RN/71
14.55
Abgeordneter Franz Jantscher (SPÖ): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Liebe Zuseherinnen, liebe Zuseher! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen, geschätzte Kollegen! Der Tourismusbericht 2025 zeigt eines: Dem Tourismus in Österreich geht es wieder besser. Das ist gut so und wichtig für die Wirtschaft in unserem Land.
Leider spüren wir aber auch da die steigenden Preise. Übernachtungen und Essen im Restaurant sind um einiges teurer geworden. Nur geringfügig mehr Österreicherinnen und Österreicher als im Jahr 2024 verbrachten im Jahr 2025 ihren Urlaub im eigenen Land. Darum ist unser Kampf gegen die Teuerung, den wir weiterhin konsequent verfolgen werden, so enorm wichtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Weiters macht mir die Lage bei den Arbeitsplätzen Sorgen. Es gibt viele freie Stellen im Tourismus, aber nicht genug passende Arbeitskräfte. Gleichzeitig – wie heute schon gehört – kommen 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland. Warum ist das so? – Vielleicht nur zwei der Gründe: Der Wohnort passt vielfach nicht. Viele freie Stellen gibt es wie heute schon gehört zum Beispiel in Tirol, aber viele Arbeitslose wohnen zum Beispiel in Niederösterreich oder in der Steiermark, und ein Familienvater kann für einen Saisonjob nicht einfach so mir nichts, dir nichts umziehen. Ein weiterer Punkt: Es fehlt auch vielfach die passende Ausbildung. Viele Arbeitslose haben nicht die Kenntnisse, die man für diesen Job braucht.
Eine der vielen Maßnahmen, welche es braucht, gibt es jetzt aber. Neben den Kursen vom Arbeitsmarktservice gibt es seit diesem Jahr wie schon gehört den Tourismusbeschäftigtenfonds. Mit diesem Fonds finanzieren wir Ausbildungen und Arbeitssuchende. So können sie leichter einen Job im Tourismus finden. Die Ausbildung hilft den Menschen auch dabei, langfristig in der Branche zu arbeiten und sich eine sichere Zukunft aufzubauen.
Doch eine gute Ausbildung allein reicht nicht, um Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu halten. Gute und sichere Arbeitsbedingungen, eine gerechte Bezahlung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind essenziell. Im Tourismus – das haben wir heute auch schon gehört – arbeiten traditionell viele Frauen. Passende und flexible Kinderbetreuungseinrichtungen sind von großer Bedeutung. Für den Ausbau setzen wir uns als SPÖ seit Jahren ein, und das führen wir auch in Zukunft fort.
Liebe Frau Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sowie unsere Bundesministerin, Frau Korinna Schumann, ich danke euch herzlich für euren Einsatz. Durch eure Hilfe konnte dieser Fonds entstehen. Mir ist es besonders wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismus eine gute Ausbildung bekommen, die sie beruflich wirklich weiterbringt. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
14.58
Präsidentin Doris Bures: Da wir um 15 Uhr zum Aufruf einer Dringlichen Anfrage kommen, werde ich jetzt die Sitzung bis 15 Uhr unterbrechen.
Die Sitzung ist unterbrochen.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.