0.34

Abgeordnete Mag. Gertraud Auinger-Oberzaucher (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Egal zu welcher Stunde, über Kultur sprechen wir einfach gerne – und ja, wir würden es gerne öfter und intensiver tun; und ich glaube, das ist ein guter Start. Wir haben erstmals, glaube ich, drei Kulturthemen auf der Tagesordnung beziehungsweise Nachtordnung. 

Es sind – Kollege Mölzer hat es uns kurz, wie in einem Inhaltsverzeichnis, schon vorgetragen – drei Themen, über die jetzt diskutiert werden könnte; beziehungsweise können wir auch eine breitere Kulturdebatte aufmachen. Woran wir im Ministerium gerade arbeiten oder woran gerade gearbeitet wird, ist eine Musikstrategie – und wir alle wissen, glaube ich, dass Musik eine der wenigen Sprachen ist, die man wirklich auf der ganzen Welt versteht und die keine Übersetzung braucht. Österreich hat diese Sprache über viele, viele Jahrhunderte geprägt. Heute ist das etwas, das digital verbreitet wird und global zirkuliert – und dabei geht es um Sichtbarkeit und Hörbarkeit. 

Vor wenigen Tagen ist die neue Studie bekannt geworden, in der wir wirklich mit Erfolgszahlen konfrontiert sind. Die Musikwirtschaft wächst in Österreich: ein Plus von 6,5 Prozent. Das ist wirklich eine Erfolgsstory, glaube ich, und das sollte uns auch zu später Stunde durchaus ein Lächeln – oder ein Lachen, wenn man diese Zahlen hört – ins Gesicht zaubern. Insgesamt erwirtschaftet die Musik in Österreich 7,5 Milliarden Euro Wertschöpfung und beschäftigt 117 000 Menschen. Das sind kreative Menschen, die permanent mit Mut Neues schaffen. Das sind Produzentinnen, Künstlerinnen, Veranstalterinnen, Kreative – und ich glaube, die verdienen unsere Anerkennung. 

Genau deshalb, weil das ein so wichtiger Zweig für Österreich ist, in dem 117 000 Menschen arbeiten, haben wir im Juni 2025 in einem Allparteienantrag – (erheitert:) ich schaue jetzt gerade in ein paar gähnende Gesichter, Entschuldigung –, bei dem auch die FPÖ mitgestimmt hat, beschlossen, dass eine Musikstrategie erarbeitet werden sollte. Daran teilgenommen haben bis jetzt 6 000 Menschen. 6 000 Menschen haben sich online daran beteiligt. Aktuell arbeiten Expertinnen und Experten daran, machen internationales Benchmarking, arbeiten an konkreten Maßnahmen. Im Herbst 2026 – Kollege Mölzer hat es auch schon erwähnt – ist es so weit, dann soll die neue Musikstrategie vorliegen. Dabei geht es um zwei Parameter: Sichtbarkeit und Hörbarkeit der österreichischen Musik – aber auch um Exportfähigkeit. 

Wir NEOS gehören – und das kann man in den letzten Medienberichten nachlesen – zu den Ungeduldigen. Wir sind nicht nur ungeduldig, wenn es um die kulturelle Zukunft dieses Landes geht, weil Talent und Chancen einfach nicht warten können; aber als Ungeduldige wissen wir auch: Einen Antrag zweimal einzubringen, beschleunigt diesen Prozess genauso wenig wie ein FPÖ-Song, der an den Charts kratzt. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Voglauer [Grüne]: Gut!)

Der Soundtrack der Zukunft entsteht nämlich dort, wo Vielfalt stärker ist als Lautstärke und genau daran wird gerade gearbeitet. Ceterum censeo (Abg. Taschner [ÖVP]: Sehr gut!) – und da schließe ich an den Kollegen von vorher an, danke, Latein lebt, auch wenn wir in der AHS in Zukunft weniger Wochenstunden haben werden (Abg. Taschner [ÖVP]: Oh nein!) –: Kulturpolitik endet nicht bei der Musik, sondern auch mit dem Kulturgüterrückgabegesetz, das wir heute beschließen. Mit der heutigen Anpassung schaffen wir es nämlich wirklich, europäische Standards auch in Österreich zu implementieren; und wir schützen damit das kulturelle Erbe. Bitte auch dazu – ich schließe an das an, was ich schon im Ausschuss gesagt habe –: Kunsthandel und Kulturgüter sind zwei Paar Schuhe, bitte um Differenzierung und Genauigkeit. – Danke schön. (Beifall bei NEOS und ÖVP.)

0.37

Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Olga Voglauer. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 4 Minuten ein, Frau Abgeordnete.

 

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.