RN/169

20.28

Abgeordnete Barbara Teiber, MA (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzter Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher und Zuseherinnen! Ich möchte mich einmal im Namen meiner sozialdemokratischen Fraktion für den wirklich ausführlichen, aufschlussreichen Lehrlingsbericht bedanken. Nur liegt der Betrachtungszeitraum nun doch schon einige Zeit zurück, darum darf auch ich noch einmal auf die aktuelle arbeitsmarktpolitische Situation von Lehrstellensuchenden eingehen.

Wir haben es gehört: Es ist bittere Realität, dass wir aktuell 4 000 Lehrstellensuchende mehr haben als offene Stellen. Seit Jahren geht die Zahl der Lehrbetriebe zurück. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Lehrbetriebe um fast 10 000 gesunken. Man muss leider sagen, immer mehr Betriebe verabschieden sich von ihrer Verantwortung und rufen gleichzeitig – Reini Binder hat es gesagt; ich möchte es noch einmal wiederholen –: Wir brauchen mehr Fachkräfte! – Fachkräftemangel da, Fachkräftemangel dort – ehrlich gesagt, ich kann es nicht mehr hören. Es ist ja kein Wunder: Wenn man keine Fachkräfte ausbildet, dann wird es auch keine Fachkräfte geben. (Beifall bei der SPÖ.)

Darum müssen wir froh sein – es ist nur die zweitbeste Lösung –, dass es eben überbetriebliche Lehrausbildungsstätten gibt. Da müssen wir auch dafür sorgen, dass diese ausreichend finanziert werden, aber das ist natürlich auch wieder eine Belastung des Budgets für die aktive Arbeitsmarktpolitik. 

Ich möchte mich gleichzeitig aber – das ist mir wirklich ein Anliegen – bei jenen Unternehmen bedanken, die Verantwortung übernehmen, die Lehrlinge ausbilden, die jungen Menschen eine Chance, eine berufliche Perspektive geben. 

Ich möchte Ihnen sagen, ich war erst unlängst bei einem Lehrlingstag eines großen österreichischen Handelsunternehmens. Da werden Hunderte Lehrlinge ausgebildet. Da geht einem wirklich das Herz auf: Dutzende Jugendliche, die voller Zuversicht ins Berufsleben starten. Da sieht man wirklich, wie wichtig es ist, dass Unternehmen da auch Verantwortung übernehmen (Beifall des Abg. Hofer [NEOS]) – danke! –, nicht nur im eigenen Interesse, sondern da geht es wirklich um das Interesse des Standorts Österreich und das Interesse von vielen Tausenden jungen Menschen, die eine Chance am Arbeitsmarkt brauchen, denn es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man das Gefühl hat, nicht gebraucht, nicht gewollt zu werden, das ist wirklich etwas ganz, ganz Schreckliches. 

Ich darf auch sagen, ich kenne in meinem engsten Umfeld einen Kleinunternehmer, der vor Kurzem das erste Mal einen Lehrling ausgebildet hat, und er hat mir erzählt, er hat es fast nicht geglaubt, aber es war einfacher und unkomplizierter, als er es sich gedacht hatte. Darum an alle Unternehmer und Unternehmerinnen, die zuhören: Geben Sie sich einen Ruck!

Abschließend noch ein letzter Appell an unsere Regierungspartner: Wir sehen ja an den aktuellen Zahlen, dass Förderungen offensichtlich nicht ausreichen. Darum müssen wir endlich die Trittbrettfahrer, die nichts für die Ausbildung von Fachkräften tun, dann aber von Fachkräften, die andere für sie ausgebildet haben, profitieren, durch ein Bonus-Malus-System dazu bringen, endlich Verantwortung zu übernehmen. Das wäre nur fair und gerecht für die guten Unternehmer, die etwas tun. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)

20.32

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Maximilian Linder.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.