RN/70
14.49
Abgeordnete Daniela Gmeinbauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Werte Besucherinnen und Besucher und auch Sie vor den Bildschirmen! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herzlich willkommen zu einem sehr positiven Punkt hier im Hohen Haus, dem Tourismusbericht 2025.
Wir haben schon eindrucksvolle Zahlen gehört, wir haben auch eindrucksvolle Geschichten gehört. Ich darf untermauern, dass sich mit 157 Millionen Nächtigungen und 48,2 Millionen Gästeankünften die Zahl der Nächtigungen seit 1970 verdoppelt hat. Das ist ein Beweis, wie gut in den letzten Jahrzehnten in Österreich im Bereich Tourismus gearbeitet worden ist. (Beifall bei der ÖVP.) – Danke schön. Das unterstreicht die nationale und internationale Attraktivität unseres Landes und die hervorragende Arbeit unserer Tourismusbetriebe.
Ich möchte aber heute auch einen Bereich beleuchten, der in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal etwas zu kurz kommt, für mich persönlich aber eine ganz bestimmte Bedeutung hat, nämlich das Camping. Ich bin und war ein Campingkind. Das heißt, meine Eltern, ich und meine zwei Geschwister haben die ersten Jahrzehnte auf dem Campingplatz in Österreich verbracht. Das hat mir nicht nur schöne Erinnerungen beschert, die ich heute noch wertschätze, sondern es gibt eine große Wertschätzung für unsere österreichische Naturlandschaft und überhaupt das Gefühl, dass man beim Camping eine gewisse Art von Freiheit erlebt. Deswegen ist für mich Camping ein wunderbares Beispiel dafür, wie vielfältig Tourismus in unserem Land erlebt werden kann.
Dass Camping längst auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, zeigen die aktuellen Zahlen. 2025 wurden auf Österreichs Camping- und Stellplätzen rund 8,8 Millionen Nächtigungen verzeichnet. Auch das ist ein neuer Rekord. Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, sieht man, dass Camping mit einem Wachstum von knapp 61 Prozent sogar eine mehr als viermal so hohe Wachstumsrate verzeichnet wie die übrigen Unterkunftsformen zusammen. Diese Entwicklung zeigt, welches Potenzial in diesem Segment steckt und wie wichtig es ist, unterschiedlichste Urlaubsformen zu fördern und weiterzuentwickeln.
Als steirische Abgeordnete in Graz freue ich mich auch, dass wir seit drei Jahren Gastgeber des österreichischen Campinggipfels sind, der auch im kommenden Jahr im März bei uns stattfinden wird.
Mein Kollege aus Kärnten, Johann Weber, hat es schon angesprochen: Mit dem neuen Wirtschafts- und Ballungsraum, nämlich der Area Süd, ist es gelungen, uns mit der Verbindung durch die Koralmbahn bis auf 42 Minuten einander näherzubringen. Wir arbeiten jetzt nicht nur im touristischen Bereich zusammen, sondern wir rücken auch zusammen. Ob wir jetzt Graz am Wörthersee heißen wollen, müssen wir uns noch kurz unter vier Augen ausmachen. Faktum ist aber: In Kärnten und in der Steiermark, in diesem neuen Wirtschaftsraum, leben 1,8 Millionen Menschen, sind 150 000 Unternehmerinnen und Unternehmer tätig, die 770 000 Beschäftigten eine wunderbare Tätigkeit geben.
Daraus ergeben sich nicht nur neue Möglichkeiten für den Tourismus, denn Gäste können jetzt in zwei Bundesländern ihren Urlaub über das Kultur- und Freizeitangebot hinweg planen. Dass auch Tagestouristen sich zwischen Graz und Klagenfurt freier bewegen können und schneller am Ziel sind, ist wirklich ein großartiges Ergebnis. Die Koralmbahn wird dahin gehend nicht nur als bedeutendes Infrastrukturprojekt gesehen, sondern wirklich als Verbindung zweier Bundesländer. (Beifall bei der ÖVP.)
Diese Chancen müssen wir weiterhin gemeinsam nutzen, über Ländergrenzen hinweg – wir sind ein gutes Beispiel – und mit einem klaren Blick auf die Bedürfnisse unserer Gäste und natürlich unserer Betriebe. Wenn wir in die Zukunft blicken, gibt uns die Vision T bis 2035 eine wichtige Richtung vor: einen Tourismus, der für alle an 365 Tagen im Jahr wertvoll ist.
Der Tourismusbericht zeigt, wo wir heute stehen. Die Vision T zeigt uns, wohin wir uns entwickeln können und wollen, denn ein erfolgreicher Tourismus bedeutet mehr als zufriedene Gäste. Er bedeutet sichere Arbeitsplätze, starke Regionen, erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer und Wohlstand für unser Land. Daran müssen wir gemeinsam weiterarbeiten. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
14.55
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Franz Jantscher.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.