RN/34
11.30
Abgeordnete Lisa Schuch-Gubik (FPÖ): Herzlichen Dank, Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Österreicher! Am Abend ein müdes Kind aus der Ganztagsschule nach Hause bekommen, ein Kind, das wir nur noch ins Bett bringen und zudecken müssen, Licht aus – praktisch, oder, liebe Einheitspartei? So bleibt nämlich kaum noch Zeit – keine Zeit für Gespräche, keine Zeit für Nähe und vor allem keine Zeit für elterlichen Einfluss. Und genau darum geht es Ihnen doch, werte Einheitspartei, denn wenn Eltern keine Zeit mehr für ihre Kinder haben, dann wird es ganz einfach möglich, Kindern jede gewünschte Ideologie einzureden. Dann kann man Kindern schnell einreden, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, dass ein Geschlecht etwas ist, das ich mir tagtäglich aussuchen kann, dass Tradition etwas Rückständiges ist, dass Heimatliebe etwas Böses ist.
Dieses System trifft aber nicht nur Kinder, es trifft vor allem auch Frauen. Frauen wird tagtäglich eingeredet, dass sie nur etwas wert sind, wenn sie so schnell wie möglich in den Job zurückkehren, dass Mutterschaft ein regelrecht lästiges Hindernis ist, das man möglichst effizient organisieren müsse. Hat man aber eigentlich Frauen gefragt, was sie wirklich wollen? Hat man sie gefragt, ob sie ihre Kinder schon mit wenigen Monaten abgeben möchten, ob sie ihre Kinder oft nur noch schlafend sehen wollen? Mutter sein wird schlechtgeredet, abgewertet und als Rückstand verkauft, und genau deshalb müssen Ganztagsschulen auch laufend ausgebaut werden.
Dann behauptet man: All das ist zum Vorteil der Frau. – Ja, all das ist ein Vorteil für die Frau, aber viele Frauen wollen ihre Kinder nicht erst am Abend von der Schule abholen. Sie wollen für ihre Kinder da sein. (Zwischenruf der Abg. Jachs [ÖVP].) Sie wollen sie nicht erst abholen, wenn sie schon so müde sind, dass man sie nur noch ins Bett bringt. Doch genau das ist der Einheitspartei offensichtlich ein Dorn im Auge und genau deshalb werden Ganztagsschulen auch am laufenden Band weiter ausgebaut. Kinder, die ihre ersten Schritte im Kindergarten machen, ihre ersten Worte im Kindergarten sprechen, und dann geht es weiter: Ganztagsschule von früh bis spät, ein Leben in Betreuung, ein Aufwachsen im System, in dem die Familie immer weiter zurückgedrängt wird. Ist das vielleicht auch das Konzept der SPÖ gegen ihren massiven Wählerschwund (Abg. Oxonitsch [SPÖ]: Evidenz einfach negieren!): Kinder so früh wie möglich weg von den Eltern hinein in Ganztagsschulen, damit der Staat erzieht, prägt und formt, nicht Mama und Papa? (Zwischenruf des Abg. Scherak [NEOS].)
Wenn es Ganztagsangebote gibt, dann müssen diese freiwillig sein, aber sie dürfen niemals zum Zwang und zur Pflicht werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Eltern müssen entscheiden, nicht der Staat und nicht die Ministerien, und genau da habe ich bei der aktuellen Bundesregierung eben so meine Zweifel. Was uns heute noch als Fortschritt, als Entlastung für die Frau, als freiwillig verkauft wird, kann morgen schon durch Druck, Anreize und Kürzungen ganz, ganz schnell zur Pflicht werden, und genau davor warnen wir entschieden.
Eines noch zum Schluss: Familie ist kein Auslaufmodell, Eltern und Kinder sind kein Störfaktor und Muttersein ist kein Makel, sondern das Schönste auf der Welt. (Beifall bei der FPÖ.)
11.33
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Martina von Künsberg Sarre. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.