RN/116

17.27

Abgeordneter Mst. Johann Höfinger, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren jetzt den Tagesordnungspunkt betreffend Geothermie-Potenziale, bei dem es darum geht, die Bundesregierung aufzufordern, die Geothermie in Österreich zu ermöglichen. Nur kurz zur Erinnerung, zur Vordebatte, sie war ja unterbrochen: Es geht darum, dass man heißes Wasser aus wirklich großer Tiefe an die Oberfläche fördert, um eben dieses heiße Wasser direkt als Wärmeenergieträger zu nutzen oder es aber auch in Strom umzuwandeln. Ja, es soll ein Baustein sein, um eben den Energiemix mehr auszubauen, wir wollen das ermöglichen. Ich sage aber ganz ehrlich, die technischen Voraussetzungen zeigen, dass das Ganze nicht so einfach sein wird und auch nicht kostengünstig, aber wenn es eine Ergänzung ist, dann soll sie auch genutzt werden können. 

Weltweit werden nur 0,47 Prozent des Stroms durch Geothermie aufgebracht; Island hat den höchsten Anteil mit rund 30 Prozent, und Sie kennen Island und seine Voraussetzungen. Daher, wie gesagt: Ja, wenn es möglich ist, diese Wärme zu nutzen oder vielleicht auch punktuell in Strom umzuwandeln, dann soll das helfen, den Gesamtenergieaufwand abzufedern. 

Ein Wort noch zu Kollegen Hammerl oder auch den vielen freiheitlichen Vertretern, die heute schon hier heraußen gestanden sind und mit Vehemenz die fossilen Energieträger verteidigen: Ja, unser Wohlstand wurde in den letzten Jahren, Jahrzehnten auf diesen fossilen Energieträgern aufgebaut. Das ist richtig. Was aber mussten wir vor wenigen Jahren mehrmals erkennen? – Dass wir nicht nur rund 20 Milliarden Euro an Wertschöpfung irgendwo in die Welt schicken, genau in jene Regionen, vor denen eigentlich immer gewarnt wird – in den Nahen Osten, in instabile Länder, nach Russland, wir kennen die Voraussetzungen dort, und wir kennen die Regime dahinter –, sondern dass diese Abhängigkeit natürlich jederzeit auch zu immensen Teuerungen führen kann. Daher ist es ein Gebot der Stunde, die Energieversorgung umzubauen. 

Welche Möglichkeiten haben wir denn? – In Wirklichkeit sollten wir alle Voraussetzungen nutzen. Man braucht sich nicht auf die eine oder andere Energieform oder Erzeugungsform zu versteifen, es muss der Mix – aus der Windenergie, der Sonnenenergie, eben auch dem warmen Wasser – sein, es muss die Möglichkeit sein, auch Biogasanlagen zu betreiben. 

Ich verstehe den Zugang, den Kollege Hammerl jetzt gehabt hat, überhaupt nicht. Er sagt hier von diesem Rednerpult aus ganz einfach, ihm ist es lieber, Milliarden Euro – 20 Milliarden, 30 Milliarden – in das Ausland zu schicken, um dort Wertschöpfung lukrieren zu können. Er nennt einige Beispiele, mit denen österreichische Unternehmen und Arbeitsplätze gesichert werden können – im Gegenteil, wir können diese sogar ausbauen –, durch die genau diese Wertschöpfung dann hier im Inland passiert, mit denen genau diese Arbeitsplätze neu geschaffen werden können, bezüglich deren gerade beklagt wurde, dass sie bei vielen Unternehmen verloren gingen, und wodurch wir auch die Kaufkraft wieder stärken können. 

Ich sehe diese Kurzsichtigkeit nicht ein. Dass man diese Energieformen ausgewogen umbaut, ist das Gebot der Stunde – nicht diese Schwarz-Weiß-Malerei, sondern eine gemeinsam mit der Wirtschaft getragene, mit den Menschen dieses Landes getragene Politik! Das ist das Gebot der Stunde. (Beifall bei der ÖVP.)

17.31

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Franz Jantscher. Wunschredezeit: 3 Minuten.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.