17.54

Abgeordnete Dr. Elisabeth Götze (Grüne): Danke, Herr Vorsitzender! Werte Frau Ministerin! Hohes Haus! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich habe mir eigentlich eine Rede vorgenommen, aber jetzt muss ich ganz anders anfangen, weil ich mich ein bisschen über die Rede von Kollegin Schatz wundere. Also ich stimme zu – danke für die Replik Richtung FPÖ, da sind wir einer Meinung –, dass wir halbe-halbe wollen, die Hälfte vom Kuchen. Dann sind die Übereinstimmungen aber schon wieder zu Ende, weil gerade heute die SPÖ beschlossen hat, einen Mann nachrücken zu lassen. Damit fällt die Quote der weiblichen Abgeordneten bei der SPÖ erstmals wieder unter 40 Prozent – auf 39 Prozent – und das ist doch sehr bedauerlich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Stefan [FPÖ]: Kostet 100 000 Euro! – Zwischenruf der Abg. Schatz [SPÖ].)

Die Chefetagen in Österreichs Betrieben sind tatsächlich noch sehr männlich dominiert. Die börsennotierten Unternehmen haben keine einzige Vorstandsvorsitzende, keine einzige Frau. Bei den Vorstandsmitgliedern sind unter 14 Prozent Frauen. Gelegenheit, genau diese frappierende, schreckliche Situation zu ändern, böte diese Umsetzung der Women-on-Boards-Richtlinie.

Ich erinnere mich gut: Vor einem Monat bin ich hier gestanden, wir haben über den Rechnungshofbericht gesprochen, und ich habe gesagt, ich setze große Hoffnungen in die Umsetzung. Gerade aus Richtung SPÖ ist Zustimmung gekommen. Wir haben uns alle erhofft, dass wir mit der Umsetzung auch etwas in den Vorstandsetagen, in den Betrieben selbst ändern können, die Chefetagen auch weiblicher machen, damit sich etwas in den Betrieben ändert. Das ist nicht nur Gold-Plating, wie es dann immer wieder heißt, beziehungsweise ein Hineinregieren in die Unternehmen, sondern es nützt den Betrieben und sogar der Volkswirtschaft. Dazu gibt es unzählige Studien.

Es gibt also kein Argument, das nicht zu machen. Insofern finde ich es sehr bedauerlich, dass wir uns hier jetzt auf diesen Minimalst-Umsetzungskompromiss dieser Koalition einigen, oder dass sich die Koalition darauf einlässt – nämlich nur eine 40-prozentige Aufsichtsratsquote. Aufsichtsräte sind nicht Teil des Unternehmens, sie sind außerhalb des Unternehmens, und wir wissen, dass dieser Trickle-Down-Effekt in die Unternehmen nicht stattfindet. Deswegen hat sich in den Betrieben selbst in den letzten Jahren auch leider gar nichts geändert, und wir sind auf einer im internationalen Vergleich konstant niedrigen Quote.

Insofern: Wir haben einen Vorschlag, was wir gerne ändern würden. Wir hätten gerne: Wenn ein börsennotiertes Unternehmen mindestens drei Vorstandsmitglieder hat, muss jedenfalls ein Mann und auch eine Frau dabei sein. – Ich ersuche wirklich um Zustimmung zu diesem Vorschlag. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)

17.57

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Thomas Elian. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.