RN/62

14.10

Abgeordnete Margreth Falkner (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Nach 18 Stunden Debatte muss ich feststellen: Die Angstfabrik läuft wieder auf Hochtouren; Pessimismus am Fließband, da wird offenbar nicht einmal Kaffeepause gemacht, und einiges wird uns heute ja noch erwarten. (Abg. Steiner [FPÖ]: Ja, weil wir arbeiten durch!) 

Ich lade Sie deshalb jetzt herzlich zu einem kleinen Ausflug in die Realität unseres Landes ein, zu den Menschen, die jeden Morgen aufstehen, optimistisch sind, anpacken und mit Leidenschaft etwas aufbauen. Ja, wir haben Herausforderungen, und das bestreitet niemand, aber hey: Es gibt auch Good News, und wir haben viele Gründe, um an dieses Land zu glauben. Wir sehen die Menschen, wir sehen, was sie leisten, und wir reden es nicht schlecht. 

Ich frage Sie alle hier: Was macht Österreich aus? – Unsere Berge, unsere Seen, unsere Wälder, unsere wunderschöne Landschaft, die Natur, die uns Kraft gibt und die wir für die nächste Generation auch bewahren wollen. Österreich ist ein Land, in dem Mann und Frau aus der ganzen Welt gerne Urlaub machen, denn da gibt es die Wirtin, die nach einem langen Tag noch persönlich nachfragt, wie der Tag war und ob alles gepasst hat, den Kellner, der sich den Namen des Kindes gemerkt hat, und die Gastgeberfamilie, die seit Generationen ihre Türen öffnet und den Gästen ein Stück Heimat schenkt. 

Das ist Gastfreundschaft, und darauf dürfen wir durchaus stolz sein – auf unsere Traditionen, auf unsere Kultur und auf unsere Identität. Das alles lebt, weil Menschen es mit Herz und Leidenschaft weitertragen und erlebbar machen, weil es nicht nur um den Konsum geht, sondern darum, teilhaben zu lassen, Erlebnisse und Erinnerungen zu schaffen. 

Was ganz einfach klingt, ist harte Arbeit, und ich weiß ganz genau, was dahintersteckt, nämlich dass gearbeitet wird, wenn andere freihaben, und wie viel Mut es braucht, ein Familienunternehmen zu übernehmen. Der Tourismusbericht zeigt deutlich die wirtschaftliche Kraft, die daraus entsteht. Die Zahlen haben wir bereits gehört. Hinter diesen Zahlen stehen ganz konkrete Lebensgrundlagen: der Arbeitsplatz einer jungen Frau im Tal, der Auftrag für einen Tischler und die Perspektive, im eigenen Heimatort eine Zukunft aufzubauen, die Produkte unserer bäuerlichen Familien, die so wertvoll sind, und vor allem stehen großartige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dahinter. (Beifall bei der ÖVP.)

Es sind Menschen, die anpacken, die Verantwortung übernehmen und unseren Gästen jeden Tag zeigen, was Gastfreundschaft tatsächlich bedeutet. Viele von ihnen kommen aus anderen Ländern. Rund 60 Prozent der Beschäftigten im Tourismus haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. An die rechte Schlechtmacherpartei gerichtet sage ich: Wer ständig den Eindruck vermittelt, Menschen aus anderen Ländern sollten am besten wieder gehen, muss ich schon fragen: Wer soll dann in unseren Küchen stehen? Wer soll dann die Zimmer auf Vordermann bringen? Wer soll dann dafür sorgen, dass das Essen serviert wird? Kurz gesagt: Wer soll dann die Betriebe am Laufen halten? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)

Diese Menschen verdienen Respekt, Anerkennung und ein herzliches Danke und nicht das, was von Ihrer Seite kommt. Wir stehen hinter dem Tourismus, hinter unseren Familienbetrieben und hinter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber wir wollen keinen Massentourismus, keinen Übertourismus. Wir wollen einen Tourismus, bei dem Qualität und Professionalität zählen und der vor allem auch die Bevölkerung mitnimmt, denn Tourismus schafft nicht nur für die Gäste Lebens- und Aufenthaltsqualität, sondern auch für alle Menschen, die in diesem Land wohnen: ein Gasthaus als Treffpunkt im Dorf, Freizeitangebote für die ganze Familie, Kulturveranstaltungen, Wanderwege und Infrastruktur, die wir gemeinsam nutzen. Auch das gehört zu diesem Wert. 

Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen, und die schaffen wir mit vielen Maßnahmen. Auch das haben wir heute schon gehört. Damit soll die nächste Generation zuversichtlich sagen können: Wir machen weiter! Wir brauchen diesen Optimismus, wir brauchen diesen Mut. 

Zum Schluss lade ich Sie alle sehr herzlich ein, hier im Plenum und auch zu Hause – Achtung, diese Rede enthält Produktplatzierungen –: Überzeugen Sie sich selbst davon, wie großartig Österreich ist. Überzeugen Sie sich von der Gastfreundschaft, lernen Sie die Gastgeberinnen und Gastgeber kennen! Überzeugen Sie sich davon, mit welcher Leidenschaft, mit welchem Können und mit welchem Elan sie tagtäglich arbeiten, denn das schätzen Menschen auf der ganzen Welt! Auch wir sollten das tun und dann werden wir auch sehen, was Österreich tatsächlich ausmacht, nämlich die Menschen, die es jeden Tag vorantreiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)

14.15

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Antonio Della Rossa.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.