RN/58

13.47

Abgeordneter Dominik Oberhofer (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor allem aber liebe Bürgerinnen und Bürger entweder hier im Hohen Haus oder zu Hause! Wir sprechen hier jetzt über eine der wenigen Branchen, die in dieser schweren wirtschaftlichen Zeit wachsen, nämlich über den Tourismus in Österreich. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Das ist Faktum, und das zeigt dieser Bericht eindeutig. Ich möchte Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, nur eine Zahl mitgeben, damit man sieht, wie groß die Bedeutung des österreichischen Tourismus ist: Im Jahr 2025 hat die Tourismusbranche in Österreich 158 Millionen Nächtigungen erwirtschaftet. (Abg. Steiner [FPÖ]: 157!) Das klingt abstrakt, aber wenn jeder und jede hier im Raum daran denkt, was das für einen persönlich bedeutet, dann kommt man auf die Zahl 17. 17 Nächtigungen pro Einwohner in Österreich wurden von der Tourismuswirtschaft erwirtschaftet. Das heißt, auf jeden Einwohner in Österreich kommen 17 Nächtigungen in Tourismusbetrieben. (Abg. Fürtbauer [FPÖ]: Und was sagt diese Zahl aus?) Das ist Wertschöpfung, das sind Arbeitsplätze, und das sind am Ende des Tages auch Steuereinnahmen – das muss man einmal ganz klipp und klar sagen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Wir sind Weltmeister, Weltmeister im Tourismus. Ich komme aus einer Region, die das wirklich auch behaupten kann, nämlich aus Tirol. Bei uns sind es nicht 17 Nächtigungen pro Einwohner, sondern bei uns in Tirol, Herr Kollege Steiner, sind es wie viele? (Abg. Steiner [FPÖ]: ... nicht aufpasst!) – Passt. Tourismus interessiert dich nicht. – Es sind 65 Nächtigungen pro Einwohner. Das möge man sich vorstellen! In der Schweiz sind es fünf Nächte, in Italien acht Nächte, in Frankreich sechs Nächte. (Abg. Steiner [FPÖ]: Das sagt nichts über die Wertschöpfung!) Das zeigt nur einmal, wo wir sind.

Und diese österreichische Bundesregierung unterstützt den Tourismus. In den ersten 19 Monaten haben wir einiges ganz Wesentliches auf den Weg gebracht, was die Vorgängerregierungen nicht geschafft haben. Zur Entlastung des Arbeitsmarkts haben wir das Saisonnierskontingent auf 5 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, plus 2 500 Mitarbeiter:innen im Saisonnierskontingent für den Westbalkan, erhöht. Warum ist denn das für uns im Tourismus so wichtig? – Weil es, und jetzt schaue ich gerade in Richtung von Kollegen Hörl, bei uns in Tirol heute 13 000 Arbeitslose und 4 000 Stellen im Tourismus gibt, die wir nicht besetzt kriegen. Warum? – Weil wir bei uns in Tirol in Wirklichkeit Vollbeschäftigung haben. 

Wir brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Drittstaaten, die für Saisonarbeit zu uns kommen. Und wer ist der größte Hinderer? – Der sitzt bei der FPÖ. (Abg. Hörl [ÖVP] – in Richtung SPÖ –: Da auch!) Ihr wollt das gar nicht. Ihr stellt euch andauernd gegen den Tourismus, indem ihr uns vorwerft, dass wir Billigarbeitsplätze in Österreich schaffen. Ihr wollt die Kontingente abschaffen. Das würde dem Tourismus das Genick brechen, lieber Herr Kollege Steiner, das ist die Wahrheit. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Steiner [FPÖ]: Du bist ja nicht im Tourismus, das macht deine Frau!)

Das heißt aber letztendlich, dass wir als Bundesregierung auch weiter liefern müssen. Wir haben zwar die Saisonkontingente beschlossen, wir haben eine Senkung der Elektrizitätsabgabe für Betriebe durchgesetzt, wir haben zusätzlich das Trinkgeld und die Überstunden für die Tourismusbetriebe geregelt, wir haben mit der Frau Staatssekretärin eine zukunftsorientierte Vision, nämlich die Vision T, eine Tourismusstrategie, vorgelegt, aber das ist nach wie vor nicht alles, was diese Bundesregierung liefert. Wir machen jetzt weiter mit der Entbürokratisierung, wir gehen die Gewerbeordnung an, weil wir wissen: Das tut der Wirtschaft gut, das tut dem Unternehmertum gut. Warum? – Weil man nirgendwo so viele Selbstständige findet wie im Tourismus. Schaut euch an, wo die meisten Selbstständigen tätig sind: In den Tourismusregionen, in ländlichen Regionen, die ohne den Tourismus mit Abwanderung zu kämpfen hätten, blüht die österreichische Wirtschaft. (Abg. Steiner [FPÖ]: Ah, die österreichische Wirtschaft blüht?)

Da setzt die österreichische Bundesregierung weiter an. Ja, hinsichtlich dieser Zahlen blüht sie tatsächlich, lieber Herr Kollege Steiner. (Abg. Hafenecker [FPÖ]: Blühen tut nur deine Fantasie! – Zwischenruf des Abg. Fürtbauer [FPÖ].) Wir schaffen 0,8 Prozent plus in einem Jahr in einem Wirtschaftsbereich, in einem Umfeld, in einer Zeit, in der es in ganz Europa, rundherum – im Handel, in der Industrie, in allen Gewerken, überall – schwieriger wird.

Ich als Touristiker bin davon überzeugt, dass es unserer Branche gut geht – keine Frage –, aber genau darin liegt das größte Risiko, weil dann die Leute sagen: Na ja, um Gottes willen, dem einen Wirtschaftsbereich geht es gut, da müssen wir anfangen zu schröpfen! – Das tut diese Bundesregierung nicht, weil wir wissen, was wir am Tourismus haben und wie wir ihn unterstützen können. – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der FPÖ: Nämlich gar nicht! – Abg. Hafenecker [FPÖ]: Ich glaube, es blüht nur in deiner Fantasie! – Ruf bei der FPÖ: Ein Blumenmeer!)

13.52

Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Barbara Neßler.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.