RN/28
11.54
Abgeordnete Bettina Zopf (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und zu Hause vor den Fernsehbildschirmen! Unsere Bundesbäuerin hat anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin die Arbeit der Frau in der Landwirtschaft schon in den Mittelpunkt gerückt. Das kann ich nur unterstreichen und möchte mich an der Stelle bei allen Bäuerinnen für ihren Einsatz bedanken, und natürlich an vorderster Stelle bei unserer Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. (Beifall bei der ÖVP.)
In unseren landwirtschaftlichen Betrieben wird hart gearbeitet, das spiegelt sich im Grünen Bericht wider. Das Erwerbseinkommen ist im Gegensatz dazu eher gering. Die Betriebe produzieren trotzdem, weil es ja auch sinnerfüllend ist, wenn man hochwertige Produkte herstellt. Dadurch ist es überhaupt möglich, dass es österreichische Qualität in unseren Supermärkten gibt. Für unsere Supermarktketten ist es oft ein gutes Geschäft. Da fällt mir folgender Slogan ein: Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein!
1 Liter Trinkmilch kostet im Geschäft beispielsweise 1,80 Euro. Unsere Bauern bekommen für 1 Kilogramm Rohmilch durchschnittlich rund 45,4 Cent. Das entspricht in einer groben Gegenüberstellung gerade einmal rund einem Viertel des Verkaufspreises. Was liegt letzten Endes im Regal? – Ausländische Produkte. Und nein, die liegen nicht nur im Regal, sie werden auch mit Extremaktionen beworben und regelrecht verschleudert. Das beste aktuelle Beispiel: irische Butter um gerade einmal 1 Euro. Unser oberösterreichischer Landwirtschaftskammerpräsident Franz Waldenberger hat es auf den Punkt gebracht: Das sendet „ein fatales Signal für die Wertschätzung von Lebensmitteln“. Da tritt man sogar unsere heimischen Produzenten mit Füßen, wenn man hochwertige Lebensmittel als Lockangebote verschleudert. 365 Tage im Jahr müssen die Tiere versorgt werden. Dazu kommen steigende Betriebskosten, Investitionen und immer höhere Anforderungen.
Bei der Werbung wiederum kann es gar nicht regional genug sein: „Der österreichische Supermarkt in Ihrer Nähe“, „Von dahoam das Beste“ oder: „Da komm’ ich her!“; Bauernbrot, Bergbauernkäse, Bauernkrapfen – sobald das Wort Bauer dabei ist, steht das für hohe Qualität. (Beifall bei der ÖVP.)
Es gibt kaum eine Supermarktkette, die nicht die österreichische Fahne und den Bauern verwendet, um sich damit beim Marketing die Qualität unserer heimischen Lebensmittel auf die Fahnen zu heften. Was aber helfen uns die verbale Wertschätzung, das genialste Foto und der beste Werbespot, wenn die Handlungen im Supermarkt genau das Gegenteil zeigen?
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Lebensmittel für unsere Konsumentinnen und Konsumenten leistbar sind. Es ist ja auch Fakt, dass die öffentlichen Gelder in Österreich eine indirekte Konsumentenförderung sind und nicht Geschenke an die Landwirtschaft. Lebensmittel sind ja durch dieses System leistbar geworden: Vor 50 Jahren wurden pro Haushalt noch rund 22 Prozent für Lebensmittel ausgegeben, und heute sind es rund 11 Prozent.
In diesem Grünen Bericht wird ja das Einkommen als relativ stabil dargestellt, jedoch wird uns dieses Jahr ein anderes Ergebnis präsentieren. Wir brauchen auch weiterhin eine funktionierende Landwirtschaft, deshalb zum Schluss mein Appell an den Handel: Wir müssen die Arbeit unserer Bauern nicht nur in der Werbung wertschätzen, sondern auch dafür Sorge tragen, dass sie einen anständigen Preis für ihre Produkte bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
11.58
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Bernhard Höfler. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.