RN/68
14.41
Abgeordnete Tanja Graf (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Geschätzte Staatssekretärin (Abg. Erasim [SPÖ]: Der Kollege Steiner wird dann ganz allein reden!) Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauer hier im Haus beziehungsweise vor den Bildschirmen! Wir haben heute schon sehr viele Zahlen aus dem Tourismusbericht gehört. Ich möchte heute aber nicht mit einer Zahl beginnen, denn ich komme aus Salzburg und ich möchte mit etwas anderem beginnen: Wenn Sie in der Früh losfahren durch Salzburg und in einen Tourismusort kommen, dann sehen Sie keine Zahl, Sie sehen Menschen. Sie sehen die Wirtin, die bereits in der Küche steht, den Mitarbeiter, der das Frühstück vorbereitet, die Familie, die seit Generationen das Hotel führt, den Bäcker, der liefert, und die Seilbahnmitarbeiter, die alles vorbereiten. Sie sehen die vielen Menschen, die arbeiten, während wir Urlaub machen. Das ist Tourismus. Genau diesen Menschen möchte ich heute Danke sagen: Danke für Ihren Einsatz! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Auer [SPÖ].)
Es ist Ihnen zu verdanken, dass wir 2025 in Österreich mit 157,3 Millionen Nächtigungen und 48,2 Millionen Gästen neue Höchstwerte verzeichnen können. Als Salzburgerin weiß ich auch, was das bedeutet, denn Salzburg und Tirol stellen gemeinsam fast die Hälfte aller Gästebetten in Österreich. Tourismus ist für uns nicht irgendeine Branche, er gehört zu unserer Heimat. Er schafft Arbeitsplätze, er hält Wertschöpfung in unserer Region. Etwas finde ich ganz besonders bemerkenswert: 53 Prozent der Salzburger und Salzburgerinnen bewerten die Auswirkungen des Tourismus auf ihren Wohnort positiv. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Und warum? – Weil die Menschen wissen: Von dem starken Tourismus lebt nicht nur das Hotel, davon lebt der Tischler, der die Zimmer renoviert, davon leben der Installateur, die Landwirtschaft, der Handel, das Taxi und die Bäckerei im Ort. Tourismus ist eine ganze Wertschöpfungskette. (Beifall bei der ÖVP.)
Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass diese Betriebe unter enormem Druck stehen. Energie, Lebensmittel, Löhne – vieles ist teurer geworden. Der Bericht zeigt, dass sich die Gastronomieleistungen allein 2025 um 5,9 Prozent verteuert haben. Gleichzeitig fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb war es auch ganz wichtig, dass wir das Saisonkontingent nachgebessert haben, dass wir Rechtssicherheit beim Trinkgeld geschaffen haben und Überstunden, Sonn- und Feiertagsarbeit steuerlich entlastet haben.
Unser Auftrag darf da aber nicht enden, meine Damen und Herren! Unsere Tourismusbetriebe brauchen jetzt auch Klarheit, mit wie vielen Saisonkontingenten sie in die nächste Saison starten können. Da darf ich ganz deutlich einen Appell an unseren Koalitionspartner SPÖ aussprechen: Politische Taktspiele haben da keinen Platz! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Gasser [NEOS].) Unsere Betriebe brauchen Entscheidungen statt Warteschleifen. Frau Kollegin Neßler hat es treffend gesagt: Der Tourismus bricht zusammen, wenn wir die Arbeitskräfte nicht hier in Österreich haben. – Und eines möchte ich hier schon auch sagen: Es ist nicht die Politik entscheidend, dass ein Gast kommt, sondern es ist die Gastgeberin, die mit einem Lächeln einen Gast begrüßt, es ist der Kellner, der sich Ihren Namen merkt, und es ist die Familie, die seit Jahrzehnten ein Haus weiterentwickelt.
Österreich kann Tourismus, Salzburg kann Tourismus. Und unsere Aufgabe in der Politik ist es, die Menschen, die diesen Erfolg Tag für Tag möglich machen, zu unterstützen, damit sie auch in Zukunft mit Überzeugung sagen können: Ja, es zahlt sich aus, Gastgeber oder Gastgeberin in Österreich zu sein. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Gasser [NEOS].)
14.45
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Peter Manfred Harrer.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.