RN/19

11.02

Abgeordnete Elisabeth Feichtinger, BEd BEd (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte wieder zum Grünen Bericht zurückkommen – weniger Emotionen, mehr Fakten, mehr Zahlen. (Abg. Baumgartner [ÖVP]: Genau!)

Wir wissen, wer in der Landwirtschaft arbeitet, schaut aus dem Fenster raus, kann über das ganze Jahr sehen, wie es einem geht: Kommt der Regen rechtzeitig, bleibt das Gras auf der Wiese saftig, wächst das Getreide, und was bekomme ich am Ende des Tages für die Milch und fürs Fleisch? Natürlich ist das essenziell für die landwirtschaftlichen Betriebe. Die Landwirtschaft ist wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich massiv vom Wetter, von den Märkten und selbstverständlich von den natürlichen Bedingungen abhängig. 

Der Grüne Bericht zeigt, wie unterschiedlich Antworten auf dieselben Fragen ausfallen können. 2025 war definitiv ein gutes Jahr für unsere Landwirtschaft. Es hat ausreichend Niederschlag, insbesondere im Rindfleischbereich und natürlich auch bei der Milch gute Preise und gestiegene Förderungen gegeben, die zeigen, dass die Einkünfte im Durchschnitt um 18 Prozent gestiegen sind. Das sind rund 47 000 Euro je Betrieb. Das ist erfreulich, aber wir dürfen natürlich nicht den Fehler machen, das vom Durchschnitt auf jeden einzelnen Hof herunterzubrechen. 

Schauen wir genau, was aktuell dort passiert ist: Das einkommensschwächste Viertel unserer Betriebe hat im Durchschnitt sogar Verluste geschrieben. Im Vergleich hat sich das oberste Viertel hingegen auf rund 82 000 Euro Einkommen pro Kopf stützen können. Das bedeutet, dass eben diese Betriebe, die es eh schon schwierig haben, am Ende des Jahres entscheiden müssen, welche Rechnungen sie zahlen. Im Vergleich dazu haben die anderen einen finanziellen Spielraum. Das ist etwas, was wir einfach nicht verstehen können: Beide stehen früh auf, beide arbeiten hart, aber am Ende bleibt nicht beiden dasselbe Geld. 

Besonders deutlich wird das auch im Vergleich zwischen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben. Stellen wir uns eine Bäuerin vor, die in der Früh im Stall steht und mölat, nachher macht sie sich auf den Weg zum außerlandwirtschaftlichen Beruf und fährt nach der Arbeit gleich wieder in den Stall. Dazwischen gibt es keinen Feierabend, wenn andere vielleicht schon dort angekommen sind. 

Trotzdem liegt das Nettohaushaltseinkommen im Nebenerwerb, obwohl man noch außertourlich schaut, dass man Einkommen erwirtschaftet, bei 50 000 Euro. Im Haupterwerb sind es fast 90 000 Euro. Das zeigt: Ein zusätzliches Gehalt außerhalb des Hofes bedeutet noch lange nicht, dass sich die Familie deswegen besser stärken kann.

Und dann kommt ein Jahr wie 2026: Der Regen bleibt aus, die Wiesen bleiben braun, ich habe nicht genug Futter für die Tiere, und die laufenden Kosten kommen immer noch herein. Die Rechnungen flattern ins Haus, und ich habe sie trotzdem zu bezahlen. Für den, der schon auf so einem trockenen Boden wirtschaftlich kämpft, wird eine Dürre zum finanziellen Fiasko. 

Deshalb dürfen wir unsere Landwirtschaft nicht über einen Kamm scheren. Ein kleiner Nebenerwerbsbetrieb braucht andere Antworten als ein großer Haupterwerbsbetrieb, ein Milchviehbetrieb andere Unterstützung als ein Ackerbaubetrieb. Wir müssen dort hinschauen, wo der wirtschaftliche Druck bei den landwirtschaftlichen Betrieben besonders stark ist. Wir müssen bäuerliche Familien stärken, die Risiken besser absichern und dafür sorgen, dass die Arbeit auch fair entlohnt wird. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strasser [ÖVP].)

Unsere Landwirtschaft ist mehr als eine Zahl im Grünen Bericht, sie ist der Hof, der von Generation zu Generation weitergegeben wird, es sind die Hände, die unsere Lebensmittel produzieren, und es ist die Grundlage für unsere Regionen, damit sie weiterhin pulsieren und wir sie aufrechterhalten. Ein gutes Jahr erkennt man nicht nur daran, dass der durchschnittliche Erfolg steigt und die Zahlen passen, sondern dass wir auch die mitnehmen, die es nicht so einfach im Leben haben, die jeden Euro umdrehen müssen. Dafür setzen wir uns ein – für eine Agrarpolitik, die genau hinschaut, die aber auch die Unterschiede ernst nimmt und vor allem auch den Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft gibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

11.06

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Maximilian Linder. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 5 Minuten ein, Herr Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.