RN/66

14.31

Abgeordnete Mag. Katrin Auer (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen – und auf die gut gefüllte Zuschauer:innengalerie ein herzliches Willkommen! Urlaub in Österreich zu machen ist ein Glück und Gott sei Dank kein Luxus, aber es müssen sich natürlich die Menschen auch leisten können, Urlaub zu machen. Deswegen ist das, was wir in der Regierung, in der Koalition hier im Parlament tun, um die Teuerung auf allen Ebenen und mit sehr, sehr vielen Maßnahmen zu bekämpfen, das Wichtigste, was wir tun können, um Menschen das zu ermöglichen, was sie sich verdient haben – Urlaub und Freizeit genießen zu können –, und abzuwenden, dass es jemals zu einer Zweiklassengesellschaft bezüglich Freizeit und Urlaub in Österreich kommt.

Deswegen sind wir dankbar, dass die Tourismusbranche im Bericht 2025 auch heuer wieder als tragende Säule der österreichischen Wirtschaft hervorkommt und insgesamt 6,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes leistet. Das ist ganz wichtige Wertschöpfung; und dazu trägt natürlich auch die Kultur bei. Es freut mich als Kultursprecherin sehr, dass auch da Zuwächse zu verzeichnen sind: nämlich auf 9,8 Prozent, und dass unser Kulturangebot auch im Rahmen von Tourismus in Anspruch genommen wird. 

Das heißt, das Erfolgsrezept, auf das wir hier zurückgreifen, ist einerseits unsere Landschaft, das ist die Kultur, das ist aber auch die Sicherheit, die wir den Menschen hier in Österreich bieten, das ist die Infrastruktur, die vor allem in touristischen Gemeinden sehr oft öffentlich gefördert ist. – Herr Kollege Schwaighofer, Sie verdrehen da wieder die Tatsachen, denn alles, was wir in Lifte, Straßen, Kanäle und so weiter investiert haben, sind Steuergelder und sehr, sehr gut investierte Gelder, das heißt, auch darauf basiert unser Erfolg als Tourismusland. (Beifall bei der SPÖ.)

 Wir haben eine große Anzahl und Vielfalt an Angeboten. Wir haben unsere Gastfreundschaft, und das Wichtigste überhaupt: Wir haben die Menschen, die in der Tourismusbranche arbeiten. Es sind 228 000 Menschen, die in der Hotellerie und Gastronomie arbeiten. Das ist eine sehr, sehr schwierige Arbeit, eine sehr harte Arbeit – aber alle Menschen, die das tun, tun das aus Überzeugung und weil sie wirklich eine Freude an dieser Arbeit haben. 

Auch der Frauenanteil in der Tourismusbranche steigt. Er liegt nach wie vor bei 53 Prozent. Das ist ein sehr hoher Wert, das ist gut. Es wäre nur schön, wenn natürlich auch die Zahl der Frauen in Führungspositionen auch dementsprechend hoch wäre. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.) 

Das, was wir in der Politik tun müssen – und das passiert auch –, ist, dass wir die Unternehmen stärken, dass wir dafür sorgen, dass Familienbetriebe eine Nachfolge finden, dass wir Betriebsübergaben unterstützen. Deswegen wurde eine Förderschiene eingerichtet, um Businesspläne zu erstellen – und das ist bei Familienbetrieben ganz, ganz wichtig, damit der Einstieg für die nächste Generation erleichtert wird. 

Was aber auch wichtig ist: dass wir Nachwuchs schaffen, einerseits auf der Seite der Unternehmerinnen und Unternehmer, dass es neue Gründungen gibt, aber natürlich auch, dass es Übernahmen gibt – und deswegen brauchen wir Fachkräfte. Wir brauchen Menschen als Beschäftigte, als Unternehmerinnen und auch als Lehrlinge – und deswegen ist diese Angstmacherei von Herrn Kollegen Schwaighofer natürlich genau das Falsche, denn Lehrlinge werden an der Lehrstelle nicht alleine gelassen. Gute Ausbildungsbetriebe betreuen und bilden ihre Lehrlinge aus; und deswegen ist das, was Sie hier betreiben, Angstmache und nichts anderes. (Abg. Schwaighofer [FPÖ]: Angst ...!) Jeder Betrieb, der Lehrlinge ausbildet, hat sich unseren Dank und unsere Wertschätzung verdient – und nicht Ihre Angstmacherei. (Beifall bei der SPÖ.)

Zu einer guten Tourismuslandschaft zählt aber natürlich auch die Bevölkerung. Auch die Bevölkerung soll davon profitieren und die Bevölkerung soll einen Mehrwert davon haben, wenn eine Region sich sehr touristisch oder leicht touristisch entwickelt. Auch diesbezüglich sind die Zahlen der Umfragen sehr, sehr gut: Die Akzeptanz der Bevölkerung für Tourismus ist nämlich stabil, weil sie wirklich weiß, wie sehr eine Region davon profitiert, wenn man auch touristisch tätig ist. Deswegen sind 71 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher davon überzeugt, dass der Tourismus in unserem Land eine hohe Bedeutung hat. 

Ich möchte zum Schluss aber nochmals auf den Frauenanteil zurückkommen: Je mehr Frauen nämlich in einer Branche beschäftigt sind und je höher die Teilzeitquote ist, desto höher ist natürlich auch der Gender-Pay-Gap. Deswegen ist es auch wichtig, dass wir den Gender-Pay-Gap generell bekämpfen – und die Lohntransparenzrichtlinie wäre da das richtige Instrument, aber natürlich auch mit vielen anderen Instrumenten. (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ].) Frauen haben sich wirklich Lohngerechtigkeit und Gehaltsgerechtigkeit verdient – denn all das, was Frauen hilft, hilft uns als Gesellschaft (Zwischenrufe bei der FPÖ) und wiederum auch unserer Volkswirtschaft und Wertschöpfung. 

Gerade in den Teilzeitbeschäftigungen im Tourismus ist der Gender-Pay-Gap höher als in sonstigen Wirtschaftsbereichen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch da wird der Tourismusbeschäftigtenfonds gute Maßnahmen setzen, um nämlich Frauen und Betriebe bei der Kinderbetreuung und bei Weiterbildungsmöglichkeiten tatsächlich zu unterstützen (Zwischenruf des Abg. Petschnig [FPÖ]), um die Teilzeitquote von Frauen zu senken, das Gehaltsniveau zu erhöhen und natürlich auch die Care-Arbeit gerechter zu verteilen. (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ].)

Das heißt, indem wir Teuerung bekämpfen, indem wir die Kaufkraft stärken, indem wir auch für gerechte Lohnverhältnisse sorgen, helfen wir der Tourismusbranche (Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ]) und machen sie noch attraktiver für die Beschäftigten, aber natürlich auch für die Bevölkerung und für die Unternehmen. Deswegen brauchen wir noch mehr Fairness für unsere Tourismusbranche, für Unternehmerinnen, Beschäftigte, Gäste und die Bevölkerung. Dafür arbeiten wir als SPÖ. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steiner [FPÖ]: Sehr motivierend!)

14.37

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Christian Schandor.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.