11.23
Abgeordnete Mag. Martina von Künsberg Sarre (NEOS): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Unsere Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die von digitaler Reizüberflutung, Desinformation, Radikalisierung, Antisemitismus – wie wir es gerade vorhin eindrücklich gehört haben – geopolitischen Verwerfungen und Kriegen geprägt ist. Ein Bildungssystem mit Lehrplänen und Strukturen aus einer vergangenen Zeit kann sicherlich auf viele, viele Fragen keine Antworten mehr geben. Genau deshalb treten wir konsequent für einen Reformkurs in der Bildung ein und treiben diesen auch voran. Im Zentrum stehen moderne Lehrpläne, die Kinder und Jugendliche auf die Realität des 21. Jahrhunderts besser vorbereiten sollen – mit mehr Medien- und Digitalbildung, kritischem Denken, mit einem kritischen und kompetenten Umgang mit künstlicher Intelligenz und mit jenen Fähigkeiten, die junge Menschen heute brauchen.
Dass diese Veränderungen nicht ohne Debatten und Widerstände verlaufen, war klar und überrascht überhaupt nicht. Auch das reflexartige Nein von manchen war vorhersehbar; und dass manche sogar vom Untergang des Abendlandes sprechen, wenn es um die Kürzung von ein paar Lateinstunden geht, ist fast schon ein bisschen amüsant. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Taschner [ÖVP]: Aber es waren Nobelpreisträger, die das gemacht haben!)
Aber gut, nach Jahren des Aufschiebens und Schönredens wollen wir NEOS jetzt mit Bildungsminister Wiederkehr die Schule ernsthaft verbessern, weil es einfach viele Herausforderungen gibt.
Dass Herr Kollege Herbert bildungspolitisch vielleicht nicht ganz so versiert ist, ist okay und verwundert nicht, aber dass auch Herr Kollege Brückl offensichtlich die Einführung des mittleren Managements und was das bedeutet, nicht verstanden hat, verwundert mich sehr, Herr Kollege, weil ich eigentlich schon immer finde, dass Sie sich gut vorbereiten. Sie haben es nicht verstanden, und wenn Sie glauben, dass alles, was nicht im Klassenzimmer passiert, nichts mehr mit Pädagogik zu tun hat, sondern nur noch Büro- und Verwaltungsaufgabe ist, dann ist das völlig falsch und eine veraltete Schulansicht, weil Sie offensichtlich schon lang nicht mehr in einer Schule waren. (Beifall bei den NEOS.)
Mit dem mittleren Management, das wir heute beschließen, schaffen wir in Schulen genau jene Strukturen, die diese für eine moderne Bildung und eine moderne Vermittlung an Inhalten brauchen: klare Zuständigkeiten, stärkere Teams, mehr Raum für pädagogische Führung; Schulleitungen werden entlastet, Lehrkräfte besser begleitet und Standorte insgesamt handlungsfähiger gemacht. Das ist ein zentraler Baustein für gute Schulen. Schaut man in viele europäische Länder, aber auch weltweit, dann sieht man, dass es das mittlere Management dort längst gibt und dass es hervorragend funktioniert, weil es einfach eine Entlastung ist.
Wichtig ist mir auch, zu sagen, dass wir Schluss mit der Gießkanne machen. Wir werden nicht mit dem mittleren Management mit der Gießkanne durch alle Schulen gleich spazieren, sondern die vorhandenen Ressourcen werden natürlich nach Schulgröße gestaffelt. Es wird ja jedem einleuchten, dass eine Schule mit vier Schulklassen weniger mittleres Management braucht als eine Schule mit über 20 Schulklassen. Das ist in Unternehmen so, und das gilt auch für die Schule.
Insofern ist es wichtig, dass wir jetzt mit der Umsetzung an großen Standorten starten: Also Schulen mit mindestens 15 Schulklassen starten ab dem kommenden Schuljahr, und dann ziehen die kleineren Schulen nach. Das mittlere Management wird Entlastung schaffen, wird Effizienzen heben und wird auch – und das ist uns als NEOS wichtig – die Schulautonomie stärken. (Beifall bei den NEOS.)
Warum? – Weil die Schulleitung über Aufgaben- und Kompetenzverteilung oder die Auswahl der Lehrpersonen entscheidet, abhängig vom Standort und auch abhängig davon, welche Kompetenzen in der Schule vorhanden sind. Zurufe aus dem fernen Ministerium und aus den Bildungsdirektionen sind dann nicht mehr notwendig und vollkommen überflüssig, und das ist auch sehr gut so. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Gute Bildung entsteht nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch dort, wo klare Verantwortlichkeiten und professionelle Leitungsstrukturen den Rahmen dafür schaffen. Wir NEOS stehen für einen Kurs, der Schule nicht nur verwaltet, sondern weiterentwickelt. Schule ist stetige Weiterentwicklung, und das mittlere Management ist dafür ein wichtiger Baustein auf diesem Weg. (Beifall bei den NEOS.)
11.28
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Sigrid Maurer. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.