RN/102

16.19

Abgeordnete Dipl.-Ing. Olga Voglauer (Grüne): Danke, Herr Präsident! Spoštovana Visoka Hiša! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Wenn man hier zuhört, dann kriegt man schon ein bisschen das Gefühl, als hätten wir alle Zeit der Welt und noch wirklich Zeit zum Nachdenken. Schön, dass wir uns committen: wir brauchen Speicher, Erneuerbare, ja, dahin geht die Zukunft. – Die Zukunft ist jetzt! Wir haben jetzt keine Zeit mehr! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der SPÖ: Was war die letzten fünf Jahre?!)

Aber replizierend auf Ihre Antwort, Herr Minister, und auch auf die Redebeiträge der ÖVP: Die Melodie, die Sie hier als ÖVP anstimmen, während in der Ukraine und im Nahen Osten Krieg mit unabsehbaren Folgen für uns alle herrscht, diese Melodie klingt nicht nach einem melodischen Kärntnerlied, sondern nach Katzenjammer. (Beifall bei den Grünen.) Sie verfehlen den Ton bei jeder Note. Es klingt eindeutig nach Realitätsverweigerung, nach Abwarten, nach Relativieren, nach Blockieren, nach Kalmieren, nach Wegducken, aber nicht nach Tun und nicht danach, dass Zukunft jetzt ist. (Beifall bei den Grünen.)

Liebe FPÖ, obwohl einige Kärntner dabei sind: Auch bei euch stimmt die Kärntner Melodie nicht, denn ihr erzählt ja den Menschen: Wir drehen den Gashahn aus dem Osten wieder auf und dann ist alles paletti! – Also bei den Erneuerbaren ist nichts paletti bei euch, denn, egal in welches Bundesland man in Österreich geht, ihr habt eine andere Position. Das ist so eine Switch-on-off-weiß-ich-nicht-wie-Beziehung. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es fehlt ja eigentlich nur mehr, dass selbst die Drehung von Rotoren, ob sie jetzt linksdrehend oder rechtsdrehend sind, noch zur Gretchenfrage wird. So ist bei euch die Energiepolitik. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der FPÖ: ... Tirol!)

Aber zur SPÖ: Ich komme aus Kärnten – danke für diese Rede, lieber Julia Herr. Ich freue mich darauf, du bist herzlich eingeladen nach Kärnten, wir zwei machen uns einen Termin beim Herrn Landeshauptmann Daniel Fellner aus. (Ruf bei der FPÖ: Ganz großartig!) Zwei Dinge sind mir aufgefallen: Der Sager, dass er Energie mit Hass und Liebe bewertet, war schon einmal spannend, aber der zweite Sager war auch spannend, nämlich: Er hat ein Problem damit, dass die rot blinken. Jetzt müsst ihr mir einmal einen Landeshauptmann von der SPÖ zeigen, der ein Problem mit rot blinken hat. Rot blinken wäre für mich nicht so ein Problem. Im Übrigen haben wir das jetzt auch geregelt: Die blinken jetzt auch nicht mehr durchgehend – sollte man ihm sagen. Und auch wenn er gerne in Kroatien segelt, er möge einmal am Wörthersee schwimmen gehen, zurück ins Lavanttal fahren und dann genießen, dass wir endlich unsere eigene Energie produzieren werden, nämlich frei, unabhängig, so wie es wir Kärntnerinnen und Kärntner einfach gern haben. Das werden wir zwei, liebe Julia, Daniel Fellner jetzt erklären. (Beifall bei den Grünen.) 

Energieunabhängigkeit heißt, wir müssen mit den Fossilen anders wirtschaften, fossile Energie wird knapp. Wenn fossile Energie knapp wird, dann müssen wir Entscheidungen fällen: Wofür nehmen wir sie, wofür nehmen wir sie nicht? Da haben Sie, Herr Minister, durchaus erste Regelungen eingeläutet. Leonore Gewessler hat aber ganz gute Vorarbeit geleistet, sonst wären Sie nicht so schnell mit Ihrem Zehnpunkteplan gewesen, in dem ja auch einige Punkte von Leonore Gewessler drin sind; seien wir ehrlich. 

Aber: Wenn wir knappe Energie verwalten, dann müssen wir uns auch in der Landwirtschaft fragen: Wo geht die Energie hin? Eines kann ich Ihnen schon sagen: Ich bin es leid. Vollkommen richtig, der Traktor fährt nur mit Diesel, da sind wir Grüne voll dabei, er wird nicht nur mit Pflanzenkraftstoffen fahren; wo wir jedoch keine Erdölbasis mehr brauchen, das ist beim Mineralöldünger. Dass man da fördern will und noch mehr reinpumpen will, sehen wir Grüne überhaupt nicht ein. Es gibt die biologische Landwirtschaft, sie macht es vor, sie ist unser Exportschlager. Sie schafft es, mit Pflanzen aus der Luft Stickstoff in den Boden zu bringen, wo die konventionelle Landwirtschaft Erdöl braucht, damit die Pflanze gedeiht. Das ist Politik, das ist Landwirtschaft von gestern. 

Stärken wir auch in der Souveränität der Ernährungsversorgung die biologische Landwirtschaft! Das wäre eine Ansage für die Zukunft. Herr Minister, vielleicht überzeugen Sie Ihren Kollegen aus der Landwirtschaft. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)

16.23

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Deimek. Ich darf 4 Minuten als Redezeit einstellen. – Bitte, Herr Abgeordneter. 

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.