11.14

Abgeordneter Hermann Brückl, MA (FPÖ): Vielen Dank, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Die österreichische Schule steckt nach wie vor – und das seit Jahren – in einer ganz tiefen Krise. Die ungebremste Massenzuwanderung der letzten Jahre hat unser Schulsystem an den Rand der Belastungsgrenze gedrängt und gerade im städtischen Bereich auch weit darüber hinaus. Integration ist gescheitert. Konflikte, Islamisierung, fehlende Deutschkenntnisse, mangelnde Grundkompetenzen am Ende der Schullaufbahn sind das Ergebnis dieser Zuwanderungspolitik. Und: Uns fehlen nicht zuletzt auch aufgrund dieser Zustände nach wie vor an allen Ecken und Enden die Lehrkräfte.

Und was, sehr geehrte Damen und Herren, ist jetzt die Antwort dieser Bundesregierung? – Ein Gesetz für ein sogenanntes mittleres Management an unseren Pflichtschulen. Ich darf das ebenfalls nochmals betonen: Wir Freiheitliche lehnen das strikt ab. (Beifall bei der FPÖ.)

Herr Bundesminister, das ist der nächste Schritt in Ihrer pinken PR-Show. Das ist das Fortschreiben einer Irrfahrt, die Sie da eingeschlagen haben. Ich sage Ihnen auch, warum ich das so sehe und warum wir das so sehen:

Erstens: Es ist einmal ein staatlich subventionierter Etikettenschwindel. Was uns hier als Management oder als Qualitätssicherung verkauft wird, bedeutet in Wahrheit, dass künftig Verwaltungsarbeiten von hochgebildeten, hoch ausgebildeten Akademikern erledigt werden sollen. Telefondienste, das Vorbereiten oder die Planung von Schulausflügen, Inventarlisten, Datenpflege, Terminorganisation (Abg. von Künsberg Sarre [NEOS]: Das stimmt ja nicht! Das ist ein Blödsinn!): Das sind keine pädagogischen Führungsaufgaben, wofür Sie die Lehrer da abstellen. Dazu brauche ich auch kein fünf- oder sechsjähriges Studium. Jeder Pädagoge, Herr Bundesminister – jeder Pädagoge! –, den Sie für organisatorische Aufgaben heranziehen und damit abziehen, fehlt uns direkt im Klassenzimmer. (Beifall bei der FPÖ.)

Das bringt mich zum nächsten Problem Ihres Entwurfs: Sie benachteiligen den ländlichen Raum massiv und rauben den Klassen die besten Lehrer. Sie sprechen von einer großartigen Entlastung, die Sie für die Lehrer haben. Das ist keine Entlastung, was da durchgeführt wird, was hier beschlossen wird. Von diesem Modell profitieren ausschließlich große und vor allem im städtischen Bereich angesiedelte Schulen. Die kleineren, die breite Masse der kleinen Pflichtschulen wird mit ein paar wenigen Stunden, die Sie ihnen zur Verfügung stellen, abgespeist – eine Ungerechtigkeit, und das empfinde nicht nur ich so, sondern das empfindet auch die ÖVP-Bildungslandesrätin in Vorarlberg so, die das in der Vergangenheit auch massiv kritisiert hat.

Dann kommt noch eines dazu, Herr Bundesminister – und das ist in Wirklichkeit noch viel fataler –, nämlich: für diese Arbeiten werden die Direktionen naturgemäß ihre erfahrensten Lehrkräfte abziehen, und die fehlen dann wiederum im Unterricht. Sie nehmen also die fähigsten Pädagogen – Lehrerinnen und Lehrer – von der Tafel weg und setzen sie ins Büro. Das ist das, was am Ende des Tages übrig bleibt.

Das führt uns dann direkt zur grundlegenden Fehlsteuerung Ihres Konzepts: Herr Minister, Sie entwerten damit ja auch den Beruf des Pädagogen. Wir sprechen von hoch qualifizierten Akademikern! Diese Menschen haben über Jahre studiert, dass sie mit Leidenschaft und mit Begeisterung unseren Kindern Wissen vermitteln dürfen und sie auf die Zukunft vorbereiten können. Wenn Sie nun genau diese qualifizierten und auch sehr teuren Lehrerinnen und Lehrer heranziehen, um organisatorische Verwaltungsaufgaben zu erledigen, dann ist das ein falscher Weg. Das ist eine Degradierung unserer Lehrer. (Beifall bei der FPÖ.)

Wenn Sie tatsächlich eine Entlastung in den Schulen wollen: Dann brauchen wir professionelles administratives Personal an den Standorten. Wir brauchen Mitarbeiter, die den Direktionen den Rücken freihalten, ohne dass dafür auch nur eine einzige wertvolle Unterrichtsstunde geopfert und gestrichen werden muss.

Diese strukturellen Fehler, die Sie machen, wiegen umso schwerer, wenn wir uns ansehen, in welcher Zeit Sie das tun, in welcher Zeit Sie dieses bürokratische Projekt umsetzen: Sie beschließen das nämlich genau in der Phase, in der wir uns in einer beispiellosen Personalsituation in den Schulen befinden. Die Pensionierungen gehen weiter, gleichzeitig steigen die Schülerzahlen unaufhaltsam weiter, nicht zuletzt aufgrund der massiven Zuwanderungspolitik. Sie halten das System auf dem Papier nur noch mit Quereinsteigern, mit Studenten ohne Ausbildung oder auch mit massiven Überstunden beim angestammten Fachpersonal aufrecht.

Herr Minister, in der Zeit, in der uns jeder ausgebildete Kopf im Klassenzimmer fehlt, dringend benötigte Lehrer für das Aktenschlichten abzuziehen, ist völlig falsch, ist fahrlässig. Sie verwalten den Mangel, anstatt ihn zu beheben. Wir müssen die Pädagogen am Ende des Tages dorthin zurückholen, wo wir sie brauchen, dorthin, wo sie hingehören: in die Klassenzimmer, an die Schultafeln, zu unseren Kindern; und nicht, Herr Minister, an die Schreibtische. (Beifall bei der FPÖ.)

11.20

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Heinrich Himmer. Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Herr Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.