RN/36

11.37

Abgeordnete Mag. Katayun Pracher-Hilander (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, lieber Herr Minister Wiederkehr, ich sage einmal, ich gehe davon aus, dass Sie über den Ausbau der Ganztagsschulen zumindest einen Teil der gravierenden kulturellen und sprachlichen Probleme in unseren Schulen in den Griff zu bekommen hoffen. Ich sage einmal, das schwingt mit und Sie stimmen mir da zu. Sie werden dieses Mitziel voraussichtlich aber eher als Förderung von Chancengleichheit sehen oder entsprechend betiteln. 

Als dreifache Mutter und auch baldige dreifache Großmutter möchte ich aber heute aussprechen, was ich unter Chancengleichheit verstehe. Unter Chancengleichheit verstehe ich, dass die Julias, Ninas und Marios, die heute schulpflichtig sind, die gleichen schulischen Bedingungen und Selbstverständlichkeiten vorfinden wie die Julias, Ninas und Marios, die vor 2015 zur Schule gegangen sind. 

Unter Chancengleichheit verstehe ich, dass einheimische Kinder nicht die Minderheit in hiesigen Klassen darstellen. 

Unter Chancengleichheit verstehe ich, dass wir Mobbing einheimischer Kinder durch kulturfremde Kinder und Mitschüler nicht zum traurigen Alltag zählen dürfen. (Beifall bei der FPÖ.)

Unter Chancengleichheit verstehe ich weiters, dass die Julias, Ninas und Marios von heute Nikolo und Weihnachten feiern dürfen, wann und wo immer sie wollen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Unter Chancengleichheit verstehe ich, dass sich Mädchen vor dem Schultor kein Kopftuch zum Selbstschutz aufsetzen müssen, um dann nicht von ihren männlichen Mitschülern bedroht oder gar attackiert zu werden. (Beifall bei der FPÖ.)

Unter Chancengleichheit verstehe ich, dass das Beherrschen der deutschen Sprache nicht verhandelbar ist und als Selbstverständlichkeit hingenommen werden muss.

Abschließend: Unter Chancengleichheit verstehe ich, dass Schule ein Ort der Wissensvermittlung ist – und kein Ort, an dem politische Fehler korrigiert werden. 

Chancengleichheit, finde ich, lieber Herr Minister Wiederkehr, braucht keine Ganztagsschulen. Chancengleichheit gibt es nur über klare politische Entscheidungen – zum Schutz der einheimischen Bevölkerung und aller, die sich integriert haben beziehungsweise bereit sind, sich zu integrieren. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

11.40

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Nico Marchetti. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 5 Minuten ein, Herr Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.