RN/202

23.29

Abgeordnete Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Kaniak, du weißt, ich schätze dich sehr dafür, dass du immer sehr daten- und faktenorientiert bist, aber eine kleine Korrektur erlaube mir jetzt bitte: Vor einem Jahr hätten wir diesen Bericht nicht diskutieren können, und du weißt vermutlich, warum – weil die Stellungnahmen der Länder noch gar nicht da waren (Abg. Kaniak [FPÖ]: Aber der Vorbericht war schon da!); die sind nämlich erst in den Monaten danach gekommen. Also lass uns bitte bei den Daten und Fakten bleiben! (Abg. Kaniak [FPÖ]: Ich täte mir wünschen, dass er schon ... veröffentlicht wird!) 

Es steht dir natürlich frei, das wissen wir alle, jetzt nur die schlechten Daten zu präsentieren (Abg. Steiner [FPÖ]: Da gibt’s ja genug!), aber der Bericht ist voll mit guten Daten und Fakten. (Abg. Wurm [FPÖ]: Jetzt sind wir aber gespannt!) Ich wollte ja eigentlich beides präsentieren, aber du hast die schlechten gemacht, ich übernehme die guten. (Abg. Wurm [FPÖ]: Mah!)

Also wie gesagt, ich finde, dieser Monitoringbericht ist wirklich ein großartiges Instrument für uns, um in Zukunft gut zu arbeiten. Der Bericht liefert Fakten und wir können diese Fakten in unseren Gesundheitsreformprozess einfließen lassen. Natürlich haben wir diese Reformen schon gestartet. Du weißt, es gibt den Gesundheitsreformfonds. Wir hatten schon einige Beiratssitzungen und deswegen wird es natürlich 2026 noch mehr Reformen geben, laufend und genau auf den Daten basierend, die dieser Monitoringbericht liefert. 

Ich finde, die Zielsteuerung Gesundheit ist ein tolles Steuerungsinstrument, eine Zusammenschau von Bund, Ländern, Sozialversicherungen. Wie gesagt, du hast die schlechten Daten erwähnt, ich nehme die guten. Wir haben gesagt: ambulant vor stationär. Du hast gesagt: weniger Krankenhausaufenthalte. Das kann man ja auch positiv auslegen, weil die Verweildauer sinkt, aber dafür mehr im ambulanten Bereich geschieht: wesentlich mehr tagesklinische Anwendungen, Katarakt so gut wie zu 100 Prozent. Wir haben natürlich auch Aufholbedarf, bei Hernien-OPs zum Beispiel oder bei Gallenblasenentfernungen. Aber da muss man auch genau hinschauen: Da sind einige Bundesländer großartig unterwegs und bei anderen gibt es einfach Aufholbedarf. Wir wissen aber: Eigentlich können wir das in Österreich, nur gewisse Bundesländer müssen eben noch nachziehen. 

1450: Es wird immer gesagt, dass immer gleich die Rettung gerufen wird, aber das stimmt überhaupt nicht. Nur 12 Prozent der Anrufe bei 1450 werden an die Rettung verwiesen. Das heißt, da gibt es viele andere Möglichkeiten, zum Beispiel werden auch ganz viele in die Allgemeinmedizin, in den niedergelassenen Bereich verwiesen. Das heißt, auch dieses Instrument funktioniert und wir werden es auch noch verbessern. 

Diabetikerinnen- und Diabetikerbehandlung, Therapie aktiv: Da sind wir inzwischen wirklich gut aufgestellt, natürlich mit Luft nach oben. Auch dazu möchte ich einfach sagen: ganz große Unterschiede in den Ländern. In Tirol und im Burgenland sind nur 15 Prozent versorgt, in Oberösterreich beträgt der Versorgungsgrad 40 Prozent. Auch da sieht man: Es würde gehen, aber es klappt noch nicht überall. 

Last but not least Impfprogramme: Sie wirken. Bei der HPV-Impfung haben wir inzwischen einen Durchimpfungsgrad – bei zwei Impfungen der 14-Jährigen – von über 50 Prozent. Im Jahr 2017 waren wir bei 13 Prozent. Das heißt, es wirkt wirklich. Wir haben dennoch Aufholbedarf, bei Masern, Mumps, Röteln sind wir leider auf 81 Prozent gefallen, die WHO-Empfehlung ist über 90 Prozent. Das heißt, da müssen wir informieren, wir müssen kampagnisieren und da brauchen wir alle, die in Gesundheitsberufen arbeiten. 

Ich wollte sagen: Es ist ein guter Bericht. Vor einem Jahr hätten wir ihn nicht diskutieren können, aber wir diskutieren ihn jetzt und darüber bin ich froh. Diese Regierung greift eben die Daten und Fakten auf und wir gehen in einen großen Reformprozess, um die Versorgung in Österreich gerechter – ich glaube, das ist auch euch wichtig – und besser zu machen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Silvan [SPÖ].)

23.34

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Christoph Steiner. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Herr Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.