RN/83
14.58
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Danke, Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren oben auf der Galerie! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Ja, diese Diskussion führen wir hier im Plenum vielleicht das erste Mal, aber wir führen sie ja schon seit Längerem im Ausschuss.
Das muss man ja sagen: Da versucht ihr, die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, ja – wie soll man sagen? – dicke Bretter zu bohren. Den Antrag haben wir ja schon immer und immer wieder am Tisch gehabt – in den letzten fünf Jahren, sechs Jahren könnte ich mich da schon an das eine oder andere Mal erinnern –, ehrlicherweise hat sich halt an den Rahmenbedingungen nichts verändert. So zu tun, als ob dann spätestens am 70. Geburtstag ein Gong ertönt und der Arzt plötzlich all seiner Möglichkeiten beraubt wird, das stimmt halt nicht. Das weißt du, lieber Gerhard, das wissen die Kolleginnen und Kollegen hier im Haus: Das stimmt halt nicht.
Was sehr wohl stimmt, ist, dass wir ein Problem haben: Wir haben zwar nicht zu wenige Ärztinnen und Ärzte insgesamt, aber wir haben zu wenige im Kassensystem. Und da tut man halt jetzt so, als ob man dieses Problem sozusagen mit einem Schnipser lösen könnte. Das Problem löst man damit aber nicht. Das Problem lösen wir – in diesem Fall muss ich dem Kollegen Pramhofer recht geben –, indem wir Kassenverträge attraktivieren.
Wie macht man das? – Na, indem man einmal mit jungen Ärztinnen und Ärzten redet. Da gibt es eine sehr gute Motiverhebung der Medizinischen Universität Graz aus dem Jahr 2017. Das könnte man vielleicht wieder neu erheben, aber ich glaube, das Ergebnis wäre in etwa dasselbe wie 2017. Da sprechen nämlich Jungmedizinerinnen und -mediziner davon, dass sie im Team arbeiten wollen, dass sie Verantwortung gemeinsam schultern wollen, dass sie weniger Bürokratie in der Abrechnung haben wollen, weniger Bürokratie im Alltag haben wollen, also all diese Dinge, die übrigens eine Institution in Österreich aktiv, proaktiv verhindert: die Ärztekammer.
Die Ärztekammer wehrt sich nämlich ständig dagegen, dass die Verträge, die das alles eben regeln würden, neu aufgestellt werden, dass man dafür sorgt, dass es eben beispielsweise pauschale Abrechnungen gibt, dass es neue Abrechnungsmodelle gibt, dass Ärztinnen und Ärzte stärker miteinander oder mit anderen Gesundheitsberufen kooperativ arbeiten können. (Präsident Rosenkranz übernimmt den Vorsitz.)
Das wären die Dinge, mit denen wir dieses Problem lösen könnten – und nicht, indem man hergeht und den Menschen Sand in die Augen streut! In diesem Sinn: Wir werden das ablehnen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kaniak [FPÖ]: Hättest mir zugehört, ...! – Abg. Schallmeiner [Grüne] – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Ich habe dir zugehört, nicht nur einmal, ...!)
15.01
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Herr Abgeordneter Wurm ist zu Wort gemeldet. Eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.