11.09
Abgeordnete Mag. Romana Deckenbacher (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Schule ist der Spiegel unserer Gesellschaft, und gesellschaftliche Veränderungen und Herausforderungen sind auch in unseren Schulen angekommen. Schule ist Lernraum, wo Neugier geweckt wird, wo Wissen vermittelt wird, ist Sozialraum, ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen, miteinander umzugehen, Konflikte zu lösen, aber auch Gesellschaft erleben sollen.
All das funktioniert nur, weil unsere Kolleginnen und Kollegen und die Schulleitungen großartige Arbeit leisten – täglich. Sie sind viel mehr als Wissensvermittler. Sie geben Orientierung, sie unterstützen, sie sind oft der erste Wertekompass im Leben und sie sind Integrationsmotor, sie geben Struktur und Halt. Ihre Arbeit erfordert Fachwissen, erfordert pädagogisches Geschick, menschliche Stärke – jeden Tag, in jeder Klasse.
Warum sage ich das? – Es zeigt einfach, dass diese Vielzahl an Aufgaben die Kolleg:innen oft an ihre Grenzen bringt. Nach einer aktuellen Berechnung der sozioökonomischen Ausgangslage zeigt sich, dass zum Beispiel von 400 problematischen Schulen in Österreich 228 in Wien sind. Deswegen braucht es ganz klar eine Entlastung von dieser Herausforderung, der man entgegentreten muss. Pädagogische Arbeit wächst, aber auch organisatorische und administrative. Damit Schulleitungen und Lehrpersonen diesen Anforderungen auch gerecht werden können, braucht es starke, motivierte, wertgeschätzte Teams. Jede Stunde, die für Verwaltung aufgewendet wird, ist 1 Stunde weniger für unsere Kinder.
Mit dem mittleren Management an Pflichtschulen wird ein weiterer Schritt gesetzt. Ein erster Schritt wurde bereits in der letzten Legislaturperiode mit der Einführung der administrativ-pädagogischen Fachkräfte gesetzt. Dieses Modell soll im pädagogischen und im administrativen Bereich unterstützen und sowohl Schulleitungen als auch Lehrpersonen entlasten. Jede zusätzliche Ressource ist zu begrüßen. Der Schlüssel dafür ist die Anzahl der Klassen an einer Schule, und da möchte ich kurz darauf hinweisen, dass es in Österreich über 4 500 Pflichtschulstandorte gibt, von denen 89 Prozent weniger als 14 Klassen haben. Was möchte ich damit sagen? – Wir müssen auch die kleinen Schulen im Rahmen dieses mittleren Managements berücksichtigen.
Die Einführung soll schrittweise erfolgen und flächendeckend bis 2027/2028 umgesetzt werden. Die Auswahl der Lehrkräfte sowie die Verteilung der Aufgaben erfolgt durch die Schulleitung vor Ort – es soll auch die Schulautonomie gestärkt werden.
Ich möchte in diesem Zusammenhang aber auch einen Abänderungsantrag einbringen:
Ich bringe den Abänderungsantrag der Abgeordneten Mag. Romana Deckenbacher, Mag. Heinrich Himmer, Mag. Martina von Künsberg Sarre, Kolleginnen und Kollegen zum Bericht des Verfassungsausschusses über die Regierungsvorlage 405 der Beilagen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979, das Gehaltsgesetz 1956, das Vertragsbedienstetengesetz 1948, das Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz, das Landesvertragslehrpersonengesetz 1966 und das Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz geändert werden, ein.
Ich möchte es auch kurz erläutern: Es ist nämlich weiterhin zu begrüßen, dass vor allem Schultypen wie AHS und BMHS zusätzliche Ressourcen bekommen, aber auch die Bildungsanstalten der elementar- und sozialpädagogischen Einrichtungen. Wichtig ist auch, dass es, wenn ein Lehrer vorübergehend Schulleitungen vertritt, keinen Nachteil geben darf. Es muss durch Reduzierung der Lehrverpflichtung eine Vertretung ohne Abgeltung geben.
Wir müssen darauf achten, dass die Entlastung tatsächlich auch an allen Schulen ankommt. Unser gemeinsames Ziel muss sein: eine faire Verteilung von Ressourcen, eine echte Entlastung im Schulalltag, spürbare Verbesserungen an jeder einzelnen Schule.
An dieser Stelle möchte ich auch wieder die Notwendigkeit der Sozialpartnerschaft erwähnen. Nur nachhaltige praxisorientierte Lösungen mit sozialem Dialog – im sozialen Dialog – helfen auch unseren Schulen. Geben wir den Schulen das zurück, was sie brauchen: Entlastung statt Belastung, für unsere Kinder und Jugendlichen, für unsere Zukunft! – Danke. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie des Abg. Himmer [SPÖ].)
11.14
Der Gesamtwortlaut des Antrages ist unter folgendem Link abrufbar:
Präsident Peter Haubner: Der von der Frau Abgeordneten eingebrachte und in den Eckpunkten erläuterte Abänderungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht somit mit in Verhandlung.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hermann Brückl. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 4 Minuten ein, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.