RN/50

13.14

Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Ich freue mich immer, wenn wir so sachliche Debatten haben, wie jetzt gerade zum Klimawandel, von der FPÖ vorgetragen. Es hebt die Qualität der Debatte ungemein, es steigert die Lust, sich am Thema zu beteiligen. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Michael Hammer [ÖVP].)

Ganz ehrlich, Kollege Royer, also ich finde es sehr schön, wenn Sie an den Klimawandel glauben. Es gibt Dinge, die man glauben kann, und es gibt Dinge, die sind wissenschaftlich bewiesen. (Abg. Royer [FPÖ]: Ja, aber das System ist falsch! – Abg. Herr [SPÖ]: Wir sind nicht in der Kirche! – Beifall bei den NEOS.)

Ich würde tatsächlich mein inneres Auge – falls das vielleicht besser bei Ihnen ankommt – mehr auf die Wissenschaft als auf den Glauben lenken (Abg. Höfinger [ÖVP]: ... Blindgänger!), weil es da tatsächlich sehr viel gute Literatur, Wissenschaft und Expertinnen und Experten gibt, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema auseinandersetzen. Ganz ehrlich: Jede Bäuerin und jeder Bauer fühlt sich doch gefoppt, wenn er so einen Blödsinn hört, wie das, was Sie da gerade verbreitet haben. Das ist ja Wahnsinn! Da tue ich mir wirklich schwer. (Abg. Hofer [NEOS]: Bravo! – Beifall bei NEOS, ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)

Ich nehme das Wort Blödsinn zurück. – Entschuldigung, Frau Präsidentin, ich weiß, das war nicht angemessen. (Abg. Kogler [Grüne]: Das war ein kompletter Topfen ...!  – Abg. Fürtbauer [FPÖ]: Wahnsinn auch, Wahnsinn darf man auch nicht sagen! Ich sag es nur!)

Der zweite Punkt: Wir haben jetzt schon wieder von der SPÖ gehört, dass Ardo aus reiner Profitgier seinen Standort in Österreich schließen wird, und ich möchte es noch einmal erklären: Das sind Unternehmen, die wirtschaftlich arbeiten. Wirtschaftlich arbeiten heißt: Man hat eine PnL. Ja, und es gibt übrigens auch Unternehmen, die nicht nur in Österreich daheim sind. (Abg. Binder [SPÖ]: ... zehn Jahre ... nicht investiert!) Was heißt das? – Sie als Unternehmen haben 100 Euro und wollen die vielleicht vermehren. Ich gebe Ihnen jetzt 100 Euro. Geben Sie sie wo hin, wo Sie am nächsten Tag 90 Euro verdienen, oder geben Sie sie wo hin, wo Sie am nächsten Tag 120 Euro verdienen? (Abg. Teiber [SPÖ]: Dann soll man vorher ... machen!) Das ist vielleicht eine ganz einfache Rechnung. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Ein Unternehmen wird immer wirtschaftliche Entscheidungen treffen – und ja, es ist wirklich ein Drama, aber dass man in Österreich einfach immer dann draufkommt, Standortpolitik zu machen, wenn es zu spät ist, ist halt auch der falsche Weg. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Deswegen ist ja unsere Position als NEOS in der Regierung, dass wir diesen Ort wieder wettbewerbsfähig machen müssen. Wir müssen die Energiekosten senken, wir müssen die Lohnnebenkosten senken, um diese Wettbewerbsnachteile, die über die letzten fünf Jahre hausgemacht entstanden sind (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ]) – über diese inflationäre Politik, in der man einfach ohne Ende Geld ausgegeben hat, die hausgemachte Inflation zum Ergebnis hatte und sich damit wirklich aus der Wettbewerbsfähigkeit hinausgeschossen hat – auch wieder zu senken: Das versucht die Bundesregierung auch mit der Hilfe der SPÖ – übrigens vielen Dank dafür. (Zwischenruf der Abg. Oberrauner [SPÖ].) Da müssen wir hin, und es reicht nicht, im Nachhinein zu kommen und zu sagen: Hauen wir halt wieder Geld auf das Problem! – Das ist falsch. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Ich möchte tatsächlich auch noch etwas zu dem Antrag sagen, den wir gemeinsam gemacht haben. Ich kann die Kritik auch verstehen, dass der Antrag vielleicht nicht operationalisiert genug ist, aber ich glaube, das Thema ist ein wichtiges. Was tun wir denn da? – Wir haben uns in diesem Antrag darauf verständigt, wirklich auch zu schauen, wie man mit Wasser sorgsam umgeht. Wir sind durch den menschengemachten Klimawandel in einer anderen Situation, um da wirklich agieren zu können. 

Früher hat man dafür gesorgt, dass man Wasser wieder ableiten konnte, weil es teilweise zu viel Wasser gab, weil es Starkregen gab. Jetzt haben wir das Problem, dass es vor allem im Osten Österreichs einfach zu trocken ist; und wir hatten heuer den heißesten Sommer: 2026 war der heißeste Sommer der Messgeschichte und einer der fünf trockensten seit 1858. Wir haben genug Evidenz, um zu sagen: Es braucht wirklich Maßnahmen, um das Wassermanagement besser zu betreiben, um zu schauen, dass mehr Wasser in den landwirtschaftlichen Böden bleibt. 

Ich sage es noch einmal: Ein ganz, ganz großer Wunsch von mir ist, dass wir uns in der GAP 2028 mit Maßnahmen für den Humusaufbau verständigen und die wirklich stärken, weil guter Humus nicht nur ein guter CO2-Speicher ist, sondern auch der perfekte Wasserspeicher. Und er produziert die besten Lebensmittel, die wir haben können. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)

13.18

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Norbert Sieber.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.