RN/119
18.31
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Frau Bundesministerin hat es schon gesagt: Das, was heute Geosphere Austria heißt, gibt es schon seit längerer Zeit, es ist um 1850 herum entstanden. 1873, im März 1873, gab es hier den ersten Weltkongress der Meteorologie. Das war hier in Österreich, das war hier an dieser Stelle, und es war das tatsächlich das Zentrum der Meteorologie, das wir hier gehabt haben. Und schon damals wurden die Daten sehr gut erhoben.
Diese Daten wurden immer weiter und mit immer mehr Normen erhoben. 1904 wurde dieses Institut dann in Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik umbenannt – ein wunderschöner Name. Frau Kollegin Blimlinger und ich hatten uns damals bemüht, dass wir diesen Namen erhalten. Es ist dann Geosphere geworden. – Ja, es gelingt einem in der Politik nicht immer alles, was einem eigentlich als richtig erscheint, aber so ist es halt. Man muss halt damit leben, dass es jetzt Geosphere Austria heißt. Aber trotzdem, es ist eine wunderbare Institution, die jetzt mit dieser Schadensdatenbank weitere Daten sammelt.
Die Genauigkeit der Daten ist der entscheidende Punkt. Ich habe das schon damals gelernt, als ich Reinhard Böhm kennengelernt habe, einen bedeutenden Klimatologen, der mir dann sozusagen auch bestätigt hat, was ich als Mathematiker schon wusste: Klima und Wetter sind sogenannte gekoppelte, nichtlineare und chaotische Systeme von Differenzialgleichungen. Die Schwierigkeit liegt darin: Man muss zwar diese Daten einspielen, aber alle Aussagen, die man trifft, sind immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen. Es kann nur die Wahrscheinlichkeit genannt werden, und irgendwann einmal ist gewissermaßen Schluss mit der Prognose, das kann nicht überwunden werden. Selbst wenn Sie KI verwenden, kommen Sie über diese Grenzen nicht hinaus. Sie können nicht sagen, wie das Wetter in 14 Tagen um 10.30 Uhr ausschauen wird. Sie können eine etwas gröbere Angabe machen. Das geht dann weiter, sogar bis hin dazu, dass man sagen kann, wie der Sommer werden wird, wie der Winter werden wird – aber nur ungefähr, und selbst das ist immer sehr ungenau. Man muss mit solchen Ungenauigkeiten leben. Auch Andreas Schaffhauser, der jetzige Direktor von Geosphere, hat mir das wieder bestätigt.
Es kommt darauf an, dass wir diesen Wissenschaftern – Kollege Himmer hat es gesagt – wirklich vertrauen, dass sie das gut machen. Das mache ich natürlich auch. Ich vertraue nicht der Wissenschaft, sondern diesen Wissenschaftern, die ich da persönlich kennenlernte – das ist ein gewisser Unterschied. Das sind wirklich hervorragende Experten, die wir dort beschäftigen – egal ob Mann oder Frau; es kommt darauf an, dass sie das können –, und diese Wissenschafter sind eigentlich sehr zurückhaltend, indem sie einfach nur die Daten zur Verfügung stellen.
Gefährlich ist es dann, wenn sie plötzlich zu Aktivisten werden, dann wird es kritisch. Wir kennen solche Fälle – auch Herr Schaffhauser hat mir solche Fälle bestätigt –, und die bereiten mir eine gewisse Sorge, denn die sind dann der Ansicht, dass das, was sie glauben, die unumstößliche Wahrheit ist. Ich denke dann immer an Bertrand Russell, der sagte: Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen von ihrer Ansicht ohne Widerspruch überzeugt sind, während die Klugen immer voller Zweifel sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Himmer [SPÖ].)
18.34
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Antonio Della Rossa. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.