RN/121
18.01
Abgeordnete Mag. Katrin Auer (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Damen und Herren auf der Galerie! Wer von uns kann sich noch an den 26. April 1986 erinnern? (Ruf bei der FPÖ: Ich!) – Genau, wahrscheinlich Ihr Geburtstag, vermute ich jetzt einmal. Oder so wie ich, ich war damals ein Schulkind. Tschernobyl ist damals passiert. Das hat sicher jeder von uns noch in Erinnerung. 40 Jahre sind seitdem vergangen. Ich glaube, damals haben wir jeden Wetterbericht mit anderen Augen gesehen, jede Regenwolke und natürlich auch jedes Schwammerl, das dann in den nächsten Jahren bei uns in den Wäldern gewachsen ist.
Aber was hat uns das gelehrt? – Dass es seitdem lange parlamentarische Praxis ist in diesem Haus, eine gemeinsame Position zur Atomkraft zu finden und gemeinsam Anträge einzubringen – aus Verantwortung für Österreich. Dieser Konsens darf nicht bröckeln. Es hat im Umweltschutzausschuss einmal kurz so ausgesehen, aber mittlerweile besteht wieder Konsens, und dafür bin ich sehr dankbar. Wir in Österreich haben uns seit vielen Jahrzehnten bewusst gegen die Nutzung der Atomenergie entschieden, nämlich aus Verantwortung gegenüber den Menschen in Österreich.
Doch rund um uns stehen zahlreiche Atomkraftwerke, teilweise alte Reaktoren, teilweise in Erdbebengebieten, teilweise mit bedenklichen Sicherheitsstandards. Wie wir wissen, macht radioaktive Strahlung an Grenzen nicht halt, das haben wir eben auch schon bei Tschernobyl gesehen. Wir wiederum hier in Österreich, aber auch in Europa müssen alles daran setzen, erneuerbare Energien auszubauen. Gleichzeitig erkennen wir, dass Atomkraft nur künstlich am Leben gehalten wird, nämlich mit massiven staatlichen Beihilfen. Diese Milliarden Euro der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler fließen in eine Technologie, die tatsächlich tödlich, ungesund, nicht flexibel und vor allem auch nicht kompatibel mit erneuerbaren Energien ist.
Die Kosten sind enorm. Zum Beispiel hätte in Finnland ein Reaktor 3 Milliarden Euro kosten sollen, tatsächlich ist er 14 Jahre später fertiggestellt worden, und die Kosten beliefen sich in Summe auf 11 Milliarden Euro. In Großbritannien wurden zwei Reaktoren um 58 Milliarden Euro gebaut und hätten ursprünglich 22 Milliarden Euro kosten sollen. Also dieses Geld wäre woanders sehr gut investiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Darum haben wir in Österreich diese Frage bereits klar beantwortet. Und heute geht es um Ungarn, es geht um den Ausbau und den Stopp des Atomkraftwerks Paks II. Darum stellen wir unsere klare Forderung an die Bundesregierung und an Ungarn, den Bau zu stoppen, bis alle offenen Fragen geklärt sind und natürlich die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards gewährleistet werden kann. Es geht um Sicherheit, es geht um Verantwortung und es geht um unseren gemeinsamen Konsens gegen die Atomkraft. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
18.04
Präsident Peter Haubner: Als Nächster ist Herr Abgeordneter Paul Hammerl zu Wort gemeldet. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.