18.34
Abgeordnete Mag.a Dr.in Petra Oberrauner (SPÖ): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Mehr Frauen in Chefetagen – das ist eine Frage der Chancengleichheit, des Respekts gegenüber der Leistung von Frauen und ökonomische Vernunft. (Beifall bei der SPÖ.)
Nur 31,7 Prozent der Aufsichtsratsmandate in Österreich sind mit Frauen besetzt. In den Vorständen sind es sogar nur 13,8 Prozent, obwohl von Frauen und Männern geführte Unternehmen nachweislich innovativer, wirtschaftlicher und erfolgreicher sind. Das sagen nicht nur wir, das sagen auch Agenturen wie Ernst & Young, die gewiss nicht im Verdacht stehen, feministische Sprachrohre zu sein. (Zwischenruf des Abg. Michael Hammer [ÖVP].) Wer in diesem Zusammenhang von Symbolpolitik spricht, ignoriert Fakten und vergibt Chancen für unsere Wirtschaft. Mehr Frauen in Führungspositionen: Das ist keine Symbolpolitik, sondern ein längst fälliger Schritt und ein Gewinn für Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stimmen heute nicht nur über einen Gesetzentwurf ab, sondern für eine gerechte Zukunft.
Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie Women on Boards ändern wir die jetzige Situation. Ab 2027 gilt für börsennotierte Unternehmen eine verbindliche 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten. Was bedeutet das? – Mehr Frauen in diesen Bereichen bedeutet mehr Umsatz und damit mehr Steuern, die dem Staat und damit den Menschen zugutekommen, weil sie in wichtigen Bereichen eingesetzt werden können, wie zum Beispiel für die Bildung, für die Forschung oder für die Gesundheit. Die SPÖ steht klar für diese Reformen. Frauen haben ein Recht auf gleiche Chancen mit Blick auf Führungspositionen, weil sie auch die gleichen Kompetenzen mitbringen.
Die Unternehmen profitieren, sie werden erfolgreicher, innovativer und krisenfester, weil auch die weibliche Welt in der Wirtschaft abgebildet wird, weil die weibliche Welt und die weibliche Handschrift im Markt und in den Produkten abgebildet wird – Untersuchungen sagen, bis zu 30 Prozent. Ich möchte noch hinzufügen: In einem Aufsichtsrat zu sitzen, bedeutet nicht, sehr viel zu verdienen. Es ist auch eine große, große, große Verantwortung, weil man ja im Aufsichtsrat für alles, was man tut, persönlich haftet. Ich glaube nicht, dass das für Freude und für weitere Kompromisse gut ist, weil wir in den Aufsichtsräten das gleiche Risiko nehmen wie Männer. Ich glaube, auch das sollte gewürdigt sein. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
18.37
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Muna Duzdar. (Abg. Tschank [FPÖ]: Das Nächste ist dann die Haftungsbeschränkung für weibliche Aufsichtsräte, das kommt dann als Nächstes!) – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.