RN/57
13.30
Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Vielen Dank, sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Es gibt ein simples Prinzip und es bedeutet: Gewalt ist ein Mittel, um Macht auszuüben. Das ist das Grundproblem bei Gewalt gegen Frauen: dass Männer immer noch denken, sie hätten Macht über Frauen und die stünde ihnen auch zu. Deshalb wird Gewalt ausgeübt – in all ihren Formen von all denen, die sie ausüben. Da muss man ansetzen und daran setzt auch dieser nationale Aktionsplan in sehr vielen Punkten an. Das ist wichtig und richtig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Wie schon der Herr Staatssekretär gesagt hat: Diese Machtausübung gipfelt oft in sehr extremen Formen, die gipfelt oft darin, dass Männer diese patriarchalen Strukturen, die wir alle – und da sage ich wirklich: wir alle, Frauen und Männer – immer noch viel zu sehr mit uns herumtragen und in unserer Erziehung miterleben müssen – egal ob in Schulen, in Fernsehserien, auch jetzt im Internet –, nutzen, und diese patriarchalen Strukturen, diese patriarchalen Formen von Denkweisen gipfeln in extremen, extremsten Bewegungen. Die haben gerade eine sehr große Verbreitung, vor allem über virtuelle Foren, im Internet, in Spielen, in Communities, wo sie sich extrem verbreiten.
Das führt dazu, dass Druck auf Frauen ausgeübt wird, dass Gewalt gegen Frauen ausgeübt wird, und das führt dazu, dass Frauen sich verstecken, sich zurückziehen und aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt werden. Mittlerweile geht es sogar schon so weit, dass man Angst haben muss, irgendein Foto öffentlich zu stellen, weil man nicht weiß, was damit geschieht. Somit verschwinden Frauen, somit verschwindet die Hälfte der Bevölkerung nach und nach, und all das, was bisher erkämpft wurde, wird nach und nach zurückgenommen.
Herr Staatssekretär, ich freue mich sehr, dass wir in Ihnen einen so starken Verbündeten haben. Während Sie hier gesessen sind, ist hinter Ihnen gerade unser gemeinsamer Antrag eingebracht worden, der dazu führen wird, dass Frauenhass als eine Form von Extremismus untersucht und beobachtet werden kann. Vielen Dank für diese gute Zusammenarbeit! (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Erasim [SPÖ]: Bravo!)
Das Wichtigste aber ist: Wer gegen diese Strukturen und wer gegen diese Denkweisen vorgehen muss, das sind die Männer. Gewalt gegen Frauen ist ein Problem von Männern. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr etwas dagegen tut. Ihr sitzt in den Kabinen, ihr sitzt in den Schnapserrunden, ihr sitzt in den Wirtshäusern. Ihr seid dort, wo die Frauen nicht sind, und dort, wo die blöden Witze gemacht werden, dort, wo die blöden Gschichterln erzählt werden. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Dort müsst ihr gefälligst etwas dagegen tun, sonst wird dieses Problem niemals ein Ende finden! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
13.33
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Tina Angela Berger.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.