RN/78

14.23

Abgeordnete Mag. Katrin Auer (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie! Wenn man die Namen Tschernobyl und Fukushima hört: Zumindest ich bekomme da immer noch eine Gänsehaut, weil es wirklich Ereignisse in unserer nahen Vergangenheit waren, die unser Leben oder zumindest das Leben von sehr, sehr vielen Menschen bedroht und nachhaltig negativ beeinträchtigt haben. Am 26. April 1986 ist der Block 4 in Tschernobyl explodiert, die Stadt Prypjat ist seitdem eine Geisterstadt. 50 000 Menschen haben dort gelebt und gearbeitet und seitdem ist das wirklich eine Ruine. 30 Todesfälle, 30 Kilometer Sperrgebiet und Hunderttausende Menschen, die die Region verlassen mussten. 

Ähnlich auch in Fukushima: Am 11. März 2011 sind drei Blöcke explodiert und die Kerne geschmolzen und es wurde ein Fünftel so viel radioaktives Material wie in Tschernobyl freigesetzt. 150 000 Menschen mussten infolgedessen das Gebiet vorübergehend oder für immer verlassen. 

Heute haben wir wieder das Thema Atomkraft, wir haben es schon öfter gehört. Die Lobby setzt sich dementsprechend stark ein, aber so stark wie die Lobby ist, so stark sind wir hier in Österreich schon lange. Vielleicht haben jetzt viele von Ihnen, die zuhören, ein Déjà-vu, weil wir eigentlich alle dasselbe sagen – das ist aber gut so. Das ist fast schon ein einzigartiges Ereignis, dass wir hier bei so einem wichtigen Thema einmal alle einer Meinung sind. Deswegen Danke dafür, dass wir jetzt immer wieder das Gleiche sagen, denn das ist einfach die Einigkeit, die wir hier zeigen und schon seit Langem in Österreich leben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hechenberger [ÖVP].) Das heißt, Österreich ist standhaft, wir bleiben standhaft, wir werden konsequent unsere Haltung festigen und ausbauen. Das heißt, wir müssen raus aus Öl und Gas und eben nicht rein in die Atomkraft und deswegen unserem Weg treu bleiben: Nein zur Atomkraft. 

Zur FPÖ, zum Kollegen Hammerl möchte ich aber schon noch eines erwähnen: Wir haben in Oberösterreich sehr gute Vorbilder und Beispiele, wie man erneuerbare Energien tatsächlich vorantreiben könnte. Unser Landesrat Martin Winkler hat seinen eigenen Winkler-Plan erstellt (Beifall des Abg. Schroll [SPÖ]) und der Bau von Windrädern in Oberösterreich scheitern eigentlich am Widerstand der FPÖ. Und in Steyr bauen wir Wasserkraft, nämlich haben wir direkt in der Stadt jetzt zwei Projekte, die unser Bürgermeister Markus Vogl dort vorantreibt und umsetzen wird. (Zwischenruf des Abg. Hammerl [FPÖ].) Es geht also, man muss sich nur darum kümmern und keine Ausreden finden, und das wird in Oberösterreich auf hervorragende Weise gezeigt, wenn die SPÖ am Ruder ist. (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit bei der FPÖ.)

Ja, nicht lachen, es ist so, Herr Hammerl. Kommen Sie einmal nach Steyr! (Abg. Deimek [FPÖ]: Was kostet der Fischaufstieg in Steyr?) Fahren Sie einmal von Wels nach Steyr und schauen Sie sich dann an, was wir dort alles richtig machen im Vergleich zu Wels! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Deswegen müssen wir in Österreich unserer Haltung treu bleiben, wir müssen raus aus Gas und Öl (Zwischenruf des Abg. Deimek [FPÖ]), wir müssen bei der Atomkraft draußen bleiben und in erneuerbare Energien investieren, vor allem in Netze, Speicher, Sonne, Wind und Wasser. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

14.26

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Joachim Schnabel. (Abg. Hammerl [FPÖ]: Steigende Verschuldung: Das ist Sozialismus! – Abg. Greiner [SPÖ]: Was ist das? – Abg. Hammerl [FPÖ]: Welcome to Steyr! – Abg. Auer [SPÖ]: Ja, welcome!)

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.