18.37
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! (Abg. Bogner-Strauß [ÖVP]: Die Angst!) Es ist schon viel gesagt worden zur Women-on-Boards-Richtlinie und ich habe mir genau aufgeschrieben, was vonseiten der Freiheitlichen im Zusammenhang mit der stärkeren und besseren Einbindung von Frauen in Führungsebenen gekommen ist: Genderplanwirtschaft, Handlungsunfähigkeit, Nichtqualifikation, keine Leistung, Angriff auf das Leistungsprinzip, Misstrauen und Misswirtschaft.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man sich diese Aussagen anhört, dann wird einem eines deutlich, nämlich dass wir wirklich noch weit von Gleichberechtigung entfernt sind. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Bogner-Strauß [ÖVP].) Sie von der FPÖ haben einfach eines nicht verstanden: Sie haben einfach nicht verstanden, dass es eine gläserne Decke gibt. Sie haben einfach nicht begriffen: Je höher die Ebenen werden, desto geringer ist der Frauenanteil – und das hat nicht damit zu tun, dass das einfach Normalzustand ist, sondern das hat einfach mit einer strukturellen Benachteiligung zu tun, es hängt mit strukturellen Barrieren zusammen. Das wollen Sie einfach nicht akzeptieren. Sie unterstellen den Frauen in Wirklichkeit pauschal, dass sie nicht zur Leistung fähig wären und nicht qualifiziert wären. (Ruf bei der FPÖ: Im Gegenteil, im Gegenteil!)
Es ist eine Frage der Gleichstellung, es ist eine Frage der Gerechtigkeit, es ist eine Frage des Gleichheitsgrundsatzes, aber es ist auch ein Gebot der ökonomischen Vernunft; denn überall in der Wirtschaft, wo Frauen stärker eingebunden werden, steigt die Wertschöpfung. Auch wenn Sie es nicht glauben wollen: Es steigt die wirtschaftliche Produktivität, es steigt die Qualität der Entscheidungen. Deswegen ist es auch wichtig; es ist auch aus einem ökonomischen Gebot heraus wichtig, Frauen stärker einzubinden.
Etwas, das Sie nicht verstehen wollen, ist: Wenn wir nicht aktiv eingreifen und etwas tun, dann wird sich niemals etwas verändern und dann werden diese Strukturen weiterhin so bleiben, es wird weiterhin bei 18 Prozent Frauen in Führungspositionen bleiben und, und, und. Wir sehen und erleben es im öffentlichen Dienst: Da haben wir vorgezeigt, wie das funktioniert. Die Quote wirkt. Der Frauenanteil im öffentlichen Dienst liegt bei 45 Prozent. Da sehen Sie, wie notwendig es ist, da einzugreifen. Es ist für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten klar, dass das nicht das Ende der Geschichte sein kann (Abg. Tanja Graf [ÖVP]: Für uns schon!), denn Gleichberechtigung endet nicht hier, sondern es braucht Schritt für Schritt Maßnahmen, um diese gläserne Decke zu durchbrechen. Das ist natürlich ein Instrument. Solange wir keine vollständige Gleichberechtigung haben, ist es auch die Verantwortung des Staates, da Maßnahmen zu treffen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
18.40
Präsident Peter Haubner: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.
Ist seitens der Berichterstattung ein Schlusswort gewünscht? – Dies ist nicht der Fall.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.