RN/65
13.35
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Ich denke, wir sind uns zumindest darin einig, dass das Thema Pflege Priorität haben muss. Bevor ich darauf eingehe, darf ich aber im Namen meiner Kollegin Diesner-Wais sehr herzlich eine Gruppe der ÖVP Vitis aus dem Waldviertel mit ihrer Bürgermeisterin Anette Töpfl begrüßen. – Schön, dass Sie alle hier sind. Herzlich willkommen! (Beifall bei ÖVP, FPÖ und SPÖ sowie des Abg. Gasser [NEOS].)
Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Für Österreich, ein Land mit einer sehr hohen Kultur, mit christlich-humanistischen Werten, wo die Verantwortung füreinander und auch das generationenübergreifende Miteinander erfreulicherweise noch weitgehend funktionieren, muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Pflege und Betreuung im Alter gesichert ist und dass ein Altwerden in Würde und bei guter Lebensqualität möglich ist.
Es ist, wie ich es bereits eingangs gesagt habe, eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, die Betreuungsmöglichkeiten auszubauen, genügend Kapazitäten zu haben, aber auch die Qualität sicherzustellen – und da gibt es unterschiedliche Modelle. Es stimmt aber, was heute schon gesagt wurde: 75 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden zu Hause durch ihre Angehörigen betreut. Das ist enorm, und dafür gilt es wirklich auch noch einmal, das wurde ja schon gesagt, den pflegenden Angehörigen Danke zu sagen, denn ohne sie würde die Pflegelandschaft in Österreich nicht funktionieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Wir müssen die sozialen Dienste ausbauen – wir haben darüber auch in der letzten Ausschusssitzung gesprochen –, keine Frage, da teile ich die Meinung des Kollegen Ragger. Wir brauchen mehr Förderungen bei der 24-Stunden-Hilfe, und auch die Tagesstätten müssen weiter ausgebaut werden und müssen vor allem auch so organisiert sein, dass sie finanzierbar sind, dass es leistbar ist, für die Menschen, aber auch für die Träger.
Über 80 Prozent der Menschen, und das sagen alle Studien, meine sehr geehrten Damen und Herren, wünschen sich, so lange als möglich zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können, daher ist es ganz einfach richtig, da anzusetzen. Daher ist auch die Unterstützung pflegender Angehöriger ein wichtiger Bestandteil unseres Sozial- und Gesundheitssystems, und die vorgesehene Anpassung des Angehörigenbonus bringt da klare Regelungen. Die Anspruchsvoraussetzungen werden konkret festgelegt.
Das ist ein wichtiger Beitrag. Die pflegenden Angehörigen sind oft im Hintergrund, und daher ist es wichtig, dass wir uns auch um diese Dinge kümmern. Es geht darum, die Qualität der häuslichen Pflege sicherzustellen. Das passiert auch durch die geplanten Hausbesuche und durch die vorgesehenen Angehörigengespräche – auch etwas, was immer wieder diskutiert wurde, was immer wieder auch von Expertinnen und Experten angeregt wurde und was jetzt umgesetzt wird. Das halte ich auch für sehr, sehr wichtig.
Ziel der Novelle ist außerdem, die Datenlage im Pflegebereich zu verbessern, eben durch diese Hausbesuche, durch die Angehörigengespräche, damit unsere Expertinnen und Experten im Pflegebereich auch wissenschaftlich fundierte Arbeit leisten können. Viele Pfleger:innen, viele leitende Mitarbeiter:innen in diesem Bereich studieren an den Fachhochschulen, studieren an den Universitäten und sind auch dafür verantwortlich, die Steuerung im Pflegebereich sicherzustellen und bedarfsgerechte Pflegemöglichkeiten zu planen. Ich glaube, auch das ist ein wichtiger Aspekt dieser Novelle.
Noch eine Anmerkung, weil es mir ein Herzensanliegen ist: Die Menschen in Österreich werden zu früh pflegebedürftig. Wir müssen alles tun, um dagegen anzukämpfen, durch Prävention, durch mehr Vorsorge, durch Sensibilisierung der Menschen, dass Bewegung und gesunde Ernährung wichtig sind. Ich glaube, das ist auch die beste Antwort auf die Pflegesituation: dass wir möglichst lange gesund bleiben. Daher haben wir im Seniorenbund Kärnten im Jahr 2026 einen Schwerpunkt unter dem Motto Fit und Gsund mit dem Seniorenbund. Machen Sie mit! (Beifall bei der ÖVP.)
13.39
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Andrea Michaela Schartel.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.