12.56

Abgeordneter Mag. Antonio Della Rossa (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Zusehende und Zuhörende! Werte Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Im Abspann eines Filmes können Sie ganz viele Namen lesen. Hinter all diesen Namen stehen meistens auch Tätigkeiten und Arbeit, und diese Arbeit muss sich auch auf der Abrechnung wiederfinden.

Eine Szene kann hervorragend geschrieben, hervorragend ausgeleuchtet und geschnitten sein, aber ob sie uns berührt, ob wir lachen, ob wir weinen oder einer Figur Glauben schenken, hängt, muss ich jetzt als Musiker sagen, vor allem an der Filmmusik, aber vor allem auch an den Menschen, welche die Figur darstellen, also die Rolle spielen. Genau um diese Menschen geht es in diesem Gesetz heute, um die Schauspielerinnen und Schauspieler. 

Die Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden beteiligt Schauspielerinnen und Schauspieler seit vielen, vielen Jahren an den Einnahmen aus der Kabelweitersendung, allerdings fehlt für diese bewährte Praxis eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage. Dadurch drohen Einnahmen mitunter wegzufallen, obwohl die künstlerische Leistung ja noch weiterhin aufrecht ist, also noch auf dem Bildschirm dargestellt wird – oder um es anders auszudrücken: Der Film läuft noch, die Vergütung könnte aber aufhören. Und das müssen wir heute hier verhindern, denn an der Leistung hat sich ja grundsätzlich nichts geändert, die Rolle wurde ja bereits gespielt, die Szene erarbeitet, der Film gedreht. Bei jeder weiteren Ausstrahlung sehen wir das Ergebnis dieser Arbeit, und die muss auch verwertet werden. 

Ich weiß, das ganze Gesetz klingt technisch, aber für die Betroffenen geht es um einen erheblichen Teil ihres Einkommens. Für diese Schauspielerinnen und Schauspieler ist das nicht nichts. 

Ich komme selbst aus dem Musikbereich und ich kenne diese Diskrepanz: Man spielt an einem Abend, kriegt tollen Applaus, aber am Ende des Monats geht sich mitunter die Miete nicht aus. Man kann auf einer Bühne stehen, man kann Menschen begeistern und trotzdem nicht wissen, wie es wirtschaftlich weitergeht, ob man seine Miete zahlen kann. Ich glaube, auch als Musiker kann ich Ihnen das sagen, das ist ähnlich: Bei den Vergütungen auf so manchen Streamingplattformen bleibt sehr wenig übrig, und das möchten wir den Schauspielerinnen und Schauspielern ersparen. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)

Künstlerische Arbeit verdient Anerkennung, und Anerkennung muss sich auch im Einkommen ausdrücken. So einfach ist das. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten wäre es fatal, wenn eine rechtliche Unsicherheit Kulturschaffenden zusätzlich Geld entzieht. Das wollen wir vermeiden. Ich glaube, da geht es uns allen so.

Diesem Antrag wird von allen Fraktionen, also einstimmig, glaube ich, zugestimmt werden, denn wer einem Film Gesicht und Stimme gibt, wer Schauspieler ist, soll bei seiner weiteren Verwertung auch finanziell berücksichtigt werden. So einfach ist das. Im Abspann machen wir diese Menschen sichtbar. Sorgen wir dafür, dass ihre Leistung auch bei der Verteilung der Einnahmen zählt. – Vielen Dank, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)

12.59

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Jakob Grüner.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.