RN/82

14.55

Abgeordneter Mag. Christoph Pramhofer (NEOS): Vielen Dank, Frau Präsidentin! (Ruf bei der FPÖ: Was ist jetzt mit ... ? Ist der noch immer im Dienst? – Abg. Wurm [FPÖ]: ... Pensionistenschröpfen!) Ich warte noch ganz kurz, bis die Diskussion hier vorbei ist. – Danke schön. 

Arbeiten im Alter ist ein ganz wichtiges Thema, darum vielen Dank an die Kollegen von der FPÖ, dass Sie dieses Thema hier aufgebracht haben. Wir verschließen uns dem natürlich nicht, aber man muss es schon so sehen, wie es ist: Ärzte können auch heute länger als bis 65 arbeiten; viele betreiben ihre Ordi auch weiter, nämlich bis 70 und sogar darüber hinaus. (Ruf bei der FPÖ: Ja, privat!) Die Frage ist einfach: Was machen wir, wenn sie dann 70 sind? – Auch dann können sie ihre Ordi weiterbetreiben, die Frage ist, was mit dem Kassenvertrag passiert. Wir haben ja 840 Ärzte, die auch noch nach 70 ihre Ordi weiterbetreiben. Mit den Daten, wie viele davon einen Kassenvertrag haben, schaut es schon ein bisschen schlechter aus, aber grundsätzlich ist das, wie die Kollegin vorhin gesagt hat, auch im Rahmen einer Flexibilisierung durchaus möglich. 

Bei der gesamten Diskussion müssen wir aber ohnehin auf einen anderen Punkt schauen, denn die Frage ist ja in Wirklichkeit nicht, wie viele Ärzte wir haben, sondern: Wo sind sie, was machen sie und wie versorgungswirksam sind sie? Auf die Versorgungswirksamkeit müssen wir schauen und die müssen wir verbessern! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Silvan [SPÖ].  – Zwischenruf des Abg. Darmann [FPÖ].)

Die insgesamt wirklich zentrale Frage, um die es geht, ist: Wie können wir die Kassenverträge wieder attraktiv machen? Das ist ja genau das Thema, mit dem sich diese Regierung im Rahmen der Reformpartnerschaft beschäftigt: Wie können wir jungen Mediziner:innen einen Kassenvertrag schmackhaft machen? Das ist die Frage, damit wir in Zukunft die Versorgungssicherheit gewährleisten können. Es ist auch ganz klar: Ein One-size-fits-all wird es da nicht geben, wir brauchen eine Flexibilisierung, und da sind wir völlig bei Ihnen. Wenn jetzt ein Arzt etwas länger braucht, um die Übergabe zu regeln, wenn es in einer gewissen Region keine Nachfolge gibt, dann sind wir ja dafür, über Flexibilisierung zu diskutieren. Das ist ja auch genau diese Flexibilisierung der Arbeit im Alter, für die wir immer stehen. 

Wenn wir aber die Gesundheitsversorgung für die Zukunft regeln und für die Zukunft gewährleisten wollen, dann ist es ganz klar, dass wir doch schauen müssen, wie wir jungen Ärztinnen, wie wir jungen Ärzten diesen Vertrag schmackhaft machen können und wie wir auch in Regionen Kassenverträge frei machen, wo es vielleicht ganz attraktiv ist, diesen Vertrag zu haben. Da macht es dann eben nicht Sinn, wenn ein Älterer einen Kassenvertrag innehat (Abg. Wurm [FPÖ]: ... intellektuell nicht!), wo junge Ärzt:innen einen neuen Vertrag haben wollen. (Abg. Wurm [FPÖ]: Ihr müsst’s einmal nachdenken!) 

Genau diese differenzierte Betrachtung braucht es, der verschließen wir uns auch nicht, aber dieser Antrag ist leider nicht zielführend. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kaniak [FPÖ]: ... bin schon sehr gespannt ...! – Abg. Wurm [FPÖ]: Früher waren die NEOS ...! – Zwischenruf der Abg. Erasim [SPÖ].)

14.58

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ralph Schallmeiner.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.