19.47

Abgeordnete Dr. Elisabeth Götze (Grüne): Danke, Frau Präsidentin! Noch einmal: Herr Minister! Wertes Hohes Haus und liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! 397 Menschen sind im vergangenen Jahr im Straßenverkehr gestorben – jeder ist einer zu viel, und es waren um rund 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Im letzten Jahr sind auch besonders viele Menschen im Straßenverkehr verletzt worden: fast 40 000 in den ersten neun Monaten, und besonders viele davon waren Radfahrerinnen, Radfahrer und Motorradfahrer:innen. 

Ein tragischer Unfall hat eine große Debatte in den Medien ausgelöst: Eine Schauspielerin – eine deutsche Schauspielerin, aber es war dann wirklich auch in den österreichischen Medien – ist durch einen Dooring-Unfall gestorben, nämlich die Schauspielerin Wanda Perdelwitz. Sie ist mit dem Rad unterwegs gewesen, und bei einem Auto, einem Lkw wurde die Tür aufgerissen. Sie ist in die Tür gefahren und verstorben. 

Das Öffnen von Autotüren, ohne sich vorher zu vergewissern, ob ein Fahrzeug kommt, ist für Menschen am Fahrrad und am Moped besonders gefährlich und eigentlich leicht vermeidbar. Trotzdem: In den vergangenen fünf Jahren sind 1 100 Menschen verletzt worden, zum Teil auch schwer, und es hat auch drei Todesfälle wegen dieser sogenannten Dooring-Unfälle gegeben.

Grundsätzlich gibt es den Schulterblick, der soll dem vorbeugen, zusätzlich hat sich aber in den vergangenen Jahren – auch international – der sogenannte holländische Griff, der Dutch Reach, durchgesetzt und international etabliert. Richtung FPÖ – ich sehe, Kollege Weinzierl sitzt jetzt dort –: Ja, er wird in vielen Fahrschulen auch schon gelehrt, aber eben nicht in allen. 

Wie funktioniert das? – Ich möchte es nicht so lächerlich machen, wie der Kollege im Ausschuss, der gleich von Me Too gesprochen hat. Wenn man selbst über den Körper greift (mit der rechten Hand nach links greifend) und die Autotür öffnet, muss man automatisch nach hinten schauen, und das in beide Richtungen. Das bewirkt, dass man jedenfalls schaut, ob jemand kommt.

In vielen Ländern ist das üblich, von Großbritannien über Australien bis in die USA, und hat dort auch schon Eingang ins Regelwerk gefunden. Wir haben daher einen entsprechenden Antrag gestellt, das auch verpflichtend in der Führerscheinausbildung zu etablieren. Das ist etwas, das nichts kostet und das mehr Sicherheit bietet – also kostenneutral. Ich bitte daher wirklich um Zustimmung. Es ist eine einfache, sichere Maßnahme und kann Menschen retten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)

19.50

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Joachim Schnabel.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.