RN/238

1.33

Abgeordneter Bernhard Herzog (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Präsidentin des Rechnungshofes! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher, so es Sie noch gibt! Ich möchte mich für diesen Bericht bedanken. Auf den ersten Blick bildet er eigentlich nur ab, was da ist. Er ist ein Zahlenwerk. Er bildet Fakten ab. Er ist aber zugleich – und das finde ich sehr spannend und hervorhebenswert – auch ein Auftrag an die Politik, an uns.

Ich möchte speziell das Thema der Gleichberechtigung und der Frauenpolitik herausheben. Es wird auch der Fokus darauf gelegt – Stichwort Gender-Pay-Gap –, dass sich selbst in der höchsten Ebene der Vorständ:innen, der Geschäftsführer:innen, der Aufsichtsrätinnen und -räte dieser Gender-Pay-Gap findet – einmal stärker, einmal schwächer. Es ist ein Problem, dass sich selbst in den höchsten Spitzen – wo man wirklich nicht sagen kann, dass die Frauen, die dort aktiv sind, vielleicht weniger qualifiziert, weniger im Einsatz wären; sie sind natürlich alle auf sehr, sehr gleichem Niveau qualifiziert – der Gender-Pay-Gap findet. Wir müssen dem mit voller Intensität in der gesamten Gesellschaft entgegentreten, aber natürlich auch in diesem Bereich. (Beifall bei der SPÖ.)

Als Familienpolitiker möchte ich aber gerne auch noch darauf hinweisen, dass dieser Gender-Pay-Gap, gerade wenn es um Familien geht, ein großes Problem in der Entscheidungsfindung darstellt. Bei der Entscheidungsfindung, wer sich um das Kind kümmern kann oder möchte – ich bin da viel mit Vätern im Austausch, weil mir die Väterbeteiligung sehr wichtig ist –, und auf die Frage: Möchtest du nicht auch die Väterkarenz übernehmen?, bekomme ich oft das Feedback: Wir überlegen eh, ich hätte das als Vater gerne gemacht!, aber es sind dann oft die Finanzen, die als Argument ins Rennen gebracht werden. 

Solange dieser Gender-Pay-Gap so ausgestaltet ist und überall als Problem wahrgenommen wird, werden sich einfach ganz, ganz viele Eltern leider nicht für eine gleichberechtigte Version von Elternschaft und Familie entscheiden, sondern oftmals wird dann der Vater arbeiten gehen und die Mutter den Hauptteil der Kinderbetreuung übernehmen. Das ist ein großes Problem. 

Ich nehme es als einen der Motivationspunkte aus diesem Bericht mit, dass wir uns massiv in Sachen Gleichberechtigung engagieren müssen. Danke dafür. Ich glaube, es nimmt jeder einen eigenen Teil aus diesem Bericht mit. Ich glaube aber, dass das die wichtige Voraussetzung ist, die wir als Politik brauchen: eine ordentliche Faktenlage, damit wir dann auch entsprechende Verbesserungen erreichen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.) 

1.36

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Christoph Zarits.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.