RN/48
13.06
Abgeordneter Michael Seemayer (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Als Konsumentenschutzsprecher will ich noch einmal betonen, wie wichtig unsere heimische Landwirtschaft für die Sicherstellung unserer Lebensmittelversorgung ist. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen. – Ruf: Oh!) Nur ein hoher Grad an Selbstversorgung bietet Unabhängigkeit und Sicherheit, vor allem in Krisensituationen. Das gilt für die Lebensmittel- wie auch für die Energieversorgung.
Laut Geosphere Austria war der Sommer 2026 der heißeste und einer der trockensten der Messgeschichte. Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass das heurige Jahr kein Ausreißer war, sondern dass damit zu rechnen ist, dass weitere Dürrejahre folgen können. Wir wissen, dass das heurige Dürrejahr in Österreich in der Landwirtschaft Schäden von rund 1 Milliarde Euro angerichtet hat, das bedeutet nicht nur finanzielle Verluste, wir haben auch mit Blick auf die Selbstversorgung mit Lebensmitteln Einbußen gehabt. Daher braucht es eine Reihe von strategischen Maßnahmen. Es braucht Wirtschaftsstrategien, die die Landwirtschaft dabei unterstützen, auf wassersparende Produktionsweisen umzustellen, und es braucht einen Ausbau der überregionalen Wasserinfrastruktur.
Ziel unseres Antrages ist deshalb unter anderem die Erhöhung der Resilienz der Wasserversorgung und die Entwicklung langfristiger Lösungen zur Sicherung der Wasserressourcen der österreichischen Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Wirtschaft, damit wir auch in Zukunft einen hohen Grad an Selbstversorgung mit in Österreich produzierten Lebensmitteln sicherstellen können.
Aber genauso wichtig wie die heimische Produktion von Lebensmitteln ist die Frage, wie wir diese Lebensmittel in Österreich verarbeiten können – und genau da haben wir aktuell ein größeres Problem: Das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf mit rund 250 Beschäftigten, in dem Gemüse von über 500 landwirtschaftlichen Betrieben verarbeitet, tiefgefroren und somit haltbar gemacht wird, steht vor dem Aus. Da will ein Konzern – mutmaßlich aus Profitgier – einen funktionierenden, für uns strategisch wichtigen Lebensmittelverarbeitungsbetrieb zusperren.
Dass der Konzern auch eine Übernahme des Werks blockiert und lediglich die Produktion und somit die Wertschöpfung ins Ausland verlagern will, zeigt einmal mehr, dass der Markt nicht alles regelt, wie so manche immer wieder behaupten. Der Markt regelt da gar nichts, da werden Arbeitsplätze vernichtet, Wertschöpfung wird ins Ausland verlagert und unsere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln gefährdet. Das können wir nicht brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Es geht jetzt um die Kolleginnen und Kollegen, die ihre Arbeit und somit ihr Einkommen verlieren. Es geht um die landwirtschaftlichen Betriebe, die ihre Absatzmöglichkeit verlieren und um die Versorgung mit in Österreich produzierten und verarbeiteten Lebensmitteln. Aussagen wie: Da kann man nichts machen, wenn ein Konzern eine solche Entscheidung trifft!, sind schlicht keine Hilfe. Das ist ein Aufgeben, bevor man gekämpft hat, und das haben sich die Betroffenen nicht verdient. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
13.10
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Albert Royer. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Na servas!)
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.