich an.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Mag. Pilnacek auch in einer Rechtsanwaltskanzlei beraten oder geholfen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich weiß, dass er bei Rechtsanwalt Schender, ich glaube im vierten Bezirk, teilweise auch, ja, geholfen hat.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hatte er da ein Dienstverhältnis?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich nicht beantworten.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat er da aus deren Büro heraus gearbeitet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Zeitweise ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat er dort juristische Einschätzung gegeben, nehme ich an? Hat er auch Mandanten vermittelt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wie gesagt, das kann ich nicht explizit beantworten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wissen Sie, ob er für seine Beratungstätigkeiten, sowohl bei Sebastian Kurz und Co als auch in der Kanzlei Schender ein Honorar bekommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen auch nicht beantworten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, dass er ein Honorar bekommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe dazu keine Wahrnehmungen, nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, dass er Beratungstätigkeiten für Wolfgang Sobotka gemacht hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu habe ich keine Wahrnehmung, nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Karl Nehammer?


Auskunftsperson Karin Wurm: Auch dazu keine Wahrnehmung. Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Gernot Blümel? Auskunftsperson Karin Wurm: Das war vielleicht vor meiner Zeit.

Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wolfgang Brandstetter?



Auskunftsperson Karin Wurm: Auch dazu kann ich nichts sagen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Sie haben gesagt, dass Sie zumindest keine Wahrnehmungen zu Honoraren haben. Ich würde gerne einen Vorhalt machen. Das ist ein „Standard“-Artikel vom 10. Februar. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.)


Da vor allem relevant unter dem Bild: Meines Wissens – und auch nach dem, was Frau Polz ausgesagt hat – wollten Sie gemeinsam mit Herrn Pilnacek ein Haus in Rossatzbach kaufen, und das sollte offenbar 1,4 Millionen Euro kosten. Hier meine Frage: Wie sollte der Kauf finanziert werden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Der Kauf sollte durch Herrn Rauball zwischenfinanziert werden.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Zwischenfinanziert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Und Herr Rauball hätte das Geld dann von Herrn Pilnacek bekommen sollen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das nehme ich an.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Und Herr Pilnacek hätte das Geld woher gehabt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, denn darüber haben wir nicht gesprochen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, dass Herr Pilnacek Geld aus Dubai erwartet hätte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe nur Wahrnehmungen dazu, dass es in der „Presse“ gestanden hat, mehr nicht.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wer sollte bei dem Kauf tatsächlich als Käufer auftreten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die ZB Capital in der Schweiz, die Firma von Herrn Wolfgang Rauball – oder wo er Geschäftsführer war.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wieso?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Das war eine Abmachung zwischen Herrn Wolfgang Rauball und Herrn Mag. Pilnacek.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, dass man das nachher noch hätte weiter übertragen wollen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu habe ich keine Wahrnehmungen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie die Entwürfe des Kaufvertrags gelesen oder gesehen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe die Entwürfe überflogen, aber ich habe mich nicht weiter darum gekümmert.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hätten Sie das Haus mit gekauft?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu fehlen mir die finanziellen Mittel.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen, dass es bei diesem Kauf zu Komplikationen gekommen ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, es waren einige Komplikationen, die die Verträge betrafen, aber wie gesagt: Da war ich nicht involviert. Das war auch eine Sache zwischen Mag. Pilnacek und Herrn Rauball.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ich würde einen Vorhalt machen: Dokument Nummer 435, Seite 635. (Der Auskunftsperson wird ein



Schriftstück vorgelegt.) Das ist von der Auswertung der Smartwatch. Das sind Chats, die den Hausverkauf betreffen. Hier eine Nachricht, die mich interessiert, nämlich die Nachricht vom Verkäufer: „Ja bitte dringend! Die Familie wird sehr unruhig!“, „Und misstrauisch“.


Haben Sie Wahrnehmungen, was damit gemeint war? (Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen.) – Eine Seite weiter. Der Chatverlauf beginnt auf der Seite oben und geht dann hinunter.


Auskunftsperson Karin Wurm: Das Problem war, dass die ZB Capital, der Geschäftsführer, den Herr Rauball dem Christian Pilnacek genannt hat, der hat für alles so lange gebraucht. Das habe ich schon mitbekommen. Wahrscheinlich ging diese Nachricht bezüglich des Geschäftsführers.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Kannten Sie den Verkäufer?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe Herrn Christoph Stadlhuber einmal bei der Hausbesichtigung mit Christian Pilnacek gesehen, ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wissen Sie, woher der Kontakt kam?


Auskunftsperson Karin Wurm: Der Kontakt: Anna Polz kannte H. S.1, die Frau von Christoph Stadlhuber, aber das Haus war ja ausgeschrieben über Real Estate und eine gewisse Frau R.2. Frau R. war die Immobilienmaklerin.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Also im Endeffekt dann über die Immobilienmaklerin?


1 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen.

2 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit R. anonymisiert.



Auskunftsperson Karin Wurm: Genau.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hatten Sie das Gefühl, dass Christian Pilnacek unter Druck gesetzt wurde?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wir hatten natürlich nie das Thema Politik, weil ich immer gesagt habe, bitte lassen wir das in unserem Kleinod außen vor, aber ich kann es jetzt nicht mit Sicherheit sagen. Nur, ich denke, der USB-Stick, der nach wie vor nicht aufgetaucht ist, den er aber immer bei sich hatte, das war seine Lebensversicherung.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wieso hätte er eine Lebensversicherung gebraucht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich denke mir, weil Herr Pilnacek sicherlich sehr viel Interna gewusst hat und auf diesem Stick bestimmt einige brisante Daten aufgehoben hat.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Was meinen Sie mit Interna?


Auskunftsperson Karin Wurm: Interna aus der Politik.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Zum Beispiel?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich kann jetzt keine explizite Politik - - (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt- Stellvertreter.)


Also explizit weiß ich es nicht, und er hat nur gesagt, er hat halt viel auf diesem Stick.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Mit welchen Personen aus der Politik hatte Christian Pilnacek besonders häufig Kontakt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Da fällt mir nur Herr Kurz ein.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Kannten Sie Herrn Otto Dietrich?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Christian Pilnacek bestimmte Personen als irgendwie besonders wichtig bezeichnet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, hat er nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen dazu – Christian Pilnacek war ja in diesem Moment suspendiert, also eben genau nicht im Ministerium –, wieso er so regen Kontakt in auch politische Kreise gehalten hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich auch nicht sagen, dazu habe ich keine Wahrnehmungen. Also warum, wieso, kann ich nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie nie mit ihm darüber gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das haben wir nicht, weil ich wie gesagt immer gesagt habe: Bitte, die Politik außen vor lassen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wir würden gerne noch einen Vorhalt machen, nämlich die Aussage von Christian Pilnacek am Mattura- Tape, aus einem Presseartikel vom 21. November 2023, am Ende der Seite 1, Anfang der Seite 2. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Wie weit soll ich lesen?


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ende Seite 1, Anfang Seite 2, ich kann das aber gerne kurz zusammenfassen: Es ist einerseits der



Passus mit dem Zitat von Christian Pilnacek selbst: „Man verlangt, dass ich Ermittlungen einstelle. Das kann ich nicht, mach’ ich nicht“.


Und dann zwei Absätze weiter zum Verhältnis von Christian Pilnacek zur ÖVP, da auch wieder zitiert von Christian Pilnacek: „Als ich sagte: ,Tut ihr auch was für meine Unterstützung?‘, (...) kam als Antwort: ,Du warst ja nie bei uns.‘“ (Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen. – Auskunftsperson Wurm: Ja!)


Haben Sie Wahrnehmungen, dass Christian Pilnacek sich im Stich gelassen gefühlt hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also er hat nur ein Mal gesagt – das war ein Satz –, er hat gesagt: Ich habe ihnen immer geholfen und mir hilft jetzt keiner.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): In welchem Kontext hat er das gesagt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Er hat es einfach so in den Raum geworfen. Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wann war das circa? Auskunftsperson Karin Wurm: Im Sommer 2023.

Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Er bezieht sich in diesem Tape ja ganz besonders auf Wolfgang Sobotka. In welchem Verhältnis standen Christian Pilnacek und Wolfgang Sobotka?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich denke, die hatten kein Naheverhältnis und auch kein freundschaftliches. Ich weiß es nicht, also ich kann es nicht genau sagen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wissen Sie, ob die sich öfter getroffen haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu kann ich auch nichts sagen.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Oder sonst wie öfter Kontakt hatten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Kann ich nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Kennen Sie Anna Gabriel?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Woher?


Auskunftsperson Karin Wurm: Anna Gabriel habe ich anlässlich eines Geburtstages von Anna Polz kennengelernt im Justizministerium, Entschuldigung, Justizcafé.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Anna Gabriel Ihnen etwas über Interventionen, Dinge erzählt, die Christian Pilnacek machen soll?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, also darüber haben wir nicht gesprochen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie wahrgenommen, dass Anna Polz oder andere Personen Informationen an Wolfgang Sobotka weitergegeben haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Würden Sie die Frage bitte noch einmal wiederholen?


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, dass Anna Polz oder auch andere Personen im direkten Umfeld Informationen an Wolfgang Sobotka weitergegeben haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu habe ich keine Wahrnehmung.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Anna Gabriel Sie nach dem Ableben von Mag. Pilnacek kontaktiert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, sie hat mich nicht kontaktiert.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Eine Frage zu den Gegenständen im Haus, hier vielleicht über Vorhalt Dokument 49, Seite 291, das ist eine Zeugeneinvernahme von Ihnen vom 21. Oktober 2025. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Die ganze Seite?


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Relevant ist vor allem Ihre Aussage, beginnend mit: „Ach so, auf das wollen Sie raus“. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen. – Auskunftsperson Wurm: Ja!)


Hier geht es eben um einen Karton von Akten. Können Sie da kurz schildern, was passiert ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich hatte einen Freund aus Deutschland, der hat regelmäßig die Gartenarbeit in Rossatz erledigt, das heißt Baumrückschnitt und, und, und. Also er hat mich ungefähr - - Nachdem die Einvernahme war, hat er mich kontaktiert, und er sagt dann zu mir: Kannst du dich noch erinnern, als die Anna die Akten von ihrem Auto unter der Treppe – das ist ein altes Winzerhaus gewesen; eine Treppe, unter der man etwas verstauen kann – reingegeben

hat? – Sage ich: Nein, ich weiß das nicht mehr. – Aber er hat es gesehen. Er ist eine sehr neugierige Person und hat dann auch eines Tages in einen von diesen Ordnern hineingeschaut, und – er ist wie gesagt deutscher Staatsbürger und hat natürlich jetzt keine Ahnung, was Mock ist – er hat mir nur gesagt, da ist obengestanden: Mock-Akten. Also mehr - -, ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wofür steht Mock in dem Zusammenhang?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich denke, dass es für Mock-Institut steht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, was das ist?



Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe dazu keine Wahrnehmungen, weil ich 20 Jahre in Deutschland gelebt habe, und da weiß ich leider zu wenig darüber.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Ihnen Anna P. etwas darüber erzählt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, Anna P. hat mir nichts darüber erzählt.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Anna P. öfter etwas mitgenommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich denke, nicht in diesem Ausmaß. Aber ich kann mich da auch nicht erinnern, ob sie jetzt öfter irgendwelche Ordner mitgenommen hat.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Öfter als ein Mal?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wie gesagt, dazu kann ich nichts sagen. Sie hat sicherlich ihre persönlichen Ordner mitgehabt, aber was da drinnen war, weiß ich nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie direkt wahrgenommen, wie Anna Polz diese Ordner mitgenommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, wie gesagt, ich habe das Verstauen dieser Ordner nicht beobachtet, das hat der sogenannte Gärtner, Herr B.3, beobachtet.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Anna P. jemals danach gefragt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das habe ich nicht.


3 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie sonst in Gesprächen mit ihr etwas über das Alois-Mock-Institut gehört?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, habe ich auch nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Anna P. Von ihrer Arbeit erzählt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, darüber hatten wir uns nie unterhalten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie mit Mag. Pilnacek über die Akten gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie mit ihm über Wolfgang Sobotka gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Gut, dann vorerst keine weiteren Fragen.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Frau Abgeordnete Prammer, bitte.

Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank. Frau Wurm, danke, dass Sie heute bei uns sind.

Ich möchte noch einmal ganz kurz zu diesem Immobilienkauf zurückspringen: Sie haben da von einer Zwischenfinanzierung gesprochen. Wie war denn dieses Zwischen gedacht? Das heißt, was sollte denn dann im Anschluss an diese Zwischenfinanzierung folgen? Wer sollte denn das Haus dann endgültig bezahlen?



Auskunftsperson Karin Wurm: Also wie gesagt, ich wusste eben nur von dieser Zwischenfinanzierung, aber woher das Geld gekommen wäre, wie die Kollegin schon vorher gefragt hat, das kann ich Ihnen nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Hätten Sie irgendwelche Verpflichtungen zu übernehmen gehabt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich hätte und ich könnte auch keine Verpflichtungen übernehmen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): In diesem Artikel, in diesem

„Standard“-Artikel, den wir vorhin schon gesehen haben, den wir jetzt noch einmal vorlegen möchten, ist auch von einer Finanzierung von 90 000 Euro für Ihre Boutique die Rede. Was ist denn Ihre Wahrnehmung dazu? (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also das waren wie gesagt 90 000 Euro, darüber hat auch ein Vertrag bestanden. Das war für Beratertätigkeiten gegenüber Herrn Rauball, und das war das Geld, das mir Herr Christian Pilnacek praktisch über Herrn Rauball für die Eröffnung meines Geschäftes in Krems an der Donau hätte zukommen lassen sollen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Und zwischen welchen Parteien war dieser Vertrag abgeschlossen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Es gab einen Vertrag zwischen Herrn Rauball und mir, der von uns beiden unterschrieben war, den Christian Pilnacek aufgesetzt hat.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Da ging es um ein Darlehen von Herrn Rauball an Sie?



Auskunftsperson Karin Wurm: Genau. Also es wurde als Darlehen praktisch deklariert und das ging an mich, ja, wäre an mich gegangen. Ich habe es aber nie bekommen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ist da zur Rückzahlung irgendetwas vereinbart gewesen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu kann ich mich jetzt nicht ganz entsinnen, das weiß ich nicht. Es wäre eine Rückzahlung angegeben gewesen, aber wie viel Prozent weiß ich nicht mehr.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sie haben gesagt - - Also Sie haben jetzt schon darüber gesprochen, wie der Kontakt zu den Verkäufern stattgefunden hat, aber wie sind Sie denn auf das Haus selbst gekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich glaube mich entsinnen zu können, dass ich das inseriert gesehen habe und dadurch, dass das so nahe an Rossatz war, also Rossatzbach, bin ich darauf gestoßen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sind Sie zuerst auf das Inserat gestoßen oder zuerst auf das Haus?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich bin beim Vorbeifahren natürlich schon des Öfteren auf das Haus - - Das habe ich ja auf dem Nachhauseweg gesehen, und dann war ich überrascht, dass dieses Haus zum Verkauf inseriert war.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie vorher schon nach einem Haus gesucht, oder war das quasi eine spontane Idee?


Auskunftsperson Karin Wurm: Es war mit Christian eine gemeinsame Idee, weil das Haus, in dem wir gemeinsam wohnten, nur zur Miete war, und er meinte, besser wäre Eigentum.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank, das war einmal dazu.



Ich möchte gerne zurückspringen, und zwar auf den 19. Oktober, und würde gerne von Ihnen wissen: Wie war das damals in dieser Nacht, als Herr Pilnacek abgeholt werden musste: Haben Sie ihn da am Abend noch gesehen, als er nach Hause gekommen ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, ich habe ihn gesehen, ich habe im Wohnzimmer gewartet, als Anna mit ihm reingekommen ist, nur er hat mich keines Blickes gewürdigt und auch kein Wort von sich gegeben.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie danach noch irgendwelche Worte mit ihm getauscht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe versucht, ihn in eine Konversation zu verwickeln, sage ich jetzt einmal, aber er hat mir den Rücken zudrehend auf der Terrasse gestanden, wie wild auf seinem Handy getippt, und ja, er hat mir keine Antwort gegeben.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie irgendetwas mit ihm über das, was während der Autofahrt passiert ist, gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie irgendetwas mit ihm darüber, mit wem er SMS oder Nachrichten austauscht, gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein. Wie gesagt: Ich versuchte immer ein Gespräch zu beginnen, aber Christian hat mir nicht geantwortet.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Hat er auch nichts über den Abend zuvor erzählt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ich frage Sie das deshalb, weil Frau Polz, wie sie da gesessen ist, uns vorhin erzählt hat, Sie hätten ihr im



Nachhinein gesagt, dass Sie wahrgenommen hätten oder dass Sie von ihm gehört hätten, dass er Nachrichten mit der Person, die er vorher auf dem Empfang bei der Botschaft getroffen hätte, ausgetauscht hat.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich hätte das behauptet?


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ja, Frau Polz hat gesagt, Sie hätten ihr im Nachhinein gesagt, die Person, mit der er im Auto, als sie ihn nach Hause gefahren hat, Nachrichten ausgetauscht hat, wäre die Person gewesen, die er am Abend beim Empfang in der Botschaft getroffen hat.


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu kann ich nichts sagen, weil ich ja nicht gesehen habe, mit wem er schreibt, und er hat mit mir nicht gesprochen – also: kann ich nicht.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ich möchte dann zum nächsten Morgen gehen: Wie ist es denn gewesen, als Sie festgestellt haben - - wann haben Sie festgestellt, dass Herr Pilnacek nicht da ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Morgens, als ich aufgewacht bin.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wie sind Sie dann weiter vorgegangen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dann habe ich Anna, glaube ich, geweckt und habe gesagt: Christian ist nicht da, ja, was machen wir jetzt? – Anna hat dann Herrn Takacs angerufen und ihn um seinen Rat gefragt, was wir tun sollen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Polz hat uns vorhin erzählt, sie wäre ganz normal mit ihrem Wecker um 7 Uhr aufgewacht und hätte Sie im Bad föhnend angetroffen und hat geschätzt, Sie wären ungefähr so eine Dreiviertelstunde vorher schon aufgestanden. Können Sie dazu etwas sagen?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass wir uns dann halt ziemlich gleichzeitig im Bad getroffen haben, aber das kann ich nicht mehr sagen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sie haben sich dann auf die Suche nach Herrn Pilnacek gemacht, und Sie waren, wenn ich es richtig verstanden habe, zuvor mit dem Auto unterwegs und sind dann zu Fuß weitergegangen. Ab wo sind Sie denn zu Fuß weitergegangen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ab dem Schranken.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Was haben Sie dann gesehen? Was waren dann ab diesem Zeitpunkt Ihre Wahrnehmungen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also es ist ein Polizeiauto dagestanden, und dann habe ich zu Anna schon gesagt: Hoffentlich ist da nichts passiert! – Weil: Es ist eigentlich in Rossatz sehr selten, dass da ein Polizeiauto irgendwo steht. Ja, und dann: Ich glaube, ich kann mich erinnern, dass wir beide in Richtung Polizei- -, die da an der Unglücksstelle gestanden haben, gelaufen sind.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wie viele Polizisten oder Polizistinnen waren denn dort?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich kann mich erinnern, dass die Feuerwehrleute da waren und zu diesem Zeitpunkt zwei uniformierte Polizistinnen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie mit denen dann gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, weil sie gefragt haben, wen wir suchen. Ich habe gesagt, Herrn Christian Pilnacek, und sie haben nur so genickt und ich habe auch - - ja - -



Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie zu erkennen gegeben - - Also war das offensichtlich, dass Sie jemanden suchen? Das heißt, die haben Sie direkt angesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die haben uns direkt angesprochen, ja.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Welche weiteren Beobachtungen haben Sie denn dann dort vor Ort gemacht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also wir sahen, dass die Feuerwehr schon die Trage bereitgestellt hatte und dabei war, Christian Pilnacek aus dem Wasser zu bergen, wobei sie aber gesagt haben, also die Polizei, wir sollen uns umdrehen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Das heißt, Sie waren bei der Bergung dabei, haben diese aber nicht beobachtet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, genau.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wie ist es dann weitergegangen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die Feuerwehr legte Herrn Mag. Pilnacek dann auf die Seite, auf den Rasenstreifen, und bat uns dann, ihn zu identifizieren, was wir auch taten.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie das beide gemacht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, Anna und ich.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Hat noch jemand, der Herrn Pilnacek kannte, ihn an diesem Tag oder zu diesem Zeitpunkt gesehen und identifiziert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also die Feuerwehrleute kannten Christian von einem Feuerwehrfest, aber mehr weiß ich nicht.



Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, ob die Personen, die dort vor Ort waren, telefoniert haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu habe ich keine Wahrnehmungen, nein.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Also auch nicht, ob sie telefoniert haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie noch wahrgenommen, wie dann die Ärztin gekommen ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, da waren wir schon wieder in Rossatz, weil die Polizei gemeint hat, also die Polizistinnen, wir können schon nach Hause fahren, und dann ist ein Kriseninterventionsteam zu uns gekommen. (Der Verfahrensanwalt-Stellvertreter wendet sich an die Vertrauensperson.)


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wann sind Sie nach Hause gekommen und wann ist dieses Kriseninterventionsteam eingetroffen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die genaue Uhrzeit weiß ich nicht mehr.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Können Sie ungefähr den Abstand schätzen? Sind die gleich da gewesen oder haben Sie lange auf die gewartet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, die sind ungefähr eine halbe Stunde, nachdem wir wieder zu Hause waren - - haben die dann angeläutet bei uns.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Was haben die für eine Art Hilfe angeboten?



Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, ich habe gesagt, ich brauche keine Hilfe, also weil - - Ja, man muss selber damit, mit so einem schweren, ja, Ableben zurechtkommen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie Wahrnehmungen dazu, was Frau Polz in dieser Zeit gemacht hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also genaue Wahrnehmungen habe ich nicht, aber ich glaube, mich erinnern zu können, dass wir mit dem Interventionsteam auf der Terrasse gesessen haben.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Hat Frau Polz in dieser Zeit irgendwann einmal telefoniert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sie sind dann auf der Polizeiinspektion einvernommen worden. Wie sind Sie denn dorthin gekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Meine Tochter ist gekommen und hat uns da hingebracht.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wo waren Sie da genau?


Auskunftsperson Karin Wurm: Polizeiinspektion Mautern.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Und von wem sind Sie dann dort einvernommen worden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die Namen kann ich Ihnen nicht sagen. Es waren zwei Herren.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wie lange hat das ungefähr gedauert, diese Einvernahme?



Auskunftsperson Karin Wurm: Eine genaue Zeitangabe kann ich nicht machen, aber ich schätze, so 1, 1,5 Stunden.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Diese erste Einvernahme: Ist die in einem durch passiert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sind Frau Polz und Sie gleichzeitig einvernommen worden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, getrennt voneinander.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Parallel oder hintereinander?


Auskunftsperson Karin Wurm: Parallel.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wissen Sie, ob bei Frau Polz auch zwei Beamte dabei waren?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sind Sie ungefähr zur gleichen Zeit dann fertig gewesen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, wir waren zur gleichen Zeit fertig.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Wurm, Sie haben selbst angeführt, es hätte Ermittlungsfehler gegeben. Was genau meinen Sie damit und was bezeichnen Sie als Ermittlungsfehler? (Die Vertrauensperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt-Stellvertreter. – Vorsitzender-Stellvertreter und Verfahrensrichterin beraten sich.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe eine Anzeige wegen Falschaussage am Laufen. Ich weiß leider nicht, was da drinnen steht, und deshalb kann ich dazu auch nichts sagen, was mich selbst belastet.



Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Möchten Sie zu Ihrer Sachverhaltsdarstellung etwas sagen oder können Sie zu Ihrer Sachverhaltsdarstellung und den Vorwürfen, die Sie dort drinnen erheben, etwas sagen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wie gesagt, ich werde dazu keine Stellung nehmen. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson. – Vorsitzender-Stellvertreter und Verfahrensrichterin beraten sich.)


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Wurm, wann ist denn zum ersten Mal das Handy von Herrn Pilnacek Ihnen gegenüber von der Polizei erwähnt worden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Im Zuge des Verhörs.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Und was ist da dazu gesprochen worden oder was sind Sie da dazu gefragt worden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Es war eine allgemeine Frage, welche Dinge Christian Pilnacek bei mir zu Hause gelassen hat oder hinterlassen hat praktisch, zu dem Zeitpunkt, als er das Haus verließ.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie vorher, bevor Sie weggefahren sind, schon gewusst, was alles fehlt oder da ist, oder sind Sie dann erst im Laufe der Befragung überhaupt erst auf die Idee gekommen, nachzuschauen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Da es sich nur um den Schlüssel, die Geldbörse und das Handy handelte, wusste ich genau, dass die in der Küche abgelegten Sachen - - Es waren nur drei, und deshalb wusste ich das so genau.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie das vorher, bevor Sie ihn gesucht haben oder als Sie ihn gesucht haben, schon nachgeschaut, ob diese Dinge da sind oder ob er sie mitgenommen hat, oder ist Ihnen das erst bei



der Polizei eingefallen, dass Sie das eigentlich nachschauen könnten, ob er das mitgenommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Können Sie die Frage bitte noch einmal wiederholen? Entschuldigung.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Die Frage ist, ob Sie schon vor der Suche oder im Zuge der Suche auf die Idee gekommen sind nachzuschauen, ob er irgendetwas mitgenommen hat, insbesondere ob er diese Gegenstände mitgenommen hat, oder ob Sie dann erst bei der Polizei, als Sie darauf angesprochen wurden, draufgekommen sind, ah, ich müsste eigentlich nachschauen, ob das noch da ist.


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, also das ist Anna und mir gleich aufgefallen, dass er diese drei wichtigen, für ihn wichtigen Dinge – weil das Handy für ihn wichtig war – dagelassen hat.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wie ist es dann weitergegangen? Wann hat die Polizei gesagt, dass sie diese Dinge abholen möchte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also im Laufe, ja, des Tages, aber so genau die Zeitangabe kann ich nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wurde das von Ihnen in irgendeiner Form hinterfragt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, da ich in einem wirklichen Ausnahmezustand war, habe ich überhaupt keine Fragen gestellt.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Verständlich. – Haben Sie dann, als das Handy abgeholt wurde – Sie haben ja diese Situation vorhin schon geschildert – irgendeine Art von Bestätigung bekommen?



Auskunftsperson Karin Wurm: Also dadurch, dass Anna die Sachen, die ich in diesen Gefrierbeutel gepackt habe – Handy, Geldbörse und Schlüssel – der Polizei an der Haustüre übergeben hat, weiß ich nichts von einem Übergabeprotokoll, wie auch immer, kann ich nicht sagen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie Frau Polz danach gefragt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich habe sie nicht gefragt.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Es gibt das Dokument 1151, das ist eine Übergabebestätigung, können Sie sich das bitte einmal anschauen und uns sagen, ob Sie das kennen? (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Da ist jetzt meine Unterschrift nicht dabei.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Kennen Sie die Unterschrift, die drauf ist? Wenn Sie auf die zweite Seite gehen, da steht „Übergeber“ und

„Übernehmer“, und bei „Übergeber“ steht eine Unterschrift, kennen Sie die?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die kann ich identifizieren, also die kann ich erkennen, das heißt Anna Polz.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wissen Sie, ob Anna Polz den Zettel bekommen und Ihnen nicht übergeben hat oder ob sie ihn gar nicht bekommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe dazu auch keine Wahrnehmung; wie gesagt, zu dem Zeitpunkt waren andere Dinge für mich relevant.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sie haben vorhin von einem USB-Stick erzählt, den Sie als Lebensversicherung von Herrn Pilnacek bezeichnet haben. Inwiefern konnte der die Funktion einer Lebensversicherung erfüllen – aus Ihrer Wahrnehmung –, was wissen Sie dazu?



Auskunftsperson Karin Wurm: Also wie gesagt, da waren sehr heikle Daten oben, weil sonst wäre er nicht so erpicht gewesen, diesen Stick immer an sich zu tragen. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen.)


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie jemals mit ihm darüber gesprochen, welche Art von wichtigen Daten das waren?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wir haben nicht explizit darüber gesprochen, nein.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Und implizit?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe ihn immer nur ein bisschen aufgezogen und habe gesagt: Vergiss ja deinen Stick nicht! – Da hat er immer so gelacht und hat gesagt: Ja, weil der wichtig ist!


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ist es tatsächlich so, dass dieser Stick bis heute nirgendwo aufgetaucht ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das ist richtig.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie das Haus in Rossatz selbst ausgeräumt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich hatte eine Umzugsfirma, und wie gesagt: Das waren aber Bekannte von mir und die hätten mir das sicherlich übergeben, wenn sie was gefunden hätten.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie unabhängig von diesem Stick oder in Zusammenhang mit diesem Stick irgendwelche Wahrnehmungen darüber, dass Herr Pilnacek zu Ihnen gesagt hätte oder Sie hätten erkennen können, dass er gegenüber irgendwelchen Personen belastendes Material hätte?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, wie gesagt, außer der eine Satz: Ich habe ihnen immer geholfen, mir hilft keiner. – Aber das war einfach ein Satz, den er so in den Raum geworfen hat.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Danke, ich lasse es hier einmal. – Danke.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Frau Abgeordnete Fürst. – Bitte.

Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Vielen Dank, Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Frau Wurm! Ich darf bitte das Dokument 301 hier vorlegen, das Transkript vom 9.12. von diesem sogenannten Kellertreffen, Seite 6, die Aussage von Frau Polz. Wenn Sie sich diese bitte einmal durchlesen. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)


Nur zur Erklärung: Hier hat zuerst Peter Hochegger, einer der Anwesenden, Anna Polz gefragt, was Pilnacek während der Fahrt gemacht hätte, als Frau Polz ihn nach der Führerscheinabnahme abgeholt hat. Frau Polz hat da ganz kurz referiert. Er hat am „Handy getippt“ während der Autofahrt, noch „dem Typen geschrieben, den er in der ungarischen Botschaft getroffen“ hätte. Dann sei „er eingeschlafen“. „Auf der Terrasse“ habe er wieder ins Handy getippt und „keiner weiß, mit wem“. Aber dann habe sie, Frau Anna Polz, gesagt: „Meine Vermutung war“, „dass er gesagt hat, tut’s jetzt was für mich, oder ich pack aus“. – Können Sie sich an diese Aussage auch erinnern?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu kann ich nichts sagen, weil wie gesagt: Ich war nicht dabei, wie er da getippt hat – im Auto.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Sie waren nicht im Auto dabei. Aber das ist ja das Transkript von dem Treffen im Keller, bei dem Sie auch dabei waren. Da war Frau Polz, da waren Sie, da war eben Herr Hochegger, Herr Nikbakhsh



und so weiter und da wurde das besprochen. Haben Sie das in Erinnerung oder in Wahrnehmung?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe dazu keine Wahrnehmungen, weil ich mit Herrn Hochegger über Brasilien gesprochen habe und mich eigentlich in dem Gespräch nicht wirklich – ja, wie sagt man? – involviert habe. Ich war da nicht involviert, weil ich, wie gesagt, mit den Gedanken woanders war.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Das heißt, Sie haben das nicht gehört oder waren Sie in einem anderen Raum oder haben Sie das gar nicht mitbekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe es - - Ich kann jetzt dazu nichts sagen, weil ich das wirklich nicht wahrgenommen habe. Anna hat mir das einmal erzählt, dass er wie wild am Handy geschrieben hat. Aber wie sie das jetzt beim Herrn Nikbakhsh gesagt hat, das kann ich mich jetzt nicht explizit erinnern, nein.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Weil es ist ja eine sozusagen heftige Aussage, dass Frau P. vermutet hat, dass er meinte: „Tut’s [...] was für mich“, sonst packe ich aus.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also das hat er einmal gesagt: Wenn ich auspacke, gehen alle in den Häfen. – Das war ein Zitat von ihm. Das hat er schon von sich gegeben. Ja, und da habe ich dann einmal gesagt: Wie meinst du das?, weil wir zu Hause ja nicht politisieren wollten. Und da hat er gesagt: Genau so, wie ich es sage. Wenn ich auspacke, gehen sie alle in den Häfen!


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und wen er da mit alle gemeint hat - -


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil er keine Namen genannt hat.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und Sie haben auch nicht gefragt?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich habe nicht gefragt, weil, wie gesagt, ich da eigentlich auch nichts hören wollte. Das ist mir einfach alles zu verstrickt.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und der Zeitpunkt dieser Aussage, die er Ihnen gegenüber getätigt hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ach, das war im Sommer 2023. Ja, ungefähr.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Im selben Jahr?


Auskunftsperson Karin Wurm: Im selben Jahr, genau, 2023.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Wenn Sie hier noch kurz darunter schauen. (Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen.) Michael Nikbakhsh hat dann auch irgendwie so gesagt: Da hätte dann „jemand gesagt: ‚Christian, können wir uns treffen.‘“ – Also gibt es irgendwie einen Hinweis, dass es da nach der Führerscheinabnahme oder wo er dann hinausgegangen ist noch ein Treffen gegeben hätte? Können Sie sich irgendeinen Reim darauf machen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich kann mir wirklich nicht einen Reim daraus machen. Nur was für mich sehr verwunderlich ist: die Zeit zwischen 1 Uhr morgens, der Weggang aus dem Haus, bis zur ungefähren Todeszeit, 6 Uhr, auf oder ab. Wo war er die 5 Stunden? Also das, das - - Über das denkt man halt schon noch immer nach, ja.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Haben Sie irgendeinen Hinweis, dass er sich noch mit jemandem getroffen hat oder dass er einen Wunsch gehabt hat oder dass er jemanden aufgefordert hat, sich mit ihm zu treffen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Den habe ich leider nicht. Ich habe ihn leider nicht, sonst könnte man dem sicherlich nachgehen.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Sie haben auch - - Noch einmal zurück in diesen Keller am 9.12. Was ist da mit dieser Aussage von Herrn Nikbakhsh, wie er da zitiert ist, wen Christian noch treffen könnte, so genauer gemeint?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein. Kann ich auch nicht sagen.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Sie haben die Diskussion darüber – oder was immer geredet wurde – nicht mitbekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein. Wissen Sie, wenn man in einem Ausnahmezustand ist, dann hört man die Stimmen, aber man hört den Inhalt der Gespräche nicht wirklich, weil man einfach nicht, ja, daran interessiert ist. Ich bin einfach mitgefahren, weil Anna gesagt hat: Ich kann dich nicht alleine lassen, das ist zu gefährlich und - - Ja.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Dann noch einmal zu diesem 9.12.: Sie haben ja selbst im Eingangsstatement auch gesagt, Sie haben Ihre Zweifel am Selbstmord. War das bei diesem Kellertreffen Thema? Man denkt sich ja, es ist ja vieles zweifel- und rätselhaft. Haben sich da verschiedene Personen geäußert, dass sie Zweifel an der Selbstmordthese haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also daran kann ich mich erinnern, weil das schon einmal kurz angeschnitten wurde, wie wir in den Keller gekommen sind, dass das also auf keinen Fall Selbstmord gewesen sein kann.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Wer hat das angeschnitten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich glaube, das war Christian Mattura, Peter Hochegger und Nikbakhsh und auch Anna. Also wir waren eigentlich alle - - (Die Auskunftsperson atmet geräuschvoll aus.) Ja.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also alle waren sich da irgendwie einig (Auskunftsperson Wurm: Alle waren sich irgendwie einig, dass - -!), dass da was nicht stimmt, und diese These, die gleich aufgebracht wurde, dass es Selbstmord sei (Auskunftsperson Wurm: Ja!), wurde hier von allen Anwesenden im Dezember (Auskunftsperson Wurm: Angezweifelt, ja!), also drei Monate später, auch noch bezweifelt?



Auskunftsperson Karin Wurm: Ja. Ja.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und Begründungen von einer der Personen, die Sie da jetzt aufgezählt haben: Warum zum Beispiel war Herr Mattura der Meinung, dass es kein Selbstmord war, warum Herr Hochegger?


Auskunftsperson Karin Wurm: Weil Christian in der letzten Zeit, also ab dem Tag, wo wir uns kennengelernt haben - - Ja, er war einfach ein glücklicher Mensch. Und ich war auch keine Liaison, wie man mich manchmal betitelt, weil: Mit einer Liaison kauft man sich kein Haus. (Die Vertrauensperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt.)


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also das war eine ernsthafte Beziehung und er hat - - Hat jemand auch von den Umständen her diskutiert, dass der Selbstmord sehr seltsam ist, weil er ja eben am Rücken gefunden wurde – oder so? Wurde über die Todesumstände direkt – nicht nur über den persönlichen, sozusagen über seinen emotionalen Zustand, sondern auch über die Umstände – gesprochen, dass der Selbstmord zweifelhaft sei?


Auskunftsperson Karin Wurm: Es wurde eigentlich nur über den Selbstmord gesprochen. Über die Umstände – wie, wo, wann – haben wir jetzt nicht gesprochen, nein – oder wurde nicht gesprochen.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also eben, dass man gesagt hat, so in diesem flachen Wasser kann das da gar nicht passiert sein – und so weiter? War das da auch Gesprächsinhalt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das war vielleicht Gesprächsinhalt zu einem späteren Zeitpunkt, aber gleich am Anfang war, wie gesagt, nur der Schock des, ja, Ablebens.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Ich springe nur ganz kurz zu dem Hauskauf, das wurde ja schon besprochen. Nur eines noch, weil Frau Anna P. heute auch ausführlich dazu ausgesagt und gemeint hat, Ihnen hat das Haus so



gefallen. Man habe das dann besichtigt. Nach dem Kauf wollte Frau Anna P. auch einziehen, als Untermieterin. War das der Plan?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, das war der Plan.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also, das war auch in Ihrem und von Christian Pilnaceks Sinne, dass Frau Anna P. bei Ihnen oder im selben Haus leben bleibt.


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das war nicht in unserem Sinne und wir hatten Anna dann auch zu einem Gespräch gebeten, wo wir ihr das verlautbart haben.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Das heißt, es war nur der Wunsch von Frau Anna P.?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also es war - - Anfangs hatten wir darüber gesprochen, aber dann kamen wir, Christian Pilnacek und ich, zu dem Entschluss, dass wir alleine einziehen möchten.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und wann wurde ihr das von Ihnen beiden mitgeteilt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das war im Sommer 2023, aber wann genau, weiß ich nicht.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Wie hat sie das aufgenommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, nicht sehr - - sie hat es aufgenommen, aber sie war halt not amused.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Das heißt, kann man da schon davon sprechen, dass sich das Verhältnis ein bisschen abgekühlt hat, also dass sich die Freundschaft abgekühlt hat? (Abg. Hanger [ÖVP] – die Hand hebend –: Zur Geschäftsbehandlung!) Gut.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Vorsitzender. – Ich würde ersuchen, den Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand herzustellen. Den kann ich weit und breit nicht erkennen. (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Nein; nur dass, glaube ich, die Frau Abgeordnete ihre diesbezüglichen Fragen beendet hat, aus dem Grund.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Nur noch eine Frage: Sie haben gesagt, das Handy von Christian Pilnacek haben Sie nie bedient und sind nicht eingestiegen. Der Laptop – da gab es einmal Hinweise, das Sie den auch benutzt haben. Also es muss jetzt gar nicht sein, dass Sie sich um seine Daten gekümmert haben, aber haben Sie den Laptop, der hier viel besprochen wird, selber auch benutzt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Es läuft eine Anklage bei der WKStA gegen mich und deshalb sage ich dazu nichts.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Ich beziehe mich auf den „Zackzack“- Artikel „Gerichtspräsidentin List zu Pilnacek-Laptop: ‚Weil das ist gefährlich‘“. Genau, ich habe keine Nummer, aber er ist eingespeichert. „Weil das ist gefährlich“ – ich glaube, unter dem findet man es, Seite 2 in der Mitte. Es geht da um eine Aussage von Frau List.


Bitte, wenn Sie sich die durchlesen. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)


Zur Erklärung: Da geht es um ein Transkript eines Telefonats zwischen Frau Anna Polz und Frau List, der Ehefrau von Christian Pilnacek, und Frau List



scheint sehr nervös zu sein. Sie teilt Anna Polz mit, dass es da noch eine wichtige Sache gäbe: Die „Aktentasche ist weg“, „da ist der Computer drinnen“, „alles, was er in den letzten drei Jahren gearbeitet hat“ und sie mache sich da „große Sorgen“, dass sie „nicht auffindbar ist. Sie ist nicht im Auto, [...] nicht in der Wohnung“. Und „wenn sie nicht bei ihr ist“ – ich weiß nicht, ob sie Sie damit meint –, müsse sie „Nachforschungen anstellen [...], weil das ist gefährlich“. Was ist Ihre Wahrnehmung dazu? Haben Sie das mitbekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Anna hat mir diese Aufnahme vorgespielt, aber was Frau List da jetzt genau mit gefährlich gemeint hat, das kann ich auch nicht sagen.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und haben Sie sich mit Anna P. darüber näher unterhalten? Weil da fragt man ja nach: Wieso meint die Ehefrau, dass da was Gefährliches drauf sei?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, da hat die Anna dann halt nur gesagt – natürlich haben wir uns darüber unterhalten –, das kommt ihr auch komisch vor und vielleicht ist da irgendwas oben, was halt die Frau List betrifft. Keine Ahnung. Also das war unser Gespräch, aber mehr haben wir auch nicht darüber verloren.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also Sie haben eher geglaubt, dass das für Frau List unangenehm ist, aber sozusagen nicht eben politische - - oder so Dinge so wie auf dem USB-Stick, von dem man vermutet hat, dass das auch seine Lebensversicherung sei.


Auskunftsperson Karin Wurm: Genau.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also etwas in dieser Hinsicht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, eher, weil Frau List so erpicht war: vielleicht, dass sie da was oben gehabt hat, was für sie wichtig gewesen wäre, aber ich kann es nicht genau sagen, wie gesagt.



Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Hat sich Frau List dann einmal bei Ihnen gemeldet oder hatten Sie direkten Kontakt zu Frau List?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Hatten Sie oder haben Sie jemals Wahrnehmungen zu einer roten Festplatte gehabt, welche im Haus in Rossatz aufbewahrt sein sollte? Sagt Ihnen das was?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich weiß nur, dass Anna, wenn sie gearbeitet hat, diese rote Festplatte auch neben ihrem Laptop liegen gehabt hat.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also sie hat sie bei sich liegen gehabt. Was es damit auf sich hat, was darauf ist - -


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das weiß ich leider nicht.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Haben Sie jemals mit ihr darüber gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, habe ich auch nicht. Ich habe da nicht darüber gesprochen. Nein.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Als Letztes möchte ich nur noch auf Ihre Aussage im Eingangsstatement eingehen, weil Sie gemeint haben, es gab eher gesteigertes Interesse der Ermittler an den elektronischen Geräten und weniger an den Umständen des Todes. Nachdem ja auch Polizisten im Weisungszusammenhang stehen: Haben Sie da je nachgefragt? Was ist da Ihre Wahrnehmung? Haben Sie sich gefragt, warum so gehandelt wird?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, natürlich fragt man sich das, warum man nicht an den Todesumständen interessiert ist, sondern nur an den Datenträgern.



Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Und haben Sie da einmal nachgefragt? Haben Sie gefragt: Wieso interessieren Sie sich dafür? (Die Auskunftsperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, also dazu habe ich jetzt keine Wahrnehmung.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Okay, weil Sie eben dann noch gemeint haben, es war Ihr Eindruck, dass gemauert wird. Haben Sie eine konkrete Wahrnehmung, warum das so sei oder dass wer Einfluss genommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dadurch, dass eine Strafanzeige gegen mich läuft, kann ich dazu nichts sagen.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Ich belasse es einmal dabei, danke. Ich nehme die Zeit mit.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Herr Abgeordneter Hanger, bitte.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Vorsitzender.


Ich möchte mit einer Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung beginnen, weil ich für mich eine Klarstellung brauche. Das ist mir jetzt nicht klar: Aus meiner Sicht hat es eine sehr bemerkenswerte einleitende Stellungnahme gegeben. Auch da unterliegt die Auskunftsperson schon der Wahrheitspflicht, oder, Frau Verf - - Können wir das - - (Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter beraten sich.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Also nach meiner Rechtsmeinung steht in der Verfahrensordnung, dass sie Fragen wahrheitsgemäß zu



beantworten hat. Ich gehe also davon aus, dass die Wahrheitspflicht nur im Rahmen der Befragung und der Beantwortung der Fragen besteht. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Okay, danke für die Klarstellung. Dann werde ich vielleicht ein paar Themen ansprechen. Ich muss mein Befragungskonzept ein wenig ändern. (Die Auskunftsperson blättert in den Unterlagen.)


Meine erste Frage ist: Diese einleitende Stellungnahme wurde von Ihnen verfasst: Wurden Sie da auch von Damen und Herren, von der Vertrauensperson beraten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, ich wurde beraten.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Aber grundsätzlich haben Sie diese unbeeinflusst - - Das sind Ihre Worte, das ist Ihre Wahrnehmung – und es hat halt eine entsprechende Beratung gegeben.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, genau.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ein paar Aspekte – ich muss das selber sickern lassen – sind sehr bemerkenswert, zum Beispiel, dass Sie, glaube ich, von einer Zweiklassenjustiz gesprochen haben. Sie haben sich ungerecht behandelt gefühlt in der Situation, dass die Ehefrau Akteneinsicht hatte und sie als – wie würden Sie das jetzt bezeichnen? – Bekannte nicht. (Abg. Tomaselli [Grüne]: Geh bitte, na, also wirklich? – Die Auskunftsperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Das ist jetzt nicht Gegenstand des Untersuchungsausschusses.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Na, ich bin nur - - Ich wollte - - Sie haben es in der einleitenden Stellungnahme selbst gesagt.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich muss mich jetzt entschuldigen, ich habe gerade im Gesetz gelesen und habe daher diese Wortmeldungen nicht gehört. Ich weiß nicht, worum es bei dem Disput jetzt geht. Es tut mir leid, ich habe im Gesetz gelesen. Worum geht es jetzt?


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Die Auskunfts- - (Abg. Tomaselli [Grüne]: Er will provozieren, dass sie Lebensgefährtin sagt!) – Nein, gar nicht. Ich will nur klarstellen, weil die Auskunftsperson von einer Zweiklassenjustiz gesprochen hat. Sie hat sich ungerecht - - Ich meine, es gibt zum einen die Ehefrau und zum anderen - - Ich traue mich jetzt eh nicht mehr sagen, was sie wirklich war. Aber das sehe ich nicht. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Das geht uns jetzt einfach auch nichts an.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Gut, nehme ich so zur Kenntnis.


Ich halte nur fest, dass offensichtlich in diesem Seitenarm keine Strömungen sind. Andere Auskunftspersonen haben schon gesagt, da sind Strömungen. Ich repliziere nur ganz kurz. (Zwischenbemerkung der Vertrauensperson. – Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt- Stellvertreter.)


Aber jetzt komme ich schon zu einer konkreten Frage, und da sind wir dann schon auch mitten im Untersuchungsgegenstand: Haben Sie tatsächlich gesagt, dass der Polizist gesagt hätte, er hat in der Wiener Wohnung das Notebook nicht gefunden und deshalb möchte er wissen, wo das Notebook ist – sinngemäß?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich weise auf das Ermittlungsverfahren hin, das gegen mich läuft.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Frau Wurm, ich will Ihnen jetzt wirklich helfen, weil man das klarstellen sollte, weil das natürlich eine ganz zentrale Frage in einem Ermittlungsverfahren, im ersten Medienverfahren gegen Herrn Fellner, war. Das war ja ein zentraler Vorhalt, den Sie gemacht haben, auch in der Sachverhaltsdarstellung. Ich wiederhole meine Frage. Hat der Polizist zu Ihnen gesagt: Ich habe die Wohnung durchsucht und habe das Notebook nicht gefunden?, und so sinngemäß: Wo ist das Notebook? – War das jetzt so, oder war das nicht so? (Abg. Hafenecker [FPÖ] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Moment, bitte! Zur Geschäftsordnung, Abgeordneter Hafenecker.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung):

Danke, Herr Vorsitzender!


Ich würde das wirklich jetzt fast als falschen Vorhalt bezeichnen, wenn Kollege Hanger sagt, er möchte Frau Wurm helfen, ja. Ich glaube, die Semantik kann man da wirklich weglassen. Es ist doch ein ernst zu nehmender Untersuchungsausschuss, würde ich sagen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Das ist ganz zentral, das können wir jetzt klarstellen. Ich möchte ihr die Möglichkeit geben, das klarzustellen. (Abg. Krainer [SPÖ] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: So. Moment, bitte! Abgeordneter Krainer, zur Geschäftsordnung.


Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ja, außerdem war der Vorhalt ja auch noch in einem anderen Punkt falsch. Kollege Hanger hat von einem Medienverfahren gegen Herrn Fellner gesprochen. – Mir ist nicht bekannt, dass Herr Fellner in irgendeiner Art und Weise in einem Medienverfahren Beklagter gewesen wäre.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Ich korrigiere: Es geht um das Medienverfahren Fellner, das Herr Fellner angestrengt hat. – Danke, Herr Kollege Krainer, für den Hinweis. (Vorsitzender- Stellvertreter, Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter beraten sich.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Die Auskunftsperson hat die Aussage verweigert. Nach Rücksprache mit der Verfahrensrichterin erachte ich das für zulässig.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also ich werde mir das Protokoll sehr genau anschauen, und dann werde ich nachher natürlich nachvollziehen können, was konkret gesagt worden ist. Zumindest in meiner Erinnerung sehe ich das als sehr bemerkenswert.


Ein anderes Thema möchte ich noch angreifen, Frau Wurm, das ist diese Geschichte mit diesen 90 000 oder 100 000 Euro. Waren es jetzt 90 000 oder 100 000 Euro, ein Honoraranspruch, der angeblich gegenüber Herrn Pilnacek da ist? (Die Auskunftsperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Wahrscheinlich ist die Strafanzeige deshalb unter anderem, und deshalb kann ich nichts dazu sagen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich finde es bemerkenswert, dass Sie vorhin noch geantwortet haben, mir jetzt nicht. Ich habe mich wirklich bemüht, die Frage sehr höflich zu stellen.


Dann die nächste Frage in dem Zusammenhang: Das heißt, Herr Pilnacek hat dann gesagt, das Geld will er nicht, sondern das ist für Sie? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich weise auf die Strafanzeige hin.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): So. Jetzt wird es irgendwie interessant für mich. Die nächste Frage ist nämlich: Es hat dann einen Darlehensvertrag zwischen Ihnen und Herrn Rauball gegeben? (Die Abgeordneten Hafenecker [FPÖ] und Wotschke [NEOS] heben die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Moment, bitte! Zur Geschäftsordnung, Abgeordneter Hafenecker, dann Abgeordnete Wotschke.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung):

Danke.


Ich würde jetzt um zwei Sachen bitten. Erstens einmal, Kollege Hanger, orte ich hier wieder einen falschen Vorhalt, weil Sie davon gesprochen haben, dass es eine Honorarforderung gegen Herrn Pilnacek gegeben hätte. Ich glaube, das ist so nicht richtig, sondern wenn, hätte er eine gehabt. Ich glaube, das war einmal grundsätzlich ein Verständnisproblem.


Das Zweite ist: Mich würde jetzt auch interessieren, wie das mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun hat.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Bin ich am Wort? Also ich will nur einen Sachverhalt, der längst abgefragt worden ist, noch präzisieren. Mehr mache ich ja nicht.


Kollege Hafenecker hat natürlich recht. Herr Pilnacek hatte angeblich eine Forderung, und er hat quasi gesagt, dieses Geld soll Frau Wurm bekommen.


Noch einmal, präzisierend: Ich finde das Geschäftsmodell interessant.



Das heißt, um das abzuwickeln, hat man dann einen Darlehensvertrag zwischen Ihnen und Herrn Rauball abgeschlossen? (Die Auskunftsperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Herr Hanger, das war ein Darlehensvertrag zwischen Herrn Rauball und mir, hat nichts mit Herren Pilnacek zu tun.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ja, aber das Grundgeschäft war trotzdem die Situation, dass Herr Pilnacek Herrn Rauball beraten hat? (Zwischenruf der Abg. Tomaselli [Grüne].) – Ich werfe einmal noch gar niemandem irgendwas vor. (Abg. Krainer [SPÖ]: Was hat das jetzt mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun?) – Vorher ist es auch gefragt worden, die gleichen Fragen wurden vorhin gestellt.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Wenn wir jetzt schon alle nach diesem Hauskauf fragen und den Vertrag und die Beratungstätigkeit und die Finanzierung und Dubai ins Gespräch bringen und das jetzt als Teil des Untersuchungsgegenstandes allesamt ansehen, dann darf Herr Abgeordneter Hanger auch präzisierende Fragen dazu stellen.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also wie gesagt: Es läuft die Strafanzeige. Ich weiß auch nicht, was drinnen steht. Deshalb: Ich werde nichts sagen, was mich jetzt eventuell noch mehr belastet.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Sie haben es ja vorhin auch gerade beantwortet. Die konkrete Frage, die ich nämlich dann stelle, ist aber: Jetzt gibt es einen Darlehensvertrag, okay. Üblicherweise ist in einem Darlehensvertrag auch eine Rückzahlungsverpflichtung beinhaltet. Können Sie uns ausführen, in welcher Form hier der Darlehensvertrag ausgestaltet war: welche Laufzeit, welche Zinssätze?



Auskunftsperson Karin Wurm: Das habe ich Kollegin Wotschke, glaube ich, schon beantwortet. Ich kann mich nicht entsinnen, welche Rückzahlungsmodalitäten vereinbart waren.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Aber Frau Wurm, mit einem Darlehensvertrag sind auch Verpflichtungen verbunden. Und Sie wissen nicht mehr, welche Verpflichtungen Sie da eingegangen sind?


Auskunftsperson Karin Wurm: Er ist ja nicht umgesetzt worden. Deshalb, ja - -


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Was ich auch nicht verstehe, ist: Es ist ja total okay, wenn Herr Pilnacek sagt, er gibt Ihnen dieses Geld weiter. Er kann Ihnen schenken, was er will. Wissen Sie, hat es da einen Geldfluss gegeben, hat er es weitergegeben oder wollte man das über ein Dreiecksgeschäft dann abwickeln? Also ich verstehe einfach den Geschäftsfall nicht, ganz ehrlich.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, wie gesagt: Dazu kann ich nichts sagen. Christian Pilnacek hat den Vertrag aufgesetzt, und der Vertrag war zwischen Herrn Rauball und mir.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Und Sie wissen tatsächlich nicht, welche Verpflichtungen Sie mit diesem Vertrag eingegangen sind? Was der Darlehenszweck war, das wissen Sie schon?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das weiß ich schon. Der Darlehenszweck war mir klar.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Sie haben schon vorhin ausgeführt: Wie Sie das Darlehen tilgen sollten, das wissen Sie nicht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die Frage ist, glaube ich, ein bisschen zu persönlich. Das bleibt jedem überlassen, wie er es tilgen kann oder nicht tilgen kann, denke ich.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich halte nur fest, dass das aus meiner Sicht ein sehr interessantes Geschäftsmodell ist, das mir in dieser Form noch nicht bekannt war.


Ich darf zu einem anderen Themenbereich kommen. Wir haben ja natürlich Ihre verschiedenen Aussagen in den verschiedenen Ermittlungsverfahren gegenübergestellt und sind da durchaus aus meiner Sicht auf ein paar widersprüchliche Aussagen gekommen. Ich möchte mit der Kommunikation beginnen. Ich lege die ON 1 mit der entsprechenden Dokumentennummer 51 vor, Seite 338. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) ON 1, 338, vierter Absatz. Sehen Sie es?


Es geht nur um den ersten Satz, ich lese ihn Ihnen auch gerne vor. In Ihrer Zeugenvernehmung am 20.10.2023 sagen Sie mit Bezug auf den 19.10.2023:

„Wir haben [...] untertags auch via WhatsApp Kontakt gehalten.“


Im Zuge der Hauptverhandlung im Medienprozess am 21.10. - - Das ist ON 2, Dokument 53, Seite 9, das können wir gerne vorlegen. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt. Die Vertrauensperson wendet sich an die Verfahrensrichterin. – Die Auskunftsperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt- Stellvertreter.) – Also ich habe noch gar keine Frage gestellt, möchte ich nur festhalten.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Entschuldigen Sie, Herr Abgeordneter! Welche Seite?


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Bei der ON 2 ist es die Seite 9. Ich kann die auch gerne zitieren: „Er hat mir nicht zurückgeschrieben. Ich habe immer nur ihm geschrieben, aber er hat mir keine Antwort gegeben. Mir ist der ganze Tag deshalb komisch vorgekommen.“


Also einen Widerspruch würde ich attestieren. Können Sie uns diesen Widerspruch aufklären? Das heißt, können Sie uns erklären, wieso sich Ihre



Aussage vom gegenseitigen stündlichen Austausch zu „Er hat“ gar „nicht zurückgeschrieben“ verändert hat? (Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt- Stellvertreter beraten sich.)


Verfahrensanwalt-Stellvertreter Mag. Michael Kasper: Ich halte das nicht für einen Widerspruch, wenn sie sagt, sie waren in Kontakt, auch wenn der Kontakt einseitig war. Auf der anderen Seite, glaube ich, möchte Frau Wurm diesbezüglich eh kurz noch ihre Meinung dazu sagen, beziehungsweise ob sie die Frage beantworten möchte, muss sie selber entscheiden.


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich möchte die Frage nicht beantworten. Der Hinweis: ja, dass ein Strafverfahren gegen mich eingeleitet wurde.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also das heißt, wir hatten

„untertags auch via WhatsApp Kontakt“, war nur einseitig? Kann man das präzisieren? (Die Vertrauensperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt- Stellvertreter.) – Die Vertrauensperson, glaube ich, hat hier nicht Antworten zu geben, sondern das habe ich ausschließlich - - (Abg. Tomaselli [Grüne] hebt die Hand.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Es ist alles dazu gesagt.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Gut.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Darf ich Sie kurz unterbrechen? Zur Geschäftsordnung. (Abg. Tomaselli [Grüne] winkt ab.)


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich lege die ON 3 vor, Dokument Nummer 691, Seite 12, bitte. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) Ich zitiere, wenn es Ihnen recht ist: „Am Nachmittag habe ich gegen 16 Uhr aus einem Buch einen Vers abfotografiert und an ihn geschickt, er hat [...] geantwortet, dass er meine poetische Ader liebe, ich sei seine Gräfin.“



Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Sorry, ich weise jetzt darauf hin, dass das einfach eine sehr persönliche, private Konversation ist.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Dann darf ich die ON 4 mit der Dokumentennummer 781 vorlegen, Seite 72. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) Das sind Screenshots der Kommunikation zwischen Herrn Pilnacek und Ihnen, welche Sie in Ihrer ersten Zeugenvernahme am 20.10.2023 vorgelegt haben.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsordnung, Abgeordnete Wotschke.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS) (zur Geschäftsbehandlung):

Was ist hier der Konnex zum Untersuchungsgegenstand?


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Weil es wieder der Privatsphäre zugehörige Nachrichten sind.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Ich finde nur sehr bemerkenswert, dass vorhin alle Fragen zugelassen waren, wie es um Kommunikation gegangen ist, auf einmal fällt es unter die Privatsphäre. Ich halte nur fest, dass in dieser Aktenvorlage die Kommunikation wieder nicht aufscheint. Also die Aussagen in der Kommunkation mit Herrn Pilnacek sind schon unglaublich widersprüchlich: Einmal wird kommuniziert, einmal wird gar nicht kommuniziert, einmal wird rückgeantwortet, dann gibt es diese Kommunikation wieder nicht. Also darauf wollte ich ganz einfach - -


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ja, aber es hat, ja - -


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Es geht schon darum, aufzuzeigen, wie widersprüchlich hier die Aussagen getätigt werden, nicht mehr und nicht weniger. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli [Grüne].)



Ich finde es interessant, dass alle anderen immer Kommunikation abfragen und das alles okay ist, aber wenn ich es frage, ist es nicht okay. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli [Grüne]. Ruf: Frau Tomaselli, Sie sind nicht am Wort!)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Am Wort ist die Frau Verfahrensrichter.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Das ist jetzt insofern zweischneidig, weil es auf der einen Seite natürlich Kommunikationen sind, die die Privatsphäre betreffen, die die vorigen Konversationen, die besprochen worden sind, nicht betroffen haben.


Ich möchte aber doch auch Herrn Abgeordneten Hanger zugestehen, dass er – unabhängig davon, dass wir ohnehin auf die Privatsphäre hinweisen – durchaus auch versuchen kann, aufzuzeigen, ob es Konsistenzen oder Nichtkonsistenzen gibt – ich sage das jetzt ganz sachlich und wertfrei –, weil das natürlich für die Beurteilung auch von Bedeutung sein kann. Das möchte ich ihm jetzt grundsätzlich auch zugestehen, wenn ich nichtsdestotrotz auf Privatsphäre hinweisen muss. (Abg. Hafenecker [FPÖ] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsordnung, Abgeordneter Hafenecker.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung):

Danke.


Ich tue mir jetzt auch schwer, das nachzuvollziehen, denn auf der einen Seite sehe ich das, was die Frau Verfahrensrichterin gesagt hat, auch so: dass es eine zutiefst private Kommunikation oder Konversation ist. Ich verstehe aber nicht, worauf Kollege Hanger hinauswill, denn auf der einen Seite steht der Vorwurf im Raum, dass es keine Kommunikation gab, und um das zu beweisen, legt er Kommunikation vor. Das ist für mich von der Vorgehensweise her nicht stringent. (Abg. Hanger [ÖVP] hebt die Hand.)



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Zur Geschäftsbehandlung, Herr Kollege Hafenecker, dann kläre ich das auf: Die Frau Verfahrensrichterin hat schon ausgeführt: Es geht darum, ob die Aussagen der Frau Wurm konsistent sind. Wenn es einmal heißt, es hat permanent Kommunikation stattgefunden, später dann war es einseitig – alles gut –, wenig später heißt es, nein, es hat gar keine Kommunikation stattgefunden, wenig später heißt es dann wieder, es wurde ein Vers abfotografiert und geschickt, Herr Pilnacek hat geantwortet, es hat doch Kommunikation gegeben, nur diesen Vers findet man nicht, also die Antwort zu diesem Vers findet man halt nicht in den Akten und Unterlagen, dann ist das aus meiner Sicht nicht konsistent – nur für Herrn Hafenecker zur Aufklärung. (Abg. Hafenecker [FPÖ] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Abgeordneter Hafenecker noch einmal zur Geschäftsbehandlung.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Vielleicht hat es auf welcher Seite auch immer einfach keine Lust oder keine Zeit gegeben, zu antworten. – Kollege Hanger, du hast mir auch schon Nachrichten geschickt, die ich nicht beantwortet habe, aber deswegen mache ich daraus keinen Kriminalfall. (Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ, SPÖ und Grünen.)


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Nein, lieber Herr Kollege Hafenecker. Es ist schon bisschen ein Unterschied, weil halt einmal gesagt wird, es ist kommuniziert worden, dann wieder gesagt worden ist, es ist nicht kommuniziert worden, dann wieder gesagt worden ist, der Vers wurde geschickt und geantwortet, nur in den Unterlagen findet man nichts. Das ist nicht konsistent. Ich bleibe bei meiner Meinung und bei meiner Aussage.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: So, Herr Abgeordneter Hanger, haben Sie jetzt eine Frage gestellt?


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Nein, wir haben noch eine Geschäftsordnungsdebatte, oder?



Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Stellen Sie eine!


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke sehr, Herr Vorsitzender. Ich komme zum nächsten Themenbereich: das Auffinden der Leiche.

Ich möchte die ON 11 vorlegen, das ist ein Video, Servus-TV, und da geht es darum, dass Frau Wurm Frau Wagner, die Gemeindeärztin, in dieser Aussage zitiert. Diese Aussage würde ich gerne jetzt dem Ausschuss entsprechend vorspielen. (Es folgt die Einspielung eines Videos.)


Ich möchte Ihnen dazu jetzt die ON 12, Dokument Nummer 53, Seite 88 vorlegen. (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt.) Mit Ihrer Aussage konfrontiert sagt Frau Dr. Wagner: „Niemals, in meinem ganz Leben hätte ich so einen Blödsinn gesagt.“


Also ich sehe da jetzt zwei sehr widersprüchliche Aussagen. Sie zitieren Frau Wagner, Frau Wagner sagt das Gegenteil. Sie haben jetzt gut Gelegenheit, uns das zu erklären. (Abg. Hafenecker [FPÖ] hebt die Hand.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich will nicht viel erklären.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Moment, bitte! Herr Abgeordneter Hafenecker, zur Geschäftsordnung.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Tut mir leid, ich möchte Sie wirklich nicht stören, aber, Kollege Hanger, wir haben ja das auch in verschiedensten Fernsehdiskussionen schon diskutiert, dass die Todesursache von Herrn Pilnacek nicht Thema des Untersuchungsausschusses sein kann. Jetzt weiß ich, dass Sie gerne Filme herzeigen, aber nichtsdestotrotz stellt sich für mich schon die Frage nach dem Untersuchungsgegenstand.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Wir haben hier zwei Aussagen, die unterschiedlicher nicht sein können, und da geht es mir jetzt gar nicht um die Frage der Todesursache, es geht um die Konsistenz und die Unterschiedlichkeit der Aussagen. Es besteht die Möglichkeit, das aufzuklären. Ich verstehe nicht, wieso man das nicht einfach abhandeln kann.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Frau Wurm, bitte beantworten Sie die Frage.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe mir diese Aussage sicherlich nicht aus den Fingern gesogen, ja. Es könnte natürlich sein, dass - - Als wir ein paar Tage nach dem Ableben von Christian zusammengesessen haben – Dagmar Wagner, Anna Polz und ich -, da hatten wir schon etwas Alkohol getrunken, und das war - - Die Aussage gibt es, es ist nicht aus den Fingern gezogen, denn so etwas fällt mir als Nichtmedizinerin nicht ein.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also ich darf festhalten: Da steht hier Aussage gegen Aussage, das finde ich durchaus interessant und bemerkenswert.


Ich möchte Ihnen die ON 6 vorlegen, Dokument Nummer 49, Seite 303, unteres Drittel. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.) Ich zitiere Medienverfahren 116 Hv 2/25a gegen die Zack Media GmbH, da haben Sie am

21. Oktober 2025 folgenden Satz gesagt:


„Diese Fotos waren grauenhaft anzusehen. Es waren Einblutungen am ganzen Körper, ein 12 bis 13 cm großes Loch am linken Oberschenkel, auf der rechten Schläfe auch ein Loch, Einblutungen“ und so weiter.


Ich halte schon fest: Außer Ihnen spricht nur Peter Pilz von derart schweren Verletzungen, wobei er diese Leichenfotos im Gegensatz zu Ihnen ja gar nicht gesehen hat; Polizisten, aber auch die Rossatzer Gemeindeärztin Dr. Wagner,



auch Gerichtsgutachter sprechen von oberflächlichen Verletzungen, von kleinen Kratzern am Leichnam des Christian Pilnacek. Können Sie uns diesen Widerspruch in diesen Aussagen erklären? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe Herrn Pilnacek gesehen, wie die Haut abgezogen war. (Zwischenbemerkung von Verfahrensrichterin Edwards.) – Nein, okay.


Ich bin keine Medizinerin - -


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich möchte nur sagen: Diese Fotos sind nicht für die Öffentlichkeit und bitte keine Beschreibungen von Fotos.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich bin keine Medizinerin, aber es hat auf jeden Fall sehr tragisch ausgesehen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Sie sprechen von einem 12 bis

13 Zentimeter großen Loch, und zwischen einer Abschürfung und einem Loch ist halt doch ein einigermaßen großer - - Sie haben es gesehen. (Vorsitzender- Stellvertreter, Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter beraten sich.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Fotos haben wir hauptsächlich in Stufe 3, das heißt, das müsste man in geheimer Sitzung oder nicht-öffentlicher Sitzung - - Ich kann jetzt vielleicht nur oberflächlich darauf hinweisen, dass sich möglicherweise der Unterschied aus Fundfotos und Obduktionsfotos ergibt und vielleicht dadurch Unterschiede erklärbar sind. Ich weiß es nicht, ich stelle das nur hin. Wenn man dem näher nachgehen müsste, müssten wir das in einer nicht-öffentlichen Sitzung machen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich halte nur fest: Das 12, 13 Zentimeter große Loch hat nur Frau Wurm gesehen, Herr Peter Pilz behauptet das, sonst niemand.



Die restliche Zeit nehme ich gerne in die nächste Runde mit.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsordnung: Abgeordneter Hafenecker.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Für mich ist aber schon wesentlich, wann diese Verletzung gesehen wurde. War das etwas, das man sozusagen auf den Obduktionsfotos oder beim Auffinden gesehen hat, denn da können natürlich unterschiedliche Wahrnehmungen entstehen. Ich glaube, das können wir nicht so im Raum stehen lassen.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Herr Abgeordneter Hafenecker, das können Sie im Rahmen Ihrer Redezeit dann relevieren.


Sie sind mit Ihrer Redezeit am Ende, dann ist jetzt Frau Abgeordnete Kumpan- Takacs am Wort.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Vielen Dank, Herr Vorsitzender.


Danke, Frau Wurm, dass Sie uns heute hier Antworten geben. Ich möchte mich auch einleitend dafür entschuldigen, dass Sie in den letzten Tage auch Bedrohungen, die über die Medien ausgerichtet worden sind, ausgesetzt waren. Das ist nicht in unserem Sinne und sollte auch nicht zu den Aufgaben des Untersuchungsausschusses gehören.


Ich würde Sie gerne zum Kontakt mit Herrn Sobotka befragen, und zwar: Wie waren Ihre Kontakte? Oder gab es Kontakt vor dem 19.10. zu Wolfgang Sobotka von Ihrer Seite? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)



Auskunftsperson Karin Wurm: Vor dem 19.10.? Also dadurch, dass Christian Pilnacek und ich natürlich auch die Heurigen in der Umgebung besucht haben, und unter anderem auch das Heurigenlokal der Familie Polz, hatten wir Herrn Sobotka im Garten gesehen, ja, wo er mit seiner Familie anwesend war.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Welchen Kontakt gab es nach dem 19.? Haben Sie ihn da persönlich oder über Telefon gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, persönlich gesprochen hatte ich ihn nicht, ich war nur bei seiner Frau im Privathaus.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Genau, Sie sind zu Marlies Sobotka gefahren. Könnten Sie uns ausführen, wie es dazu kam, an welchem Tag das war?


Auskunftsperson Karin Wurm: Soweit ich mich entsinnen kann, war das am Sonntag nach dem tragischen Fund, und Frau Sobotka ließ mir über Frau Polz ausrichten, sie würde mir gerne eine Therapiestunde geben, ja, und dann sind wir zu ihr gefahren.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Das heißt: Die Einladung und die Idee, zu ihr zu fahren, kam von Frau Sobotka?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Könnte es auch sein, dass Ihre Tochter darum gebeten hat, Frau Polz darum gebeten hat, zu jemanden zu fahren, da es Ihnen nicht gut ging, um Hilfe zu holen oder zu bekommen oder sich auszusprechen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich kann mich da nicht entsinnen, aber ich würde Sie ganz höflich bitten, meine Tochter oder mein Privat- - Also ich würde Sie bitten, das aus diesem Untersuchungsausschuss und den Fragen auszulassen. – Wenn das in Ordnung ist, Frau Verfahrensrichterin?



Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ja.


Auskunftsperson Karin Wurm: Danke schön.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Ist für mich in Ordnung, ich wollte es nur erklären, weil Frau Polz das zuvor so gesagt hat.


Können Sie uns sagen, wie lange Sie im Haus von den Sobotkas waren?


Auskunftsperson Karin Wurm: Eine genaue Zeitangabe kann ich jetzt nicht mehr sagen, aber es waren sicherlich um die 2 Stunden, aber ich nagle mich da jetzt nicht fest, ich kann es nicht mehr sagen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Und Frau Polz hat Sie begleitet. Haben Sie eine Wahrnehmung dazu, was Frau Polz in dieser Zeit, in diesen 1 bis 2 Stunden, sagen wir einmal, gemacht hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Frau Polz hat mit Herrn Sobotka in seinem Büro gesprochen, also sie war nicht in dem Raum anwesend, in dem ich mit Marlies Sobotka gesessen habe.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie bei der Rückfahrt darüber gesprochen oder haben Sie eine Wahrnehmung dazu, worüber Frau Polz mit Herrn Sobotka gesprochen haben könnte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu habe ich keine Wahrnehmung.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie Herrn Sobotka dort auch angetroffen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich habe ihn nicht angetroffen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Noch eine Frage: Haben Sie in Erinnerung, ob es auch der gleiche Tag war, an dem Sie am Abend bei Herrn Monschein waren?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, daran habe ich keine Erinnerung. Ob das der gleiche Tag war, das kann ich nicht mehr sagen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Danke.


Ich würde gerne zum Kontakt zu Michael Takacs kommen: Können Sie uns ausführen, seit wann und ob Ihnen Michael Takacs ein Begriff ist und welchen Kontakt oder welches Verhältnis Sie zu ihm haben oder ob Sie ihn gekannt haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe überhaupt keinen Kontakt zu Herrn Takacs. Das war rein über Anna Polz, dass ich seinen Namen überhaupt, ja, gehört habe.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Hatten Sie mit ihm auch keinen telefonischen – also persönlich haben Sie schon gesagt – Kontakt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, hatte ich nicht.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie eine Wahrnehmung dazu, ob Herr Takacs den Kontakt zu Ihnen gesucht hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu habe ich keine Wahrnehmung.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie Telefonate zwischen Anna Polz und Michael Takacs wahrgenommen oder hat Frau Polz von Telefonaten berichtet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also an ein Telefonat kann ich mich erinnern, und zwar, wie des Morgens vom 20. Oktober Anna Taki, wie sie ihn nannte, angerufen hat und gefragt hat, was wir machen sollen. Also daran kann ich mich erinnern, ja.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Genau. Was hat er Ihnen ausgerichtet oder Frau Polz gesagt, was sie machen sollen?



Auskunftsperson Karin Wurm: Also auf jeden Fall suchen, weil sonst könnte es vielleicht unterlassene Hilfeleistung sein, wenn er sich irgendwie verletzt hätte oder ja - - Also das war genau so.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Gab es danach noch ein Telefonat zwischen Frau Polz und Herrn Takacs?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also da ja Frau Polz sehr viel telefoniert hat - -, aber explizit jetzt mit wem das war, das kann ich auch nicht genau sagen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Ich würde gerne ein Dokument vorlegen, und zwar das Dokument 301, die Seite 9. Da spricht Frau Polz davon, dass Herr Takacs gesagt hätte – es geht um den Laptop –: „Lasst’s ihn verschwinden“. – Haben Sie dazu eine Wahrnehmung? (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück und beraten sich.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, also daran kann ich mich schon erinnern, an diesen Satz, ja.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Hat Frau Polz das zuvor schon einmal zu Ihnen gesagt, dass Herr Takacs diese Empfehlung ausgesprochen hätte? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, also wie gesagt, das hat sie mir schon erzählt, weil ich gesagt habe, was redet ihr immer da oder wenn ihr telefoniert, dass er gemeint hat, lasst ihn verschwinden. Also das, ja - -


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Hat sie das auch begründet, warum?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, also begründet nicht. Nein.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Frau Polz hat vorhin im Ausschuss gemeint, dass sie das nur erfunden hätte, dass Herr Takacs das gar nicht zu ihr gesagt hat. Haben Sie dazu eine Wahrnehmung?



Auskunftsperson Karin Wurm: Also was ich gehört habe, das weiß ich, und sie hat es mir selbst gesagt, ja, also deshalb - -


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Das heißt, Sie haben davon in dieser Situation nicht zum ersten Mal gehört, von dieser Empfehlung?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe das nicht zum ersten Mal gehört, weil sonst könnte ich das ja in der Runde Nikbakhsh, Hochegger und Co nicht verlautbaren.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie eine Idee dazu, warum Frau Polz das heute verneint hat, dass Herr Takacs das je gesagt hat? (Vorsitzender-Stellvertreter und Verfahrensrichterin beraten sich.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Frau Abgeordnete, das wäre jetzt eine Vermutung zulasten von Frau Polz. Ich würde Sie bitten, die Frage nicht so zu stellen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Dann springen wir im gleichen Dokument auf Seite 10 bis 11. Da spricht Anna Polz von einem „Packl Geld in der hinteren Hosentasche“.


Haben Sie dazu eine Wahrnehmung? (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen und beraten sich.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich denke, dass es laut meiner Wahrnehmung so war, dass Anna Gabriel Anna Polz das erzählt hat, dass er, Christian, im Regina Margherita auf die Toilette gegangen ist und dass Frau Gabriel gesehen hätte, dass Christian Pilnacek ein Packl Geld in der Hosentasche gehabt hat. Aber wie gesagt: Näheres weiß ich da auch nicht dazu.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Können Sie noch einordnen, wann das war?



Auskunftsperson Karin Wurm: Vermutlich am Abend – vor der Führerscheinabnahme – des 19. Oktober, ja.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie auch eine Wahrnehmung von einem USB-Stick, von dem Anna Polz ja auf Seite 11 auch spricht? (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt-Stellvertreter. – Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen und beraten sich.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Entschuldigung. Könnten Sie die Frage noch einmal wiederholen?


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Ob Sie zusätzlich zum Packl Geld auch eine Wahrnehmung zum USB-Stick haben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also zum Geld habe ich ja keine Wahrnehmung, das habe ich ja gerade gesagt. Und der USB-Stick, wie gesagt, der war verschwunden, den er immer in der Hosentasche - - Es geht ja um diesen – nicht? –, der immer in der Hosentasche von Herrn Pilnacek war?


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Das wissen wir ja nicht, welcher USB-Stick.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, genau, deshalb meine Frage. Es geht ja um diesen besagten Stick, nicht?


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Genau. Das wollte ich wissen, ob es um diesen besagten USB-Stick gegangen ist. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson. – Vorsitzender-Stellvertreter, Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter beraten sich. – Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt- Stellvertreter.)



Auskunftsperson Karin Wurm: Ich muss noch einmal fragen: Meinen Sie diesen USB-Stick, den Christian Pilnacek immer in seiner Hosentasche hatte und der ja jetzt verschwunden ist?


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Das weiß ich nicht. Ich lese hier, dass eben in diesem Gespräch von einem USB-Stick die Rede war.


Auskunftsperson Karin Wurm: Von einem anderen weiß ich nichts.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Welche Wahrnehmung haben Sie dazu, dass Frau Polz hier von diesem USB-Stick spricht, wie sie eben auch von dem „Packl Geld“ gesprochen hat?


Aus dieser Konversation geht für mich hervor, dass Sie nicht gleich gewusst haben, worum es geht. Frau Polz hat dann auch erwähnt, dass er uns das erzählt hat – sagt sie – und Sie dann nachgefragt haben. Dann sagt Anna Polz: „Das hat er uns beiden erzählt“. – Deswegen meine Frage, ob Sie eine Wahrnehmung dazu haben, was Frau Polz da gemeint hat.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, also ich nehme an, dass es um diesen USB- Stick, der verschwunden ist, gegangen ist, aber eine genaue Wahrnehmung habe ich jetzt von diesem Gespräch nicht mehr.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Danke.


Ich springe vom USB-Stick zum Laptop. Können Sie uns vielleicht dazu etwas schildern? Herr Fellner hat Sie mehrmals telefonisch nach dem Laptop gefragt: Ist das richtig?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das ist richtig, ja.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Meine Frage dazu: Hat er begründet oder erklärt, warum er ihn sucht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Eine Begründung gab es keine.



Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Hat er erklärt, in wessen Auftrag er ihn sucht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Hat er bei den Telefonaten irgendwann davon gesprochen, dass es ein Ermittlungsverfahren gibt und der Laptop aus diesem Grund gesucht wird? (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ein Ermittlungsverfahren gegen wen oder was?


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Das Ermittlungsverfahren zu den Todesumständen.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich wusste nicht, dass es ein Ermittlungsverfahren zu den Todesumständen zu diesem Zeitpunkt gegeben hätte.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Oder hat er gesagt, dass die Staatsanwaltschaft schon eingeschalten ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also dazu habe ich keine Wahrnehmung, ob er diesen Satz explizit gesagt hat.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Dass die Staatsanwaltschaft eingeschalten wurde, wussten Sie? Wenn ja: ab welchem Zeitpunkt? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Na, das Einzige, was ich gewusst habe, war, dass die diensthabende Ärztin Frau Dagmar Wagner eine Obduktion bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angefordert hat. Mehr weiß ich zu diesem Zeitpunkt von Staatsanwaltschaft nicht.



Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Wurde Ihnen bei Ihrer Einvernahme in Mautern dazu etwas gesagt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Dazu habe ich keine Wahrnehmung. Da waren sehr viele Fragen, aber ob das jetzt dazu die Frage war oder Fragen waren, weiß ich leider nicht.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Wurde Ihnen dort gesagt, in welcher Rolle Sie einvernommen wurden; als Zeugin oder - -?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich möchte Sie nur kurz darauf hinweisen: Das war ziemlich kurz nach dem Ableben von Christian Pilnacek, und ich habe da eigentlich keine Wahrnehmung mehr, aber es geht sicher aus dem Protokoll hervor, als welche Person ich da geführt wurde. Ich kann es Ihnen nicht beantworten.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Das ist auch verständlich in der Situation.


Dann bin ich für die erste Runde fertig.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke.


Zweite Fragerunde


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Frau Abgeordnete Wotschke, bitte.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Bei dem Vorhalt war der Name C. V.4 ersichtlich. Kennen Sie C. V.?


4 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit C. V. anonymisiert.



Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, C. V. kenne ich. Ich muss aber gleich sagen, ich habe jetzt keinen Kontakt mehr, weil sie jetzt eher Anna Polz mehr gesonnen ist. Die hat ein Kosmetikinstitut in der Börsegasse im 1. Bezirk.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank.


Sie haben in Ihrem Eingangsstatement den Umgang der Staatsanwaltschaft mit Ihnen, auf der anderen Seite mit Frau List angesprochen. Jetzt kam vonseiten des Kollegen Hanger hier die Differenzierung zwischen einerseits Freundin, andererseits Gattin.


Meine Frage hierzu: Was war Ihre rechtliche Stellung im Verfahren rund um das Ableben von Christian Pilnacek? (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt-Stellvertreter. – Die Vertrauensperson wendet sich an die Verfahrensrichterin.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also mein Anwalt hat mir gesagt, es gibt keinen rechtlich qualitativen Unterschied zwischen (Abg. Wotschke [NEOS]: Nein, das war nicht die Frage!) dem Wort, das ich nicht sagen darf, und Gattin.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Nein, nein, nein! Meine Frage ist: Bei dem Verfahren, das am Tag des Ablebens, nach § 81 StGB, um die Frage, ob es hier eine fahrlässige Tötung gab, eröffnet wurde: Welche rechtliche Stellung hatten Sie in diesem Verfahren? Ich kann auch konkreter fragen: Hatten Sie Opferstellung? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson. – Die Vertrauensperson wendet sich an die Verfahrensrichterin.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: So, Frau Abgeordnete, die Auskunftsperson releviert, dass das jetzt eine rechtliche Zuordnung ist, die sie selber so nicht vornehmen kann. Wenn sie jetzt wieder sagt, dass sie Opferstellung hat, dann impliziert das wieder eine rechtliche Stellung, die sie einnimmt, die sie eigentlich hier nicht formulieren möchte.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Akteneinsicht bekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, die habe ich bekommen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dann lassen Sie mich die rechtliche Schlussfolgerung ziehen: Dann hatten Sie entweder Beklagtenstellung oder Opferstellung. Ich nehme an Opferstellung. Frau List hatte rechtlich dann dieselbe Stellung. Dementsprechend meine Frage: Inwiefern haben Sie sich ungleich behandelt gefühlt, da Sie dieselbe Stellung hatten? Sie haben im Eingangsstatement angesprochen, dass Sie das Gefühl hatten, das war ungleich. Was konkret meinen Sie damit? (Zwischenruf des Abg. Hanger [ÖVP]. – Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt- Stellvertreter. – Vorsitzender-Stellvertreter und Verfahrensrichterin beraten sich. – Der Verfahrensanwalt-Stellvertreter wendet sich an die Verfahrensrichterin.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Nach einem längeren rechtlichen Weg mussten wir darum kämpfen. Es ging auch von der OStA Wien aus, und, ja, wir mussten darum kämpfen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wir wollen eben wissen, ob die StA sauber gearbeitet hat: Was heißt darum kämpfen? Wie kann man sich das vorstellen? (Abg. Hanger [ÖVP] hebt die Hand.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsbehandlung: Abgeordneter Hanger, bitte.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Vorsitzender. Ich darf Herrn Kollegen Hafenecker zitieren, der ja immer darauf hinweist, dass es nicht gestattet ist, dass sich die Vertrauensperson an die Auskunftsperson wendet. (Zwischenbemerkung von Verfahrensanwalt-



Stellvertreter Kasper.) – Na ja, aber was war es denn leicht sonst jetzt? Alles gut, aber Sie können sich gerne zu Wort melden.


Ich weise nur darauf hin, dass ich das sehr unmittelbar jetzt schon seit einiger Zeit beobachte. Ich glaube: gleiches Recht für alle. Wir haben das schon so oft ventiliert, dann soll es auch in diesem Fall so gelten – nicht mehr und nicht weniger.


Jetzt können Sie sich zu Wort melden, Herr Verfahrensanwalt. Sie brauchen mir nicht ins Wort zu fallen! (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson, Verfahrensanwalt-Stellvertreter und Verfahrensrichterin.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe mich ja zu diesem Zeitpunkt nach langem Ausschöpfen durch Instanzen ungerecht behandelt gefühlt. Das ist einfach der Punkt, was ich dazu sagen kann.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wann haben Sie dann schlussendlich Akteneinsicht erhalten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also das genaue Datum kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß es wirklich nicht.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Nach § 66 der Strafprozessordnung beinhalten die Opferrechte auch, dass man vom Fortgang des Verfahrens informiert wird. Wurden Sie vom Fortgang des Verfahrens informiert? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, ich bin im ständigen - - (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Es tut mir leid, aber ich weiß es nicht.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ob Sie über den Fortgang des Verfahrens informiert werden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Sie meinen das - - (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


In dem Fall, das hat Herr Mag. Sackmann bekommen und, ja - - (Die Auskunftsperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt-Stellvertreter. – Die Verfahrensrichterin wendet sich an den Vorsitzender-Stellvertreter.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Ich unterbreche die Sitzung für 15 Minuten.


Sitzungs unterbrec hu n g von 18. 4 7 U hr b is 1 9 . 01 U hr.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Ich nehme die unterbrochene Sitzung wieder auf.


Frau Abgeordnete Wotschke, darf ich Sie bitten, Ihre zuletzt gestellte Frage außerhalb der Redezeit zu wiederholen?


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank.


Ja, es ging um den Themenkomplex der Staatsanwaltschaft und wie diese vorgegangen ist – hierzu würde ich die Frage stellen. Angesprochen war schon die Akteneinsicht. War die Akteneinsicht, die Sie ja dann über längere Zeit erkämpft haben, tagesaktuell, als Sie sie erhalten haben? War sie aktuell? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, also meines Erachtens ja. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Mein Rechtsbeistand, Herr Mag. Sackmann, weiß es selbst nicht, also deshalb - -



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie die Fotos erhalten? (Die Vertrauensperson wendet sich an die Auskunftsperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, die Fotos habe ich nicht erhalten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie zum jetzigen Stand immer noch das Gefühl, dass Sie nicht gleich behandelt werden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also meines Erachtens: ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Gut, dann wechseln wir das Thema.


Vorhin wurde das Treffen mit Marlies Sobotka am 22. Oktober besprochen. Dazu habe ich nur eine Frage, die mir gefehlt hat, nämlich: Wann wurde das Treffen ausgemacht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das Treffen wurde telefonisch ausgemacht und ich kann mich erinnern, dass es an dem Tag war – also Abend, glaube ich, war das –, wo Christian Pilnacek verstorben ist. Also es war an dem Tag.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vielen Dank.


Dann würde ich noch zu einem Thema gehen, das vorhin gerade besprochen wurde, nämlich dem Laptop des Mag. Pilnacek. Wie wurde der genutzt? War das dienstlich, privat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also dadurch, dass ja gegen mich auch ein Strafverfahren wegen des Laptops läuft, kann ich dazu auch nichts sagen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie diesen Laptop genutzt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Gab es einen Passwortschutz?


Auskunftsperson Karin Wurm: Soviel ich weiß: Nein, weil er ihn aufgemacht und gleich darauf geschrieben hat.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Sie haben gemeint, Sie haben den Laptop generell nicht benutzt. Haben Sie ihn jemals eingeschalten oder verwendet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, wie gesagt, das war das Eigentum von Herrn Christian Pilnacek und damit hatte ich eigentlich nichts zu tun.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ich würde einen Vorhalt machen, nämlich Dokument Nummer 263, Seite 1. Das ist ein Aktenvermerk von der Oberstaatsanwaltschaft, das ist ein Screenshot davon, welche Akten auf diesem Laptop oben waren. Sie haben ihn nicht verwendet, aber vielleicht haben Sie doch Wahrnehmungen dazu, was da gemeint sein könnte. (Die Auskunftsperson liest in dem vorgelegten Schriftstück.)


Sehen Sie die Liste mit den Ordnern?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich sehe die Liste mit den Ordnern. Das einzige, was ich sagen kann: dass der Christian die Unterlagen vom Haus, vom bevorstehenden Hauskauf - - Der hat das alles auf seinem Laptop gespeichert gehabt. Das hat er mir gesagt, aber wie gesagt - - Aber diese Ordner, die sagen mir nichts, nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ein Ordner ist „Daten Anna“. Haben Sie Wahrnehmungen, von wem der sein könnte, was das sein könnte oder wer Anna sein könnte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das kann ich Ihnen nicht sagen. (Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen.)



Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ein Ordner ist „W.5“ benannt. Haben Sie von „W.“ schon einmal gehört?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, davon habe ich auch noch nichts gehört.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ein Ordner ist „Sobotka KABI“ und ein Ordner „Sobotka NRP“. Haben Sie eine Wahrnehmung, woher das kommen könnte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Hat Anna Polz Zugang zum Laptop gehabt? (Die Vertrauensperson wendet sich an den Verfahrensanwalt- Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also meines Erachtens: nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Jetzt steht da – unten ist es ausgeführt –: „Weiters ist auffällig, dass manche Dateien den User ‚Karin‘ als Mitbearbeiterin“ haben. Können das Sie sein? (Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter beraten sich. – Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Entschuldigen Sie, Frau Abgeordnete, dass wir den Vorhalt auch richtig machen: Es steht hier: „Im April 2024 [...] Daten, die von“ - - Ich will es jetzt gar nicht so vorlesen; von einer externen „Festplatte“ steht da.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Ich meine den Satz unter dem Screenshot mit den Ordnern, also mit der Ordnerstruktur: „Weiters ist


5 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit W. anonymisiert.



auffällig, dass“ – Punkti, Punkti, Punkti. (Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen.)


Und hier ist eben „User ‚Karin‘“ zitiert. Da haben wir uns gefragt, ob das Sie sein könnten.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, das bin sicher ich, weil er wie gesagt dann auch die Unterlagen für die Boutique in Krems da – die Verträge, alles – abgespeichert hat, weil er das auch immer angeschaut hat, ja.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Von Ihrem Computer?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das ist auf seinem Computer, nehme ich an. Also ich habe keinen Laptop, deshalb, ja, kann es nicht von meinem sein. (Die Vertrauensperson wendet sich an die Auskunftsperson.)


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Aber Sie haben auf die Dokumente nicht zugegriffen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich habe da nicht zugegriffen. (Die Auskunftsperson liest in den Unterlagen.)


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wir hatten vorhin das Thema Beratungstätigkeiten. Haben Sie Wahrnehmungen, ob sich am Laptop Dokumente zu Beratungstätigkeiten befinden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu habe ich keine Wahrnehmung.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Wir hatten schon das Thema, ob sich jemand bezüglich der Datenträger gemeldet hat. Hat sich insgesamt nach dem Ableben von Mag. Pilnacek jemand aus dem politischen Umfeld bei Ihnen gemeldet?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, hat sich niemand gemeldet.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Aus der Justiz?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, aus der Justiz auch nicht. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Entschuldigung, Frau Wotschke, das einzige - - Ich weiß jetzt nicht, welche Zugehörigkeit Herr Fellner hat. Der hat sich schon gemeldet, also hat mich schon angerufen.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Vor Ort, am Fundort: Haben Sie Wahrnehmungen, was die Polizei zur Todesursache gesprochen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu habe ich keine Wahrnehmung.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Haben Sie Wahrnehmungen, ob die Geisterfahrt ein Thema war?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also nicht zu diesem Zeitpunkt.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Können Sie sich erklären, wie man so schnell von Suizid gesprochen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein. Das kann ich mir nicht erklären, nein.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dann eine Abschlussfrage: Nachdem Sie viel in den Medien waren, hatte das Auswirkungen auf Ihr Privatleben, berufliches Leben? (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson, Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Das betrifft meine persönliche Sphäre und das möchte ich nicht beantworten.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Dann habe ich keine weiteren Fragen. Vielen Dank.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Frau Abgeordnete Prammer, bitte.



Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank, Herr Vorsitzender.


Frau Wurm, Sie haben gesagt, dass Sie mit Herrn Pilnacek bei Ihnen zu Hause nicht über Politik sprechen wollten, was ich sehr gut verstehen kann. Wissen Sie, ob er das mit Frau Polz auch so gehalten hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: In meiner Anwesenheit hat er mit ihr auch nicht darüber gesprochen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Hat irgendjemand dieser beiden einmal Ihnen gegenüber erwähnt, dass er mit dem jeweils anderen irgendwelche politischen Dinge beziehungsweise Dinge aus dem beruflichen Umfeld besprochen hätte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, daran kann ich mich nicht erinnern.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wir haben vorhin schon ganz kurz über diese rote Festplatte gesprochen. Wem hat die eigentlich gehört?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich kann nur annehmen, dass sie Anna gehört hat, denn sie hat sie des Öfteren, wenn sie zu Hause am Tisch gearbeitet hat, neben ihrem Laptop liegen gehabt.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ist die dort immer gelegen oder hat sie sie immer eingepackt und ausgepackt? Wissen Sie das?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, die hat sie immer mitgenommen, also eingepackt und ausgepackt.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, was sie damit gemacht hat – also ob sie damit private Dinge oder berufliche Dinge gearbeitet hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Da habe ich keine Wahrnehmungen dazu.



Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Haben Sie Wahrnehmungen dazu, ob Frau Polz jemals mit dem Laptop von Herrn Pilnacek gearbeitet hat, beziehungsweise wenn ja, ob sie dann dort diese Festplatte angeschlossen hatte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Auf diese Frage habe ich auch keine Wahrnehmungen, weil für mich die Laptops alle gleich ausschauen – ob der jetzt silber ist oder schwarz, darauf habe ich echt nicht geachtet, keine Ahnung, ob das jetzt - -


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sie haben gesagt, Sie haben keinen Laptop. Haben Sie einen PC?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe einen PC, ja.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ich frage das deshalb, weil auf dieser roten Festplatte Dateien und Ordner in der gleichen Struktur mit den gleichen Bezeichnungen gefunden wurden wie in den Daten, die die WKStA bekommen hat, die aus dem Datenbestand von Herrn Pilnacek stammen sollen – und weil das eben genau übereinstimmt, deshalb diese Frage.


Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, wie diese gleichen Datensätze auf diese beiden Datenträger gekommen sein könnten?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, leider, dazu habe ich keine Wahrnehmungen, weiß ich nicht.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Hat Frau Polz nach ihrem Auszug jemals bei Ihnen nachgefragt, ob Sie diese Festplatte haben? Hat sie jemals zu erkennen gegeben, dass sie diese Festplatte vermisst?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, hat sie nicht.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wir haben jetzt auch schon einige Situationen geschildert bekommen – sowohl von Frau Polz als auch von



Ihnen –, also von der Zeit, als Sie noch zusammengelebt haben, bevor dieses tragische Unglück passiert ist, dann danach. Man hat so den Eindruck, diese Beziehung wird mehr und mehr spannungsgeladen. Wie sind denn Ihre Wahrnehmungen dazu, wie sich das Verhältnis von Ihnen zu Frau Polz im Laufe der Zeit verändert hat? (Die Auskunftsperson berät sich mit Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter. – Vorsitzender-Stellvertreter und Verfahrensrichterin beraten sich.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Darf ich nur sagen: Wir haben jetzt die Debatte, ob es eine zu private Frage ist, was jetzt natürlich auf der Hand liegt? Auf der anderen Seite könnte man schon auch argumentieren, dass durch dieses Spannungsverhältnis theoretisch auch Einflussnahmen, durch Aktivitäten aller Art - - Ich glaube aber, ich kann diese Unterscheidung jetzt dahingestellt lassen, weil Frau Wurm bereit ist, das zu beantworten.


Auskunftsperson Karin Wurm: Frau Polz ist ja ziemlich kurz nach dem Ableben von Christian Pilnacek aus dem Hause ausgezogen; und seitdem haben wir keinen Kontakt mehr.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Polz hat aber am Anfang sehr viel für Sie übernommen, also ist Ihnen eigentlich sehr gut zur Seite gestanden: Sie hat gerade diese ganzen Dinge mit der Polizei abgewickelt, hat Sie dann auch zum Beispiel an Frau Sobotka vermittelt, hat Ihnen empfohlen, was man mit dem Laptop tun soll. Frau Polz hat da schon eine sehr aktive Rolle in diesem Nachgeschehen eingenommen.


Haben Sie irgendwelche Wahrnehmungen dazu, dass das auch vorher schon irgendwie eine Tendenz von ihr war, diese Verantwortungen zu übernehmen beziehungsweise Dinge einzufädeln? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Frau Abgeordnete, glauben Sie, würde es Ihnen gelingen, das sozusagen so zu formulieren oder so in



Zusammenhang zu bringen, dass ich eine Möglichkeit habe, zu sagen, das ist nicht reine Privatsphäre?


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ich werde es anders formulieren: Es geht hier darum, ob irgendwelche Personen versucht haben, Einfluss zu nehmen – möglicherweise über dritte Personen, und eine solche dritte Person könnte Frau Polz gewesen sein. Haben Sie dazu Wahrnehmungen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu habe ich keine Wahrnehmungen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Polz hat Ihnen auch dieses Therapiegespräch, diese eine Sitzung bei Frau Sobotka vermittelt. Wie sind denn Ihre Wahrnehmungen zu diesem Therapiegespräch gewesen? (Der Vorsitzender-Stellvertreter berät sich mit der Verfahrensrichterin.)


Entschuldigung, ich mache es anders: Ich möchte Ihnen das Dokument 259 vorhalten, und zwar die Seite 15. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück und beraten sich. – Die Vertrauensperson berät sich mit dem Verfahrensanwalt.)


Ja, ich möchte insbesondere auf diesen - - Das ist der Absatz, der beginnt mit:

„Zwei Tage nach dem Ableben“ und davon die drittletzte Zeile. Das ist Ihre eigene Aussage, Frau Wurm: „Im Rückblick war dieses Gespräch mit der Therapeutin sicherlich eine Art Aushorchen. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, die Dinge richtig einzuordnen, in so einer Situation greift man nach jedem Strohhalm.“


Was mich interessiert, ist: Wodurch hatten Sie diesen Eindruck eines Aushorchens – und wonach, hatten Sie den Eindruck, seien Sie ausgehorcht worden? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson. – Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter beraten sich.)



Auskunftsperson Karin Wurm: Es ist wiederum eine sehr persönliche Frage, aber ich beantworte Ihnen diese: Ich kannte diese Frau nicht, und plötzlich wollen sie mir helfen. Das ist für mich eigenartig.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Ja, für mich auch

(Auskunftsperson Wurm: Ja!), darum frage ich es nach.


Ich möchte ganz kurz noch auf den Kontakt mit Herrn Monschein zu sprechen kommen. Wir haben schon relativ viel darüber geredet und wir haben auch heute am Vormittag mit Frau Polz schon darüber geredet. Frau Polz hat uns gesagt, sie hätte diesen Kontakt hergestellt und ab dann, ab dem Zeitpunkt des Kontaktherstellens hätten Sie nur mehr diese ganze Korrespondenz und den ganzen Kontakt mit Herrn Monschein gepflegt. – Entspricht das auch Ihrer Wahrnehmung?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das entspricht nicht meiner Wahrnehmung, weil Herr Monschein ein Bekannter der Familie Polz aus früheren Zeiten war. Ich kannte Herrn Monschein vorher nicht und ich habe, wie Sie das jetzt gerade gedeutet haben, das in keiner Hinsicht irgendwie in die Hand genommen. Nein.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Herr Monschein hat auch schon zu einem früheren Zeitpunkt für die amerikanische Botschaft gearbeitet. Haben Sie das gewusst?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das habe ich gewusst, ja.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Der Laptop, um den es da gegangen ist und den er möglicherweise versuchen sollte auszulesen, hätte nach dem, was Sie uns vorhin erzählt haben, ja auch sensible Daten enthalten können. Es ist einmal gefallen, er wäre gefährlich – in diesem Telefongespräch, über das wir vorhin schon gesprochen haben. Hat es da irgendwelche Bedenken gegeben, ihm diesen Laptop mit den sensiblen Daten auszuhändigen – entweder von Ihrer



Seite oder vonseiten der Frau Polz? Ist das in irgendeiner Form besprochen worden? (Die Auskunftsperson berät sich mit der Verfahrensrichterin.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Aufgrund meines Strafverfahrens kann ich dazu jetzt keine Aussage tätigen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Dann habe ich noch eine letzte Frage und halte Ihnen dazu das Dokument Nummer 584, Seite 11, vor. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück. – Die Auskunftsperson berät sich mit Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt- Stellvertreter.) Das ist Ihre Zeugenaussage vom 4.4.2025. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen und beraten sich.)


Sie sagen da im letzten Absatz auf dieser Seite: „MONSCHEIN sagte mir, dass POLZ ihn gebeten hätte, diese Unterlagen auszudrucken und sie dann an POLZ zu übergeben. Von POLZ habe ich diese Unterlagen jedoch zu keinem Zeitpunkt bekommen.“


Ist das so richtig? (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen.)


Soweit es sich aus dem Zusammenhang ergibt, geht es um Unterlagen, die auch mit dem Kredit, also mit dem Darlehen und mit dem Hauskauf, zu tun hatten. (Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensanwalt- Stellvertreter.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Das ist vollkommen richtig, was da drinnen steht, ja.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Wissen Sie, ob Frau Polz die Unterlagen bekommen und nicht weitergegeben oder gar nicht bekommen hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich mich da nicht involviert habe.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank.



Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Frau Abgeordnete Fürst. –Bitte.

Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Danke, Herr Vorsitzender.


Frau Wurm, ich darf Sie ersuchen, einen Blick auf das Dokument 0435 zu werfen – 0435, Seite 637. Laut dieser Kommunikation, die man hier sieht, macht sich Christian Pilnacek für den 30.10.2023 einen Termin in der Löwelstraße 8 mit einer „M. K.6“, so wie es hier aufscheint, aus. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Bitte, wenn Sie sich das einmal anschauen, also ab: „Ginge der 30.10?“, ab da die nächsten Zeilen.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich verstehe nicht ganz, mit wem er da kommuniziert.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Aber Sie haben es sich durchgelesen?

(Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen und beraten sich.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Bitte die Frage.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Genau, da wird vorgeschlagen: „Ginge der 30.10?“, „Wäre wunderbar“. – Dann schreibt da eine oder ein M. K.: „Das freut uns! 13.00 Löwelstraße 8/8, bitte bei M. K. läuten, dann linke Stiege“ und so weiter. „Werden sie mit Ihrer Frau kommen? HG“ – wahrscheinlich herzliche Grüße – „M. K.“. – Christian Pilnacek antwortet: „Freut mich sehr, ich komme allein, herzlichen Gruß“.


Wissen Sie, um wen es sich hier handelt oder handeln könnte?



6 Angenommener Einspruch der Verfahrensrichterin gem. § 20 Abs. 3 VO-UA: Von der Veröffentlichung des Klarnamens wurde abgesehen. Der Klarname wird im gesamten Befragungsprotokoll mit M. K. anonymisiert.



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, tut mir leid, das weiß ich nicht.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Weil es einen Namen gibt, der da einen Reim macht: M. K..


Auskunftsperson Karin Wurm: Kenne ich leider nicht, nein.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Botschafterin von Liechtenstein in Wien.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich weiß nur, dass Christian Ehrenbürger von Liechtenstein war, aber ich kenne weder die Botschafterin noch den Namen.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Sie wissen nicht, ob er sie kannte (Auskunftsperson Wurm: Weiß ich leider nicht!), oder Sie wissen nichts von einem Kontakt zwischen den beiden?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, das weiß ich nicht.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Machen Sie sich einen Reim auf die Frage, wo sie fragt: „Werden sie mit Ihrer Frau kommen?“ – Können Sie sich vorstellen, wer da gemeint ist, ob Sie gemeint sind oder Frau List?


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Bitte, ich würde Sie ersuchen – darf ich das sagen? – Entschuldigen Sie! –, dass Frau Wurm diese Zuordnung nicht - -


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Ja, vielleicht weiß - - Aber gut. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Sie haben jetzt gerade erwähnt, dass Christian Pilnacek Ehrenbürger in Liechtenstein war. Wissen Sie, ob er auch einen liechtensteinischen Pass hatte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das kann ich nicht sagen. Ich weiß, dass er Ehrenbürger war, weil er mir das einmal erzählt hat, ja. (Abg. Hanger [ÖVP]: Zur Geschäftsbehandlung!)


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Danke.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Moment, bitte! – Herr Abgeordneter Hanger, zur Geschäftsbehandlung.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Ich finde, dass wir alle schon einen sehr langen Tag haben, und es wäre schon wichtig, glaube ich, auch einen Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand herzustellen. Inwieweit das jetzt untersuchungsgegenständlich ist, ob Herr Pilnacek Ehrenbürger in Liechtenstein war oder nicht, weiß ich nicht. Ich glaube, da könnten wir alle gemeinsam ein bisschen fokussieren. (Abg. Fürst [FPÖ]: Es ist schon erledigt!)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsordnung: Herr Hafenecker.


Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Vorsitzender! Na ja, es ist schon nicht ganz unerheblich, weil dieser Termin, glaube ich, ja dann am 30. Oktober mit der Frau M. K. in der Botschaft von Liechtenstein vereinbart worden ist. Wir wissen, dass gerade im Zusammenhang mit Signa auch Spuren nach Liechtenstein führen. Gleichzeitig ist ja der CEO von Signa jener gewesen, der Herrn Pilnacek sein Haus verkaufen wollte. Ich glaube, da schließt sich schon ganz gut ein Kreis.


Kollege Hanger, dass Sie das nicht genauer wissen wollen, ist mir klar, aber ich glaube, die Frage sollte schon zulässig sein.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Ich glaube, Sie haben es eh beantwortet: Sie wissen nicht, ob er einen liechtensteinischen Pass hatte. Also Sie haben nie etwas davon gehört?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich habe davon nichts gehört.



Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Dann würde ich Sie bitten, noch einmal einen Blick auf das Dokument 301, das Transkript vom Treffen am

9. Dezember 2023, zu werfen, und zwar auf Seite 3 am Ende.


Hier wird Michael Nikbakhsh wiedergegeben, der sich hier folgendermaßen äußert: „Und der leitende Kriminalbeamte wollte ihn aber gleich mitnehmen lassen“. – Das ist auf die Bergung von Christian Pilnacek bezogen. Und dann kommt ein Zitat von Ihnen. Bitte, wenn Sie sich das einmal durchlesen. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Also Nikbakhsh wird zitiert mit: „Und der leitende Kriminalbeamte wollte ihn aber gleich mitnehmen lassen“, und Sie hätten dann gesagt: „Ja, genau“, und dass der Kriminalbeamte gesagt hätte: „‚Das kostet mich den Kopf‘ [...], ‚wenn der zur Obduktion kommt‘“.


Wie kamen Sie zu dieser Aussage? Stimmt das so, ist das so am 9.12. besprochen worden? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe da keine unmittelbaren Wahrnehmungen, dass das jemand zu mir gesagt hat, aber eine Wahrnehmung von Dritten, die das gesagt haben. Da können Sie mich jetzt festnageln, aber ich weiß nicht mehr, wer das war. Das ist jetzt über zwei Jahre her, ich weiß es nicht, wirklich nicht.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Mit Dritten meinen Sie, dass Sie nicht gehört haben, dass das der Kriminalbeamte gesagt hat, sondern wer anderer Ihnen erzählt hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Genau, dass mir das wer anderer erzählt hat, dass das eben der diensthabende Beamte gesagt haben sollte. Aber wie gesagt - - (Abg. Hanger [ÖVP]: ... stille Post spielen!)


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Dass so eine Aussage gefallen wäre, ist ja relevant, weil das heißen würde, dass die Ermittler hier auch nicht ganz



unbelastet oder unvoreingenommen (Abg. Hanger [ÖVP]: Stille Post!) – nein, das ist keine stille Post – ans Werk gingen, und die sind ja weisungsgebunden, wie man weiß. Das würde auch den Druck auf die Gemeindeärztin, von dem diese gesprochen hat, erklären, dass man die Obduktion unbedingt verhindern wollte.


Bitte jetzt noch weitergehen auf Seite 5, zweite Hälfte: Da bringt sich dann Wolfgang Sobotka ins Spiel beziehungsweise ist die Rede von ihm. (Abg. Hanger [ÖVP]: Er bringt sich ins Spiel!) Er kommt vor, und zwar wird da in dem Transkript erwähnt – bitte, wenn Sie sich das einmal anschauen –, dass er die Anna P. hier quasi gemaßregelt hätte, dass Sie und Anna P. nicht mit den Medien reden sollten.


Was haben Sie da für eine Wahrnehmung dazu? Aber bitte lesen Sie es sich einmal in Ruhe durch. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in den Unterlagen.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, also das hat die Anna mir ausgerichtet, dass ich weder mit Medien reden soll und aufhören soll, zu erzählen, dass es Mord war: Also es war Selbstmord und dabei bleibt’s! – Genau so.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Das ist Ihnen so von Anna Polz mitgeteilt worden. (Auskunftsperson Wurm: Ausgerichtet worden, genau, ja!) Ist da auch dazugesagt worden, dass das Wolfgang Sobotka gesagt hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, sie hat mir ausgerichtet, von wem es gekommen ist, ja.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Sie hat Ihnen das so weitergegeben. (Auskunftsperson Wurm: Ja!) Haben Sie auch mitbekommen, dass das da am 9.12. so besprochen worden ist? Wolfgang Sobotka kannte ja offensichtlich die Todesursache ganz genau, oder er gab vor - - Hier steht: „Dann hat er ins Telefon hineingeplärrt: ‚Nein! Das war nicht einmal ein Unfall! Das war Ertrinken



ohne Fremdverschulden [...]!‘“ Aus! – Und Anna Polz hätte dann gesagt: Na „gut, dann war das so“.


Haben Sie das mitbekommen, dass das da so besprochen wurde? – Das ist dann auf Seite 6 oben. (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich habe es von Anna Polz so gehört, ja.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also die hat Ihnen das so erzählt oder sie hat es so in dieser Runde erzählt, so haben Sie es gehört?


Auskunftsperson Karin Wurm: Sie hat es erzählt, ja. Das habe ich schon gehört, weil das ein ziemlich brisantes Thema war. Also das weiß ich schon noch.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Okay, weil Frau Anna Polz heute eben auch ausgesagt hat, sie habe das am 9.12. schon so gesagt, aber sie sei hier auch etwas verwirrt gewesen. Sie hat sich sogar selber beschuldigt, dass sie sich mit diesen Aussagen ein bisschen wichtig machen wollte und dass sie da vielleicht auch Verschwörungstheorien aufgesessen wäre, von Ihnen, von Aussagen von Kartenlegerinnen. Haben Sie da irgendeine Wahrnehmung dazu, dass Frau Anna Polz da in labilem Zustand gewesen sei?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also ich sage jetzt einmal: Natürlich ist es tragisch, was uns widerfahren ist, aber ich glaube, in erster Linie war ich diejenige, die den Ausnahmezustand gehabt hat. Sie hat immer gesagt: Du bist nicht zurechnungsfähig in dem Moment, ich mach das alles und hör auf mich! – Also das war immer ihre Hilfestellung, wo ich auch sehr dankbar war, dass sie mir da unter die Arme gegriffen hat, weil ich eben in einem Ausnahmezustand war.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also sie war eher die, die da die Dinge in die Hand genommen und Sie angeleitet hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja.



Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Dann nur mehr eine kurze Frage. Wir haben es heute eh schon ein paar Mal gehabt: das Treffen im Haus der Familie Sobotka, wo Sie mit Frau Sobotka zur Beratung gesprochen haben. Wissen Sie, wurde der Laptop im Auto mitgeführt oder von Frau Anna Polz der Laptop mitgenommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die Anna hatte immer so ein Stoffsackerl dabei, aber ich weiß es nicht genau, weil ich, wie gesagt, da auch gar nicht Herr meiner Sinne war. Ich bin einfach mitgefahren.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Also Sie haben nicht darauf geachtet? (Auskunftsperson Wurm: Nein, hab ich nicht!) Es war ein Stoffsackerl mit, aber Sie wissen nicht, was drinnen war.


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, ich habe da nicht darauf geachtet. Ich weiß gar nicht, wo ich da hingeschaut habe, keine Ahnung.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Okay. Danke, das wäre es einmal. Ich werde die Zeit noch mitnehmen.

Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Herr Abgeordneter Hanger, bitte.

Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke, Herr Vorsitzender.


Ich möchte noch einmal ganz kurz auf das Einleitungsstatement zurückkommen und wie auch in vergangenen Befragungen die Vorbereitungen auf diesen heutigen Tag hinterfragen. Können Sie mir nennen, wer aller in diese Vorbereitungen involviert war?


Auskunftsperson Karin Wurm: Nur mein Rechtsvertreter, Herr Mag. Volkert Sackmann.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke sehr.



Und diese einleitende Stellungnahme haben Sie auch mit ihm inhaltlich entsprechend abgestimmt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Die Frage habe ich Ihnen bereits beantwortet.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Wie gesagt, Frau Verfahrensrichterin, wir sind der Meinung, dass auch ein einleitendes Statement der Wahrheitspflicht unterliegt, und wir werden uns das natürlich noch im Detail anschauen.


Eine kleine Ergänzungsfrage zu diesem schon mehrfach nachgefragten Sparbuch: Frau Polz hat in ihren Ausführungen davon gesprochen, in einer Aktentasche sei ein Sparbuch mit einem Guthaben. Welche Wahrnehmungen, noch einmal zusammengefasst, haben Sie zu diesem Thema?


Auskunftsperson Karin Wurm: Herr Hanger, da von der Polizei ein Strafverfahren eben genau wegen dieser Sache gegen mich eingeleitet wurde, wo ich nicht weiß, worum es geht, kann ich auf diese Frage jetzt nicht antworten.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Aber Sie können das bestätigen, was im Medienverfahren von Ihrer Seite gesagt worden ist, dass das quasi ein Sparbuch war, das gelocht war, und das haben Sie dann in einer Altkleidersammlung entsorgt? Das können Sie bestätigen? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Herr Hanger, ich verweise auf das, was ich im Medienverfahren „Zackzack“ gesagt habe, dass dieses Sparbuch, um das es geht, gelocht war und ich es mit den Kleidern in die Altkleidersammlung entsorgt habe, weil wie gesagt damals Frau List ja die gesamten Sachen wollte, was aber nie zustande gekommen ist, die Übergabe durch die Frau Polz, und dann habe ich irgendwann die Sachen in die Altkleidersammlung gegeben.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Und Sie kennen das Sparbuch nur gelocht?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich kenne das nur gelocht, ja.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ein Thema noch, zu diesem Darlehensvertrag, der mich durchaus auch beschäftigt, weil ich Geschäftsmodelle in dieser Form nicht kenne: Stimmt es, dass Sie am Todestag noch Herrn Rauball angerufen und gefragt haben, ob das quasi eh noch aufrecht ist?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich habe mit Herrn Rauball ein ziemlich enges Verhältnis gehabt, telefonisch wohlgemerkt, und er hat mir natürlich auch sehr beigestanden, weil wir beide einen sehr lieben Angehörigen verloren haben. Ich nenne es extra Angehörigen, weil Herr Rauball auch ein väterlicher Freund war. Und natürlich kam dieses Thema auch zur Sprache, weil es auch für meine Zukunft sehr wichtig war.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also noch am Todestag haben Sie sich erkundigt, ob diese finanzielle Zuwendung in Form eines Darlehens - - Ich finde es immer wieder bemerkenswert. Am Todestag war das noch, da hat es Gespräche darüber gegeben?


Auskunftsperson Karin Wurm: Es hatte auch Herr Rauball das Darlehen angesprochen. Also es kam nicht von meiner Seite, und ich finde es weder verwerflich noch pietätlos.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich habe versucht, wie mich die Verfahrensrichterin aufgefordert hat, sehr emotionslos, sachlich zu fragen, weil Sie ja wissen, da wird dann alles Mögliche hineininterpretiert, und das ist eine gute Gelegenheit, das klarzustellen.


Ich muss Sie jetzt noch einmal mit einem Video konfrontieren, und zwar geht es konkret wiederum um die Servus-TV-Doku. Das ist die ON 13, und ich ersuche,



dieses Video wieder vorzuspielen. Es geht um das Thema Zeugenschutzprogramm. (Es folgt die Einspielung eines Videos.)


Frau Wurm, ich möchte nicht auf Details eingehen, aber Sie haben doch auch ausgesagt, dass Sie die Leiche identifiziert haben. Das ist korrekt, oder?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das ist korrekt. Zusammen mit Anna Polz.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Wie kommen Sie dann zu dieser Aussage, dass Sie glauben, er war oder ist in Dresden in einem Zeugenschutzprogramm? Können Sie mir das irgendwie nachvollziehbar darstellen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich kann Ihnen das schon nachvollziehbar darstellen, Herr Hanger: In einer Ausnahmesituation, wenn man einen geliebten Menschen auf diese furchtbare Art und Weise verloren hat, ja, da hat man die wahnwitzigsten Vorstellungen, weil ich nie geglaubt habe oder noch immer nicht glaube, dass Christian Pilnacek sich von selbst das Leben genommen hat.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Wann war diese Aufzeichnung für diese Servus-TV-Doku, nur in einen ungefähren Zeitrahmen einordnend?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber ich denke, dem Kleid nach zu schließen war es im Frühjahr 2024.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also da ist schon ein halbes Jahr vergangen, und da waren Sie immer noch in einer Ausnahmesituation?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wissen Sie, Herr Hanger, ich habe keine Zeit für Trauerarbeit gehabt, und das muss man einem Menschen einmal zugestehen, dass er auch in dieser Zeit - - Ja, das ist einfach schrecklich und - -


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich gestehe Ihnen das tatsächlich zu, nur für mich ist es halt unglaublich unlogisch, einerseits eine Leiche zu identifizieren und andererseits davon zu sprechen, dass er in einem



Zeugenschutzprogramm in Dresden ist. Es tut mir leid, bei allem Verständnis, aber da tue ich mir wirklich schwer, das nachzuvollziehen.


Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, also wenn Sie es nicht nachvollziehen können, ich habe es zu der Zeit für mich in meinem Kopf - -


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Wer war dann die Person, die Sie identifiziert haben, wenn der richtige Herr Pilnacek im Zeugenschutzprogramm ist? (Abg. Krainer [SPÖ]: Bitte, das tut doch weh! Es gibt doch Grenzen! – Abg.

Wotschke [NEOS]: Zur Geschäftsbehandlung!)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zur Geschäftsordnung: Frau Abgeordnete Wotschke.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS) (zur Geschäftsbehandlung):

Mich würde die Relevanz zum Untersuchungsgegenstand interessieren.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Zur Geschäftsbehandlung außerhalb der Redezeit: Weil es ja immer darum geht, dass wir Ermittlungshandlungen der Polizei untersuchen, und das ist schon ein sehr grober Vorhalt, der hier in diesem Interview geäußert worden ist, dass Herr Pilnacek quasi gar nicht gefunden wurde, es muss also ein anderer gewesen sein. Wir untersuchen Ermittlungshandlungen, aber sei’s drum, ich will das jetzt gar nicht noch länger zelebrieren, aber das ist eine Frage, die mich schon sehr stutzig macht, wenn ich das so sagen darf.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich wollte es prinzipiell jetzt auch zugestehen. Ich habe es jetzt ein bisschen so laufen lassen, aber im Endeffekt ist mit dieser Fragestellung die politische Einflussnahme auf Ermittlungen jetzt schon überstrapaziert.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Sie haben schon recht, Frau Verfahrensrichterin, wir diskutieren ja gar nimmer politische Einflussnahme, was ja quasi die Grundlage dieses Untersuchungsausschusses wäre. Das sehen wir ja weit und breit nicht, jetzt gibt es halt - - Aber gut.


Ein Thema darf ich noch ansprechen, es dauert eh schon sehr lange: Ich möchte mich noch einmal ganz kurz mit dieser Sachverhaltsdarstellung beschäftigen, die Ihre Vertrauensperson ausformuliert hat, aber in Ihrem Namen eingebracht worden ist.


Können Sie uns noch einmal kurz zusammenfassen, was die zentralen Vorhalte sind, die Sie in dieser Sachverhaltsdarstellung genannt haben? (Die Auskunftsperson berät sich mit ihrer Vertrauensperson.)


Auskunftsperson Karin Wurm: Also dazu möchte ich nichts sagen. (Abg. Hanger [ÖVP]: Weil?) – Weil ich das schon vorher gesagt habe, mit der falschen Zeugenaussage, wegen der Anklage.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Zur Geschäftsbehandlung: Diese Falschaussage bezieht sich ja nur auf einen Aspekt in dieser ganzen Sachverhaltsdarstellung, nämlich das Notebook betreffend, aber wir diskutieren ja drei Themenbereiche, um Sie quasi ein bisschen zu unterstützen: Die Obduktion hätte verhindert werden sollen; dann die Frage, dass es keine Rechtsgrundlage gab, das Handy sicherzustellen; und dann diese illegale Hausdurchsuchung, die in dieser Sachverhaltsdarstellung behauptet worden ist. Und ich frage Sie ganz einfach, wie Sie zu dieser Sachverhaltsdarstellung gekommen sind.


Beginnen wir vielleicht einmal damit: Wer hat denn den Kontakt zum Herrn Sackmann hergestellt?



Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Zuvor die Frau Verfahrensrichter, bitte.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Ich möchte nur zur Entschlagung der Frau Wurm sagen, beim ursprünglichen Verfahren geht es um den Laptop, aber es gibt eine neue Anzeige, die sich ausdrücklich auf fünf Zeugenaussagen und fünf Einvernahmen bezieht, wo wir nicht wissen, worum es geht und welche Aussagen genau davon betroffen sind. Daher würde ich dem Herrn Vorsitzenden empfehlen, der Frau Wurm ein möglichst umfassendes Entschlagungsrecht einzuräumen, weil wir es einfach nicht wissen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich frage jetzt nichts Inhaltliches, ich frage ausschließlich, wie der Kontakt zum Herrn Sackmann entstanden ist.


Auskunftsperson Karin Wurm: Herr Mag. Sackmann wurde mir durch Dr. Pilz empfohlen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Wann haben Sie Herrn Dr. Pilz kennengelernt?


Auskunftsperson Karin Wurm: Das genaue Datum kann ich Ihnen nicht sagen, aber es war sicherlich - - Ich weiß es nicht mehr, also ein genaues Datum kann ich nicht mehr sagen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Circa? Erstes Quartal 2024, zweites Quartal, viertes Quartal 2023?


Auskunftsperson Karin Wurm: Ich nehme an, es war Ende 2023, Anfang 2024 – lassen wir es einmal so im Raum stehen. Aber ein genaues Datum: Da lege ich mich jetzt nicht fest, weiß ich nicht.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): War Herr Dr. Pilz auch zu Gast bei Ihnen im Haus?



Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, Herr Dr. Pilz war nicht zu Gast in meinem Haus.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Weil diesen Vorhalt gibt es ja auch, gell? – Danke für die Aufklärung! Das heißt, auch Herr Dr. Pilz hat zu keiner Zeit irgendwelche Unterlagen von Ihnen mitgenommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also soweit ich mich erinnern kann, nein. Er war auch nicht - - Er war nur am Ort, also in Rossatz haben wir uns getroffen, aber nicht im Haus.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich möchte Ihnen vorlegen die ON6, Dokument Nummer 49, Seite 287. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Ich zitiere: Sie haben am 21.10.2025 als Zeugin im Medienverfahren gesagt:

„Dr. Pilz hat mich nie in einem schlechten Licht stehen lassen, im Gegenteil.“ – Sie können das bestätigen, nehme ich an. (Die Auskunftsperson berät sich mit Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt-Stellvertreter.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Ich darf die Zeit nutzen, sehr geehrte Damen und Herren, und darauf hinweisen, dass die Befragungsdauer gemäß § 37 Abs. 4 der Verfahrensordnung bereits über 3 Stunden beträgt. Die Befragung soll grundsätzlich eine Dauer von 3 Stunden nicht überschreiten. Ich weise darauf hin, dass ich die Befragung nach längstens 4 Stunden jedenfalls zu beenden habe.


Auskunftsperson Karin Wurm: Würden Sie so nett sein, die Frage noch einmal zu wiederholen?


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich habe zitiert – außerhalb meiner Fragezeit – aus der Dokumentennummer 49, Seite 287. Sie haben als Zeugin in einem Medienverfahren – 116 Hv 2/25a – gesagt: „Dr. Pilz hat mich nie in einem schlechten Licht stehen lassen, im Gegenteil.“ – Können Sie das bestätigen?



Auskunftsperson Karin Wurm: Ja, wenn es so hier steht, dann kann ich das auch wieder bestätigen.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Ich möchte Ihnen einen Artikel der Tageszeitung „Die Presse“ vom 22.9.2024 vorlegen. Da hat das noch ganz anders geheißen: Damals haben Sie gesagt, dass es ein Fehler war, sich auf Peter Pilz einzulassen. – Was stimmt jetzt? (Der Auskunftsperson wird ein Schriftstück vorgelegt. – Die Auskunftsperson berät sich mit Vertrauensperson und Verfahrensrichterin.) Die Vertrauensperson darf sich nur nicht an die Auskunftsperson ... (Ruf: Ja, bitte!) – Nein, definitiv nicht!


Auskunftsperson Karin Wurm: Herr Hanger, entschuldigen Sie, ich sage da jetzt nichts dazu. Das ist mir alles schon zu verwirrend. Ich - - ja - - nein.


Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Gut, wenn es Ihnen zu verwirrend ist, dann fasse ich noch einmal zusammen: Sie sagen im Rahmen des Medienverfahrens: „Dr. Pilz hat mich nie in einem schlechten Licht stehen lassen, im Gegenteil.“ – In einem „Presse“-Interview sagen Sie genau das Gegenteil:

Damals haben Sie gesagt, dass es ein Fehler war, sich auf Peter Pilz einzulassen. – Was stimmt jetzt? (Ruf: Wo ist da der Widerspruch?) – Das ist kein Widerspruch.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Darf ich jetzt nur sagen: Nach meinem sprachlichen Verständnis – und verzeihen Sie bitte, wenn ich das so sage – ist das kein zwingender Widerspruch. Es kann ja sein, dass man sagt: Das ist ein Fehler, mich darauf einzulassen, weil das hat dann alle möglichen Konsequenzen gehabt, die ich nicht bedacht habe! – Das heißt aber nicht, dass sie gleichzeitig meint, er hat sie in einem schlechten Licht dastehen lassen. – Ich finde, dass das sprachlich zwei versch- - und von meinem Verständnis her, also insofern finde ich den Vorhalt nicht ganz richtig.



Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Also ich sehe es als einen von vielen Widersprüchen in den Aussagen unserer Auskunftsperson, aber das ist natürlich auch alles entsprechend Einschätzungsfrage.


Ich persönlich – und da komme ich auch schon zu meinem Abschlussstatement – bin der Meinung, dass Sie von Peter Pilz instrumentalisiert worden sind. Das habe ich auch schon öffentlich medial gesagt.


Abschließend: Frau Wurm, ich möchte mich bei Ihnen bedanken dafür, dass Sie sich durch mich nicht eingeschüchtert gefühlt haben. – Danke.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Am Wort ist die Abgeordnete Kumpan-Takacs.

Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Gut. – Ich würde gerne noch einmal zum Transkript kommen, Dokument 301, die Seite 8, unterer Teil. (Auskunftsperson und Vertrauensperson lesen in dem vorgelegten Schriftstück.)


Ich möchte Sie zuallererst fragen, ob Ihnen Anna Gabriel bekannt ist.


Auskunftsperson Karin Wurm: Die Frage habe ich heute schon beantwortet: Ja, ist mir bekannt.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Anna Polz sagt hier, dass Anna Gabriel zu ihr gekommen wäre und gesagt hätte, „weil sie auch weiß, dass der Laptop nicht verschwunden ist und hin und her“ – und eben, wenn Sie weiterlesen - - Da möchte ich Sie fragen, ob Sie davon auch schon gewusst haben in der Zeit vor dieser Konversation.


Auskunftsperson Karin Wurm: Nein, dazu kann ich nichts sagen, weil ich mich da nicht eingemischt habe. Also die Konversation zwischen Frau Gabriel und Frau Polz: Davon weiß ich eigentlich nichts.



Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Und genau über diesen Sachverhalt haben Sie auch davor mit Frau Polz nicht schon einmal zuvor gesprochen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also dass da immer irgendwie gemauschelt wurde und so, ja, das habe ich natürlich schon mitbekommen, aber wie gesagt, mich hat die Politik in unserem Haus in Rossatz nicht interessiert, und deshalb habe ich auch nicht nachgefragt.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Mhm. – Dann würde ich gerne noch einmal zum Laptop kommen, und zwar zur Datensicherung. Sie sind am 22.10. zu Herrn Monschein gefahren: mit welcher Absicht? Können Sie uns dazu etwas sagen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also die Absicht von Anna war sicherlich, dass die Daten irgendwie gesichert werden, die eventuell relevant sind – aber ich bin beschuldigt und ich darf dazu keine Aussage treffen.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Vor allem würde ich Sie auch, wenn Sie schon keine Aussage machen, bitten oder ersuchen, auch nicht jemand anderen zu beschuldigen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Dann habe ich noch eine Frage dazu, weil Sie vorhin gesagt haben, dass Sie nicht immer gewusst haben, mit welchem Laptop Frau Polz gearbeitet hat, weil Sie nicht so darauf geachtet hätten. Das heißt: Könnte es auch sein, dass Frau Polz mit dem Laptop von Herrn Pilnacek gearbeitet hat?


Auskunftsperson Karin Wurm: Eine Mutmaßung, der ich nicht zustimmen kann. Dazu habe ich keine Wahrnehmungen.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Haben Sie eine Wahrnehmung dazu, ob sie die Gelegenheit gehabt hat, auf den Laptop zuzugreifen, auch in Ihrer Abwesenheit?



Auskunftsperson Karin Wurm: Dadurch, dass der Laptop nicht passwortgesichert war, hätte jeder zugreifen können, der ins Haus kommt, bei irgendeiner Gelegenheit, ja.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Danke.


Noch zwei kleine Fragen zum Auffindungsort: Ich habe heute am Vormittag von einer Weinflasche gehört. Haben Sie eine Wahrnehmung zu einer Weinflasche aus Ihrem Kühlschrank beziehungsweise einer Weinflasche, die dann auch am Auffindungsort zu sehen war oder wahrzunehmen war?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also es wurde immer gemunkelt, dass Christian eine Weinflasche dabei hatte, aber ich habe jetzt dazu keine Wahrnehmung. Ich könnte jetzt auch nicht sagen - - Mehr könnte ich nicht dazu sagen, nein.


Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (SPÖ): Ich bedanke mich, dass Sie dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestanden sind, und bin fertig.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Frau Abgeordnete Wotschke, bitte.


Abgeordnete Mag. Sophie Marie Wotschke (NEOS): Für uns sind alle Fragen beantwortet, vielen Dank.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Frau Abgeordnete Prammer, bitte.

Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank.


Ich habe noch einige wenige Fragen. Herrn Christian Mattura: Wie lange haben Sie denn den gekannt?



Auskunftsperson Karin Wurm: Christian Mattura hatte ich durch Herrn Rauball kennengelernt, nach dem Ableben von Christian Pilnacek.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Und wie ist dieses Treffen Rauball, Mattura zustande gekommen?


Auskunftsperson Karin Wurm: Wir haben uns im Il Cavalluccio in der Göttweihergasse im 1. Bezirk zum Essen verabredet.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Und wie ist das Treffen abgelaufen? Was waren so die Inhalte? Wer hat mit wem was initiiert?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also bei dem Treffen waren Anna Polz, Christian Mattura, Wolfgang Rauball und meine Wenigkeit, und wir hatten natürlich über das plötzliche Ableben von Christian gesprochen.


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): War Ihnen vor dem Treffen schon bewusst oder irgendwie klar, dass es darum ging, dass Herr Mattura diesen Laptop bekommen sollte?


Auskunftsperson Karin Wurm: Also dadurch, dass Anna P. mit Christian Mattura dann das Lokal verlassen hat - - (Die Vertrauensperson wendet sich an die Verfahrensrichterin. – Abg. Hanger [ÖVP]: Schon wieder! – Zwischenbemerkung von Verfahrensrichterin Edwards.)


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Bitte. – Die Auskunftsperson ist am Wort. – Sie sind am Wort.


Auskunftsperson Karin Wurm: Also dadurch, dass das eventuell ein Teil des Strafverfahrens ist, weil es ja um den Laptop geht - - ja - -


Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Fair enough. – Dann danke ich Ihnen für die Beantwortung Ihrer Fragen.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke.



Frau Abgeordnete Fürst, bitte.


Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Danke, keine Fragen mehr. Vielen Dank für die Befragung, Frau Wurm.

Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Danke. Herr Abgeordneter Hanger, bitte.

Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Danke. Keine weiteren Fragen.

Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Vielen Dank.


Da die nach der Verfahrensordnung vorgesehene Befragungsdauer noch nicht erschöpft ist, frage ich abschließend die Verfahrensrichterin, ob sie noch ergänzende Fragen an die Auskunftsperson richten will.


Verfahrensrichterin Mag. Christa Edwards: Nein, vielen Dank.


Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Norbert Nemeth: Da keine weiteren Fragen mehr vorliegen, erkläre ich die Befragung der Auskunftsperson für beendet. – Ich bedanke mich für Ihr erscheinen.