RN/80
Abgeordneter Franz Jantscher (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! Lassen Sie mich vorerst bitte die Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Firma Linsinger Maschinenbau aus Oberösterreich recht herzlich hier bei uns begrüßen! – Vielen Dank für das große Interesse. (Beifall bei SPÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Grünen.)
Wie von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern schon gehört: In den nächsten Tagen ist es 40 Jahre her, dass es zum Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl kam. 60 Menschen starben unmittelbar aufgrund dieser Katastrophe, die Spätfolgen beziffern mehrere NGOs mit über 1 Million Toten. Mehr als 4 000 Schilddrüsenkrebsfälle konnten mit diesem Unglück in Zusammenhang gebracht werden. Die Folgen dieses Super-GAUs beschäftigen uns heute noch. Trotz Sarkophag und neuer Schutzhülle ist die Umgebung rund um das Atomkraftwerk Sperrgebiet. Innerhalb eines Radius von 30 Kilometern ist in absehbarer Zeit keine Besiedelung durch Menschen möglich.
Warum beschäftigt uns dieses Unglück auch heute noch? – Österreich war schon damals aufgrund der Witterung stark von der radioaktiven Wolke betroffen. Bis heute können Spuren von Cäsium-137 in Waldböden in Oberösterreich, in der nordwestlichen Steiermark und in Teilen Kärntens gefunden werden. Der russische Angriff mit Drohnen auf die Schutzhülle zeigt, wie gefährlich dieser Reaktor eigentlich immer noch ist. Welche Auswirkungen ein umfangreicher Angriff Russlands auf Tschernobyl hätte, möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Sehr geehrte Damen und Herren, Atomkraft als grüne Technologie darzustellen, erscheint schon etwas verlockend. Die Wahrheit ist allerdings, dass diese Atomkraft nach wie vor hohe Gefahren mit sich bringt, und Probleme wie die Endlagerung von verbrauchten Brennstäben noch immer nicht gelöst sind. Daher: Der Antrag aller Parteien ist ein eindeutiges Zeichen aus Österreich als klares Bekenntnis gegen Atomkraft, das richtig und wichtig ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Bernhard [NEOS].)
14.32
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort ist dazu nun niemand mehr gemeldet. Damit ist die Debatte geschlossen.
Wünscht der Herr Berichterstatter ein Schlusswort? – Das ist nicht der Fall.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.