RN/109
16.59
Abgeordnete Irene Neumann-Hartberger (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Werte Frau Staatssekretärin! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte zu Beginn im Namen meines Kollegen Josef Hechenberger sehr herzlich die Bezirksparteileitung Kitzbühel mit Obmann Landtagsabgeordneten Peter Seiwald sehr, sehr herzlich hier im Hohen Haus begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Sehr geehrte Damen und Herren, Energie bedeutet heutzutage leider oftmals vor allem eines: Abhängigkeit vom Ausland. Und genau diese Abhängigkeit holt uns in Zeiten internationaler Konflikte und Krisen ein. Wir spüren es derzeit täglich, wie schnell diese Abhängigkeit auch zu einem gewissen Risiko werden kann und zu Unsicherheit führt. Genau deshalb brauchen wir gerade jetzt keine Hysterie, sondern notwendige Besonnenheit und die richtigen Maßnahmen, um langfristig weiterzukommen (Beifall bei der ÖVP), denn verfügbare Energie ist die Grundlage für alles: für unsere Betriebe, für unsere Versorgung, für das tägliche Leben der Menschen in unserem Land; und Landwirtschaft ist die Grundlage für Sicherheit und Zukunft in allen Bereichen, auch in der Energiefrage. (Zwischenruf des Abg. Mölzer [FPÖ].)
Ideologische Zielvorgaben dürfen keinesfalls die Funktionsfähigkeit der Landwirtschaft beschränken. Ein Ausstieg aus fossiler Energie ohne praxistaugliche Alternativen ist absolut keine Option für uns. (Beifall bei der ÖVP.) Allein die Vorstellung, dass elektrische Traktoren den Ackerbau tragen könnten, ist fern jeglicher Realität, genauso wie die Idee, dass man mit ausschließlich biologischer Produktion die Welt ernähren könnte. (Präsident Haubner übernimmt den Vorsitz.)
Meine klare Botschaft lautet daher: Wir brauchen Entscheidungen, die ausgewogen und praxistauglich sind. Meine klare Botschaft lautet auch: Wir müssen ohne ideologisches Wunschdenken gegensteuern. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ach so, wirklich?) Und wir haben die Möglichkeit dazu, uns besser abzusichern, aber das gelingt nur, wenn wir das gemeinsam angehen und Verantwortung übernehmen. Die Antwort ist nämlich ein ausgewogener Energiemix. Er stärkt unsere Betriebe, schafft Perspektiven im ländlichen Raum und unterstützt auch eine Klimapolitik, indem wir auf eigene Ressourcen setzen.
Wenn Europa unabhängiger werden will, müssen wir stärker auf heimische Lösungen setzen, und unsere Land- und Forstwirtschaft kann dabei einen entscheidenden Beitrag leisten, durch erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe. (Zwischenruf des Abg. Matznetter [SPÖ].) Ich möchte nur drei Punkte anführen; zum einen: Wir brauchen mehr grünes Gas in unseren Leitungen. Zum Zweiten: Wir können mehr Strom, Wärme und Energie aus Biomasse erzeugen. Und drittens: Mehr Bioethanol und Biodiesel in unseren Tanks – das ist eine langjährige Forderung von uns, die auch in Ihrer Amtszeit, Frau Gewessler, konsequent blockiert wurde. Damit können wir viel erreichen. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Redet ihr da von eurem Programm? – Abg. Gewessler [Grüne]: ... Wirtschaftsbonus ... blockiert!)
Die positive Nachricht zum heutigen Tag ist, dass die EU jetzt den Bioethanolanteil auf 20 Prozent heben will und Treibstoff dadurch grüner, aber auch billiger wird. (Zwischenruf des Abg. Kogler [Grüne].) Die heimische Land- und Forstwirtschaft ist bereit, ihren Beitrag für mehr Energieversorgungssicherheit zu leisten. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Auf welche ...?)
Jetzt liegt es auch an euch, gemeinsam mit uns die richtigen Weichen zu stellen und diesen Weg konsequent voranzugehen (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Sag einmal ... was redet die bitte?), indem ihr, liebe grüne Fraktion, das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr erneuerbaren Energien und weniger Abhängigkeiten ist und hier herinnen eine Zweidrittelmehrheit braucht, breit unterstützt. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Das haben wir 2021 beschlossen!) – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schroll [SPÖ]. – Abg. Kogler [Grüne]: Wir brauchen ein Beschleunigungsgesetz und kein Bremsgesetz!)
17.03
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Christoph Matznetter. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.