17.49
Abgeordnete Sabine Schatz (SPÖ): Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Tschank, wie groß ist Ihre Angst vor Frauen? (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, NEOS und Grünen. – Zwischenruf bei der FPÖ.) – Ja, offensichtlich!
Aber ehrlicherweise bin ich nicht verwundert über Ihre Ablehnung auch dieser Frauenfördermaßnahmen. (Abg. Tschank [FPÖ]: Das haben Sie gar nicht notwendig!) Sie kommen aus der FPÖ, einem Klub, der aus mehr Burschenschaftern als Frauen besteht. Das ist bezeichnend, und da brauche ich eigentlich nichts mehr dazu zu sagen. Ich finde es nur irgendwie auch sinnbildlich, wie Sie sich verächtlich über Frauenfördermaßnahmen äußern und sie lächerlich machen. (Heiterkeit des Abg. Stefan [FPÖ].) Ich glaube, das haben diese nicht verdient. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Bogner-Strauß [ÖVP].)
Es geht nämlich um ein Bild, das sich in den letzten Jahren kaum verändert hat – maximal um ein kleines bisserl, und in vielen Bereichen nicht immer ins Positive: Dort, wo Entscheidungen stattfinden, dort, wo es um Macht und Geld geht, sind Frauen auch im Jahr 2026 nach wie vor stark unterrepräsentiert. Ja, auch hier im Hohen Haus hatten wir schon bessere Frauenquoten.
Frauen scheitern aber nicht an fehlender Qualifikation. Wir wissen, dass Frauen im Durchschnitt mittlerweile besser ausgebildet sind. Frauen scheitern auch nicht an fehlender Durchsetzungskraft oder an dem Willen, ganz nach oben zu kommen – Frauen scheitern letztlich an männlich dominierten Machtstrukturen.
Um genau diese Machtstrukturen aufzubrechen, braucht es Frauenfördermaßnahmen, wie Quotenregelungen eben welche sind. Sie helfen, zu unterstützen und Frauen auch zu fördern und in die Positionen zu bringen, wo es darauf ankommt, wo Entscheidungen gefällt werden, wo es um Macht und Führungsetagen geht. Ja, es ist notwendig, auch im Jahr 2026 mit Quotenregelungen einzugreifen, weil es nämlich nicht selbstverständlich ist, dass Frauen gleich wie Männer repräsentiert sind.
Mit der vorliegenden Regierungsvorlage setzen wir die Women-on-Boards-Richtlinie um, die dafür sorgen wird, dass in Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen eine Geschlechterquote von 40 Prozent umgesetzt wird.
Übrigens wirkt die Quote in genau diesen Aufsichtsräten bereits. Es gibt das Gleichstellungsgesetz von 2018 im Aufsichtsrat, das eine 30-prozentige Frauenquote vorsieht. Aktuell sind 31,8 Prozent der Personen in Aufsichtsräten Frauen. Übrigens, in Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen haben wir letztes Jahr eine 50-prozentige Frauenquote eingeführt und aktuell einen Höchststand von über 55 Prozent Frauen auch entsprechend in diesen Aufsichtsräten repräsentiert. Das sei auch allen Quotenkritiker:innen ins Stammbuch geschrieben, die dann immer Wirtschaftsuntergangsszenarien zeichnen, wie wir es gerade gehört haben, sobald es darum geht, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Das Gegenteil ist der Fall: Überall dort, wo gemischte Teams am Werken sind, funktioniert es letztlich am besten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Natürlich braucht es in einem weiteren Schritt auch eine verbindliche Quote für Vorstände. Aktuell ist das sozusagen eine Empfehlung, die mit dieser Regelung mitgegeben wird, auch in Vorständen Quoten einzuführen. Die nächste Konsequenz muss sein, Vorstände mit Quotenregelungen zu bedenken. Wir können nicht hinnehmen, dass im Jahr 2026 in den Vorständen der börsennotierten Unternehmen fast ausschließlich Männer sind – es sind nur 13,8 Prozent Frauen – und es gibt keine einzige CEO, die weiblich ist. Das muss also der logische nächste Schritt sein.
Wir schaffen heute mit der Umsetzung dieser Women-on-Boards-Richtlinie einen Schritt zum Durchbrechen der gläsernen Decke. Ich freue mich, dass wir das zustande bringen und wir hier einen weiteren Schritt zur Repräsentanz von Frauen schaffen können.
Uns geht es nämlich letztlich darum, dass wir überall gleichberechtigt vertreten sind – halbe-halbe auch dort, wo Entscheidungen getroffen werden, wo es um Macht geht, wo das Geld aufgeteilt wird. Wir vergönnen den Frauen nicht nur ein größeres Stück vom Kuchen – wir wollen die Hälfte der Bäckerei. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
17.54
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Elisabeth Götze. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 4 Minuten ein, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.