RN/30

11.21

Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Stich, Sie haben sehr gut formuliert, dass man bei diesem Modell, das wir da vorliegen haben, eigentlich nur gewinnen kann. 

Ich darf daran erinnern: Im Jahr 2017, als diese Deutschförderklassen eingefordert worden sind, habe ich von der Seite der Sozialdemokratischen Partei ganz anderes gehört: Überhaupt keine Deutschförderung! Das darf gar nicht sein! (Widerspruch bei der SPÖ.) Wir werfen die Kinder in das Sprachbad hinein! (Abg. Stich [SPÖ]: Das ist nicht evidenzbasiert!) Dann hat man plötzlich festgestellt, dass in dem Bassin des Sprachbades keine Flüssigkeit war, und die Kinder sind aufgeschlagen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Deshalb musste man die Deutschförderklassen einführen, und sie wurden gut eingeführt. Dieses Modell hat sich auch bewährt, es hat starke Verbesserungen im Vergleich zu den vorherigen Zeiten gegeben. 

Nun sagen wir, das Bessere kann der Feind des Guten sein – zugestanden, selbstverständlich. Das wollen wir jetzt durchführen. Wenn also die Schulen feststellen, dass es mit der autonomen Strukturierung ihrer Deutschförderung besser als in den Deutschförderklassen wird: Natürlich, 1 000 bunte Rosen für diese Schulen, sie sollen das machen! Wir sollen das auch überprüfen können, und ich hoffe sehr, Herr Bundesminister, dass diese Überprüfung gelingt, denn es gilt ja das Prinzip, dass kein Kind zurückbleiben darf, und das sollte man stark im Kopf behalten. Wenn man keine Deutschförderung durchführt oder sagt, wir machen das einfach nur mit der integrativen Methode in der Hoffnung, dass das Kind das schon irgendwie machen wird, dann gehen wir den falschen Weg. (Beifall bei der ÖVP.) 

Ich möchte weiters noch sagen, Sie (in Richtung Bundesminister Wiederkehr) wollen kein Kind auf einer Reise zurücklassen. Ja, wohin soll die Reise führen? – Da werden Sie sagen: Ja, wir führen die Kinder in die Reise hinein, sodass die Kinder zum Beispiel – das ist das Ziel – Demokratie lernen! Das ist schon ganz gut so, das ist aber vielleicht ein ein wenig zu dürres Ziel. 

Also ich würde sagen, die Reise sollte dazu führen, dass die Kinder Österreicher werden. Das ist ein sehr anspruchsvolles Ziel, und ich glaube, da sollte man auch den Eltern, die sagen: Wir wollen das nicht!, darlegen: Das ist es, was ihr wollen sollt! Man soll das Wollen vielleicht befördern, sodass man Österreicher werden will. Man soll sie dazu animieren, das zu werden, und nicht erklären: Ihr seid einfach abgeschoben!, sondern man muss dieses ehrgeizige Ziel, Österreicher zu werden, bestärken. Und dann muss man sagen, diesen Ehrgeiz muss man auch befördern. 

Ich möchte ganz zum Schluss auch sagen, ich wäre wirklich dafür, dass die Deutschförderklassen nicht existieren. Ich bin da wieder fast auf Ihrer Seite. Ich wäre dafür, dass sie nicht existieren, weil wir sie nicht brauchen sollten, weil wir haben wollen, dass die Kinder schon vom Kindergarten an – die sind dann mindestens zwei Jahre im Kindergarten – die deutsche Sprache so gut können, dass sie alle in der Volksschule durchaus reüssieren. Die Kinder müssen, wenn sie aus dem Kindergarten kommen, volksschulreif sein, sie müssen sozial reif sein, und sie müssen die deutsche Sprache so gut beherrschen, dass sie in der Volksschule reüssieren können. 

Das ist das Ziel: dass wir die Deutschförderklassen – außer für diejenigen, die später kommen, selbstverständlich – in Wirklichkeit nicht benötigen. Das sollten wir erreichen, und ich hoffe, dass dieses Ziel in dieser Legislaturperiode auch erreicht wird. (Beifall bei der ÖVP.)

11.25

Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Petra Tanzler. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Frau Abgeordnete.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.