RN/35
11.33
Abgeordnete Mag. Martina von Künsberg Sarre (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Herr Minister! Puh, das ist ein bisschen schwierig, da danach anzudocken (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ), weil so viel (Zwischenrufe bei der FPÖ), was einfach nicht stimmt, erzählt wird. Frau Kollegin Schuch-Gubik hat offensichtlich das Konzept der Ganztagsschule überhaupt nicht verstanden.
Im Gegensatz zu ihren Schilderungen, dass Kinder von der Schule nach Hause kommen und dann gleich ins Bett gehen, dauert die Ganztagsschule nicht bis 20 Uhr oder bis 21 Uhr, sondern beispielsweise bis 16 Uhr (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ]), und da gehen Schulkinder bekanntermaßen noch nicht ins Bett; also meine Kinder sind nicht um 16 Uhr ins Bett gegangen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Auch, dass alles die Mütter machen, finde ich, ehrlich gesagt - - Es gibt auch ganz, ganz viele engagierte Väter (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Hofer [NEOS]: Bravo!) – vielleicht nicht in Ihren Reihen (in Richtung FPÖ) –, und man muss auch einmal sagen, dass die Welt sich weitergedreht hat und dass auch Männer sehr, sehr viel Verantwortung übernehmen.
Aber jetzt zum Thema: Die Bundesregierung bekennt sich sehr, sehr stark zum Ausbau der Ganztagsschule. Es gibt zwei verschiedene Formen: die offene und die verschränkte Form. Bei der offenen Form, Frau Schuch-Gubik, kann man die Kinder jederzeit nach der Schule abholen, also wann die Mütter und Väter das wollen. Die verschränkte Form dauert länger, denn dort wird Unterricht mit Freizeitphasen verschränkt, weil das auch für viele Kinder eine bessere Variante ist. (Zwischenruf des Abg. Deimek [FPÖ].)
Warum wollen wir die Ganztagsschule und vor allem auch die verschränkte Form ausbauen? – Weil es zu Bildungsgerechtigkeit und zu Chancengerechtigkeit beiträgt (Zwischenruf des Abg. Mölzer [FPÖ]), weil es dann nicht davon abhängt, welche Eltern welche Ausbildung haben und wie sie ihre Kinder zu Hause unterstützen können, sondern es werden auch Kinder, die aus bildungsfernen Familien kommen, gut unterstützt und sie können so ihre Potenziale heben. (Beifall bei den NEOS.)
Es ist eine große Erleichterung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und ja, es wollen auch ganz viele Frauen arbeiten. Es wollen nicht alle Frauen zu Hause sitzen (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ]) und warten, dass ihr Mann nach Hause kommt und das Geld auf den Tisch legt. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Es gibt mittlerweile 253 000 Schülerinnen und Schüler, die österreichweit ganztägig betreut werden. Es gibt österreichweit eine 30-Prozent-Quote. Da gibt es natürlich total viele Bundesländerunterschiede. Beispielsweise werden in Wien über 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Ganztagsschulen betreut und in Tirol sind es knapp 14 Prozent. Es gibt natürlich großen Aufholbedarf in einigen Bundesländern, und das ist auch gut so und dazu bekennen sich ja auch die Bundesländer. (Abg. Mölzer [FPÖ]: Wieso gibt’s einen Aufholbedarf ...? In Tirol ...!) Es ist eine lange Forderung, und Tirol hat besonders viel Aufholbedarf (in Richtung FPÖ weisend), wie man manchmal auch hört. (Beifall bei den NEOS.)
Es ist eine lange Forderung von uns NEOS. Ich freue mich auch, hier sagen zu können: Dort, wo NEOS Verantwortung übernimmt – nicht nur im Bund setzen wir etwas um –, setzen wir das um, was wir lange gefordert haben. Beispielsweise wird es in meiner Heimatgemeinde Perchtoldsdorf, wo wir seit Kurzem – seit einem Jahr – mit der Österreichischen Volkspartei in einer Koalition sind, ab kommenden Herbst eine Ganztagsschule, ein Ganztagsangebot geben – erstmals auch mit dem Angebot, eine verschränkte Form anzubieten. Ob das von den Eltern genutzt wird, ist den Eltern überlassen, aber es ist zumindest ein Angebot da und es gibt Wahlfreiheit, und das ist uns NEOS wichtig. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Gödl [ÖVP], Himmer [SPÖ] und Kogler [Grüne]. – Zwischenruf des Abg. Mölzer [FPÖ].)
11.37
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Katayun Pracher-Hilander. Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.