RN/26
11.43
Abgeordnete Irene Neumann-Hartberger (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zu Beginn für meinen Kollegen Fritz Ofenauer sehr herzlich die Besuchergruppe der Straßenmeisterei aus Neulengbach hier im Hohen Haus begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Geschätzte Damen und Herren, heute ist Weltlandfrauentag und morgen ist Welternährungstag. Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin ausgerufen. Genau deshalb nimmt auch der Grüne Bericht das Thema Frauen in der österreichischen Landwirtschaft auf und beleuchtet ihre vielfältigen Leistungen – danke, Herr Minister, dafür! Ich bin überzeugt, dass es ohne uns Frauen in unseren landwirtschaftlichen Betrieben ziemlich still und auch sehr mühsam werden würde. (Beifall bei der ÖVP.)
Fast 36 Prozent unserer Betriebe werden von Frauen geführt – egal warum, lieber Herr Kollege Schmiedlechner – und weitere 12 Prozent partnerschaftlich. Damit liegt Österreich absolut im Spitzenfeld der EU. Frauen sind nicht nur die helfende Hand am Hof, nein, sie sind eine tragende Säule unserer Landwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Besonders Frauen stemmen auf unseren Höfen eine enorme Last. Sie wirken in allen Facetten der Landwirtschaft: am Feld, im Stall, im Wald, im Weingarten, im Obstbau oder Gartenbau, in der Direktvermarktung oder bei Urlaub am Bauernhof. Und sie stemmen noch immer die Hauptlast in der Familie, von der Betreuung des Kleinkindes bis zur Pflege der älteren Generation. Wenn ein Betrieb im Nebenerwerb geführt wird, haben sie auch oft noch einen zusätzlichen Beruf.
Viele arbeiten täglich am Hof mit, ohne dass diese Stunden auf einem Lohnzettel oder später ausreichend bei der eigenen Absicherung sichtbar werden. Deshalb müssen wir auch darüber reden, was Teilzeitarbeit und jahrelanges Mitarbeiten am Hof am Ende für die eigene Pension bedeutet – egal ob Voll- oder Nebenerwerb.
Frauen brauchen in diesen Fragen die beste Beratung, von Sozialversicherungs- und Steuerfragen über die Hofübernahme bis hin zum Mutterschutz. Da übernehmen die Bäuerinnenorganisation und das Ländliche Fortbildungsinstitut Österreich wichtige Bildungs- und Beratungsmaßnahmen, um Frauen zu stärken. (Beifall bei der ÖVP.)
Im Grünen Bericht wird auch sehr deutlich, dass von Frauen geführte Betriebe zwar kleiner sind, aber doch auch im Jahr 2025 ein Plus erwirtschaften konnten. Aber eine Schwalbe macht leider noch keinen Sommer und ein positives Jahr noch keine nachhaltige Zukunftsperspektive. Der Grüne Bericht beschreibt eben den Status eines Jahres im Vergleich zum Vorjahr, aber Landwirtschaft wird in Generationen gedacht, und in der langjährigen Einkommensentwicklung zeigt sich noch immer, dass wir weit hinterherhinken.
Herr Kollege Pfeifer, Sie bekritteln die niedrigen Produktpreise, die wir Bauern erwirtschaften, aber Sie fordern gleichzeitig auch immer sehr laut eine Lebensmittelpreisbremse: Wie soll sich das ausgehen? Das geht nicht! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Das heurige Jahr hat uns sehr deutlich gezeigt, wie groß die Herausforderungen sind. – nein, es sind mittlerweile echte Schwierigkeiten. Um Betriebe wirtschaftlich weiterführen zu können, braucht es viele Maßnahmen, und wichtige Stellschrauben sind nun einmal die Betriebsmittel. Die müssen verfügbar, aber auch leistbar sein. Es braucht auch bei Werkzeugen wie Pflanzenschutzmitteln schnellere Zulassungen, vergleichbar mit anderen Ländern rund um uns. Wir brauchen keine Päpstlicher-als-der-Papst-Mentalität, die uns nur in der Wettbewerbsfähigkeit hemmt.
Wenn wir nicht mit Maßnahmen, die die Gesellschaft mitträgt, gegensteuern, werden Stall- und Hoftüren – jawohl! – für immer geschlossen bleiben. Und da geht es nicht nur um einzelne Betriebe, es geht am Ende des Tages um die Versorgungssicherheit. Unsere heimische Landwirtschaft ist nicht selbstverständlich und sie ist auch nicht beliebig ersetzbar.
Wenn wir in Zukunft Lebensmittel mit österreichischer Herkunft in den Regalen wollen, müssen wir den Produktionsstandort stärken. Wir müssen Märkte weiterentwickeln. Auch da höre ich immer: Importstopp! – Aber Sie verschweigen, dass wir auch im Export gutes Geld verdienen. Es kann nur Import und Export im Gleichklang geben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Wir brauchen aber auch die Gelder aus der Gemeinsamen Agrarpolitik in Brüssel. Das müssen wir absichern und auch das muss die Gesellschaft mittragen. Wir brauchen den Schulterschluss mit den Konsumentinnen und Konsumenten für Lösungen, denn unsere Bauern und unsere Bäuerinnen brauchen nicht nur bemitleidende Wertschätzung, so gut sie auch ist, wir brauchen vor allem eine Zukunftsperspektive. Wir brauchen ein Bündeln von Kräften, ein Anpacken zwecks Lösungen und mit Sicherheit keine Polemik à la FPÖ. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
11.49
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Petra Tanzler. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.